Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6021

Cleofis . Cleonice . Cleonymus .
lobt fcyn will : das üob eines Mannes von der vorgegebenen reformirten Religion , eines fcblecbten Freundes von unserer Ge - fcüfdwft , welcbem unter dem Titel diese« Xviderroillen« in seinem Aeugniffe uni so viel mehr zutrauen ist . das er für einen Jesuiten ableget . Kickeoine , plilinte Apologetique pag . ZI .
( k ) , , t Nock vasi Äavius auf die Art gestorben , wie ein anderer Neuerer saget . ] Paganinus Gaudentiu« versichert , daß Christoph Claviu« bey Besuchung der siebenKirchen in Rom , von ei , nem wilden Ochsen umgestoßen worden , der über ihn weggelaufen , und ihn getödtet . Chriilophorus Claim» , dum feptem vrbis templa in - iiifit , a biibalo humi alfli£his conteritur et oeciditur ; in Oratione de Pbilofopborum quorundam / nf } : tofo exitu . Eine solche Todesart bey ei - Iiem berühmten und fünf und siebenzigjahrigen Jesuiten ist etwas allzu - seltenes , als daß eS nickt von allen denen hätte bemerkt werden sollen , die das Leben dieses berühmten Malhematikverständigen beschrieben ha - ben . Allein es ist < ! : , daß weder Alegambe , noch Sotuel , noch renz» Crasso , noch Johann Niciu« Erythraus , noch Bulla« das ste davon gejagt haben . Die Worte des Nicius Erythraus , die >6 ) an - führen will , beweisen augenscheinlich , daß Gaudentius eine Lügen vorge»
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bracht hat . Verum in ifhid ctiam tantum atque immortalitate di - gnum ingeniura , faeua mors , cui nihil eft eximium , nihil intaöum , nihil fan & uni , vim et crudelitatem fuam cxercuit ; fed in eo faeui - tiae fuae niodum adhibuit , qnod non antea eft illi aufa manus af - ferre , quam matnritatem fuam adeptum eum efl'e vidifl'et : nam fe - nex Roinae in collegio fuae Societatis eft inortuus . N . Erythraeus , Pinacoth , I . pag . 177 , 178 . Ein Schriftsteller , der auf diese Art über die gelinderte Grausamkeit des Todes moralisiret , sollte derselbe einen so klägli - che» Zufall vergessen haben , davon Gaudentius geredet hat ? Wir wol - len auch die Worte des Alegambe in Bibl . Soc . Iefu pag . 74 . anfuhren : Tandem gerate meritisque grauis Romae vita defun & us eft die 4 Fe . bruani anno MDCXII , actatis LXXV . A ! an verbessert den Lorenz» Crasso , welcher den 6 Jenner setzet .
( C ) Aleaambe eigner ihm eine außerordenrlicke Demutb - m . Z In quo illud maxime adinirandum exftiterit , quod cum tanta erudi . tionis fama ac nominis fui claritudine tarn infignem pietatem ac mo . deftiain perpetuo coniimäam retinuerit , vt nulliun tibi hominem vnquain , feipAim aliis omnibu» poftponeret . Alegambe , in Bibliotb . Soc . Iefu , pag . 74 .
oder eine indianische Königinn , wurde vom Alexander dem großen ihrer Staaten beraubt : aliein
sie wurde zur Vergeltung desjenigen , daß sie ihm den Genuß ihrer Person erlauben wollen , wieder in dieselben hergestellet und hat also durch ihre Unkeuschheit einen Thron erkalten , den sie durch ihre Herzhaftigkeit nicht zu beschützen vermocht « . ' Der teohn , den dieser Weltbezwinger von ihr gehabt , hat den Namen Alexander geführt , und ist König m Indien gewesen ( A ) . Seme Mutter betreffend , so hat man sie , seit dem sie sich ihrem Ueberwinder ergeben , die königliche Hure genennti . Also drzählet Justin die Sache ^ Mai , sehe auch denQuintus Curtius im X Cap . des VIII Büches .
«0 Concubitu redemtum regnum ab Alexandra reoepit , illecebris confecuta , quod Virtute non potuerat . Iuftinus , Libr . XII . cap . VII . b ) Propter proftratam pudicitiam , Scortum regium ab Indis exinde appellata eft . Ebendas . c ) Ebendaselbst .
