Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
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Cipierre .
« ) Le Labourcur Addit . a Caftelnau , Tom . I . p . 526 . F ) Ebendas . aus dem Brantome . « - ) Ebendas . Z7q S . d ) Thtianu« , Libr . XXXVIII . 0 Le Laboureur führet einige davon in den Zusthen ^um Castelnau , I Th . 374 S . an . / ) Mezerai Abrege Chro - nol . Tom . V . p . m . 19 . g ) Beza Hift . Eccl . Lib . III . p . 290 . Tluian . Libr . XXVI . b ) Brantome , Capit . Etrangers , Tom . I . p . 132 . i ) Le Laboureur Additions aux memoires , de Caftelnau , Tom . I . p . 374 . k ) Sie ist zu Paris den 2 des Heumonals , 1656 , gestorben . P . Anselme Hift . des Officiers , p . 243 . f ) Le Laboureur Addit . a Caftelnau , Tom . I . p . 374 .
( A ) rvenn andere die vortreffliche Erziehung nickt verdor , ben hätten , die er ( Lavin dem IX gegeben , so würde er einen großen Ronig aus ihm gemacht haben . 1 Brantome sehet die zwo bösen Eigenschaften Carls des IX , das Schworen und die Versteh lung , auf die Rechnung der Lieblinge , und nicht auf die Rechnung des Hosmeisters . Er behauptet , es sey Cipierre der bravste - Herr gewesen , der jemals die - Hofmeisterstelle bey einem Rönige vertreten , senhaft , aufriclitig und offenherzig vom Munde und - Herzen , kein Lügner und kein - Heuchler , daß er ihn sehr wohl erzogen und unterrichtet , und ihn niemals in der L . ehre der Verstellung ha - be studieren lassen . Brantome , vom Laboureur , in den Zusahen zum Castelnau , I Th . 374 S . angeführet . Er setzet dazu , daß er Carln dem IX , unter andern Dingen gelehret , sich wohl auszudrücken . Herr von Cipierre , saget er ebendas im II Th . auf der 860 S . hat , nach meinem Begriffe , besser Französisch , Spanisch und Italienisch geredet , als ein Edelmann oder Soldate , den ich lemals hen habe : und dieserwegen hat der Rönig seine rvohlrcdenheir lieber nach ihm , sager man , als nach dem du Perron , nachmali , gen Marschälle von Rey einrichten wollen , der gewiß sehr wohl geredet hat . Im I Th , auf der 5 - 8 Seite , ebendaselbst saget er . daß Cipierre der beste Mann von Oer Welt gewesen , eine Erzählung vorzutragen ; daß er sie am besten , mit der besten Anmuth und den schönsten v ? orte» vorzustellen gewußt , die man nur fizgen können : so vollkommen ist er in allem gewesen .
( B ) Diesem ungeachtet behielt Cipierre seine Bedienung . ^ Die
Worte des Brantome , die ich angeführet habe , sind ein Beweis davon ; unterdessen aber muß man doch glauben , daß er sie auf eine Zeitlang ver - lohren , und daß man ihn endlich wieder berufen hat : denn Laiiguet versi - chat , daß man ihn von dem Könige weggenommen , und daß der Für - sprnch des Königes von Navarra , zur Erhaltung seiner Zurückrufimg , vergeblich gewesen . Diese Sachen waren nur vor zween Tagen vor - gegangen , als Languet derselben in einem Briefe von Paris , unter dem , Hornung , 1562 , gedacht hat . Dasjenige , was er von der Ursache der Ungnade dieses Hofmeisters saget , ist so merkwürdig und so wenig kannt . das ; ich mich verbunden erachte , es anzuführen . Die Sache ist diese gewesen , daß sich Carl der IX so heftig darüber erzürnet , weil ihm Cipierre ein theologisches Buch weggenommen hatte , daß er sich auch erklaret : er wolle ihn nicht länger zu seinem Hosmeister haben . Die Worte , deren sich Languer kurz zuvor bedienet hat , überreden mich , daß das Buch , welches man dem jungen Monarchen weggenommen , nach des Cipierre Mcynung , ketzerisch gewesen : denn dieser Schriftsteller te erstlich gesaget , daß es schiene , als wenn sich Carl der IX und seine zween Bruder gar bald für Protestanten erklaren würde» : daß der Herzog von Orleans schon deutlich genug zu erkennen gegeben hätte , daß er von dieserPartey wäre , und daß der Herzog von Anjou die königliche Frau Mutter , in Gegenwart vieler Personen , ersuchet , ihm künftig keine andere Bedienten , als Lutheraner , zu geben : Regina cautiiw fua admi - niftrat , nam accommodat fe tempori , et oftendit , fe nobis addi - öiorem quam antea . Rex et fratres