Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5993

2O2 Claude .
Gebräuche annehmen . In Wahrheit , wenn vormals die Römer Mchen Colonien unter uns sägen , die ungeachtet so vieler ihnen ver -
in ganz Sicilien , Sardinien , Gallien , Hispanien , ja gar auf der statteten Freyheiten ihren Schutzherrn gleichsam zu trotze , oder
ganzen afrikanischen Küste , die alten Sprachen dieser Volker haben doch aus gar zu großer Nachsicht derselben , noch immer bey ihrer
ausrotten , und ihre eigene einführen können : so ist es uns Deut« Sprache bleiben ; ja wohl an einigen Orten , als in Berlin , so
schen eine Schande , daß wir eine Handvoll wendische Sklaven , seit gar ihre eigene französische Gerichte haben : gerade , als ob es ihnen
so vielen Jahrhunderten nicht haben umjchmelzen können , die doch schimpflich wäre , sich gleich andern Eingeböhrnen , in der Landes -
mitten unter uns wohnen . Eben das könnte man von den fran» spräche richten zu lassen . G .
Claude , ( Johann ) Diener der Kirche zu Paris , im l6l9 Jahre zu Sauvetat in Agenois gebohren , ist einer der groß - ten Manner seines Ordens gewesen . Er hat die schönen Wissenschaften bey seinem Vater studiert B , und ist , nachdem er seine Philofizphie und Gotteögelahrtheit zu Montauban vollendet , im 1645 Jahre zum Prediger aufgenommen , und einer Lehnkirche , Namens Treine , gegeben worden . Er hat derselben ein Jahr lang gedient , und ist darauf in den Dienst von der Kirche der h . Afri - ka , in Rovergue , und acht Jahre hernach , in den Dienst der von NimeS getreten . Weil die Reformirten in dieser letzten Stadt eine Akademie hatten , so hat er Gelegenheit gehabt , eine von seinen vornehmsten Gaben anzuwenden , nämlich eine Materie der Gottesgelahrtheit wohl zu erklären . Er hat den Candidaten besondre Vorlesungen gehalten , welche auf den Gebrauch der Kan - zel , und den Verstand der heiligen Schrift , sowohl eingerichter waren , daß sie von vielem Nutzen gewesen . Er hatte unternom -
men , die Lehrart des Cardinals von Richelieu , zu widerlegen ( A ) ; allein da er erfuhr , daß Mattel , Professor der heit zu Montauban , einen Synodalberuf darzu hatte % so ließ er dieses Unternehmen liegen . Nachdem er sich bey dem Synodo in Niederlanguedoc einem Menschen widersetzet hatte , welchen der Hof gewonnen hatte , Vereinigungswege zu suchen : so wurde er deswegen durch einen Spruch des Raches bestraft , welcher ihm sein Predigtamt in LanguedocLu treiben verboth . Er
hatte es acht Jahre zu Nimes geübt , und unter dieser Reise hat er ein kleines
jemals zwischen dm Katholiken und Protestanten _ WWW . , , i
aufgehalten , ohne etwas zu erhalten , so that er eine Reise nach Montauban . Er predigte daselbst den Tag nach seiner An - kunst c , und nahm den Beruf an , den die Kirche an ihn ergehen ließ . Nach Verlauf von vier Jahren , ließ , hm der Hof ver - biethen , fein Amt in Montauban zu führen ; welches ihn nöthigte , eine zweyte Reife nach Paris zu thun . Er blieb fast neun Monate daselbst , ohne daß er die Schwierigkeiten übersteigen konnte , die man ihn , wegen stiner Zurückkunst nach Monrauban in de» , v ) eg legte - - - In währender Zeit wurde er von der Rirche zu Bourdeaux gesucht ; alleil , die zu Cdarenton wollte nicht