Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5920

Cipierre . 195
Marschalle von Litthauen befunden . Hier ist es gewesen , ( als an einem Orte , wo sich alle Großen Deutschlandes , nebst vielen Abgesandten und Personen von Stande aus fremden Ländern befanden , ) wo Ciolek seine schönen Eigenschaften blicken lassen , und Freytags , den 20 August , in der alleransehnlichsten Versammlung , eine so nachdrückliche Rede an den Kaiser und die Reichsstande gehalten hat , daß viele Anwesende darüber geweint haben ( C ) . Dieserwegcn hat sie Jacob Spiegel drucken lassen . Endlich hat Ciolek den Lauf seines Lebens bey seiner Gesandschaft an dem Hofe zu Rom geendigt' . Denn nachdem er von dein Könige Sigismund dem l , nach Rom geschickt worden , um einige geheime Angelegenheiten mit dem Pabste , Leo dem X . abzuhandeln , und einige Vorrechte von besagtem Pabste für seine Kirche erhalten harte : so starb er in eben demselben 1521 Jahre , da der Pabst gleichfalls aus der Welt gieng , und ward in der Kirche der heil . Maria del Popolo begraben . Raphael Lefczynski ist ihm in dem Bischofthume gefolgt * .
a ) Dieser Artikel ist von dem Herrn Ferdinand - Ludwig von Drefiler , von Asckemburg , dem Uebersetzer und Fortsetzer des Moreri , auf deutsch , mitgerheilt worden . Man sehe hieroben den Artikel Biblianver , in der Anführung ( 5 ) . b ) Vili et plebcio loco Cracouiae natiis . Stanisl . Lubienski Vitae et feries Epifcoporinn Plocenfiirni in Operibus eins Antwerpiae an . 1643 . exctifis , pag . 370 . Erafnuim Ciolcum homineni plebeium , qitemadmodum creditum eft : appellat Mart . Cromerns de Origine et Rebus geftis Polono' - rnm Libr . XXX . c . vlt . c~ ) Lubienski Oper . p . 369 . Quo genere , quaue llirpe genitus fuerit Erafmus Cioiek , vnde prodierit , quo - modo creiterit , et illa ipfa , qua vixit , ignorauit aetas . d~ ) Cromerns de Orig . et Reb . gelt . Polonor . Libr . XXX . c . vlt . c ) ^ttl Jahre 1701 . f ) Lubienski Oper , pag . 370 . g ) Ob es mir gleich wahrscheinlich verkommt , daß sich Cromerus am angezogenen Ortende - rrogen . und die Gesandtschaften hierher gesetzt hat , die er unter Sigismunden dem I , gethan . b ) Im Jahre 1506 . / ) Siehe die Anmer« kung ( C ) zu Ende . k ) Lubienski Oper . pag . 370 .
CA ) Ä . ötdnisd ) Vitellius . ] Die Kunst der Namenverwandlungen ist den Pohlen auch nicht unbekannt gewesen , und eS hat diesen Vitellius gedünkt , daß er sich recht wohl gefirmelt hätte , wenn er aus dem Worte Ciolek , weiches mit dem Worte , das auf pohlnisch ein Ralb heißt , nige Verwandschaft hat , Vitellius niachte . Martiu Cromerus , welcher diesem Worte eine lateinische Endung giebt , nennet ihn Ciolcum . De Orig et Reb . gest . Polon . Libr . XXX . c . vlt . Es ist noch eine sehr ansehnliche adliche Familie in Pohlen , die Ciolek heißt , und sich auf lateinisch Vitellina nennet . Sie ist zur Zeit des Miecislaus durch Ro - betten , Erzbischofen von Gnefen , aus dem Geschlechte der Vitelliner , im 97 > Jahre aus Italien dahin gekommen ; so sehr hat Paulin Roberts Druder sein Geschlecht in Pohlen vermehret . Es sind daraus verschiedene Erzbischöfe von Gnesen , und andere Personen von Ansehen entsprossen . Simon Okolski in Orbe Polono . Tom . I . pag . 108 n . f . Es ist gut , hier dasjenige beyyifügm , waS Okolski von einem au« dieser Familie er - zahlet . Ebendaselbst 114 S . Ich will hier die eignen Worte anfuhren , damit man das Hülfsmittel um so viel besser aus der Quelle schöpfen könne , welches sich sehr wohl für eine pohtnische Sache schicket . Er saget also : nislaus Ciolek feu Vitellius , nobilis Polonns , circa faec . XV . clarus , fertur ante confuetum tefnpus natus , qua propter 4 feptimanas in adipe apri conferuabatur , creuit in maximum Viriim , Caftellamim Sendomir , Marefchallnm Curiae etc .
