Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6135

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Comenius .
bar ( G ) . Er erkannte endlich die Eitelkeit seiner Arbeiten ( H ) , und derjenigen heftigen Bewegung , die er sich seit der Zeit gegeben , da die Vorsehung ihn sein Vaterland zu verlassen vermocht hatte . Und er wäre in der Thar weit lobmswürdiger gewesen , wenn er in wahrender seiner Verbannung in sich gegangen wäre , und allein an seine Seligkeit gedacht harte ; als daß er seine Absicht so stark auf die Begebenheiten von Europa gerichtet harte , um in den Angelegenheiten der Prinzen , in ihren Kriegen , in ihren Bündnissen , u . d . m . etwas zu finden , damit er sich in der Hoffnung seiner Wiederherstellung und Rache schmeicheln konnte : dieses ist esgewesen , was ihn in die Schwärmerei , gestürzer hat . Er ist zu Amsterdam den 15 des Win - termonatS 1671 gestorben ? . Wenn er noch ein wenig länger hätte leben sollen , so würde er der Zeuge von der Falschheit sei - ner Versprechungen wegen des tausendjährigen Reiches gewesen seyn ( I ) . Er ist in sein achr ngsics Jahr gegangen , da er ge - fiorben ist . Eshaben sich einige Personen verwundert ( K ) , daß er so lange gelebt , und daß ihm sein Verdruß über den schlechten Fort - gang in seinen Prophezeyun gen das Leben nicht verkürzt hat . Die Jungfer Bourignon und erhaben einander herzlich und geistlich geliebt ( L ) . Ich darf nicht vergessen , daß er etwas wider die Socinianer herausgegeben hat ( M ) . Der Urheber eines Bu - ches , ianva coelorvm reser ata , betitelt , hat diesen Titel , saget man , darum erwählt , weil das Ohr an keinen besser gewohnt gewesen , als an den Titel der Ianua Linguarum rcferata des Comenius ( N ) . Die Artikel Drabiciuo undRottcrrts , werden noch verschiedene Dinge enthalten , welche für einen Zusatz des gegenwärtigen gelten können .
a ) Scholae Praerouienfi Praefe£his . Praefat . Operum Dida & icorum Comcnii . > ) Epift . Dedicat . Oper . Didaft . Comenii . r ) Praefat . Oper . Didaft . d~ ) George Sadowski von Slaupna . e ) Aus der Vorrede seiner Oper . Didattie . f ) Das heißt , Vorläufer der allgemeinen Wissenschaft , g ) Ludwig von Geer . h ) Aus der Vorrede des II Theils Oper . vidaöUcorum . i > Susanna Loransi , die Mutter de« Siegmund Ragotski , hal sich ins besondere dieser Schule angenommen . Siehe den III Th . seiner Oper . Didaöicorum , pag . 70 . k~ ) Siehe den III Th . seiner Oper . Dida & icorum . / ) Hiftoria renelatiomim pag . >»i . im ) Ebendas . 182 0 . » ) Lorenz von Geer de« Ludwigs Sohn . 0 ) Sorbiere hat diesen Mann und seine Pansophie sehr wohl abgeschildert . Siehe die Sorberianen 51 Seite . p ) Ita Deo difpenfante euenit , vt tua importunitate coadhis , laruam tibi detraxerim , et quam haßenus egeris perfonam in hac fcena mundi toti mundo oftenderim . Mareiius , in Antirrhetico , pag . vlt . o ) Epift . Danielis Comenii loh . AmoGi Filii , apud Spi - zelimn in Infel . Litterat . pag . ioj8 . König bekriegt sich , wenn er den Tod de« Comenius in« 1670 Jahr setzet .
