Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6072

Colomm . Columna .
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und eine harte Züchtigung erfordern : der Gebrauch der Gütigkeit kömmt alsdann zur Unzeit / sie eröffnet neuen Dranqfalen die Thüre . Wenn diese« ! bey politischen Staaten wahr ist , so trifft et auch in der Republik der Gelehrten ein . Schriftsteller , welche sich unterstehen , dergleichen Bücher herauszugeben , die dem Geiste des Herrn Arnauld ähnlich sind , verdienen keine Gnade : man kann sie nicht ungestraft lassen , wenn man den guten Namen der Leute nicht dem Raube aussehen will . Wider diese Schriftsteller hätte Boccalin dichten sollen , daß Apollo bey seinen großen Gerichtstagen , von seinem Throne der Gerechtigkeit , die Acht und Oberacht des Parnasses ausgesprochen hätte . Er hätte wenigstens dichten sollen , daß Apollo die pratorianische Leibwacht , oder vielmehr die Marschallsgerichte der deutschen Poeten , mit dem Befehle wider sie ausgeschickt hätte , sie zu ergreifen und ins Gefangniß zu werfen . Siehe den Daillet , Jugemens für les Poetes , Tom . IV . p . 9 . welcher das XXVIII Ragguagli , der I Cent , des Boeealini anführet . Dieß ist zur Sicherheit der Landstraßen in der Republik der Gelehrren nothwendig .
Und gleichwohl hat sich luiter so vielen Leuten , die in dein Geiste des Herrn Arnauld verlästert worden , nicht eine einzige Person gesunden , die nicht geschwiegen hatte ; denn einen Brief , der sich ) nach Verlauf von zebm Jahren gezeigt hat , oder einige Worte , die andern Werken eingeschalter ivorden , darf man für nicht« rechnen . Hier war es Zeit , zu schreyen ; diejenigen , die verwundet worden , sollten es thun ; und nigen , die keine Wunden bekommen hatten , hatten ihnen , als Beystän - de , wegen des allgemeinen Nutzens , helfen sollen : man hätte so gar die Hülfe der Gesetze anflehen sollen . So hat es das Alterchum gemacht :
voluere cruento Derne lacefliti , fiiit inta & i« quoque cura Conditione Aiper conimuni : quin etiam lex Poenaque lata malo , quae nollct carmine quemqiiam Defcribi . Horat . Epirt . I . Libr . H . v . isq .
Die Unstrafbarkeit hat zu nichts gedienet , als die Kühnheit dieser Feder zu vermehren ; und ohne Zweifel , wenn Spon . Allix . Merlat , der len andern zu geschweige» , die ihrer Geduld nachqeahmet haben , die An - griffe dieses Menschen beherzt zurück gewiesen hätten : so würde er seine Sariren nicht bis zu gewaltsamen Anschlägen , wider das Leben ihrer Amtsgenosseg , durch Angebungcn der Cabale getrieben haben , worein er ai - les nach seinem Gutdünken eingemischet hat . Wenn diejenigen , die so viel Geduld gehabt , ihn als einen Schriftsteller gefürchtet , so haben sie sich sehr betrogen : denn es ist nichts leichter gewesen , als ihn zum Stillschweigen zu bringen . Das erstemal , da man gegen ihn . wegen der Labale geschrieben , ist er so weit gebracht worden , daß er die Obrigkeit auf das demüthigste gebethen , daß sie ihm zu schreiben erlauben , und seinem Widersacher zu antworten , verbiethen möchte . Siehe die Vorrede der Chimcrc dcmontre'e , p . f>j . Man wird hiervon in der Anmerkung ( E ) , de« Artikel» Tavernier , weitläufiger reden .
