Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-6005

worden . Siehe oben den Artikel Arnaud ( Anton ) , Doctor derSor , bonne . Dieses Werk ist betitelt : Reponfe aux deux Traitez intitu - lez U Perpetuite de Ia Foi de l' Eglife Catholique touchaiit I' Encha - riftie . Es hat ein außerordentliches Aufsehen gemacht ; so daß kill jeder Dorfpfarrer , der niemals weder vom du Moulin noch dem DalläuS halte reden hören , erfuhr , daß der reformirte Prediqer Claude , das heil . Saerament auf eine gefährliche Weise angegriffen hätte . Die Prediger auf dem Lande , von dem größten bis auf den allergeringsten . zwangen sich unter währender Ocrave des heil . Sacraments , und bey andern Gelegenheiten , wider die Möglichkeit der Neuerung zu predigen . Man hörte damals auf allen Kanzeln nichts anders erschallen , als PaschasiuS , Laufrancus , Ratranmus , » . d . m . Es ist gewiß , daß die schöne Einkleidung , die Höflichkeit , und der Geist , welche die gegründeten Veriiunftschlüsft
des Claude begleitet , ungemein viel zu dem großen Lärmen beygetragen , den sein Buch gemacht ; allein es ist auch gewiß , daß der Zustand , worin - nen sich der Jansenismus damals befunden , eine von den vornehmsten Ursachen dieses großen Glanzes gewesen ist . Viele Bischöfe waren oft fenbare Freunde vomPortroial ; viele andre waren ihm unter der Hand gewogen ; diese Partey hatte überall einen Kern von Gelehrten , die sich nicht scheuten , zu reden , C denn das Stillschweigen ist erstlich im >668 Jahre auferlegt worden ; ) und man kann nicht sagen , mit was fürBe - - gier de die Iansenisteu , die Bücher ihrer Partey ausposauner haben . Dieß ist Ursache gewesen , daß sie , da sie sur ihren eignen Ruhm gear - bcitcr . den Namen und das Verdienst des reformirten Predigers Clau - de , überall mit herum fliegen lassen . An der andern Seite habe» ihre Feil , de , obgleich durch unmittelbare und geheime Wege gearbeitet , das Werk dieses Predigers in einen Werth zu setzen : ( man hat es bey dem Buch - Händler , des Erzbischofs von Paris , zum Verkaufe gefunden , siehe die Vorrede von dem Buche des Claude , wider den P Nouet . ) Sie be - kümmerten sich wenig um seinen Sieg , wenn nur die Freude der Herren von Portroial gestört wurde . Dieß hat ohne Zweifel viel geholfen , das Buch des Claude berühmt zu machen . So viel ist daran gelegen , sich vielmehr zu gewissen Zeiten , und wider gewisse Leute , hervor zu thun , als bey andern Umstände» . Quantum intereft , in quae tempora cuiusque virtus inciderit . Arnaud hat die Widerlegung von dem Buche des Claude unternommen , und einen großen Quärtanten dawider im 1669 Jahre herausgegeben . Dieser Band ist von zweenen andern , einige Zeir darauf , begleitet worden . Allein , ehe dieser erste Band an« Licht getreten , hat sich der P . Nouet , ein berühmter Jesuit ins Feld gemacht , und ein Buch wider den Claude herausgegeben ; auf welches dieser eine Antwort gemacht , die >668 gedruckt worden , welche einige seinen andern Büchern vorziehen , und er selbst , als sein liebstes Buch , angesehen hat . Siehe den Auszug seines Lebens , 4 ? S . Der P . Nouet hat nicht wie - der geantwortet , er hat sich begnügt , einen Brief von 60 Seiten in 8 herauszugeben . Er ist an den Claude gerichtet , und den > des Weinmy - natö 1668 unterschrieben : deswegen kann man dasjenige nicht begrei , fen , was er auf der fünften Seite saget , daß dasjenige , was er dem Clau - de geantwortet , diesem Prediger beynahe drey Jahre zu thun gemacht : denn das Werk des P . Nouet , ist erstlich gegen das Ende des 1666 Iah - res zum Borscheine qekommen : die Buchhändler haben 1667 ans den