Ludwigen den XIV , Ronig von Frankreich , zu machen . ] Ich habe es von vielen Personen sagen hören ; dieß ist es alles , was ich davon bejahen kann . Allein die Versprechung selbst betreffend , habe ich einen Schriftsteller anzuführen , der den Drabieius sehr gelesen hat ; er verdienet also in denen Dingen Glauben , die er darinnen gefunden zu haben ver - sichm . Wir wollen ihn also hören : Sie Spanier werden großes Carmen über die großen Vortheile machen , welche das - Hans Oestreich über feine Feinde erhalt . Uns betreffend , ( er redet im Namen der Protestanten ) wenn wir nicht vollkommene Ursache haben , mir dem Gegenwärtigen vergnügt ? u seyn , fo haben wir doch in Zukunft große Dinge 511 hoffen . i£s giebt eine zeiung , welche dem Rönige das Raiferrhum verspricht . Sie ift von einem gewissen Drabicius , einem Äohmen , welcher vor ungefähr 20 Jahren prophezeit hat , daß der Ronig Raiferwer - - den . das - Haus ( Deiheidj untergehen , und rvien von den Tür - ken eingenommen werden würde ; daß die Türken Tärntbcn und Steiermark erobern , von da den Sraar von Venedig und der Stadt Rom verwüsten würden ; und daß der zum Raifcr ge - krönte Ronig ganz Europa den Frieden und die Gewißensfrey - heil wieder geben sollte . Man siehe , daß der - Himmel feit fünf - zehn bis sechszehn Iahren sich angelegen feyn lassen , dassenige , zu halten , was er versprochen hat : und gewißlich wir werden zur Erfüllung der Prophezeiungen alles dassenige thun , was wir nur können . Das - Haus ( pestreich ist bereits erniedriget , und fast vernichtet . Der Rönig ist Meister von der großen Sradr Straßburg , und von ganz Elsas ? und von Freyburg . Er hat alle Lander des Rheins und fünf Thurfürsten , drey ? 4 S . der andern Ausgabe ; daselbst wird man unter an - dern Dingen dieieS finden : ! wie hat sich fein Lehrgebäude fo geschwind verändert , und wie fehr muß er sich fchämen . Saß ev uns dasselbe gegeben hat , und uns zum Abscheu des christlichen N' . mens und der gurcn Slmdesgenosfin diefes Staats gemacht har , als er gewesen ; indem er erkläret , daß wir alles thun wür - den , was wir könnten , den Untergang des - Hanfes Gestreichs , der Republik Venedig , und der Stadt Rom durch die Türken zn befördern , und die kaiserliche Rrone auf das Haupt Ludwig» des XIV , zu ftnen . Quantum mutatus ab illo !
( F ) Man hat ihn als einen Rerrieger und wahrhaftigen Beu - telfchncidcr vorgestellt ] Dieß sind die Worte seines Widersachers : Agnoflo hoininem efie ingenii eximii et admodum inuentiui , ac ne ei conuenientis , qui diceret , con Parte e finganno , io vivo mezza / 'anno : con Cinganno e Parte , io vivo l'altra parte . Nam vt luni hoc faeculum tulit myfticum aerufeatorem illo fubtiliorem , ita nulluni protulit feriptorem in trichotomiis exeogitandis felicio - rem . Mareiius , in Antirrhetico , pag . 5 . Man sehe dasjenige , >vas er von den Arglistiateiten sager . die Comenius gegen Ludwigen von Geer brauchet , um der einzige Besitzer seiner Freigebigkeiten zu seun , und derselben Dauer auf lange Zeit zu erhalten . Die Pansophie , welche er versprochen , und die niemals an den Tag kam , ist allezeit , saget er , durch merkwürdige Borfalle verzögert worden - also hat er sie wegen der starken Verzögerung nach seinen Grundsähen völlig unuüMich gemacht ; denn er hat vorgegeben , daß das tausendjährige Strich im >67 - Jahre , den Ansang nehmen wurde . Ebendas . 8 S . Alsdann aber würde man feine Lehrart nicht brauchen . Herr Maresiu« versichert ebendaselbst auf der ; < S . daß seine Besoldungen nicht den vierten Theil von den Summen betragen , welche Comenm« alle ^ahre seinen Gönner auf - zuwenden veranlasset habe . Aufim dicere Comenium triplo vel qua . druplo quotannis amplius conftitifle vni familiae Degerianae , dum eam fraudulenter la & at fpe Panfophica , et pafeit fiue fafeinat potius fumo Chiliaftico , et reuelationum Drabicianannn , quam foleo con - fequi in meum ftipendium annuum ex aerario publico .
CG ) Man machte ihn auch auf anderen nachteiligen Seiten kennbar . ) Zum I , beschuldiget man ihn eine« entsetzlichen LochmmhS und man bemerket , daß dieses der gcw^wlid * Fehler derer ist , welche an den himmlischen Eingebungen Tbeil zu haben vorgeben In der That ist diese Gnade vyn so großem Werthe , daß man sich nicht verwun - dern darf , wenn diejenigen , welche sich überreden , daß sie ( Rott mit nem solchen Vorzuge beehre , den ordentlichen Lehrern auf das nieder ,
trächtigste
( A ) Das Buch , welches er , , , unter dem Titel , Ianua linguarum referata , herausgegeben , hat ihm einen verwundern« - würdigen Ruhm erworben . ) Wenn Comeniu« gleich nicht« als nur dieses Buch
