Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
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Cyrillus . Cyrus .
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aus Haß gegen die neue Religion , also begegnet worden , sehr unruhig hierüber c .
Der Prinz von Conde , der Admiral und ihre ganze Bande wurden
a ) Beza Kirchenhistorie , XIIB . ziy S . » ) Er war aus dem Hanse von Saluees , und mit der Tochter des Grafen von Tende und der Francisca von Foix verheirathet . Ebendas . z - 8 S . c ) Thuanus . , Libr . XLIV . aufö i ; 6z Jahr .
( A ) wurde - - - ; u Lresus ermordet . ^ Also habe ich das Forum Iiiiii Thuans überseht . Aubigne I Th . V B . I Cap . Z70 S . nennet diesen Ort Forques , ( er sollte sagen Frejus , wie Mezcrai Abrege Chronolog . Toni . V . p . 110 . thut , ) und giebt vor , daß Arci , welcher Befehlshaber darinnen gewesen , den Grafen von Tende selb 30 niedermachen lassen und ganz laut gesaget , daß er nichts obrtc 25eöad ) t und ohne Befehl chare . Es ist sehr schwer , diesen Geschichtschreiber mit dem Thuanus zu vergleichen ; denn wenn Caspar von Villeneuve , Herr von Ars , oder von Arci , Arcii regulus , Befehlshaber in der Stadt gewesen wäre , wo die Niedermetzlung begangen worden , wie bigne vorgiebt : wie wäre es nöthig gewesen , daß er sich der List gebrau - chet hätte , desselben Auslieferung ven den Bürgermeistern zu erhalten , nachdem er , als das Haupt der Aufruhrer , in die Stadt gedrungen gewesen , wie Thuanus will ?
( R ) m«n stieß ihn mit tausend Sticken niever . 1 Thuanus bet diese schändliche Ausführung dem aufrührifchen Pöbel zu . ^b ir . ruente multitudine innumeris piigionum iöibus confoditur , deho -
neftato etiam poft mortem repetitis vulneribus cr . - ' . u . iere . Thuanus , Libr . XLIV . p . 89s . col . 1 . Brautome , der nichts als verwirrte Begriffe von diesem schändlichen Meuchelmorde gehabt , eignet denselben nur ciV ner Person zu : Er rvurde , saget er Difcours du Connetable de Montmorenci , in währendem Frieden , da er seinen Eintritt in eine Stadt in der Provence , unter dem Vorrvande des Frieden» , hielt , getödrer , und es hat ihn ein nichtswürdiger Rerl mcuckclmor - derischer weise ermordet , denick alle Jahre der Roniginn Mutter hundertmal hake Citroncn bringen sehen ; ich habe seinen Namen und aucd die Stadt vergessen , wo solches gestiohen ist . Die - Hugonottcn , fährt er fort , in der Provence^haben viel auf ihn ge - halten , und wenn cr nickt gestorben wäre , fo würde er sich stark beweget haben ; denn er war beherzt und tapfer , und ein großer Herr . Cr hatte zuvor gesaget : daß er ein beherzter und tapferer Edelmann , ein Huzonotte , gewesen , und daß der Graf von Conim . rive , sein Halbbruder und er , einander stark in den - ren gelegen , gleichwohl aber einander zuweilen - Hoflickbeiten er ? Wielen hätten .
Cyrillus f Diaconus bey der Kirche zu Heliopoliö , nahe beym Libanon , war ein großer Bilderstürmer , unter ConstantinS Regierung ; denn er zerschmiß , von dem Feuer der Liebe Gottes entzündet 8 , viele Götzenbilder , die von den Heiden angeb lhet worden . Diese waren solches eingedenk , da ihre Religion unter dem Julian die herrschende wurde , und racheten sich deswegen an ihm mit vieler Wuth , angesehen , sie ihn nicht allein umbrachten , sondern ihn auch ausweideten , und die Leber aßen . Alle , welche Theil an dieser That hatten , wurden auf eine erstaunliche Art deswegen bestrafet , feie verlohren anfanglich alle Zähne , dann die Zunge , und endlich die Augeil b . Alcyonius versichert , es sey Cyrillus , ehe er diese Heldenrhar wider die Gotzenbüocr auögejnhret , in die Insel Naros verbannt gewesen , und daß Julian selbst besohlen , ihn zutödten ( A ) , und daß seine Hos bedienten das Eingeweide dieses heil . Mannes mit Vergnügen gespeiset Hatten . Ich habe dieses im Theodoret nicht gefunden .