Titel geseht . Der Urheber de« Tagebuchs der Gelehrten , hat seinen Streich wider den Claude geführt , da er den Auszug von dem Buche dieses Jesuiten qiebt . In dem Taqebuche vom - 8 des Brachmonats »667 . Er hat sich sehr weitläuftig über die Eigenschaften und Manie - ren dieser Streitigkeit herausgelassen , welches ihn veranlasset , von der Gemüthsart dieses Predigers zu handeln ; und wie dasjenige , was er gesagt , nichts weniger , als höflich ist , so hat Claude nicht Geduld habt , zu schweigen . Er hat eine Schrift wider ihn herausgegeben , ( dieß ist ein Brief eines Ungenannten , der zum Titel hat : Lettre d' un Provincial a un de fes amis für le fujet du Journal du 28 Juiniööy . ) die voller Geist ist , und auf welchen der Tagebuchschreiber einige Zeit darauf , unter dem r6 des Christmonars 1667 geantwortet hat . Hierbei ) ist man geblieben : allein den ? lrnaud betreffend , hat sich Claude genö - thiget gesehen , sich in eine sehr beschwerliche Arbeit einzulassen : er hat sich viel Mühe geben müssen , die Mcvnung der griechischen Kirche , und der morgenländischen Keher zu untersuche» ; er bat viel Reisebeschreiber lesen , und viel Hyothese» bauen müssen . Die ganze Geschicklichkeit des Claude har sich so viel , als jemals . in der Antwort blicken lassen , die er auf den ersten Band des Arnand herausgegeben hat . Die Jan - senisten haben nur eine allgemeine Antwort auf dieses Buch des Claude herausgegeben . Es ist wahr , daß der P . Paris , ein Mönch der h . Ge - noveva . ihnen , was die Meynung der Griechen betrifft , wider den Clan - de zu Hülfe qekommen ist . Die Streitigkeit hat sich wegen der Ma - terie , einige Zeit hernach , geändert . Diele Herren haben ihre Prejugez legitimes contre ie Calvinisme , herausgegeben , welche Claude durch nes der allerschönsten Werke widerleget hat , die er , oder ein andrer re - formirter Prediger . jemals gemacht l>aben ; und welches bis ins 1684 Jahr unbeantwortet geblieben . Es hat zum Titel : De'fenfe de la formation , und ist anfänglich im 1675 Jahre zu Ronen in 4 , und dann , 68 - im Haag in , ? gedruckt worden . Nicole hat endlich in diesem Jahre , durch seine Schrift , Les Pre'tendus Reformez convaincus de Schisme , aeantwortet .
( C ) Niemals iß ein iXlnim geschickter gewesen , als er , das - Haupt elnesRirchcngerichts , oder einer geistlichen Versamnt - lung sept . ) Dieses kann nicht besser ausgeleget werden , als durch nachstehende Worte : „ Claude ist hauptsächlich als das Haupt einer . . Gesellschaft vortrefflich gewesen ; er hat sich als ein solches in verschie - „ denen Jahren hiiitereinander indemKirclxngerichtezu Charenton gezei - „ get : man hat ihn als einen solchen , bey mehr als einer Kirchenversamm - „ lung zu Jöle de France gesehen , wobey er Präsident gewesen - - - „ Man mochte in dem Svnodo Sachen vortragen , die an sich selbst ver - „ wirrt waren , und durch die Dunkelheit noch mehr verwickelt wurden , „ welche die Nebenwege oder Unwissenheit der Partenen darüber aus - „ breiteten : so hatte Herr Claude einen so richtigen Geist der Einsicht , „ daß er in einem Augenblicke den ganzen Mischmasch entwickelte ; er „ machte einen klaren und deutliche» Vortrag . seine Gutachtnng rund „ heraus zu sagen , als wenn die Meynungen auf ein Ja oder Nein hin - „ auSlauftn sollten : ein Character , der niemals betriebt , wem , man von „ einem Maiine zn nrtkeilen hat , der bey einer Ge , ellschaft Präsident ist ; „ weil die Wahl der Materien , und das Licht , worein man sie setzet , da« „ gewisse Merkmaal eines fähigen , richtigen und starken Witzes sind . , , Aus - zug seines Lebens , 75 u . f . S .
