Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5960

Clarus .
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vsterS geträumt , daß sie einmal zu einem hohen Glucke kommen würde . Ebendas . 54 ? Seite . Nach der abschlägigen Antwort des Arztes sie zu heilen , hat sie geträumet , daß sie eine Taube sähe , welche sie , nachdem sie sich in eine Frau verwandelt , gelehret , daß das wahre Hulfsmittel ihres Urbels darinnen bestehe , einen Strauß von Nosen zu nehmen , die der Venus geweihet sind , und sie getrocknet auf ihre Schwulst zu legen . Sie hat es gethan . und die Geschwulst zertheilet . Ebendas . 541 Seite . Da sie sich beym Cyrus zu der höchsten Gewalt erhoben gesehen , so hat sie geglaubet , es habe sie die Venus lange Zeit mit ihrem Schutze be - ehret . Dieserwegen hat sie dieser Göttinn Opfer angestellt , sie hat ihr eine Bildsäule von feinem Golde ausrichten lassen , daneben eine Taube , über und über mit Edelgesteinen gezieret , gefetzet , und sich alle Tage diesem Götzenbilde , durch Opfer und Gebethe , empfohlen . Ebendaselbst , 547 Seite .
( F ) TCPern» alles öasjeniHe wahr ist , rvas man von ihr get hat , so muß ihre Schönheit von einer erstaunlichen Dauer gewesen fefn . ] Artaxerxes hat vier und neunzig Jahre gelebet , und zwcy und sechzig regieret . Plutarch . in Artaxerxe zu Ende . Wenig Jahre vor seinem Tode , hat er seinen Sohn DariuS zu seinem Nach - folger erwählet . Ebendas . 10 - 4 Seite . DariuS ist damals fünfzig Iah - re alt gewesen . Es ist ein Gesehe unter den Persianern gewesen , daß derjenige , der zum Könige ernennet worden , ein Geschenke gefordert , und daß derjenige , der ihn zum Könige erneiint gehabt , dasselbe verwil - liget , wenn es möglich gewesen . Darius hat die Aspasia gefordet : der König , sein Vater , ist über diese Bitte sehr verdrießlich gewesen , ob er gleich , außer seiner Gemahlinn , 360 sehr schöne Beyschläserinnen gehabt Er hat geantwortet : daß Aspasia frey wäre , baß wenn sie sich dem Da - rius ergeben wollte , sie es thun könnte ; doch wollteer nicht , daß man ihr einige Gewalt erwiese . Man ließ Aspasien kommen , ihre Meynung zu erfahren : sie hat sich erkläret , daß sie des Darius seyn wollte : maii hat sie ihm also überliefert . Allein nachdem Arraxerxes seinem Sehne dieses Geschenke verwilliget hatte , so hat er ihn desselben durch folgende List be , raubet . Er hat gewollt , daß diele Frau , eine Priesterinn der Diane seyn sollen , welches eine Verbindlichkeit zurKeuscheit und zum ehlosen Stan - de war . Darius ist darüber in solche Bewegung gerochen , daß er eine Verrächerey wider seinen Vater angesponnen , und dadurch seinen unver - meldlichen Unterganq befördert hat . Dieses berichtet uns Plurarch davon . Znstin erzählet ebendasselbe überhaupt ; außer daß er nicht , wie Plutarch , saget , daß man die Aspasia zur Priesterinn der Diana Anitis gemacht , die man zu Eebatana verehret hat ; er saget : daß sie zur Priesterinn der Sonne eingeweihet , und daß ihr dadurch die Pflicht der Enthaltung ausgeleget worden . Hanc patreni cederc fibi ficnti regniirn Darius poftulauerat : qui pro indulgentia fua in liberos prirno fafturum fe dixerat : mox poenitentia duäus , vt honefte negaret , quod temere promiferat , Solis eam