Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6092

2i2 Comana .
tuchs oder des Hauptes des heil . Johannes des Täufers zuzueignen , so hatten schon vor sehr langer Zeit versckiedene heidnische Städte über den Besitz des Götzenbilds der taurischen Diana gestritten . Die Lacedämo , nier wollten dasselbe haben ; die Arhevienser behaupteten , daß es Jphi - genia in ihrem Lande gelassen , Paufanias , Lib . III . pag . 9g . Die wohner in Pontus , in Kappadocien , in Lydien haben einander dieses Heitigthum streitig gemacht . In vjrf »»» m^xSto ovoi - ut
Tj " Taufixy äiiji »f£ pit Kxtträöaxet Utff o ! roj Evfftvov eixSv~
T« to «yaAfia «v ( uto ( iigev A'va / riJ« . Cum adhuc adeo illuftre fit Tauricae Dianae nomen , vt Cappadoces cum Euxini accolis , penes vtram fit gentem cius Dcae fignum , inter fe certent , et Lydi etiam illi , apud quo» Anaitidis Dianae fanutn eft , rem controucrfam faciunt . Ebendaselbst . Dio giebt in Ansehung des Götzenbildes der Diana , der Stadt Comana in Kappadocien alle Ehre ; er redet weder von der Eifersucht der Lydier , noch der Einwohner in Pontus . Er saget nur , daß in Kappadocien zwo Städte gewesen , die gleichen Namen gehabt , und nicht weit von einander entfernt gewesen . Jede hat sich einerley Sachen gerühmt , ei - nerley Fabeln gesungen und einerley Seltenheit gezeigt ; jede hat vorge - geben , das wahrhaftige Messer der Jvhigenia zu besitzen . f Mv%Myön
iduxvunri t & rt zsAx nfc / ttt ik ra o'fiolu , Vjn' to ( lipat u ( airo Uhvo
ri tJc i - ye>eat , 0 * äa ( f " %nsi . Cum reliqtia omnia limilia vtrinque fabulantur oftentantque , tum vtraque vrbs gladium habet , quem verum Iphigeniae efle autumant . Dio , Lib . XXXV . Es ist keine Ursache , zu zweifeln , daß er sagen wollen , es hätten diese zwo Städte in Kappadocien , Comana geheißen . 'Allein da weder die Geschichtschrei - der , noch die Erdbeschreiber zwoer Comanen gedenken , die in Kappado - cien nicht weit von einander gelegen , so könnte sich Dio wohl geirret haben , da er nicht , wie Strabo , das eine von den zwoen Comanen in Kappadocien , und das andre in das Königreich Pontus gesebt . OrteliuS bekriegt sich . wen« er versichert , daß Dio von dem pöntischen und kap - padocischcn Comana geredet habe . Abrah . Ortelius , in Thefaur . graph . Vielleicht hat Dio Comana und Castabala mit einander ver - menget ; denn es ist qewiß , daß in Kappadocien eine Stadt , Namens Castabala , gewesen , wo man vorgegeben , daß die Dinge vorgegangen wären , die vom Orestes und der tauropolischen Diana gesagt werden . Die Diana , welche einen Tempel in dieser Stadt gehabt , hatte den Zu - namen Perasia : dieses biethet einen Beweis dar . Uebrigens haben sich die Priesterinnen der Diana an diesem Orte gerühmt . daß sie un - verletzt über glühende Kohlen gehen könnten , e» tci ; KxtxßxA01 ; to
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njv ff'fl rä KsJ T»fC TavfoiriM . TTeguaton xex to * tex$iv itofiic & ivoq . Apud Caftabala Peraliae Dianae fantini eft , vbi aiunt facrificas mulicres illaefis pedibus per pruna« ambulare : atque ibi sunt , q»i atitument gefta quae deOrefte et Tauropolo na feruntur : dictamque Perafiam quod trans mare eo peruenerit . Strabo , Libr . XII . P 3JO . c ,