( A ) JDcc Sohn , den Alexander von ihr gebabt - , - ist auch den Sohn Alexanders wegen des Ruhms seines Vaters vorgezo«
Ronig in Indien gewesen . ^ Assacan , ihr ältester Sohn , war zuvor ge - gen . Man versichert indem Moreri , daß dieser Sohn Alexander«
sterben , ehe fie vom Alexander angegriffen worden . Q ; . Curtius , Libr . VIII . und der Cleophea , ( so nennet sie Moreri ) vom Cassander meuchel'
cap . X . Sie hatte noch einen Sohn , den sie diesem Prinzen zugeführt , mörderischer Weise Hingebracht oder vergiftet worden : allein Diodor
Ebendas . Er starb vielleicht kurz zuvor , ehe derjenige , den sie von ihrem aus Sicilien , und Quintus Curtius , den man anführet , reden nicht
Ueberwinder halte , im Stande gewesen , zu regieren : vielleicht hat man davon .
Cleonice , ein junges Fräulein zu Byzanz , welches Pausanias misbrauchen wollen , und aus Versehen getödtet hat Man saget , daß ihn der Geist dieser Frauensperson alle Nachte verfolgt hat ( A ) , wie man weitläufiger in der Anmerkuna sehen wird . 3
( A ) pausanias hat sie - « - aus Versehen aetodtet . Man saget , daß ihn der Geil ? dieser Frauensperson alle Nackte »er - folgt bat . ] „ Man erzählet , es habe Pausama« eines Tages in der „ ( Stadt Byzanz ausgeschickt , ein junges Frauenzimmer zu sich hohlen zu . . lassen , Namens Cleonice , von edlem Hause und adlicher Verwandtschaft , „ um sein Vergnügen mit ihr zu haben . Die Anverwandten haben sich „ nicht getraut , ihm dieselbe wegen seines HockmuthS zu verweigern , und „ sie wegführen lasse» . Da« junge Frauenzimmer hat die Kammerdiener „ qebetden , alle Lichter wegzunehmen , wie sie aber nack dein Bette de« „ Pausanias , der bereit« eingeschlafen war , im Finstern und ohne das ge - „ ringste Geräusche eingeschlichen , so hat sie von uitgefähr auf die Lanipe „ getroffen , die sie umgestoßen . Der Lärmen , den die Lampe im Fallen „ gemackt , hat ihn jahling aufgeweckt , und so gleich auf die Gedanken „ gebracht , daß ihn ein Feind verrätherischer Weise überfallen wollte . Er „ hat so gleich den unter seinem Hauptküssen liegenden Dolch ergriffen , „ und da« junge Frauenzimmer dermaßen damit gelrossen und verwun - „ det , daß sie gleich darauf davon gestorben : allein seit dem hat sie den ^ . PausaniaS niemals ruhen lassen , denn ihr Geist ist alle Nacht wieder „ gekommen , und ihm erschienen : als wenn er im Schlafe auf ihn zu« „ schliche , und ganz zornig in heroischen Versen zu ihm sagte :
„ Wandle auf dem rechten Wege , ehre die Gerechtigkeit ,
„ Denn wer böse Wege liebet , dem folgt Unglück allezeit .
„ Diese Gewaltchat hat die Anverwandten dergestalt zum Zorne gegen „ ihn gereizt , daß sie ihn unter der Anführung Cimons in der Stadl „ Bvzanz belagert haben , woraus er aber dennoch entflohen ist , und sich „ in geheim gerettet hat . Und gleichwohl hat ihn der Geist der Jungfer „ nicht in Ruhe gelassen , sondern ist beständig , wie zuvor , fort gefahren ; „ daß er in die Stadt Heraklea geflohen , woselbst ein Tempel gewesen , „ in »vclchem man die Seelen der Verstorbenen beschworen , und daselbst
„ hat man auch der Cleonice ihre beschworen , und sie gebethen , ihren „ Zorn zu lindern . Sie ist ihm unverzüglich erschienen , und hat zu ihm „ gejagt , daß er von seinem Uebel befteyt seyn würde , sobald er zu Sparta „ angelangt jeyn würde : welches , nack meiner Meynung , verde^rer wei - „ se den Tod bedeutet hat , den er daselbst erleiden sollen ; verschiedene „ Geschichtschreiber erzählen es also . , , Plutarck im Leben Cimons auf der 482 S . Ich bediene mich der Übersetzung Amiot« . Man sehe auch den Pausania« im HIB . XVII Cap . 252 S . bey mir Man hat nicht« dergleichen von der armen Dido gesagt , welcher man viel übler begegnet war , als der Cleonice ; dem , AemaS ist nicht allein Ursache gewesen daß sie sich selbst entleibet , sondem er hat ihr auch ihre Ehre geraubt Sie ist willen« gewesen , sich nach dem Tode deswegen zuräcken . undau« der Hölle zurück zu kommen , ihn allenthalben zu verfolgen ; unter - dessen jaget man nicht , daß ihr Geist den Aeneas verfolgt hat Wir wollen ihre Drohung anführen : sie ist in diesen Worten abgefaßt , die man critisiren kann . 9 1 P '
Sequar atris ignibus ahfens :
Et cum frigida mors anima feduxerit artus ,
Omnibus vmbra locis adero : dabis , improbe , poenas ! Audiam , et haec manes veniet mihi fama fub imos .