faccrdotio prae - fecit , quo perpetua illi ab omnibus viris pudicitia imperabatur . luftin . Libr . X . cap . II . Dieß ist etwas sehr Erstaunliches : denn Aspasia ist , wie Plutarch beobachtet , die liebste Beyschläserinn des Cy - rus gewesen , ehe sie eben diese Stelle beym Artaxerxes gehabt hat . Alle Geschichtschreiber kommen darinnen überein . daß der Kriegszug des Cy - rus in die ersten Jahre von der Negierung des Artaxerxes fällt . Wir wollen mit dem CalvisiuS voraus setzen : daß die Schlacht , worinnen Cy - rus das Leben verlohrm hat , im dritten Jahre dieser Regierung gehal - ten worden : Wir wollen voraus sitzen . daß Artaxerxes im 58 Jahre seiner Regierung den Darius zu feinem Nachfolger erwählet hat ; es erhellet aus der Erzählung des PlutarchuS nicht , daß dieser Prinz , nach der Erwählung des Darius zur königlichen Würde , über zwey oder drey Jahre gelebet hat . ES sind also damals fünf und fünfzig Jahre gewesen , da Aspasia beym Artaxerxes die Stelle einer Beyschläserinn bekleidet . Man kann 'ihr . nach des Cyrus Tode , nickt weniger , als zwanzig Jahre geben : sie ist also fünf und siebenzig Jahre alt gewesen , da sie der neue König als eine besondere Gnade erbethen : und da sich ein König , dem sie fünf und fünfzig Jahre zugehöret , nicht entschließen können , sie abzutreten : so muß sie also in diesem Alter noch viele zungen besessen haben . Ist dieß nicht etwas außerordentliches ? Kam , man sich auch wohl ohne Lachen vorstellen , daß eine Frau , die bey nahe acht - zig Jahre alt gewesen . deswegen zur Priesterinn gemacht worden , da - mit sie keine Mannsperson genießen sollen ? Hat man es denn um die - se Zeit nöthig , durch ein Religionsgelübde zur Keuschheit verbunden zu werden ? Eine Alte , wie diese , ist die nicht vielmehr eine Freystart , oder ein sicherer Wall wider die Beaierden nnd Anfälle einer Mannsperson , als der ehrwürdige Titel der Priesterinn ? Ich entsinne mich nicht , gelesen zu haben , daß ein einziger Kunstrichter , wider den Plutarch , die - se Schwierigkeiten vorgetragen , oder gesaget hatte , daß diese Frau ihre
Schönheit sehr lange Zeit schalten haben müsse . Ich finde diese An - merkung in dem Buche eines Hofmanns . Man itef ? , saget Branto - me Dames Galantes , Tpui . II . p . 227 . daß Arraxerxes unter allen seinen Frauen , Sie . er gehabt , die Aspasia am meisten gelicber habe , die sehr alt , fedoch sehr schön , und weyland feinen 23ru / der« Hure gewesen . Darius , sein Sohn , hat sieb so sterblich in sie verliebt : so schone isr sie , ungeackrec ihres Alters , gewesen , daß er sie von seinem Varer zum Lrbtheile , so , wie ein ^itück des Königreichs erbethen hat . Der Varcr har sie aus Eifer , sitdn , die er darüber gehabt , und daß er diesin guten 2Mssen nur »hm thcilcn wollen , juc priesterinn der Sonne gemacht ; weil m persien die , emgen , die in diesim Stande gewesen , der Rcuschheic völlig gewidmet rvaren . Die Absicht des Brantome hat nicht erfordert , den plutarch zu radeln ; es ist vielmehr einVorrheil für ibn gewesen . in diesem Schriftsteller , die von mir angefu & rtc Zeit , rechnung , zu finden . Man muß wissen , daß Brantome verschiedene Damen nennet , die bis in die spateste Zeit , und so gar bis Mitten im Winter , bis in das