Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6083

Comana .
tlrterfffecr hat nicht wtmutbrt , daß man anstatt mar» , matris druckt halte : er hat also überseht : Oer Urbeber von Ver Mutter der - Historien . Diese zween Fehler sind aus dem Buche GenebrardS in das Buch des P . Gaultier übergetragen worden . loanne , de Lo - lumns au & or Libri , cuius titiilus eft Mater Hiftoriarum Genebrard .
Chronogr . Libr . IV , aufs 1327 Jahr . Dieses Werk ist , unter der Re - gierung Carls des VIII , ins Franzosische überseht worden . Der Ueber - seher belehret uns , daß er alles dasjenige darzu gesetzet , was die Könige von Frankreich betrifft , und daß er dieses Vorhaben gefaßt , weil er seine Übersetzung bis aus die Zeit von der Stiftung der ftanzösischen narchie geführt , da Carl der VIII den Thron bestiegen hat . Er nennet sich FranciscuS , gebürtig von Veauvoisin . Er sehet darzu : daß er in seinen Gedanken durch vie tugendhaften Ermahnungen und er - habenen Grunde ves edlen Mannes , Andreas de la - Haye ,
- Herrn von Cbattmot , und Einnehmers der Renten und des Goldes der Sradtfoldaren , und in dem Amte von Sans , bestä - riget worden . Die Ausgabe , welcher ich mich bediene , ist aus ( Lion , bey Johann dupre , 149^ , in zween Foliobänden , und erstrecket sich bis auf den Tod Ludwigs des XI , im 148z Jahre . Ich habe ein Exemplar gesehen , welches einem Domherrn von Antwerpen . Namens Wilhelm von Hamme , zugehöret hat . Es hatte jemand diese Worte hineinge - schrieben : Borcnardtis auäor huius operis , vt patet ex 120 capite huius voluminis , folio 702 . Man sieht in der That auf dieser Seite
EolqendeS : und weil ich Borckard , JDoctor und profestör der > . Gottesgelahrtheit^ begierig bin , dem Verlangen derer ein nügen ; u thun , welcke aus einer großen Hüft und Andacht über das Meer gehen , die Verter desselben l , eiligen Landes ; u bestu cken , welches ich etlichemal mit meinen eigenen Lüßcn durck - reist und durchwandert habe : st» habe ich dasselbe nach meinem Vermögen beschrieben und abgezeichnet , obne das geringste darzu ? u fetten , was ich nicht gegenwärtig in besagten ( Dectetn gesehen habe , oder von den Sergen habe betrachten können .
Allein dieß beweist nur , daß der Uebcrscher , oder auch wohl einiger Fortseher , in dieses Meer der Historien die Beschreibung eingerückt hat , welche Bonaventura Broeard von dem heil . Lande gemacht hat , welches »r ungefähr im 1280 Jahre , und nicht im 1533 Jahre , wie la Croix du Maine auf der 36 0 . versichert , durchreist hat . Man hat noch viel an - dere Dinge eingeschaltet , und sich die Freyheit genommen , die tung davon zu ändern . ( Sammarthani fub 75 Epifc . Conftant . Nor - mann , allegjmt Vitam Caroli VII Reg . Franc , per loannem Quadri - garium Monachum S . Dionyfii , lib . IV . Maris Hift . et in Patriar - chio Bituricenfi , cap . XVI . allegatur loannis du Cortils , Mare ftoriarum , capitulnm XXIV . § . 3 . libri primi de origine Francorum .
Sandiiis , Animadu . in VoIIium de Hiftor . Lat . p . 170 . >71 . ) Das Werk ist yon Johann Columna in X Bücher eingetheilet worden . TritK . de Script . Ecclef . p . 226 . Voffius de hiftor . lat . p . 480 . Allein in der zösischen Uebersehung ist es in sechs Alter abgetheilet , davon jedes in ver - schieden ? Capitel eingetheilet ist . Du CheSne , welcher die Ausgabe nicht bemerket , welcher ich mich bediene , bemerket drey andere davon . Da«
Sroße Meer und die Blume der Historien , saget er , Biblioth . des Hift . e France , p . in . 57 . ist zu Anfange der Regierung CaxlS des VIII ,
Königes von Frankreich , in 1 Foliobüchern gedruckt worden , und darnach bis in« Jahr 1543 . ftrtgesehet worden . Paris , bey Ambrosius Girault .
Zuletzt ist eS mit einem dritten Buche , bis ins 1551 Jahr , durch Jo - Hann le Gendre , von Orleans , vermehret worden , fol .
Dieses Meer der Historien ist von einer Menge Schriftstellern , und namentlich vom Johann Cousin in seiner Historie von Tournai ange - führet worden , welcher viel Wesens daraus gemacht .