videntur breui tranfituri ad noftras partes . Haec fi non fiunt matre impellente , fiunt faltem ipfa non nolente ; nam fi vellet , pofllt hoc impedire . Aurelianen - rfs iam fatis oftendit , fe efle a noftris partibus . Andegauenfis plane puer , nuper petiit a matre coram plurimis , ne deineeps daret ei Mimftros , qui non eflent Lutherani . Haec verba mater exeepit ri - fu . Rex habuit gubernatorem nobilem virum ( nomine Sipierre ) natura in Burgtindia , ex tenui fortuna fua induftria peruenit ad magnas opes , et fuit admodum charus Regi Henrico . Is cum per Reg i Librmn theologicum eripuiflet , ita oftendit eum , vt di - ceret matri , fe nolle aniplius habere eum gubernatorem . Mater itaque eum remouit a filii gubernatione , et ei fuffecit Principem de la Roche für Yon . Cum Nauarrus pro remoto apud Reginam deprecarctur , illa refpondit , hoc non fua , fed filii voluntate eflefa - ftum , qui nolit eum habere gubernatorem . Hoc nudius tertius pri - mum accidit . Referunt et alias caufas , quare fit remotus : nam fuit valde addidtus Guifiis . Languet . Epiftol . LXVIII . Libr . II . pag . 201 . 202 . Wenn man die Stelle aus den Nachrichten der Königinn von Navarra zu Rache zieht , die bey ihrem Artikel , in der Anmerkung ( B ) , angeführet worden , so kann man sich vorstellen , daß Languet kein
Zeitungsschreiber gewesen , der üble Nachricht von dem französischen H * fe gehabt .
( C ) Die Reformisten sind mit seiner Aufführung nicht zu - frieden gewesen^ Le Labouteur giebt keine andere Ursache davon an , als die dem Cipierre aufgetragene Verrichtung , die Orleaner zu entwaff - nen : Additions a Caftelnau , Tom . I . p . 529 . Allein die Verse , die er anführet , setzen voraus : daß diese Stadt auf eine grausame Art gequa - let worden , und daß sich die Wuth des Cipierre , so wohl über die Mm» scheii , als über die Mauern , erstrecket hat . Thuanus , der diesen Herrn sonst lobet , bemerket , daß er den Herren von Guise ergeben gewesen . Libr . XXVI . p . ni . 5 - 0 . Mit einem Worte : wenn die Protestanten ih - re Klagen »ach dem ersten Frieden erheben ; so führen sie nicht allein das durch den Tavanues übel gehandelte Burgund , und das durch den Monluc geängstigte Gwenne . sondern auch dasjenige a» , was Orleans vom Cipierre erlitten hat . Vraie Hiftoire des Troubles fol . 4 verfo , aufs 1563 Jahr .
CD ) hat von den päbsilichen Legaten die Krlaubniß er , halten , daß die Soldaten in der Lasten haben Fleisch eften vor , fen . ] Der Cardinal von Ferrara , Legat des Pabsteö , hat sich damals , nebst der königlichen Frau Mutter , in dem Lager befunden . Er hat die an ihn gethaiie Bitte übel aufgenommen , zu einer Zeit , da man wider RetzerFeinde der Fasten , Krieg geführer . Allein nach einigem Nachdenken hat er zu» . Antwort gegeben , daß man vom sche , als einer abscheulichen Sache , gar nicht reden dorfe ; und daß er weiter nichts , als Butter , Rase und Milchwerk zu essen er» lauben wolle . Brantome Capit . Etrangers , Tom . I . p . 132 . Hier ist die Antwort des Cipierre : „ Mein Herr , bildet euch nicht ein , unsere „ Soldaten so , wie eure Geistlichen , einzurichten ; denn es ist ein ganz „ ander Ding , Gott dienen , und dem Kriege dienen : woller ihr , daß ich euch „ die Wahrheit sage , so ist hier nicht die Zeit , bey diesem Krieqsheere , „ welches aus vielerlei ) Arten von Leuten besteht , so viel Gewissensscru - „ pel zu machen . Denn was eure Durler , Käse und Milchwerk betrifft , „ so verlangen unsre französischen Soldaten dieselben nicht , wie eure Ita - „ liener und Spanier ; sie wollen Fleisch u»id gute Gerichte essen , um „ sich desto besser zu erhalten . Sie werden auch solches hin und wieder „ verstohlen und in geheim essen , ihr möget es nun verbiethen , wie „ ihr wollet : darum werdet ihr besser thun , wenn ihr ihnen einen gute» „ Ablaß und LoSsprechung ertheilet . Denn wenn sie sich selbst den Ablaß „ nehmen , so wird euer Ansehen dadurch uin so vielmehr Unterdrücker ; «und hingegen wird dasselbe vergrößert werden , wenn ihr es ihnen er» „ laubet , und ein jeder wird sagen : der Herr Legat , dieser ehrliche Mann , „ hat uns Ablaß gegeben , imd dieß wird überall besser klingen . „ Eben - daselbst , >33 S . Der Legat hat sich eine so vernünftige Vorstellung ge - fallen lassen , und dasjenige verwilliget , was Cipierre von ihm Verlan» get . Ebendas . 