siebenzigste Jahr , sehr schon gewesen . Dieß saget er von der Herzoginn von Valentinois . Wir haben oben in dem Arti - kel , ( Johanna von Arragviuen . ) in der Anmerkung ( G ) gesehen , daß ei ! noch eine andre nennet . UebnqenS scheint die Weisheit , die man an der Aspasia lobet , in der Wahl , die sie mit dem Darius treffen wollen , nicht so wunderbar . Sie hat den Sohn lieber gehabt , als ten Vater , die aufgehende Sonne , als die niedergehende ; sie hat die bestandige Freundschaft vergessen , die Artaxerxes in einer so großen Anzahl ^ahrs gegen sie gehabt . Dieß giebt Anlaß zu denken , daß das spanische Sprüch - wort , in ihrer Person eingetroffen hat : Que ningunas damas iindas , 0 a Jo menos pocas , fe nalen vieias de la cinta hafta h bacco ; das Heißt : daß keine schone Damen , oder wenigstens wenige , vom Gürtel bis zuunterst alt werden . Brantome saget im IITH . >9» . 199 S . der Dames Galantes , daß er , da er dieses Sprüchwort von einer Dame vorbringe» hören , dieselbe gefragt habe , wie sie es versiün - Se< ob in Auslebt auf die Schönheit Oes / Leibes , daß dieselbe vom Gürrel an bis weiter hinunter durch das Alter nicht ver , ringerr würde ; cCec in Absicht auf die Begierde , und das Vcr , gniigen Cur Fleischeslust , daß diese von unten her nicht erUschte oder t'älrcr würde i Sie hat geantworn r , daß sie es von ei - nen , so wobl als von dem andern verstünde : denn was den RüNil des Fleisches betrifft , sagte sie , so darf man nicht denken , dast man eber davon geheiler wird , als durch den Tod ; ob gleich das Alter sich demselben widcrsenen will .
* £» darf uns der Brief des Cyrus an die Lacedämonirr mct ? t u'ocrreOcn , dast cr die orOcnrl'clicn Versicherungen gegeben hatte , wenn es nöthig gewesen . ) Er hat in seinen Schrei - den um Soldaren bey ihnen gedeihen . Sein Bries hat allen den , enqen so viele Vortheile versprochen , die sich mir ihn , vereinigen wollten . daß sich ein jeder schmeicheln konnte , fem Glucke gemacht zu haben , wenn ec sich in dieses Prinzen Dienste begab . Man soll den Sold nicht zählen , sagte Eyrus , man soll ihn messen , roic fgxTsvofikvott iziäfiov
iik« psTgov ift - äon . Stipendium militibus non annumeraturuni , fed adinenfurum . Plutarch . in Artaxerxe , pag . 1015 . F . Er hat kein Ge , heimniß aus seinem Vorhaben gemacht , er hat sich gerühmt , des Thro - nes viel würdiger zu seyn , als sein Brtlder : Ich * habe mehr Her ? «ls cr , sager er , ich bin ein besserer Philosoph , ich versiehe die Magie besser , ich trinke besser , als er , und ich kann den XT>cm besier vertragen oivov Se «taHoya »rf»«» yjrf tpffa - j . Vinum potare et ferre largius . Ebendaselbst 1014 S . A . Er ist einrveichlin ? , eine feige Memme , er kömmt auch dann nicht einmal auf ein Pferd , wenn er auf die Jagd geht ; und er getrauet sich , ur Zeit der Gefahr nicht einmal , sich auf den Thron ; u sinen . Die Aufrichtigkeit des Cyrus ist sonderbar : er verhehlet den Laeedämoniern nickr , daß er den Artaxerxes vom Throne stoßen will : er sager nicht z» ihnen , wie man doch bey allen bürgerlichen Kriegen zu thun pfleget , daß er nicht nach der Krone trachte , sondern daß er nur die bbsi'n Rathgeber von dem Prinzen entfernen wolle , die seinen Namen zur Unterdrückung der Un - terthanen , und Abschaffung der Gesede misbrauchen . Er hat wohl ge - wüßt , daß es den Laeedämoniern angenehm gewesen , daß die Krone von Persien , ans das Haupt eines Prinzen kommen sollte , der ihnen viel bindlichkeiten haben würde . Dieß ist die Ursache , warum er ihnen sein Vorhaben nicht verborgen har . Er hat ohne Zweifel die gewöhnlichen Versicherungen gegeben , wo nnd wenn es sein Nutzen enordert hat - und mich dünkt , daß man sich heutiges Tages kein Gewissen machen wurde , ein solches Geheimnis ; den benachbarten Prinzen zu vertrauen , die sich von der Veränderung einige Hoffnung machen können
Clarus , ( Julius ) einer von den guten Rechtsgelehrten des XVI Jahrhunderts , war aus Alexandrien im Mayländl . schen , und aus einer Fainiiie der Patricier . Er unternahm ein großes Werk über dasjenige , wa6 man nach der Redenbarr der Rechtsgelehrsamkeit aiiqenommene Meynungen , rcreptas Sententias , nennet : dieß sind diejenigen , welchen die meisten Docwrei , gemeiniglich folgen . Die öffentlichen Bedienungen , damit er überhäufet war ( A ) , haben ihm nicht so viel Muße gelassen , als m dieser Arbeit nöthig war : er hat einige Theile davon abgesondert , die er besonders drucken . lassen ( ß ) , und hat sich endlich
Er ist zu Mayland in der Er war den 6ten
Carthagma angelanget , als ihn eine Krankheit überfiel , die ihn den iz April 1575 der Welt entzog . Er isi Kirche des Friedens bearaben worden , in däö Begrabniß , das er sich im 15 ( 6 ^ahre hatte machen lassen f .
Jenner 1525 Stohren
a ) Iulius Clarus Praefat . Lib . V . reeept . Sentent . / > ) Ebendaselbst , r ) König ist durch diese Zeit betrogen worden , die sich in der Grabschrift deSJuliuS Clarus findet , und hat fälschlich geglauber . daß er im 1566 Jahre gestorben ; allein diese ^ahrzahi geht nur auf die Er« bauung des Grabmaals . < / ) Aus dem GHilini I Th . >z> . >z - S .
fA> unternahm em großes tt>erk , , , er har nickt ist einige Jahre darauf zur Würbe eines Präsidenten der außerordentlichm riel mnfl'e aekabt , es ) u vollenden , wegen der össenrlicken Renrmeister . und zum Praefetto Annonae , ( so viel als Aufseher über
fo viel tntifle aehabt , es ? u vollenden , wegen der össenrlichen Bedienungen , damit er überhäuft gewesen . ^ Nachdem , . hn der Krieg genöthiget . nach Mantua zu fluchten , so har er sich mit nicht - , al« der Uebersehung seines Werkes be'chafftiger , um es in den Stand zu setzen , daß es herausgegeben werden konnte : allem auf ^e echaltene Nachricht , daß ihm der König von Span . en das Rathsamr bey dem Rarhe zu Mayland gegeben hatte , hat er diese Uebersehung nnterbro - chen . lulluz Ll , ru» Epift . Dedicat . Tradiat . de Teltamcnt . etc . Ctr
die Lebensmittel . ) erHoden worden , wie auch zum ? lufsiher über die Was - ser . Zn wahrender Zeit er diese AeMter mit aller möglichste» Ausmerk - samkeir verwaltet , hat man ihn nach Spanien kommen lassen , wo ihm der König , Philipp der II . den Titel des Raths . bey dem obersten Ra - the von Italien , gegeben hatte . Er hat sein Vaterland , seine Ehftau und seine Kinder verlassen , und ist genöthiget qewesen , nach Spanien , Frankreich und Flandern zu reisen , und die meisten von seinen Schrif ,
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