Voßiu« beobachtet , daß ein Ungenannter , welcher in Italien , im 1381 Jahre , einen Tractat , de Hierarchia fubcoelefti , geschrieben , den hann Columna unter die Schriftsteller gesetzt hat , welche die Historie
Comana . Es sind vornehmlich zwo Städte gewesen , die diesen Namen geführet , eine in Cappadocien .
in dem Königreiche Pontus h . Sie waren der Bellona geweihet , und beobachteten bey nahe gleiche Ceremonien bey dem Dienste dieser Göttinn . Eine war nach der andern gebauet , die in Ponrus nach der in Kappadocien c . In dieser feftern ist es gewesen , da Orestes diesen Gottesdienst eingeführt hat d ( A> In einer jeden , von diesen zwo Städten , wurde der pel dieser Göttinn , der mit vielen Landgütern versehen war , von einer großen Anzahl Leuten , unter der Gewalt eines sters , bedienet , eines Mannes voi , großem Vermögen und von einem solchen Ansehen , daß er niemand , als den Könia^ über fid> erkannt ( B ) . Seine Würde dauerte aus Lebenszeit - . Verschiedene Wörterbücher und andere Bücher meynen , daß Strabo saae - daß zu seiner Zeit über 6000 Personen , zum Dienste der Bellona von Comana in Kappadocien gewidmet gewesen , und daß sich diese Personen alle Jahre , bey gewissen Festen dieser Gott , nn , untereinander geschlagen und verwundet hätten . Mich dünkt nicht , daß Strabo etwas anders saget f , als daß , da er eme Reise an diesen Ort gechan , die Priester der Bellona über 6 06 , so wohl Männer , als Weiber , geweftn . Dasjenige , was man von diesen Schlägereyen saget , hat einen andern Grund ( Q ) . Von Comana in Pontus saget er , daß es eine sehr volkreiche und gute Handelsstadt gewesen ; daß sich eine große Menge schen allda befunden , wenn man das Fest des Auszugs der Bellona gefeyert ; und daß man daselbst bestandiq viel Fremde sehen , welche dahin gekommen , entweder ihre Gelübde zu erfüllen , oder Opfer zu bringen ; daß man auch daselbst viele che Frauenspersonen gefunden , davon die meisten der Göttinn des Ottes gewidmet gewesen , s . Man darf nicht zweifeln , daß dieses eine von denen 'Sachen gewesen , welche die Fremden an sich gezogen . Nach dem Kriege des Mithridates , haben die mer dieses Hohepriesterrhum gewisser maßen weltlich ( D ) , und eine Art eines Fürstenthums daraus gemacht , ohne Entziehung der Aufsicht über heil . Dinge . Pompejus hat es dem Archelaus , Cäsar dem Nikomedes und Augustus dem Dyteutus gegeben , der eine sehr großmüthige That begangen hatte 1 ( E ) . Appian hat hier einen Schnitzer gemacht ( F ) .
a ) Strabo , Libr . XI . p . 359 . et Libr . XII . p . 36 ? . » ) Ebendas . Libr . XII . p . 383 . <• ) Ebendas . <0 Ebendas , 369 S . e ) Ebendas .
370 0 . f ) Ebendas . 369 S . F ) Strabo , Libr . XI . p . z85 . h ) Ebendas . 384 , 38s S .
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der Päbste geschrieben haben . Diese« bedeutet nicht nothwendig . daß er ein absonderliches Buch deswegen geschrieben hätte . Man könnte es von demjenigen verstehen , was er von denPabsten in sein Marc Hifto - riarum eindrucket hat . Er hat ein Buch Briefe herausgeaeben ' Trithem . de Scriptor . Ecclefiaft . p . 226 . Siehe die Bibliothek ners , 408 Blatt . Man saget auch , daß er einen Tractat , de viris illiu ftribus et chriftianis gemacht . Sandiiis , Animadu . in VofTnim de Hift . Lat . p . 1 - 2 . Wenn er eine absonderlich« Historie der Päbste ge - macht hatte , so würde sie , nach meinem Bedünken , Volaterran in der L'ste nicht ausgelassen haben , die er im XXII B . zu Anfange gegeben hat : und in welcher er denLandulph Columna setzet , der sein 2Ärk dem Pabste , Johann dem XXII , zugeschrieben hat .