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( v ) Er konnte ans dem Stegereife disputiren . Diese Eigen , sckaft erschien in der Unterredung , welche das Fräulein von Du , ras ju hören wünschte . ] Dieses Fräulein , die Schwester der Mar - schals von Duras und von Lorge , hat ihre Religion nicht abschworen wollen , ehe und bevor der Bischof Bossuet und Herr Claude , in ihrer Gegenwart disputier hätten . Sie har das Vergnügen gehabt , das sie gewünscht : diese beriihmten und braven Kämpfer habenden Kampf - platz bey der Grafinn von Roie , ihrer Schwester , den ersten März 1678 betreten . Ein jeder von ihnen hat seinen Bericht von der Unterredung abgestattet , und sich den Sieg zugeeignet . Anfänglich sind die tionen nur im Manuscrivte herumgegangen : allein endlich hat Bossuet die seinige im »682 Jahre herausgegeben ; des Claude seine ist auf dem Fuße gefolgt . Die Tagebuchschreiber zu Leipzig , haben die Zeit der Unrerredtiiig , nicht von derjenigen unterschieden , da diese Relationen zum Verneine gekommen sind . Polka , sagen sie , Aft . Erudit . 1687 . 661 S anno 1683 occafione illuftris Durafiae a Reformata ad Roma , narn religionem tranfewitis , Colloquium' cum Epifeopo ConiJome»fit poltea Meldenß , habuit , cuius relationem , vt notum eft , vtcrque edidit .
( E ) yc> Seite , in dem Auszüge seines Lebens : Er hatte vierzehn Tage , wie die andern Prediger , aus dem Rönigrciche zu geben ; die Cleri - sty fand Mittel diese Zeit zu verkürzen ; denn Montags den 22 des XVeinmonats 1685 . ( in dem Auszug ? seines Lebens / steht der Christmonar . In dem Auszuge , den die Tagebuchschreiber in Leipzig , A£t . Erudit . 16x7 . pag . 662 . gegeben haben , sieht die 7 Decemb . ) weU ches der Tag war , an welchem der rviderriifungsbefebl de» Edicts von Nantes , in Sem Parlemente zu Paris , in die Ge - richrsbücker eingetragen worden , bekam - Hr . Claude um 10 Übe Vormittags Defehl , in 24 Stunden abzureisen . ( Er saget es selbst auf dcr 92 und 93 Seite , der Klagen der Protestanten . ) Er gehorch - te mir der größten Ehrerbiethung , und ist in Begleitung eines königlichen Dieners zu Fuße , Oer ihn bis an die Grenzen von Frankreich bringen sollen , abgereiser , der seine aufgecragcne richtung getreulich ausgeführt ; aber dennoch nicht unterlassen , gegen ven - Hn . Claude ehrlich nt handeln : so gewiß ist es , daß ein großes Verdienst , selbst über die Herzen Gewalt hat , die unsre Religion nicht lieben - - - - Er nahm ji , Paris die dusche nach Brüssel , und fein Name , der vor ihm her qieng , hat ihm unlerwegcns viele Höflichkeiten zugezogen . Ebendas . auf dcr <01 S . l£c gieng durch Cambray , wo er übernachtete ; er ward daselbst von Seiren Oer Jesuiten , mir einigen schungen bewirthet ; der P . Reccor erwies ihm die Ehre seines Besuches . Er l'at diese - Höflichkeit beantwortet , und Oer Unterschied der Religion har diesen Höflichen Umgang , und die Bezeigungen einer gegenseitigen - Hochachtung nicht brochen .
