Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6123

Comenius . 215
Grunlx einer Gewohnheit gedient , die alle Jahre beobachtet worden , dieser Zeit ist er entweder tey dem Könige in Abwesenheit derKöniginn
nämlich daß viele Personen in dem Tempel verstümmelt worden , wel - oder bey der Königinn in Abwesenheit des Königes gewesen Ich sehe
chen Srraronika und Combabus hatten bäum lassen . Ebendas . 8 ? ? S . dazu , daß Lucia» nicht sager , daß diejenigen , die sich dem Combabus gleich
Der Verfasser eines französischen Wörterbuchs , Cäsar von Rochefort , gemacht , Hofbediente gewesen : er saget vielmehr , daß es wahre Freundr
( sein Wörterbuch ist im 1 * 85 Jahre zu Lion in Folio gedruckt worden , die allervertrauresten Freunde des Combabus gewesen , und daß sie ihm
Die von mir angeführte Stelle steht auf der 168 @ . ) welcher die Lügen nachgeahmt , nm ihn zu trösten . Was hat man also für Sucht dam
des la Mothe le Bayer abschreibt , h»r sie noch arger gemacht : hier ist daß man uu ? nach ijoo Jahren sägen will , nicht allein , daß oiejeniaev^
es , was er saget . „ Wir sehen in den Historien , daß viele FraueuSper - die sich verstümmelt , Hofbcdiente der Snatonika gewesen ; sondern auch
„ sonen in die Verschnittenen sterblich verliebt gewesen . Snatonika daß sie keine andere Absicht gehabt , als bey der Königinn Liebe zu er -
„ hat ohne ihren Combabus nicht leben können , welcher verschnitten ge - »vecken ? Meine Critik , ich bekenne e6 , ist Hier allzuschärf über Kleinig«
„ wesen ; solchergestalt daß die Hofbedienten dieser Königinn sich verschnit - keiren , und ich gebe sie auch für keine wichtige Sacl ? e an sich selbst aus :
„ ten , nm gleichfalls Thcil an ihren Gunstbezeigungen zu haben . Cäsar ich l>abc nur darauf gedrungen , um , wenn es möglich ist . eine Krankheit
„ Scaliger Excrcitat . 277 - Dieß heißt den Schnitzer des la Mothe zu heilen , die bey den Schriftstellern nur allzusehr eingerissen ist . Sie
le Bayer übertreffen ; denn er vergißt den Combabus nicht , er giebt die erzählen dasjenige mit raufend Veränderungen und Züsätzm , was u»s
Stratonika nicht für die einzige Bewegungsursache von der That der die Alten berichten Ich bin gewiß versichert , daß sich bey unfern Neuern
Hofbedienten aus , und überdieß führet er den Scaliger nicht an . wel - hundert wldersprecl>cndc Diii 'e in denen auf dem Rande bevgefügten Ai»
cher nichts davon saget . Im übrigen ist der Abschreiber eben derselben führungen finden , welcl ) e nicht besser gegründet sind , als diejenige , welche
Fehler schuldig als la Mothe le Bayer . Sein Deyspicl der Stratonika ja Mothe le Bayer von der erdichteten Manier vorbringt , und Vorzüge -
ist nicht wohl gewählt , weil sie sich nicht in den Combabus verliebt , da ben Anlaß giebt , vermöge welcher sich die Hofbedientender Stratonik«
sie gewußt hat , daß er ein Verschnittener gewesen . Weil Lucian nicht ihre Gunstbezeigungen erworben haben .
saget , ob es an dem Hofe des Königes , oder an dem Hofe der Königinn Ich beschließe mir dieser Note : man hat gesagt , daß ^uno aus
gewesen , wo man die Gefälligkeit gehabt , sich dem CoinbabuS gleich zu - Freundschaft gegen den Combabus viele Leute gereizt , sich zu verschneiden
stellen , so ist es von einem Neuern eine unverantwortliche Vermessen - damit er nicht der einzige seyn sollen , der seine Mannheit beweinen dör«
heit , wenn er sich zu entscheiden untersteht , daß eS an dem Hose der fen : a^cvt« «c j " h ? * 4 , 1■$ , T0^ v0'
Stratonika geschehen . Man merke wohl , daß Combabus der Liebling so ißxAe ^ Dicentes lunonem
wohl bey dem einen , als andern von diesen benden Hofen gewesen , allein daß cum amaret Combabum mukös ad fe caftrandum impulifle , nc fo -
er es seit der Liebe der Stratonika gegen ihn , nicht auf einmal an dein lus illc lugeret , quod euiratus eilet . Lucianus , de Syria Dea , Tom . II .