zugeben , daß man ihr einen Mann von so großem Verdienste entziehen sollte < ! : sie beriefen ihn im 1666 Jahre . Von dieser Zeit an , bis auf die Aufhebung des Befehls von Nantes , hat er dieser Kirche und dem ganzen Körper , durch seine vottrefflichen Werke , und durch die Erfahrung , sehr große Dienste geleistet , die er in t>m Geschafften erhielt , welche ihm die Abgeordneten der Provinzen mittheilten . Niemals ist ein Menschgeschickrer gewesen , als er , das Haupt eines KirchengericktS , oder einer geistlichen Versammlung zu seyn ( C ) , oder aus dem Stegereffe zu disputiren . Diese letzte Eigen - schaft erschien in der Unterredung , welche die Jungfer von Duras zu hören gewünschet ( V ) . # Er erhielt vor den andern Pre - diaern einen Vorzug , vermittelst der Art , mit welcher der Hof verlangte , daß er sich in fremde Lander begeben sollte ( E ) . Er wählte Holland zum Orte seiner Einsamkeit , und wurde daselbst sehr wohl empfangen , und von dem Prinzen von Oranien , mit
denselben Tag in eine Krankheit , und zwar m eine solche , die ihn den iz Jenner 1687 aus der Welt nahm . Er hat auf sei - nem Todbette viele Merkmaale der Gottseligkeit und der Redlichkeit gegeben , mit welcher er die resormitte Religion bekannt hat f . Sein Tod betrübte die ganze resormitte Kirche , und war den Vernünftigen um so viel empfindlicher , weil fast niemand , , 16 er , vermögend war , die Jrrrbümer zu verbessern , worein einige verwegene Federn leichtgläubige Gemüther gestürzet hatten , «n der Partey dieser Leute die Wage zu halten . Viele haben gesaget , daß man , wenn er noch langre Zeit gelebt hatte , nicht so
■ < ■ : r . 'j . . . . . km'h . S . i / mcälwrfioi» { I'hutt mrtr / it , h»'o iftri» nehnUt • nlloin wtVfn V . . S« . «
>tte . Ich wußte nicht zu jagen , welche von oiejen zwoen '^ceynungen oie ria ) tig , ce wäre J . ^ . r hat einen Sohn , welcher Prediger gewesen ( F ) , und die Ausgabe vieler schönen Werke des Verstorbenen besorget hat . Ich würde m Lobsprüchen des Claude , und wider die Bisse der Lastening , weitlauftiger heraus lassen , wenn ich nicht in dem hol - iano , , cyen Moreri alles dasjenige sähe , was man in einem Wörterbuche davon sagen kann . Ich will nur etliche Fehler von den Zusätzen des Moreri , nach der französischen Ausgabe nicht vorbey gehen ( G ) . Paulian hat dem Claude in seiner Beutthei - lunq der Pastoralbriefe des Herrn Jurieu , sehr übel begegnet , und ihm falschlich ein Bück und den Entwurf eines andern beyge» messen ( FI ) . Er hat sich auch erkühnt , auszustreuen , daß sein Tod dem Urheber dieser Pastoralschreiben ein großes Vergnügen verursachet .
a ) Er ist Prediger gewesen , und hat erstlich der Kirche zu Sauvetat , und nach diesem den Kirchen zu Montbaziliae und zu CourS , bey Bergerac . gedient . Die Antwort des Herrn Mattel , ist im 1673 Jahr - zu Rouen in 4 gedruckt worden , c ) ES ist ein Tag gewe - fen , da das Nachtmahl gehalten Wochen . <0 Abrege de la Vie de Mr . Claude , pag . 45 . e ) Aus dem Auszuge seines Lebens voni Herrn de la Deveze , Predigern in dem Haag , geschrieben . Ich habe das Verleben wegen des Geburtsjahres des Hn . Claude verbessert . / ) Non noltrum intcr vos tantas componere Iites . Virgilius , Eclog . III . verf . 10g .