a ) zitof zvsxofl'i« . Diuini amoris aeftu inflammatus . Theodoretus , Hiftor . Ecclef . Libr . III . cap . VII . b ) Cbend .
wenn man Lust gehabt hätte , diesen abtrünnigen Prinzen namentlich zu lästern , und hierzu wahrscheinliche Zusehe anzuwenden ; warum bat man nicht auch etwas unterdrucket ? Die Redekunst erlaubet es . Warum redet man von den Göttern , die Cyrillus zerschmissen hat ? Dieser Umstand verringert die Grausamkeit der Götzmdiencr ungemein . Die Katholiken können nach sich selbst l'iervon urtheilen . Nichts hat die Gewissensserupel des Herzogs von Alba besser geheilet . da cr so viele Protestanten in den Niederlanden hinrichten lassen , als die Gedanken , daß sie Bilderstürmer gewesen . Man muß bekennen , daß die Märty - rer eine viel reinere Krone davon tragen , wenn man ihnen nicht werfen kann , daß man sie die Axt wider die geweihten Bilder brauchen gesehen u . s . w .
( A ) Alcyonius versickert , daß Cyrillus - - - - verbannt worden , - , - - und daß Julian selbst befohlen , ihn ; u ten . ] Hier sind seine Worte : Cyrillus quoque fempiterna laude videtur decorandus , qtii leuiflime fuum in Naxo infula exfilium to - lerauit , idque principatu Magni Conftantini , apud quem poftea tan . ta gratia et aucloritate valuit , vt cum bona eins venia complura ve - terum Deorum fimulacra fubuerterit . Quo defunfto cum poteftas rerum omnium pcnes Iulianum eilet , illius iuflfu difi'eöus eft , man - dauitque infuper cmdelilfimus tyrannus , vt Purpurati fui vifcera fenftilfimi et innocentilfimi hominis epidarentur . Petrus Alcyonius , in Medice Legato priore , fol . ciiij . ES ist einige Wahrscheinlich - feit , daß man hier ein wenig Ausschmückung gebrauchet hat : allein ,
Cyrus , der Sohn des Darms Nothus , Königes von Persien , machte sich durch schöne Eigenschaften berühmt ; allein , nichts hat so viel Redens von ihni gemacht , als der Krieg , den er wider seinen Bruder , Ärtaxerxes , unternommen . Ihr meinschaftlicher Vater , Darius , da er sich von einer tödtlichen Krankheit angegriffen sah , rief ihn aus der Provinz zurück , darü - b ? r er ihm die Statthalterschaft gegeben hatte . Cyrus nahm den Tissaphernes mit sich , aufweichen er ein großes Vertraue , ge - seht hatte ; allein dieser Mensch betrog ihn , und machte dem Artaxerxee weis , der dem DariuS nachgefolget war , daß Cyrus etwas Übels wider ihn im Schilde führte . Diese Nachricht setzte den König von Persien in solchen Zorn , daß er sich des Cyrus diget haben würde , wenn nicht ihre gemeine Mutter , ParysatiS , den Streich aufgehalten hatte . Sie rettete ihn : nicht allein das Leben , sondern erhielt ihm auch die Statthalterschaft der Provinz , die er vom Könige Darms erhalten harte . So bald Cyrus daselbst wieder angelanget war , gieng er mit nichts , als herrschsüchtigen und rachgierigen Anschlagen schwanger : er mach , re alle Anstalten , so wohl sich wegen der Begegnung zu rächen , die er von seinem Bruder erhalten harte , als sich Meister von der Krone zu inachen . Er versicherte sich einiger guter griechischer Heerführer , die aus ihrem Lande geflüchter waren ; er gab ih - nen Befehls Soldaten zu werben ; er verbarg , bey wahrendem Marsche , seine wahre Absicht , unter verschiedenen Vorweudun - gen ; cr ließ sich dadurch nicht abschrecken , daß es ihm bald am Gelde fehlte . Er war so glücklich , eine Königinn anzutreffen , die nicht müde wurde , ihm Geld zu bringen ( Ä ) ; nichts destoweniger hatte er hundert «Schwierigkeiten mir diesen Lobnsclda -
re , und die sich so geschickt aufführte , daß sie sich bey der ParysatiS ungemein beliebt machte ( D ) . Wie sie glaubte , daß ihre Gewogenheit ein Geschenke des Himmels wäre , so legte sie gegen die Göttinn Venus viel Merkmaale ihrer Dankbarkeit Mut - lich an den Tag ( E ) . Wenn alles dasjenige wahr ist , was man von ihr aesaget hat , so muß ihre'Schönheit von einer er . staunlichen Dauer gewesen seyn ( F ) . Uebngens darf uns der Brief des Cyrus an die Lacedämonier nicht überrede» , daß er nicht , wenn es nöthig gewesen , die ordentlichen Versicherungen gegeben hätte ( G ) .
