Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5950

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Haltung der Kriegsvölker des Cyrue , und zur Abwendung der Plünderung von seinen Staaten , große Summen Geldes zu bezahlen . Aus Teno - phons I B . von dem Kriegszuge des jungen Cyrus , auf der > - , 6 , 147 S . bey mir .
( B ) Er ist geblieben , da er mit all ; u großer - Hine und allM weniger Behutsamkeit föchte . ] Die in seinem Solde stehenden chen hatten den Persianern so übel mitgespielt , die ihnen entgegen ge - stellet worden , daß sich Cyrus voller Freuden von denen , die uni ihn ge - wesen , als König hat begrüßen lassen . Er unterließ nicht , in der Mit - ten von sechs hundert Mann , die ihn unter währender Schlacht umge - ben , im Galoppe fortzujagen ; er erwartete , was das Mitteltreffen des Artarerxes thun würde ; und so bald als er dasselbe in Bewegung gese - hen , hat er es von dieser Seite mit seinem Haufen angefallen : er drang durch die ersten Glieder , er brachte sechs tausend Mann von dem Leib - regimenre zur Flucht ; er erlegte ihren Anführer , und stach , da er den König , seinen Bruder , gewahr wurde , sein Pferd gegen ihn an , und verwundere ihn mir einem Lanzenstoße . Ktesias , der sich bey dem Kriegesheere des Artaxerxes befunden , hat in seiner Historie gesaget , daß er diese Wunden verbunden habe . Xenophon de Cyri Expeditione , Libr . I . p . 157 . Das Gefechte ist sehr hart gewesen , und Cyrus in De - gleitung weniger Mannschaft übermannet und getödtet worden . Aus dem Xenophon , ebendas . Siehe auch den Plutarch , im Leben des Ar - taxerxes .
( C ) A ? ir wollen - - - einen kurzen AllS'Ug von der sia - Historie geben . ] Diese Frauensperson ist aus Phoeäa gewesen , ( «exaie , Plut . in Pencle , pag . >65 , Amiot hat übel gedolmetschet , ge - bürtig ans phocides , ) und die Tochter des Hermotimus . Nach dem Bildnisse , welches uns Aelian davon gelassen hat , muß sie ein sehr vollkommenes Frauenzimmer , so wohl in Ansehung des Leibes , als stes , gewesen seyn . Sie hat Milto geheißen , ehe sie zu dem Cyrus ge» kommen : allein dieser Prinz hat sie diesen Namen verändern lassen , und ihr den Namen der Beyschläserinn des Perikles gegeben , die so be - rühmt gewesen . Plutarch , ebendas . Aelianus , Variar . Hiftor . Libr . XII . cap . I . Hermotimus , der seine Frau verlohren harre , da sie unsre Aspasia zur Welt gebracht , hat seine Tochter nach den schlechten Umstän - den seiner Mittel erzogen . Diese Tochter hat in ihrer Kindheit einen großen Verdruß gehabt : sie ist das schönsteiKmd von der Welt gewesen ; allein sie bekam eine Schwulst ani Kinne , die sie entsetzlich häßlich machte Der Arzt , zu welchem sie ihr Vater gefuhret , ist so hart gewe - sen , daß er ihr das Hülssmittel verweigert , weil Hermotimus den Werth dafür nicht bezahlen können . Sie ist ganz trostlos zurück gegangen , und hat ihr Betriibniß unterhalten , indem sie sich beständig im Spiegel besehen . ÄirebSSex t%u tKXxtv fv toi " ; yitxtt xarejr7f«v yjff ifßfx ixvttjv tv ccötu ifAy« . A medico digrefiä in acerbitli - 1110 Iuftu verfata eft , et fpeculum in genibus tenens , feque in ipfo eonteuiplata vehementer aoluit . Aelianus , ebendas Sie hat das Hülssmittel im Traume erfahren , das sie heilen würde : worauf sie die schönste Jungfer ihrer Zeit geworden . Sie hat lichte und krause Haa - re , große Augen , eine etwas gebogene Habichtsnase , kleine Ohren , eine zarte Haut , eine Farbe , wie Lilien und Rosen , unvergleich röche Lippen , Zähne viel weißer , als der Schnee , die vollkommensten Füße und Sehen - kel und eine so angenehme Stimme gehabt , daß man , wenn man sie re - den gehöret , gesager : man höre die Syrenen . Sie hatte den Vorzug ihrer Schönheit bloß der Natur zu verdanken ; denn weder ihr Gemü - the , noch die Armut ) ihres Vaiers haben erlaubet , daß sie ihre Liebreize mit erborgten Zierrathen erheben sollen . Derjenige , der in diesen Gegenden , unter dem CyruS , Sohne des Königes von Persien , regieret hat , hat sie wider ihren und ihres Vaters Willen weggenommen , und sie mit eini - gen andern sehr schönen Mägdchen dem Cyrus zugeführet . Als man sie diesem Prinzen vorgestellet , war er von der Tasel aufgestanden , und vertrieb sich die Zeit , nach der Landesgewohnheit , mit dem Trünke , Sie hatte drey andere griechische Magdchen be» sich , die nicht von ihrer Ge - müthsart waren : sie ließe ! ' sich , ohne Widersebung , schminken und ans - putzen , und behielten alle Lehren ihrer Pflegerinnen , wegen der Rolle , die'sie spielen sollten , unvergleichlich wohl ; als CyniS flch ihnen näherte , sie liebkosen , sie betasten und küssen wollte , 'hvon Je »jy » * » t«» rpo -
$«aw ieiiSayiihon , ? * « { rt vxotya / xiiv tov k0 ( ov , fjf ) rhu rga - fccn ^mnetmou , vtrf aioyra «Wf «iüjfvcxf , yjf ) iitlofätv ftt ) ive^e - ? « * < * » , <9 / $ / - 'ovo» rS Kupv T ? Ma TafUvtl ( Tl avriit yaj $fiyu * , irrt ) ytff tüv
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ilovs £ti , xt ) Tfcms iJ . x ) kov , Ix Se tbt«u» q kcfc ? nhiov tjcvtm * if'yxTtfSiv , ai ; ufilKvnc %trt «vSfwiroi ? . Si enim extrema manu fairem Cyrus attingeret , exclamabat , dicebatque eum non iinpune latumm , quod talia fecifl'et . Ea re fupra modum deleölatus elt rus , et quum attreCbnte mamillas , iila furgeret , et fe in pedes con - iiceret , contra Perfarum confuetudinem ardente amore Cyrus erga ingenuitatem eius flagrare coepit , rcfpiciensaue ad emtorein : Hanc , inquit , folam ingenuam et incorruptam auduxifti : reliquae vero tum facie , tum magis etiam moribus fucatae funt . Qiiamobrein Cyrus eam plus amauit omnibus , cum quibus vnquain confuetudi - nein habuiflet . Ebendas . 545 S . Plutarch saget bey nahe eben dassel - be . Es ist wahr , er saget nicht , daß Aspasie dem Cyru« gedrohet habe ; sondern nur denjenigen , die sie zu ihm ftrhren wollen , büaoäi itqaexytw t & h zareuvatm , qi { iui%ttül\ ftfarti tütuv ( tixt - j ) sc «» t / idl ■xitsxyäyif ritt Parantibus abducere ipfam Cubiculariis :
vae ei , inquit , mihi qui admouerit manus . Plutarch . in Artaxerxe , p . 1024 , 1025 .
Sie ist dem Cyrus nicht allein zur Wollust , sondern auch zum Rath« gut gewesen . Er hat sie bey den allerkutzlichsten Geschässten um Rath geftaget , und es hat ihn niemals gereuet , wenn er ihren gegebenen Rath - schlagen gefolger ist . Ä»an kann also sagen . daß sie nicht weniger Ge - schicklichkeir , als Schönheit , besessen har . Bey solchen Umständen nur» geht die Beyschläserinn eines Prinzen gemeiniglich sehr war ; wenn sie nicht das Heft von der Regierung und der Herrschast in den Händen har , so fehlet wenigstens nicht viel daran . Cyrus ist mit der Aspasia , was den Rang und die Würde betrifft , fast , wie mit einer rechtnräßigen Gemahlinn umgegangen ; und man glaubet auch , daß , seit dem er sie gekannt , er weiter keinen Umgang mit andern Frauenspersonen gehabt . Man darf sich also nicht wundern , daß eine so große Erhebung einer geringen griechischen Bürgerinn , einen Ruf gemacht , der bis an den Hof des großen Königes gekommen . ? llso har man den König von Persiei» betitelt . S , oben die Anmerk . ( A ) , bey dem Artikel Artakan der IV . ser Ruf ist der Zlspasia sehr dienlich gewesen ; denn man hat sie nach debCyrus Tode aus Befehl des Arraxerxes auf das sorgfältigste suchen lassen . Man hat sie trostlos gefunden , und ihr . ungeachtet ihres Widerstandes , die von dem Könige überschickten Kleider angeleget . Er har sie in diesen Kleidern so schon gefunden , daß er sich sterblich in sie verliebet , und sich eine Ehre daraus gemacht , ihr seinen Bruder aus dem Sinne zu brin - gen . Er ist , nach sehr langer Zeit zum Zwecke gekomnien . Sie allein ist vermögend gewesen , ihn wegen des verstorbenen Teridates , seines schon# sten Verschnittenen , zu trösten . AnsAelians XIIB . I Cap .