( v ) Der Tempel dieser Gottmn - , t unter der Aufsicht eine» - Hohenpriesters bedienet worden , f - der niemand als den Römg »der ftcb ernannte . ] Die Einwohner von Comana wurden für Unterthamn des Königes gehalten ; allein sie mußten dem Hohenpriester gehorchen : / ' & «« piv vxi t« ßctaiÄH Trr * ypnoi , rS oi lifLt Jt«kwo , t£ ? . Regi quidem alias fubditi , fed Pontificis tarnen difto audientes . Auf diese Art redet Strabo auf der 569 S . davon . Er setzet dazu , daß der Oberpriester Herr über den größten Theil des pels , und über die Bedienten der heil . Sachen gewesen ; und daß er alle Früchte von den Landgütern eingeerndtet , diedemTemvel zugehört : mit einem Worte , daß niemand in Kappadocien gewesen , den man nach dem Könige mehr geehrt , a ! S ihn . Daher ist es gekommen , daß er fast zeit aus der königlichen Familie geweien . tirtv Srot htrsfe^xarx ripijv
TY KxxvaioKix t' - iTU reu ßiuttAix . «Je Ji i * ircjroAv t« airS yfvH ; jrxv oi lieüt rci ( ßutiMvti . ls fecundum rageui in fummo eft inter padoces honore : Plerumque ex eadem fainilia funt Pontifices et Re - ees Srrabo beobachtet beynahe ebendasselbe von dem Oberpriester zu Comana in dem Königreiche Pontus . Dieser Oberpriester ist der andre nach dem Könige gewesen , und hat den königlichen Haupt , chmuck zwep - mal im Jahre getragen , wenn man den Auszug der Göttinn gefenert
hat . Hvfxa 31» Tb ( Tut KXTU TX ( i ( ciat At>ophzf tJ { 9 ( 5 SiäSyfix irvyxm' Qogm e isfidt , v & l Stärtgot xa . ru ripv y - tret tov ßctciM« .
Cum bis quotannis in exitu , quem vocabant , Deae diadema Pontifex geftaret et honore fecundus a Rege eilet . Ebendaselbst 384 S Ich mache dies« Anmerkungen aus zwo Ursachen ; l , um zu zeigen , daß eben derselbe Geist , welcher Ursache gewesen , daß die Geistlichen in der Chri , stncheit so viel Güter und Ehre erhalten , sich bereits in dem Heidenthn - me hervor gethan hat : also mag man die Grundsätze und Lehren ändern , wie man will , die Natur erhält ihre Rechte wieder . Dasjenige , was auf machinalWe Leidenschaften gegründet ist , bleibt eine Erbten , frfiaft die nicht veräußert und verjährt werden kann . Man treibt die «Sahir eine Zeit lang unter den großen Religionsveränderungen au« dem BesiKe ; allein sie setzet sich über lang oder über kurz wieder in den BefiK Dien ist meine erste BewegungSursache . Die II ist , Wellmich düntr' dak der P Noris einen Fehler begangen hat , wenn er auf eine allgemeine und unumjchrankte Art gesaget , daß ein einziger Mensch zu - aletch Fürst undHoherpriester zu Comana gewesen . Hirne Archelaum Pompeius SacerdotemBellonae acComanorum principem ( VTRA - QVE enin , dignitas VNI BIDEMQVJS conterebatur ) conftmie - rat . Noris , Cenotaph . Pifan . p . - 55 - Siehe oben die Anmerkung ( C ) , bey dem Artikel Archelaus . Könige von Kappadocien Ich glaube wohl , daß Pompejus dem Anl>elaus diese zween Titel auf einmal auf« - tragen hat ; allein , non fic erat ab initio , vom Ansänge war eS nicht also . Ich will in der Anmerkung ( D ) zwo Steilen anführen , d«e dasjenige beweisen werden , was ich von der großen Gewalt dieser Ho - bn , Priester gesaget habe .