Virgil . Aeneid . Libr . IV , verf . 384 ,
Wenn der Schatten der Dido sich bey dem Aeneas an allen Oettern hat finden sollen ; wozu ist es nöthig gewesen , daß sie in der ü>öüe auf die Zeitung von des Aeneas Unglück gewartet hat ? Konnte sie solche nicht auf dieser Well erfahren , so bald diesem Ungerechten ein Unstern begegnete ? Man wird mir einwenden , es sey diese Frau so verstohrr ae . wesen , daß si - V . rg . l . us hat müssen reden lassen , ohne daß sie auf ijre Worte Acht gehabt . Immerhin ! der Sprachlehrer Servi . « wird3 eme andere Unordnung anzeigen . >»°wieoeucy
CleonyMUö , der mit dem Pyrrhus , Könige der Epiroten , zu gleicher Zeit gelebt , verließ , wegen des öffentlichen und besonder« MisveränügenS , Lacedämon . Er war ein Sohn Cleomenes des II . dieses Namens , Königes von SpartaAllein die Lacedäinonier hatten wegen seines gewaltsamen und herrschsüchtigen GemütheS nicht die geringste Freundschaft , noch das ge - ringste Vertrauen gegen ihn , und ließen die völlige königliche Gewalt dem Sohne seines Bruders , AreuS . Jenes war das öffentliche Mißvergnügen , und dieß das häusliche . Da er bereits zu Jahren gelangt , hat er die Chelidonis gehen athet ( A ) , eine Prinzeßinn vom Geblüte , die Tochter des Leotychides , eine sehr schöne Frauensperson , welche aber den Akrotates , einen sehr schönen Jüngling , den Sohn des Amis sterblich liebte . Diese Heirath war eine Quelle des Verdrusses und der Echan - de für den unglücklichen Cleonymus ; denn jedermann wußte die Aufführung seiner Gemahlinn , und ihre Verachmng gegen ihn . Er verließ Lacedäinon mit betrübtem und zornigem Herzen , und begab sich zum Pyrrhuö , denselben zu vermögen , die Lacedä - monier mit Kriege zu überziehen . Pyrrhus rückte auch wirklich mit einer zahlreichen Kriegsmacht vor die ^tadtb , und er würde sie im ersten Anlaufe eingenommen haben , wenn er des Cleonymes Rathe gefolaet wäre , welcher darinnen' bestund , daß er sie ohne Anstand angreifen , und den wenigen Einwohnern^ die Arcus darum zurück gelassen hatte , keine Zeit lassen sollte , sich zu besinnen ; AreuS , sage ich , der sich damals auf der Insel Creta befand , den Gortyniern Beystand zu leisten . PyrrhuS , welcher die Plünderung der Stadt befürchtete , wenn er des Nachts m dieselbe eindrang^ verschob den Angriff bis auf den fol - genden Tag . Er wurde in allen seinen Anfallen , die er unternahm , so wohl vor , ^^ ? ^^ " ^^ust^dcs AreuS , so beherzt ziwur * fm , 1
n SY> / irhfi * nn ber Vprfrfvmtmv» . die man dem Heinde entgegen lekte . Vloß EhelidoniS blieb eiliB
setzen könnte , ihrem Gemahle
. nun , ™ „ u , u . . . n , fJUU „ HR _ von dem Orte zurück kam , ws
er die Stürme des Femdes abgeschlagen hatte , und über seinen «Siez hochnluthlg war : so schien er den Frauen in Lacedämon
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