( F ) Er hat einen Sohn hinterlassen , welcher Prediger gewesen . ^ Er harre sich zu CastreS im 1648 Jahre verheirathet . Ebendaselbst iq S . Au« dieser Ehe ist Jsaac Claude entsprossen , zu S . Africa den 5 März »6 ? z gebohren . Ebendas . 15 S . Sein Bater hat ihn zärtlich geliebt , und mit Vergnügen gesehen , „ daß sich seine Neigung gegen die Seite „ des Heiligthums gewendet , und daß diese Wahl , welche er gethan . und „ so srey gewesen , mit den Neigungen seine« Herzens überein gekommen : „ er hat das Vergnügen gehabt , an ihm eine geschickte Person zu finden , die „ von seinen Einsichten . und von seinem Bevspiele . Nutzen ziehen könn - „ te . Er hat , auf den Akademien Frankreichs , unter den besten Lehrern „ studiert , die große Sorge für ihn getragen : er ist zu seinem Vater zu - „ rück gekommen , welcher seinen Verstand , vornehmlich in Ansehung „ der Predigten , zu bilden vollendet hat ; worauf er zu Sedan im Herbst - „ monate >678 . geprüfet und höchstwurdig gefunden worden , in das heil . „ Predigamt aufgenommen zu werden . Er wurde von der Kirche zu „ Clermont in Beauvoisis , vierzehn Meilen von Paris , bey demSynodo „ in Jsle de France verlangt , und sei» Vater hat den Trost gehabt , ihm „ den 9 des WeinmonatS us - 8 die Hände aufzulegen ; „ ( ebendaselbst 74 und 75 S - ) und ihn als Prediger der wallonischen Kirche im Haag zu finden , als er im >685 Jahre nach Holland geflüchtet . jssa«c£lau> Se ist den 29 des Heumonars 1695 im Haag gestorben . Er ist vom Va . ter auf den Sohn der vierte aus seiner Familie gewesen , der das Predi - geramr geführt hat ; denn sein Aelrervater ist Prediger gewesen . Dieser besondere Umstand ist von dem Herrn de la Deveze ausgelassen worden . Er har einen oder zween Söhne hinterlassen , die man studieren läßt .
( G ) Ick will etliche Fehler von den Zusätzen des LNoreri , nach der französischen Ausgabe , nicht vorbcy gehen ] I Ist Salvetat , ( er hätte sagen sollen Sauvetat , ) oes Claude Vaterlaich , keine kleine Stadt in Gberlanguedoc , nicht weit von Castrcs . II . Ist es nicht wahr , daß sein Varer , welcher eifrig gewunschct , ihn bald als Prediger zu sehen . nickt vas Jahr ftmes Alters erwartet habe , da er ihn in diesen Stand aufnehmen lassen . Claude ist im 1S45 Jahre als Prediger aufgenommen worden . Er ist also 26 Jahre alt gewesen , da er zu diesem Amte gelassen worden . Nun ist dieses ein Alter , in welchem diejenigen , die zum Predigamre be - stimmet , und noch keine Prediger sind , für alte Candidaten gehalten werden . Das Alter von 27 Jahren , welches die Leipziger Tagebuch - schreibet , nach der Erzählung des Herrn de la Deveze , sehr wohl entwi - ckelt haben , hätte sie bey einer Stelle , die sie übersetzet , gewisser maßen aufmerksamer machen sollen : Manus irnponente patre , qui filium fun & ioni facrae MATVRE addici optabat . Aö . Erud . 1687 . p . 6 ; S . Es ist also falsch , daß der Vater des Claude , als ein unqeduldiger Mensch gehandelt habe . III . ^ C c i vorlesun»

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