( B ) ipoflhffin redet von einem Iacob Columna , , - der vom Antomn , 'Lr ? blftiiofc von Florenz , abgeschrieben worden . ( > - Voßms glauber diefts nickt . ^ Er drücket sich auf diese Art aus : Polleumus diuer5o , 5acit , loannein et lacobum , Co - luinnas , vtriimqi . e Ord . Praed . vtrnmque Hiftoricum : atque addit , B . Antomnum plura ex Iacobo deriuaiTe in Hiftoriam fuam . Puto falli . Sane Antoniniis loannem Columnam teftem adnocat , cum alibi , tum Tit . XIX Cap . I . vbi fermo ei de Innocentio Iii , qui prius Lothariiis vocabatur . At lacobum Columnam Hiftoricum quantum meminifie pollum , plane nefeit : nec fuifie eins nominis Hiftoricum cenfeo . Voffius de Hift . Lat . p . 480 . SandiuS machet ihm den Einwurf , daß Nauelerus etwas nach dem Zeugnisse des Ja - cob von Columna angeführt habe . 8andius , Animadu . in Voflium de Hift . I^at . p . 172 . Er hatte , als eine Bestätigung seiner Critik , darzu se« Ken können , daß man in dem Mare Hiftoriarum die Sacbe nicht jahe , weswegen Nauclerus den Jacob von Columna anführet . Nämlich , daß Nicolaus , Bischof von Mirre , dem Arius auf der Kirchenversammluna zu Nieea ein ? Ohrfeige gegeben . Nauden , s , Tom . II . Generat . XL p . m . 469 . Und man merke , daß verschiedene Schriftsteller dieses Ja - cobs von Columna gedacht haben : iacobvs colvmna Ordi - nis Saneti Dominici Hiftoricus eruditus , quem pluries citat SanÄus Antoninus in fuis Hiftoriis . Scriptis mandauit Cbronicon a ergationt MunJi , vsque ad fua tempora 1340 . Eft Iacobi inentio apud Lufita - num , Plodium , Fernandez , Fontanain de Romana Prouintia et Ambrofium de Altamura in Bibliotheca Ordinis Praedicatorum Pro / per MandofnK Biblioth . Romanae , Cent . L mim . . . . P . , 4 . Aus diese Art reder Prosper Mandosio , welcher unfern Johann Columna in seinen fünf ersten Ccnturien , Bibliethecae Romanae vergessen hat
Wir wollen hier ein kleines Stück von dcr Stteitigkett , wegen der Päbstmn Johanna , hersetzen . . c ? err du Pleßis , nachdem er den Anto - mn angesuhrer , welcher das Mährchen von dieser Päbstmn erzahlet hat , vem Coesseteau beschuldiget worden daß er die Stelle verstüm - melt und diese Einschränkung unterdrückt hätte , wenn dasjenige , rvas man saget , und was Martinus erzählet , rvabr ist . Man setzet auch darzu : daß man zum Gedächtnisse ein Bildhauerwerk von Mar - mor ausgerichtet hakte ; allein Vineenz von BeSuvais und Johann von Columna sagen nichts davon . Coeffet . Re'ponfe au Myftere d'Iniqui - te' , p . s8° . Rivet bedienet sich , bey Beantwortung des Coeffetean die - ser Worte . KDtgen der aufgerichteten Säule von Marmor , wird Anronm gemeiniglick von denen entgegen gefenr , welcbe den Vincenx von L>eauvais und Johann von Columna dar ? » fügen , die nickt« davon sagen ; allein er zeiget durck diese 'Lrwab - nung . daß fie von den ubr»gen reden . Rivet , Remarq . für la Rep . a " ItPa , rtie ? P - Nivetus berriegt sich ; denn diese
weene Schriftsteller haben nichts von der Pabfrinn gesaget , und folg - lich hat Antonm nickt sagm wollen , daß sie bloß dasjenige ausgelassen , was die Säule betritt . Er hätte sie erstlich zu Rache zieben sollen , ehe er eine Entjcheidung über den Sinn dieser zwevdeutigen Worte Anto - nins gegeben .
und die andere
( A ) Ts ist in Comana , von Rappadocien die Religion vom Grestes eingefiihret worden . ^ ? « - a 4 raCr« St * ei w -
rl tfic «JjAMc 'l & tytvtlttf xciJrrixi S , B ( o 4to TatUfiKt ? « IxuStcc ; rit
ä t JS aÄ^ . Diese Worte de - Strabo . im XII B . auf dcr 369 S bedeuten > daß man glaube : es habe Orestes und feine Sckrvester Iph - «enia diesen Gottesdienst aus dem raurifcken Scyckien dahin gebrackt . und / s fy öttsts der Zd . enff gewefen . dm man der tauropolifcken D - ana ge e . ste . ^ Er Orestes , welcher seine Haare zum Ze'ckm der Tra . ^r wachsen asse« , dieselbm an eben diesem Orte , in Kappadocien , gelassen habe , welcher , aus dieser Ursache , Comana genennet worden . Allem , wie^er auf der 38 ; S . zu Ende saget : wenn er von Comana , ^»er Stadt in PonNiS , redet , daß sie eben der Gottheit , ats Ccmana , in Kappadocien , gewid II Sand .
met gewesen , und daß sie ihren Ursprung daher genommen habe , ( aV »fivähr« i * «r5«v . Atque adeo xnde «mitata . D'ieß ist die Uebersebung des gedruckten : sie scheint nicht , alle Stärke des Original« zu haben . ^ so giebt er sattsam zu verstehen : daß er entweder die Eifersucht zwischen diesen zwoen Städten nicht gewußt oder verworfen , und daß er die An - sprüche derer aus pontus für nichtig gehalten hat . Nichts destoweni , ger ist e« gewiß , daß sie der andern den Titel des Oberhaupts des Orden» nicht abgetreten , und daß sie sich gerühmet , die wahre Bildsäule der Diana zu haben . Hiermnen haben sie nicht allein dieKappadocier , son - dem auch die Lydier , zu Nebenbuhlern gehabt : So , daß die Mmschen nicht erstlich unter dem Christenthume angefangen haben , sich über den Besitz eines heiligen Ueberbleibfels zu zanken . Denn da man angefangen hat , sich an verschiedenen Oettern den Besitz de» wahren heil . Schweis - Dd -

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