Tenophon erzahlet etwas , das mit demjenigen nicht überein - kömmt , was wir gesaget haben , nämlich , daß sich Cyrus mit der Aspa - sia begnüget hätte . Er qedei , ket zwoer Beyschläserinnen dieses Prin - zen , davon die eine aus Phoeäa und die andere aus MiletriS , gewesen . Diese ist jünger , als die andere gewesen , und ist den Händen der Per - sianer an dem Tage entwischet , da Cyrus das Leben verlohren hat . Die aus Phoeäa ist in der Feinde Gewalt geblieben : der Geschichrschreiber sager , daß sie für schön und geschickt gehalten worden . b * c tl bvv uutü ti uXkcc tioAot StxgKÜ^vsi yeff rtjv oxa . Sx rtjv Ki / »« Kx ) kxxiSx rijy rripijv yjfj xxt . tjv Kiyonivw sivcq , Ax / uß & vei . j ti q vewrfyx ai ) Aifvwv , Rex interim cum fuis caftra diripit ac Cyri ipfius pellicem Phocaicam eximia fpecie ac prüden tia etiam ( vti fama ferebatur ) midierem abducit . Namque altera natu minor , Milelia , a regia co . horte capta , nuda efTugit . Xenophon , Libr . I . Expedit . Cyri , zu Ende . Dieß ist unsere Aspasia . ES ist keine Wahrscheinlichkeit , daß CyniS zwo Be» ) schläferinnen mit sich geführet haben sollte , und die jüngste ohne Bedienung gelassen hätte . Wenn er ein ganz Regiment mit sich geführet hätte , so möchte man sagen können , daß die meisten darunter nur zur Schau gedienet halten ; allein , da derselben nur zwo gewesen , so muß man das Gegenrheil denken . Und saget denn Xenophon nicht , daß Cy - ruS bey der Königinn von Cilicien geschlafen hat ? Dieß widerleget die Sage Aelians ; denn Aspasia ist damals schon lange Zeit beym C ? ru« gewesen . V'an merke , daß das Wort vom Xenophon anders ae - brauchet worden , als vom Plutarch : dieser letztere bedienet sich dessel - ben auf eine Art , die der Aspasia mehr Ehre bringt : er spricht nicht , wie Xenophon , man habe gesaget : die Aspasia sey weise gewesen : er saget , Cyrus habe ihr den Zunamen , der Xveisen , gegeben . Plutarch in Artaxerxe , p . i02j .
( D ) Sie machte sich bey der parotis sehr beliebt . 1 Man hat eiusmals dem Cyrus ein schön Halsband geschickt ; er har es der Aspa - sia gezeiget , und zu ihr gesaget , daß es entweder der Tochter oder Mut - ter 'eines Königes anständig wäre . Sie ist seiner Mevnung gewesen , worauf er gesaget , daß sie es behalten , und sich damit schmücken solle ; sie har solche ? auf eine geschickte Art , aus dieser Ursache , abgeschlagen , daß dieses Geschenke der königlichen Muster anständiger wäre , und daß man solches derselben schicken müsse ; denn setzte sie dazu : ich will es so machen , daß ihr meinen Hals , ohne diesen Schmuck , schön genug finden sollet . Cyrus überschrieb seiner Mutter , bey Ueberschickung des Hals - bandes , dieses ganze Gespräche . Parysatis hatte so viele Freude über den Inhalt des Brieses , als über das Geschenke . Es war ein ungemei - nes Vergnügen für sie , zu sehen , daß Aspasia in dem Herzen des Cyrus nicht den Vorzug vor ihr verlangte . Sie schickte ihr sehr kostbare Ge - schenke . Aspasia gab sie dem Cyrus wieder , und sagte , daß er dieselben nöthiger brauchte , als sie . Diese Aufführung ist sehr jlobenswürdig , und es giebt wenig Frauenzimmer , dir ihr Glücke mit einer solch ? » Mäßigung brauchen . Kcrxaix piv hv ^yx^epaivue , * 3 ) unig T«c
yv / xUxs BaryiAixii ; ru Ivetyrix iSgaaiv sf iiääuci ifu - j . 4 , 1 -
AixM ( tfo y & $ ifoi S ( tv£t . Afpafia itaque animi magnitudine praeitans , contrarium reliqui» regnm vxoribus faciens , eas longe fuperauit . Sunt enim illae rerum ad ornatum mundunique pertinentiuin plus aequo ftudiofae . Aehanus , Var . Hiftor . Libr . Xll . cap . I . pag . 54z . Aspasia hat sich mit dem Herzen des Cyrus begnüget , und seine Gnade weiter zu nichts , als zu des Hermotimus . ihres Vaters , Bereicherung an« gewendet , ( ebend . 547 ) wozu keine großen Summen erfordert wurden , und um der Venus ihre Erkenntlichkeit zu bezeugen . Dieß wollen wir gleich sehen .
( E ) Sie legte gegen die Gottinn Venus viele iNerkmaale ib» rer Dankbarkeit öffentlich an Tag . ] Sie hat in ihrer Kindheit
öfter«

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