( A ) Er hatte unternommen , Sie Lehrart des Cardinals von stens . Ei : , guter Freund von mir , der es in der Absicht forderte , das
Richelieu ju wiDerlegen . ] Es wird nicht unnublich seyn , hier zu sa - am Rande geschriebene abzuschreiben , erhielt keine andere Antwort , als , «6
aen , daß diese Lehrart den > Hornung 1651 , die Presse verlassen hat , die« wäre nicht da . Crit . Anmerk . Bibl . Fran\\ Toin . XXIX . P . II . p . 197 . feg , sage ich , wird nicht unnühlich seyn weil sich viele Personen eine an - ( L ) hat tin klein Zach reefertiget , welches ju Oen aller ,
dre Z " ^'«b'ld " 'könnten , wenn sie lesen , daß sie ans Licht getreten , da heftigsten Streitigkeiten Anlaß gegebe , . , vie man , emals ; wi ,
Claude bereit« Prediger zu NimeS gewesen . In hac filium Iiaacun . schen Oen Ratholiken ui^> Protestanten in Lrankrcicli gesehen
fufcepit ; Mart . i6j ? } eoque tempore ad Ecclefiam Nemanfenfem ^ Siehe oben dieAnmerkm . q ( ( ) ) des Artikel« Arnaud ( Anton )
. . vocatu» fiut , fed laboriofifljmum erat : miinus lllud , tum Doetors der Sorben , ' ? Z Die Herren von Porttoial haben um diese
quoä concione» quovdie habendae elTent , tum ob alia negotiapafto - geit den Herrn von Turenne belagert , und sich einer wohlerfundenen
r , Iia . dilb'Iornmu» rngernun , et affiduitas viri non tantum occu - Schießschanze wider ihn bedient . Nämlich zu beweisen , daß man das -
patiombnz lllis futfeeit , fed et ftudns continiiandis ; ita vt edituai jfnl ( , e bestandig in der Kirche geglaubet bätte , was man in derrömischen
tvnc a Cardinaic Richeüo contra Reforinato« hbrum , qu . Me . Gemeinschaft von der wirklichen Gegenwart im Abmdm^ble ? et
thodu , dicitur , reflitandum fufaperet . Ajfta Eruditor . L«PC - . 6»7 . Sie dabei , ihm ein kleines Buch in die Hände aeaeben wor^nm «ie
pag . 658 . Man merke , daß diese Worte «maones quot . d . e habendae beweisen wollen , daß die Veränderung des Glauben« / fo »KR =
«flent , nicht verstanden werden dorfen , als wenn Claude alle Tage ge - ^mitten voraus setzten , unmöglich wäre Die Trau von Turm
prediget hätte . Der Auszug semes Lebens saget nur , daß man alle welche dasjenige allezeit befürchtet , was endlich nach SSm
Tage zu NimeS geprediget H«£ Nm , hat diese Kirche wenigstens drey jst ; näml . ch , daß ihr Ehherr die Religion ver^idern würd ? bat ihn nach
bis vier Prediger gehabt . Er hat eS . . . cht vor den , - 654 Jahre , eyn ihrem Vermögen befestiget . Dieserr^eaen S ! Z dm »SÄ S ! f S
können ; denn ehe er eS geworden , hat er dn Kirche der H^Ajrica acht Schrift der Herren von Portroial Machen lassen Es ist dem Claude
Jahre gedient ; ( Auszug seines Lebens , '§ S . ) und ebe er der Kirche aufaetragen worden , dieselbe zu machen , und er ist außerordentlich aluck -
der heil . Aftiea gedient , so . st er ein Jahr Prediger zu Tre . ne gewesen . , ick damit gewesen . Man har sie ^so^ schäristnnia^^so ^lart >wd ? L -
Ebendaselbst 10 Man fefee diese neun Jahre zu . 645 , welches das gefunden , daß man viele Abschriften davon macken lassen LLK
Jahr seiner Aufnahme ins Predigtamt ist , so w . rd man das . 654 Jahr saget man in der Vorrede der PerpetS■ ©SSSfllSwi feffK
* * & - SÄtiÄSöÄÄK ! ;
man gewahr worden , daß er viele Dinge in sein Exemplar von diesem den Landschaften , ausgebreitet , daß sie eben so bekannt ist , als wenn sie
Werke des CardmalS von Richelieu geschrieben hat . Dieß ist Ursache geduckt gewesen wäre . So bald die Herrn von Portroial dieses er -
gewesen , da ? sich viele Leute' bemühet haben dasselbe zu kaufen . , ch fahren , haben sie es ffir eine Pflicht gehalten , dieselbe zu widerleaen
habe sagen hören - l«ßeS balddaram nach Frankreich geschickt worden , Dieß hat das berufene Werk hervor gebracht , welches sie im * 64
um in den Bucherial des Königes gesetzt zu werden , ( t ) Unter dem Titel der Pcrpen . ite de Ia Foi de v Eglifc Catholique
Ct ) Wenn das Exemplar von der Methode des Cardinals Riche , touchant 1'Euchariftie , herausgegeben haben . Es enthält die erste
lieu , an dessen Rande Herr Claude seine Anmerkungen geschrieben hat» Schrift , und die Gegenantwort , aus die Antwort des Claude Dieser
te . wirklich in der königlichen Sibliorhek ist , wie Herr Bayle sagen Prediger , der damals in Montauban geivesen , hat eine Geqenantwort
gehöret , und wie man eS mich versichert hat : so verbirgt man es wenig - verfettiget , welche mit seiner ersten Antwort im »666 Jahre gedruckt
worden ,

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