« ) Aus dem Tenophon , im IB . der Historie , die er von dem Kriegszuge des jungen Cyrus verfertiget hat . Die Schlacht zwischen den zween Brüdern , darinnen Cyrus erMagen worden , ist im dritten Jahre der XLV Olympias geschehen , welche« , nach dem CalvisiuS , M daS Z5Z Zahr Roms fällt .
( K ) ( Er traf eine Roniginn an , die nickt müde wurde , ihm Geld ? u bringet - ] Sie hat Epnar« qeheißen , und ist des SyennesiS ,
Königes in Cilieien , Gemahliim gewesen . Sie hat den Cyruß zu sehr gelegener Zeit besucht ; denn er war seinen Soldaten ben nahe vier Mo - nate Sold schuldig , und er sah sich alle Tage vor seiner Thnre von einer Menge Soldaten belagert , die ihre Bezahlung forderten . Es war seine Gewohnheit nicht , sie zurück zu schicken , wenn er Geld hatte : er war also sehr bekümmert ; denn er hatte , in Betrachtung , daß er wohl bezahl - te , wenn er konnte , zu befürchten , man würde schließen , daß seine Ein - künfte schon gänzlich erschöpft seyn mußten . Eine solche Mevnung roat vermögend , alle seine Anschläge krebsqang . g zu machen . Evyaxa be - freute ihn von diesen Unruhen ; denn gleich nach ihrer Ankunft be - zahlte er seinem Kriegsheere vier Monate Sold - und er hat entweder aus Erkenntlichkeit , oder uwil ihm diese Kvniginnchre Gnnst nicht bloß halb erzeigen wollte , tapfer und wohl bey ihr geschlafen . Diep ist zum n>enigst«n die gemeine Meynung gewesen . * f KCfev 'jh «W -
vfc & aj r$ Vulgo quidem fcrebatur cum Cyro eam congref -
fam . Xenophon de Cyri Expedit . Libr . I . p . m . 146 . Er Hat aus be zu ihr , alle seine Volker , in ihrer Gegenwart , durch die Musterung geh^n . und dieselben die Uebungen machen kif>cn : und weil sich di< Griechen dabey aestellet , als wenn sie die Barbarn anfielen , so brachten sie dieselben zur Flucht ; diese Königinn hatte Theil an der Furcht , und ist gleichfalls qeflohen . Cyrus hat ihr eine gutc Bedeckung mitgeqeben , da sie nach Cilieien zurück gerehret . Sie ist fünf Tage vor de : n Cyruö zu TarsiS angekommen . Dieß ivar die Hauptstadt von dem Köniqrei - che des Syennesis ; sie ist , ungeachtet der Wohlthareu und der Gefällig - feiten , von oller Art , welcl ) e die Königinn qeqcy den CvruS gebrauchet , geplündert worden - , und was das Seltsamste ist . fo bat Siennesis sich diesem Prinzen nicht anvertrauet , ob er ihm gleich seine Gemahimn trauet hat . Endlich hat er sich doch von seiner Gemahluni überreden lassen , ihn zu besuchen , und Geschenke von ihm erhalten , die ihm aber sehr theuer zu stehen gekommen : denn er wurde gezwungen , zur Unter - Bb 3 Haltung

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