134 S . Was Brantome kurz zuvor gesaget , ist so ver - mögend , dasjenige zu bestätigen , was alle ehrliche , gottesfürchtige und vernünftige Leute von dem Kriege urtheilen , daß ich es abschreiben muß . Carl der V sägte zur Entschuldigung der beherzten und ver - liebten Äcutt , wie er war : daß cr luchr gorresfürchtiz und ge« wissenhaft feytt konnte , da er beherzr , herrschsüchtig und ei» großer Rricgsmann wäre . »Lbendaßelbe har einmal der große Marguis von Pescayra be ) ? den Rriegen in der barde ? zu dem Herren Megären , bey dem Pabste , Clemens , we , gen der Einschränkung von den Unordnungen und Ausschwei : fungen seiner Soldaren gesager . Mon Senor Legado , no ay cofa nias difficultofa a los que exercen la guerrra , que con igual difei plina fervir en un mismo tiempo a Mars y a Chrifto , porque el lifo de la guerra en efta corruption de militia parece fer todo contrario a la Iuftitia y Religion . Das heißt , 'Herr Legat , es ist denjenigen nichts schwerer« , welche den Rrieg führen , ats zu cher Zeit und nur gleicher Sucht dem Mars und Christo zu die - nen ; weil derGebrauch des Rrieges bey dieser Verderbniß de» Soldatenstandes der Gerechtigkeit und der Religion ganz und gar zuwider ist . Brantome , ebendas . >3' S . Dieß ist das Urtheil , welches diejenigen vom Kriege fällen , die denselben am besten kennen , und weil vnicuique in fua arte credendum eft , so muß man schließen : daß eine nach den Gesetzen der christlichen Neligwn geführte Krieges - macht , ein platonischer Begriff , ein Utovia des Thomas Morus , ein Stein der Weisen ist , die man niemals finden wird .
( JtpiCtTC , ( Renatus von Savoyen , Herr von ) war der Sohn des Claudius von Savoyen , Grafens von Tende , Statt -
sdien Lehre sehr verdächtig , thetls wegen des öffenticyen nekenntm , ses seiner Gemaylinn , rveils weil er nicht zuaab , daß man in seiner Statthalterschaft wider diejenigen Gewalt brauchte , die man Keßer nennte . Diese Mäßigung brachte den Grafen von Sommerive , seinen eignen Sotzn , w . der ihn auf . Er hatte ihn aus seiner ersten Ehe gezeuget ; und cr war gezwungen , sich wider denjenigen mit gewaffneterHand zu vertheldiqen , d . m er daS Leben qegeben hatte Er zog den Kurzem und ward ge . zwungen , seine Statthalterschaft diesem ungearteten ^ohne zu überlassen . Ciplerre , welcher alles ftin möglichstes gcrhan hatte , die Rechte seines Vaters zu behaupten , von dem er die Oberstenstelle über d»e Reirerey erhalten hatte « . Jnmirrelst ein Cardet' sein Schwager h , die Stelle eines Obersten bey dem Fußvolk - verwaltete , wurde er zu Frejus ( A ) , im 1568 Jahre , durch einen Haufen von Aufwieglern uiiglücklicher weise ermordet . Er kam von Ncha zurück , wo er dem Herzoge von Savoyen aufqe - warter hatte . Die Meuchelmörder hatten »hm , n einem Holze Hinterhalt geleger ; und da sie nicht verhindern konnten , daß er sich mithatten seinen Leuten nach FrejuS rettete : so verfolgten sie ihn dahin ; sie läuteten die Sturmglocke , und belagerten ihn
£ '' " " L Uj—« " " " " - 's von Arn , welcher das
Bedienten die Waffen
- „ , . . . ^ weiter wehren konnten .
'Allein da der Marquis den Körper des Cipierre nicht unter den Tobten sah , ( denn die Bürgermeister hatten ihn an einen sichern Ort legen lassen , ) so stellte er sich furchtsam an , und versicherte , daß kein anderes Mittel wäre , fein Leben zu retten , a ! s wenn man ihm denselben wieder in die Hände gäbe . Die Burgernieister , welche seinen Worten Glauben beylegren , über» gaben ihn demselben , und so gleich stieß man ihn mit tausend Stichen nieder ( B ) . Tantum rclligio potuit fundere . malo - rum . Man zweifelt nicht , daß der Hof und der Graf von Sommerive Theil an dieser That gehabt , und daß dem Cipierre ,
aus

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