Hofe des Königes , und an dem Hofe der Königinn gewesen . Dem , seit pag . 897 .
EomenitlF ( Johann Amos ) ein Sprachlehrer und protestantischer Gottesgelehrter im XVII Jahrhunderte , war in Mähren den 28 März 1592 gebohren . Naci ) dem er an verschiedenen Oettern , und namentlich zu Herborn studiert hatte , so ist er im 1614 Jabre , in sein Vaterland zurückgekommen , und Rector über eine Schule geworden « . Er ist im 1616 Jahre b als Prediger aufgenommen , und der Kirche zu Fulnek im 1618 Jahre vorgesetzt wordenc . Man gab ihm zu gleicher Zeit die Aufsicht über die Schule , die in dieser kleinen Stadt aufgerichtet worden war . Eines von seinen größten Vornehmen ist da - malö die Einführung einer neuen Lehrart , zur Unterweisung in den Sprachen , gewesen . ^Er hat 1616 , einige Versuche davon herausgegeben , und andere Schriften über diese Materie fertig gemacht , welche im 16 - 1 ^ahre zernichtet worden , da die Spa - nier , nach Eroberung der Stadt , seinen Büchervorrath geplündert haben . Die Achtserklärung aller reformirten Prediger in Böhmen und Mahren , vermöge eines Befehls von - 624 , unterbrach sein Vorhaben , und er hat diese Arbeit erstlich auf das Bitten eines von seinen Amrsbrüdern wieder vor die Hand genommen , welchem ein protestantischer Baron d seine drey Söhne im , 627 Jahre zu unterrichten yeaeben hatte . Einige Prediger , und unter andern Comenius hielten sich daselbst in dem Hause dieses Barons , auf dem böhmischen Gebirge , verborgen . Die Verfolgung vermehrte sich im folgenden Jahre dermaßen , daß sie genöthiget waren , diesen Aufenthalt zu verlassen . Comenius flüchtete nach Lissa , einer Stadt in Pohlen , und unterwies da - selbst in der lateinischen Sprache . Das Buch , welches er im 1631 Jahre , unter dem Titel : lanua Linciiaruin referata , ausgegeben , hat ihm einen verwundernöwürdigen Ruhm erworben ( A ) : so daß ihm diejenigen , die in «Schweden regierten , im 1638 oahre schrieben , und ihm die Verbesserung der Schulen durch das ganze Königreich auftrugen . Er fand es nicht für dienlich , dieses Anerbierhen anzunehmen ; er versprach nur , denjenigen mit seinen Rathe heyzustehen , die dieser Verrichtung über sich nehmen würden ; und seit dem hat er dasjenige ins Latein gebracht , was er von der neuen Lehrart zur Unterweisung der Jugend in seiner Muttersprache aufgesetzt hatte - . Es ist ein Einwurf davon unter dem Titel , Panfophiae Prodromus / zum Vorscheine gekommen , welcher machte , daß man ihn als eine Person ansah , die sehr geschickt wäre , einen Wiederhersteller der Schulen abzugeben . Das Parlement von England wollte sich seiner zur Verbesserung derCollegien von der Nation bedienen . Comenius kam cm Herbstmonate 1641 , in London an , und würde zu einer Commite zugelassen worden seyn , um darinnen seinen Entwurf der Verbesserung vorzutragen ; wenn das Parlement nicht mit andern Geschäften allzusehr überhäuft gewesen wäre . Der bür - gerliche Krieg in England'und die Unruhen in Irrland gaben ihm zu erkennen , daß ihm die Zeit nicht günstig war . Er gieng also von da nach Schweden , wohin er sich von einem wohlverdienten Manne berufen sah e , welchem das gemeine Beste sehr am Herzen lag . Er kam daselbst im Augustmonate 1642 an . Er zog den Kanzler Oxmstjern über seine Lehrart zu Rache ; endlich lief alles dahinaus , daß er sich zu Elbing in Preußen niederließ , und daselbst an seiner Lehrart arbeitete . Ich hatte bald das Beste vergessen . Der Gönner , von dem ich geredet babe , war sehr freygebig : er versah ihn mit einem anfehnli - chen Gehalte , welches Ursache war , daß Comenius aus dem Schulstaube besreyt wurde ( B ) , und daß er sich weiter mit nichts beschäftigte , als denen die Wege und allgemeine Lehrarten zu eröffnen , welche die Jugend unterrichteten . Er arbeitete in Elbing vier Jahre daran : worauf er nach Schweden zurück gieng , daselbst Rechenschaft von seinem Werke abzulegen . Seine Schrift wurde von drey Bevollmächtigten untersucht , und des Druckes würdig geschätzt , wenn^der Urheber die letzte Hand daran gelegt hätte . Hiermit beschäftigte sich Comenius die zwey folgenden Jahre in derselben v & tadt Elbing : worauf er gezwungen ward , nach Lissa zurück zu gehen >\ Hier sind wir im 1648 Jahre . Ich finde , daß er zwey Jahre darauf eine Reife an den Hof Sigismunds Ragotski , Prinzens von Siebenbürgen , gechan , wo man sich mit ihm von der Verbesserung der Schulen zu unterreden wünschte . Er übergab diesem Prinzen etliche Schriften , welche die Einrichtung des Collegii zu Pacak»' nach den Begriffen der Pansophie enthielten ; und man ließ ihn innerhalb vier Jahren alles von der guten Ordnung dieses Collegii vortragen , was er wollte k . Hierauf nahm er seinen Rückweg nach Lissa , und kam nicht eher wieder heraus , als im Monate April 1656 , da es die Pohlen abbrannten ( C ) . Er verlohr dabey alle seine Manufcripte , außer das über die Pansophie und die Offenbarung Johannis K Er flüchtete »ach Schlesien , und dann ins brandenburgische Land , hierauf nach Hamburg , und endlich nach Amsterdam m , wo er ungemein mildthatiqe Personen fand . Der goldne Regen , der in die - ser istadt auf ihn fiel , nöchigte ihn , seine übrigen Lebenslage daselbst zu bleiben ( l ) ) . Er hat daselbst im 1657 Jahre , auf Un - kosten seines vornehmsten Mäcenas die verschiedenen Theile seiner neuen Lehrart zu unterrichten , herausgegeben . Dieß ist ein Werk in Folio , in vier Theile eingelheilt , welches seinem Urheber viel Wachen , und andern viel Geld gekostet hat . und wovon die Republik der Gelehrten nicht den geringsten Nutzen gezogen hat : und mich dünkt auch nicht , dafi etwas nützliches in den Begriffen dieses Schriftstellers ist , das in Uebung gebracht werden könnte ° . Die Verbesserung der Schulen ist nicht sein vornehmster Einfall gewesen ; er hat sich noch mehr von Prophezeyungen , von Veränderungen , vom Untergange des Wi - derchrists , vom tausendjährigen Reiche , und von dergleichen Stücken einer gefährlichen Schwärmerey einnehmen lassen : ich sage gefährlich , nicht allein in Ansehen der Rechtgläubigkeit , sondern auch in Absicht auf die Fürsten und ( Staaten . Er hat die Gesichte eines gewissen Korcerus , der Christina Poniatovia , und des Drabiciuö mir einer wunderbaren Sorgfalt gefammlet , und zu Amsterdam herausgegeben . Diese Gesichte versprachen denjenigen goldne Berge , welche die Ausrottung des Hauses Oestreich und des Pabstes unternehm " * " ' * * " * - '• - —' S - kn " y " S " 1 ■ "
und Ragotski waren zu Vollstreckern ein gekommen . Comenius , da er nich c
man , sich an Ludwigen den XIV , Konig von Frankreich , zu machen ( k ) . _ ,
ieyunaen des Drabicius , und gab zu verstehen , daß es dieser Monarche wäre , dem wott die Herrschast der Welt durch die Erlegung der Verfolger Jesu Christi versprochen hätte . Er verfertigte in Amsterdam einige Bucher unter einem bösen Ge - stirne . Dieses muß man vornehmlich von demjenigen sagen , welches er wlder den Herrn Maresius wegen des tausendiah - rige» Reiches Lerauög«ib .
chfe . emv bar

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