ütte , fo würde er sich unsterblich macht haben . Dieß ist ein Buch , welches unzählige mal gedruckt , und ich weis nicht , in wie viele Sprachen übersetzt worden : man hat ver - schieden ? Ausgaben in etlichen Sprachen bevsammen . Ich zweifle nicht , baß Comenius nicht auftichtig reden sollte , da er bekennet , daß derBey - fall diese« Werks alles sein Vermuthen übertroffen : denn wer sollte sich nicht verwundern , daß ein solches Buch nicht allein in zwölf europaische Sprachen , sondern auch ins Arabische , in« Türkische , Persianische , und ins Mogvlische übersetzt worden ist . Der allereitelste von allen Schrift - stellern würde sich niemals eine solche Begebenheit eingebildet haben . Fa & um eft , qtiod futurum imaginari non poteram , vt puerile iftud Opufculum vniuerfali quodain eruditi Orbis applaufu fuerit exccptuni . Teftati funt id perinulti variarnm Gentium Viri , tum litteris ad mc datis , quibus inuentioni nouac impenfe gratulabantur , tum trans - lationibus in Lingual vulgares quafi certatim fufeeptis . Non folum enim in omnes Europaeas lingitas ( hier sind die Namen einiger Ueber - setzer , aus dem viario Biographico , Heinrich Willens . Die deutsche ist von Johann Mochingern ; die pohlnische , von Andreas Wegiers - eius ; die böhmische , vom Comenius ; die griechische , vom Theodor SimoniuS ; die englische vom Johann Ancoranu« ; die französische , vom Samuel Harllibiu« ; die italienifche und spanische , vom Nalha . nael Duez ; die flamändische , vom Seideliu« gemacht worden . ) ( nu . niero XII , quarnm Editiones publica ? vidimus , nempe Latinnm , Graecam , Böhemicam , Polonicam , Germanica» ) , Suedicam , Belgi - cam , Anglicam , Gallicam , Hifpanicam , Italicam , Hungaricam ) fedet in Aliaticas , Arabicam , Turcicam , Perlkam , adeoque Mogolicam , toti Orientali Indiae familiärem vt ex litteri« ad Iacobvm Go / ium , Orientalium L . Lugduni Veftrac Profeflorero a Pttro Go / io fratre , Alepo Syriae Anno 1641 . datis , patet ) translatm cfl'ct idem Libellus nofter . Comenius , Epift . Dedicator . Operum Didadticor . ad Confules Amfterdam , pag . 1 .
( B ) Comenius ist aus dein Schulstaube gezogen worden . ^ Anstatt daß seine Arbeiten zuvor dem Besten einer einzigen Classe qewid ? met waren , so hakten sie nunmehr das allgemeine Wohl aller Schulen zum Gegenstände : eben als wie ein Pfarrer , wenn er zur Cardinal« - wurde kömmt . Fachs mihi , saget er in der Zuschrift an die Bürgermei - ster zu ? lmsterdam , a Maecenate meo beato otiii , conftitutaque honefta ( vt particulari fcholae miniftrandi fundüone exemtus , comniunioribti« poflem vacare ftudiis ) fuftentatione , elaboraui fexennio .
CD Er gieng aus L . isia - - - da es die Pohlen abbran - tm . ] Wir werden in der Anmerkung ( K ) sehen , daß man dem Come - niu« vorgeworfen hat , die Ursache dieses Unglück« gewesen zu sri ) n ; ( Poft I^e5nae incendium quod fua no> , vntayiuti^ illi miferae vrbi conciuit , vt etiam illi publice exprobratum eft . Mareftus , in tirrhetico , pag . 8 . und daß er , wenn er seiner Neigung hätte folgen kön - nen , nicht in dieser Stadt geblieben seyn würde , ob gleich andere er« mahnet , nicht« zu fürchten , und sie versichert , daß die Erlösung bald kom . men würde .
( C ) Der goldene Regen , der in Amsterdam auf ihn siel , n6 , thigte ihn , seine übrigen Lebenslage dafelbst zu bleiben . ] Einige haben dieses übel genommen : angesehen ihn sein Amt als Aufseher über die Kirchen in Pohlen und Böhmen anders wohin berufen . Es ist niger maßen wahrscheinlich , daß sein herumschweiftnde« Leben noch lan - ger gedauert haben würde , al« geschehen ist . wenn er in Amsterdam nicht eine reiche Erndte von Gütern gefunden hätte . Er hat daselbst mild - lhätige Personen und reiche Kaufleute gefunden , welche hofften , daß er ihre Kinder da« Latein durch kurze und bequeme Wege lehren würde , und welche geglaubt , daß man einen Mann reichlich belohnen müsse , der dieser zarrm Jugend die Zeit und Mühe ersparte . Ohne Zweifel hat er bey sich selbst gesagt : hier ist gut seyn . hier wollen wir Hütten bauen . Mercatoribus quibusdam Amfterdamenlibus gratus viuit , qui delicatulis Alis filiis , eius opera habitum latinitatis nullo labore , et maiore aeris quam temporis difpendio , infundi pofle fperant . Et fic ille auream apud eos messen , metit ; at vero vbi manet cura Ec - clefiarum Polonicarum et Bohemicarum , quarum Senior et Superin - tendens eft , et quas in tarn mifero ftatu reliquit , fibi ronfulens ? colas Arnoldus , in Difcurfu Theologico contra Comenium , auf der letzten Seile . Die vaterliche Zärtlichkeit der . Holländer ist in dieser Stelle de« Arnold»« mit wenig Worten sehr wohl abgemalt worden .
( E ) Da er nicht mehr wußte , auf was für eine Seite er sich wenden sollte , gerierh er auf den Einfall , fag« man , sich an

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