Colonna , ( Pon , pejus ) Cardinal Erzbischof zu Montreal in Sicilien , und Bischof von einer sehr großen Anzahl Oer - ter CA ) , hat unter einer großen Abwechselung des Bösen und Guten eine große Figur in der Welt gemacht . Er wußteden Cardinalshut und den Helm zugleich zu tragen , und erbat mehr , als einmal , die Widerwärtigkeiten und die Zurückkunft des ckes empfunden . Julius der Ii entsetzte ihn aller seiner Würden ; Leo der X gab ihm dieselben wieder , er machte ihm zum Car - dinale , und vertraute ihm verschiedene Gesandtschaften an . Clemens der VII beraubte ihn des Purpurs , und gab ihm ben hernach wieder . Man . qiebt vor , daß er ihm seine Erhebung zur pabstlicken Wurde zu verdanken gehabt , und daß er diese Verbindlichkeit nicht , durch Verwilligung aller seiner Bitten erkennen wollen . Die Antwort , die er ihm eines Tages gegeben Kaden soll , verdienet angeführt zu werden ( B ) . PompejuS Colonna ist , als Untertänig von Neapolis , im 55z ? Jahre gestorben , uiid oh - ne die geringste Pracht und Grabschriftm dem Kloster derAeviranermönche begraben worden . Er ist der Urheber einige Ge - dichte , wonnnen er die Liebreize und Schönheit der Isabella Filamanm , des Prinzen von Salerne Gemahlinn , beschreibt . Er ließ sich angelegen seyn , ihr zu dienen ; allein er versichert , daß er niemals etwas Unehrbares von dieser tugendhaften zeßinn gewünscht habe . Vielleicht ist dieses eine poetische Versicherung , auf welche man sich nicht mehr Staat machen darf , als auf die falschen Eidschwüre der Verliebren . Er hat ein anderes viel ernsthafteres und mehr ausgearbeitetes Werk , Zur Ebre des weiblichen Geschlechtes , gen , acht : de Laudibus Mulierum ( C ) , und er hat es hauptsächlich dem Ruhme der Victoria Colonna , seiner Anverwandrinn , gewidmet . Dieser Artikel verdiente viel länger zu seyn ; allein man hat dasjenige nicht wieder - holen wollen , was ein jeder in dein Moreri antreffen kann .
( ? ) Schriftsteller , die nicht ( b gelinde , als ich , sind , strcucn ihm viel mehr Xveihrauch . ] Ich ihäte Unrecht , wenn ich mich dem Bailler vergleichen wollte : ich trete ihm willig und mir Erkenntlich der Sache da« Recht der Deurtheilung ab . Wenn er viel fteycr , als ich , urtheilet , und ivenn ich mehr Nachsicht habe , als er : so geschieht es darum . daß ich das Gute , das Bessere , die großen Sckncher und kleineu Fehler nicht so sicher kenne . Er ist es , der mir in dieser Anmer kung zum Beweise dienen soll : er , sage ich , der dem Colomies viel Lob gegeben hat , wie man sehen wird . Dieß beißt diesem Gchriftsrcl^ ler Gerechtigkeit wiedcrfahrcn lassen , wenn man ihn für einen der Verständigsten erkennet , Sie man heutiges Tages in der Er , kenntnifi von den Bückern findet . Es scheine so gar , daß vie Untersclieidung der guten Zdücher von den schlechten , und alles desjenigen , was Seltenes und Merkwürdiges in der schonen Gelehrsamkeit ; » findenist , sein iHauptpftmd se^ ; und wie der mei , ste iEbeil feinte , £> & d>ev critileh ist , fo verbindet mich die Er , kenmlichkeit , n» bekennen , daß ich nuch vieler seiner Werke sehr nüulicli bedienet habe . Jugetn . desSavans , Toni . II . num . 69 . p . Wehn er von seiner Gallia Orientali , ebendas . Num . 137 . 170 S . det , so sager er : Oafi dieses vortreffliche Materialien find , die mit vieler Sorgfalt zusammen gerragen worden , welche denje , »igen höchst nünlicl , ftyn formten , die eine allgemeine Biblis - chtk ron de , : Scribenten Frankreichs unternehmen wollten . Man sehe die Lobsprüche dazu , die ihm in dem Journal des Savans , vorn >7 August , 16761 in de» Acl . Erud . von Leipzig , Tom . III . p . 314 . und in den Melanges d'Hiftoire et de Litteratnre , rccueillis par Mr . de Vigneiü - Marville , auf der 269 S . nach der Ausgabe von Reuen , >699 , gegeben worden .
( < ? ) Er ist ? u London den >z Jenner , 1692 , gestorben . ) Dieß ist nach der neuen Zeit : denn die Kirckenregister von St . Martin , aus ren GorteSaeker er begraben worden , enthalten , daß sein Begräbmß den ; Ienner , 1A91 , geschehen . Man weis . daß das Jahr in England , in Ansehung der Unterschrift von den öffentlichen Urkunden , mir dem - 5 Marz anfängt . Also ist der 5 Jenner , 1691 , in dem Register des Kirch - spiels von Sr . Marriii , der 15 Ienner , 1692 , nach der holländischen rechnung . Da nun die Begräbnisse in London zween Tage nach dem Absterben geschehen , so habe ich mich des Tages bedienen müssen , den ich bemerkt habe . Ich hatte dieses nicht so eigentlich gewußt , wenn sich Herr de la Roque , französischer Prediger zu London , nicht die Mühe ge - nommen hätte , es mir zu berichten . Alan hat feine Geschicklichkeit aus der ffriedenspredigr erkennen können . die er den 23 des . öe , bstmonatS , 1697 , zu London gehalten , und welche in derselben Stadt bald hernach gedruckt worden ist .