( C ) Zvasjcmge , was man von diesen Schlagcremen saget , hat einen anderi» Grund . Z Die Priesicr der Bellona . hatten dieses mit den Priestern der Cybele gemein , daß sie sich zu gewissen Zeiten als Ent - zückte stellten , und durch unordentliche Stellunge» , eine große Verrü - ckung des Verstandes zu erkennen gaben . ^ Sie haben ihrer eignen Kör - per nicht verschont , sie haben sie blutrünstig gemacht , und dieß ist ein Theil ihres Gottesdienstes gewesen . LactantiuS har es dem Heiden - lhume vorgeworfen . Ad ifto generc facrorum non tninoris infaniae
iudicanda funt publica illa facra ; quorum alia funt matris Deum ; in quibus homines fuis ipfi virilibus litant : ainputato enim fexu nec viros fe , nec foeminas faciunt : alia Virtutis , quam eandem Bello - nam vocant , in quibus ipfi Sacerdotes non alieno , fed fuo cruorc facriflcant . Seöis namque humeris , et vtraque manu diftriäos gla - dios exerentes , currunt , efferuntur , infaniunt . Laftant . Inft . Diuinar . Lib . I . c . XXI . Es ist sehr wahrscheinlich , daß diese Ceremonie in Coma , na beobachtet worden , wo Bellona in so großen Ehren gehalten worden : nichts destoweniger saget es Strabo nicht . Er säget wohl , daß zu Comana in Kappadocien viel sch , värmerisä>e und begeisterte Leute gewesen : ersetzet nicht darzu , daß die Diener Bellona weder verschnitten worden , noch sich verwundi't haben . Er gedenkt vielmehr ihrer Frauen , ävigt c o>»
Viri vna cum muiieribus . Strabo , Lib . XII . p . 369 . Einige wollen , eS habe Valerius FlaccuS , so wohl das eine , als das andre gesagt ; denn sie lesen in der Stelle des VII B . zu Ende Comanos , anstatt coinatos :
Qualis vbi attonitos moeftae Phrygas annua matris
Ira , vel exfeäos lacerat Bellona Comanos .
( D ) Die Romer haben dieses - Hol ? eprief ? erchum gewisser maßen weltlich gemacht . ^ Wir haben hier oben bewiesen , daß der Hohepriester zu Coinana die Oberherrschaft nicht genossen hat ; er hatte den König über sich ; dem Könige sind die Einwohner zu Comana ei , gentlich unterthan gewesen . Allein nachdem Pompejus den Krieg de» Mithridares geendiger hatte , so hat er das Hohepriesterthum dem Ar - chelaus , ohne Auflegung einer andern llnterthänigkeit gegeben , als die , jenige , die sich das romische Volk vorbehielt , wenn es ein Land gab . Ap - pian , wenn er die Könige und Fürsten erzählet , die vom Pompejus au verschiedenen Oettern in Asien eingesetzt worden , hat den ArchelauS nicht vergessen . Eiu» etiam Deae , quae a Comanis colitur . Arche , latim fecit Flaminem , cuitiis Dynaftae parem opibus . Appian . in Mithridat . pag m . 168 . Er hat ihm nur verbothen , die Einwohner zu verkaufen , und im übrigen befahl er denselben , ihm zu gehorche» , . n ? ° -
TO 1 ; hitxSn «ürä . T«T«V ph Jyeuuv H» riy
T» ( V aroAiv oiKHvrm ! ego3d * uv xu^icf itAijv rS tiiTTf & SXHj , Mandailit in» habitantibus Comana , vt Archeiao parerent . Horum ergo is Prin - ceps fuit , et hierodulorum in vrbe degentium Dominus , nifi quod vendendi eos non habebat poteftatem . Strabo , Libr . XII . pag . 384 . Er hat die Landgitter , die dem Tempel zugehört , auf 60 Stadien in die Runde vermehrt . Ebendaselbst . Diese Worte de ? Sttabo , es waren dastldff auch zum weniglten feebs tausend , bezeugen , daß er von dem politischen , und nicht von dem kappadoeischen Comana redet ; ( . Htm Se b'x fA«T7b { b'J' ivTxpäa rüv t$axi%aim . Casaubon saget hierüber , ait ii' hrxZSx , quia fupra dixit in Cappndocicis Comanis ruilfe illoruni Veneri deuotorum fex miliia et amplius . ( EnsöU & Otl bekriegt sich ; diese Leute sind der Venus nicht geweihet geweseii . ) Denn aus der 369 S . hatte er von dieser hier aesaget . daß er daselbst über sechs ransend Personen gesehen . Die Folge 'einer Rede bekräftiget dieses , ich will sigen , daß er versteht , es habe Pompejus den ArchelauS mit dem Hohenpriesterthume zu Comana , und dem Königreiche Pontus beleh , »et . In diesem kommt Strabo nicht mit dein Hirtius überein , welcher uns belehret , daß das vom Pompejus ertheilte ^ohepriesmthum in Kap - padoeien gewesen . Er gedenket zwar des Pompejus nicht : allein es ist genug , daß er saget , es habe Cäsar das Hohepriesterthum zu Comana dem NikoMedes zugesprochen ; denn Appian im Mithridares zu Ende berich - tet un« . da> ; Cäsar das Hohepriesterthum dem Archelaus gcnommen , das er dem NikomedeS gegeben . Ich führe die Worte des Hirriüs an . weil sie das - jenige bekräftigen , >vaS iä ) oben von der Gewalt des Hohenpriesters ; u Co - niana gesaget habe . Magnis itineribus per Cappadociarn confeöis , bi . duum Mazacae conimoratus ( Caefar ) venit Comana , vetnftiffimum in Cappadocia Bellonae templum , quod tanta religione colitur , vt Sacer - dos ein« Deae maieltate , imperio et potentia fecundus a Rege con - fenfu gentis illius habeatur . Id homini nobiliffimo . Hirtius , de Bello Alexand . Man findet die Folge oben in der Anmerkung ( D ) , bey dem Artikel Archelaus , König von Kappadocien .