( A ) Er ist Bischof von einer so großen Anzahl Gerter gewe - fen ] Dieß sind seine Titel in dem Oldoim und Mandosi : Archic - pifcopus Montis Regalis in Sicilia , et Roflänenfis , Epifcopus Reati - inis , Sarfinenlis , Interainnenfis , Acerrenfij , Aquilanus , Polentinus , Auerfanus , Montis Marrani , et Catanenfis .
( B ) jDie Antwort , die er Clemens dem VII gegeben haben soll , verdienet angeführt n» werden . ^ Ich will mich der ubeln Schreib - art desjenigen Seribenten bedienen , wo ich dieses gelesen habe . £>» Oer Cardinal Pompejus Colonna sich bemühet , und gemacht harte , daß Clemens der VII auf den heil , apostolischen Stuhl gestiegen , damit der Cardinal FraneiortoVrfini nicht dar ; n n - langte , so bar Pompesus , seit dem Clemens Pabst geworden , von ihm viel Gnadenbezeigungen und Gewogenheiten erhalten ; allein da er sich versprach . daß man ihm nichts abschlagen te , was er verlangte , und ihm einmal überlastig war , ^ Dinge
von ihm ? u bitten , welche der pabst für ungerecht und für solche hielt , die von Sr . Heiligkeit mit Ehren nicht verwilliger wer , den konnten , so fing Pompejus , da er sie nicht erhalten konnte , ihm ; u antworten an : daß er durch seilte Vermittelung , Pabst geworden ; worauf ihm seine 'Heiligken die Antrrorr gegeben : daß es wahr wäre ; allein daß er ihn bathe , ihn Pabst bleiben u» lassen , und es nicht selbst seyn 5» wollen . Denn wenn er auf diese Art fortführe , so unternähme er , ihm dasjenige ju rauben , wo - 5U er ihm anfanglich verholfen hane . Mcynier Reponfes librcs aux Demandes turieufes , p . 279 . 280 .
( C ) Er hat - - - ein Werk zur Ehre des weiblichen Ge - schlechtes gemacht , de laudibus Mulierum . ] Das Mauuseript da , von befindet sich i» dem Büchersaale des allerchristlichsten Konige« , wenn wir den P . Oldoini im Arkenaeo Romano glauben dörfen . Siehe auch die römische Bibliothek des Mandosi .
Col0NM , ( Vittoria ) eine berühmte und gelehrte Dame . Siehe Victoria Colonna .
ColUtNNa oder ColoNNa , ( Johann )
fe von Meßina « , und Legaten und Statthalter nachdem iz^Iahre oder in das iziz Jahr setzet
Meer der Hijioricn { hS . und welche von Adam an , bis aufs 125c ) Jahr geht Antonin , Erchifchof von Florenz , mal anqefuhret . Possevin redet von einem Iacob Colmnna , einem Dominicaner und Geschichtfchrciber , und giebt vor , daß ihn dieser Erzbischof von Floren ; an verschiedenen Orren abgeschrieben . Voßius glaubet dieses nicht ( B ) . Wir bemerken ein klei - nes Versehen des Andreas Rivetus f .
a\ Leand . Albert . Libr . III . de Viri» ilhiftr . Ord . Praedicat . aptid Voffium de Hiftor . Lat . p . 440 . t ) Thomas Fazellus Libr . VIII - Decadis Pofter . Reruni Sicular . apud eund . Ebeud . e ) Wie Johann Rioch ? bevm VoßiuS , de ttitior . Lat . 480 S thuk' ä ) Wie Philipp von Bergamu« , im XIII B . Supplement . Ltironic . bey ebendemselben thut . 0 Svoudanus . aufs 1 - 55 Jahr . Nutn 10' f ) Zu Ende der Anmerkung ( k ) .
( A ) Er hat eine Chronike Feschrieden , die er betitelt ! wäre Matrii HifWiararn . Gatilter . Tabnl . Chroti . p . w . 795 . r ( ^t { „ Hiltoriarum , das Meer der ^tsloricn . ] Es ist ein Fehler in die - seiner Tabelle des XIV Jahrhunderts also : welches beweist , daß er das sen Worten des Jesuiten Gaultier : Iohanne« de Columna , author Aller unser« Columna Nicht wohl gekannt hat . Stin französischer
^ ^TTnKnPt .

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