Es war nicht allzulange gewesen , daß Cicero in diesem Lande einen gefährlichen bürgerlichen Krieg verhütet hatte . Er hatte den Hohen - Priester in Kappadocien so weit gebracht , daß er das Land verlassen niüs - sm , dem es an nichts von allem demjenigen gemangelt , was Furcht zu machen vermögend gewesen , und der sich im Stande gesehen , dem Kö , nige Ariobarzanes viel zu schaffen zu machen . Quumque magnum bellum in Cappadocia concitaretur , fi Sacerdos armis fe , quod rus putabatur , defenderet , adolefcens et equitatu et peditatu , et pe - cunia pararus , et toto iis qui nouari aliquid volebant : perfeci vt e regno ille difeederet , rexque fine tumiiltu , ac fine armis , omni au - öoritate aulae communita , regnum cum dignitate obtineret . cero , Epift . IV . Lib . XV . ad Famil . pag . 589 . 390 . grävische Ausgäbe .
, ( E> - - - ? ugusttw har es dem Dxteutus gegeben , der ^^^55^b - ge Thar begangen harre . 1 Dyteurus ist der älteste Sohn des Adiatorix . Terrarchens von Galatien . gewesen ; Adia - rorir hatte vom Marcus Antonius das Theil der Stadt »nd bat Geb . erhc von Heraklea erhalten , welches die Einwohner der Colonie verwilliget , die die Romer dahin geschickt hatten . Er ist so ehrlos ge - wesen , daß er die Romer des Nachts uberfallen , und sie niedergcmachet 7 hat nach diesem gesäget , daß ihm Marcus Antonius die Erlaub - niß dazu gegeben hatte . Dieses ist kurz vor der Schlacht bey Aetium geschehen . Nachdem Marcus Antonius überwunden worden , so ist Adiatorix in des Augustus Hände gefallen , und mir seinem ältesten Sohne zum Tode verdammer worden . Strabo , Lib . XII . pag . 374 . Er , ftme Gemahlinn und Kinder , wurden im Triumphe eingeführt , und da sie nach demRichtplahe gefuhrer worden , hat sich sein jüngster Sohn den den Soldaren sur den ältesten ausgegeben . Dyteutus hat das Ge - gentheil behauptet , und es erhob sich unter diesen zween Brüdern ein unvergleichlicher Wettstreit . Ihr Vater und ihreMutter endigten densel - bm , indem sie den Dyteutus Überrederen . nachzugeben , weil er , als älter an Jahren , mehr im Stande wäre , der Beschützer seiner Mutter und seines andern Bruders zu seyn . Also ist Adiatorir mit dem jungem hingerichtet worden . Augustus hat nach erhaltener Kundschaft von die , sen Dingen diejenigen bedauert , die er hinrichten lassen ; und um den übrig - gebliebenen Gutes zii tvun , den Dyteutus zum Hoheiipriesrerrhume m Csmana erhoben . Ebendas . 3 - 4 - 585 Seite .
CF ) Ap .

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