( B ) Und durch feilte Beredsamkeit . ) Jacob Spiegel , ( siehe die Anmerkung ( C ) ) macwt die Abschilderung sehr wohl davon , und malet ihn in seinem Briefe an den Erasmus , als einen der gelehrtesten und beredtesten Männer seiner Zeit ab , indem er ihm überdieß dieses Lob Hiebt : Singularis integritaus vitae . Richard Bartholin in Concinna Defcriptione de Conuentti Auguftenfi edita a Conrado Adelmann de Adelmannsfelden , Canonico Auguftano anno 1518 , in 4 . ' bestätiget es , wenn er saget : Epifcopus Plocenfis vir literatus et erauis orationem habuit latinam plane et rei fatis accommodatam , in qua fapienter et emdite de expeditione contra Turcas fufcipienda difputauit : und an einem andern Orte ebendas . Haec mihi Reueren - difTimus Epifcopus Plocenfis , apud Caefarem Poloniae Regis Orato - rem agens recitauit , vir grauiflimus et literatus , et cui fine contro - verfia fides adhibenda . Allein Stanislaus Lubienski giebt ihm in der Wahrheit den Character eines gelehrten und verständigen Mannes , weil er saget , daß er durch seine Geschicklichkeit das Difchosthum Ploeko er - halten hat . Er saget auf der Z70S . Tantum ingenio valuit , vt Epif - copatum Plocenfein adipifceretur . Allein es scheint , daß LubienSki dem - jenigen keinen Glauben beygemessen , was Spiegel von seiner Redlich - feit gesagt : weil er ebendaselbst saget , Vafrum fuifl'e hominem etcalli - dum , et qui Regi , cuius gratia llorebat , ( Alexanäro ) tyrannidem fuaderet , plerique credidere .
( C ) Daß fiele Anrvestnde darüber geweint . ] Dieß ist ein ganz besonderer Umstand , welchm Jacob Spiegel , Rath und Secretär des Kaisers , in dem Briefe an den Erasmus von Rotterdam , von der Rede
des Vitellius , bemerket : und ich glaube , daß wenig Redner durch ihre Worte dasjenige haben zuwege bringen können , was Ciolek durch die seinigen bewerkstelliget hat , zumal bey solchen Zuhörern . Jacob Sviegel hat so viel Vertrauen zu der Stärke dieser Rede gehabt , daß er nicht daran gezweifelt , sie würde denjenigen Thranen auspressen , die sie läsen . Wie die Worte , die sich in dem Briefe finden , den er an den Erasmus aus Augspurg prid . Kai . Sept . ann . 1518 geschrieben , seltsam sind , und ik eine wcitlauftige Beschreibung so wohl dieses UmstandeS und der Beredsamkeit Cioleks , als auch der vornehmsten Zuhörer , machet ; so will ich dieselben hier der Länge nach anführen : Reuerendilfimus Dominus Erafmus Vi - tellius Epifcopus Plocenfis , fingulari integritate vitae , raraque do - örina , Romanaque facundia infignis ; vel eo mihi nomine praeeipue colendus , quia cognominis , de te perquam egregiam frequentcr facit mentionem . Pnmam ( vt aulicus aulico vtar verbo ) audientiatn coram Caefare , facri imperii Eleftoribus omnibus , et caeteris maniarum Principibus proceribusque obtinuit . Sic ornzte , fic gra - iiiter orauit , vt ad intima vfque praecordia auditorum vehementia fententiarum penetrauerit , pluresque ad fletum concitauerit , ei vero do6lo fimul et facundo ornnes dofti et eloquentes palmam tribuunt . Aderant enim viri non pauci , tum exquifite doKi , tum in iudicando naris emundhflimae , Antiües Toreeftinus , Peutingeras , Huttenus , Bartholinus , Spalatiniis , et Statins ille in nullo doftrinae genere non verfatus ; Henricus Stromer Medicus , et Laurentius Zochius luris - confultus , Cardinalis Magnntini , florentiffimi Principis , Cancellarius . tgitur fafta mihi primum prae caeteris elegantiflimae huitis oratio - nis copia . Quia digna multorum leöione vifa fiiit eruditoruin caj - culo , et ab omnibus deiiderata , imprimendam curaui fub augufto tuo nomine ; non dubito , quin vt audientibus lachrimas commouit , ita haec cadem legentibus roagis copiofas excutiet , et in rem chriftia - nam propenfiores eorum animos reddet . UebrigenS will ich zur weiterung der Erzählung von der Pracht der RcichStagsversammluna dasjenige hier noch anführen , was der berühmte Buchdrucker zu Auqsrurg , Johann Müller , der diese Rede Cioleks gedruckt , statt eines Anhanges bevgefüget hat . Aderant , saget er , in hoc conuentu tres reuerendifli - mi Domini Cardmales , Caietanus , Guraenfis et Moguntinus , que Regum Oratorcs , et omnes fere Germaniae Duces , cum magna parte F . pifcoporum et nobilitatis fuae primariae ; qualis in Imperio fupra 30 . annos vifus non eft . Was die Ausgabe dieser Rede betrifft , so hat sie Jacob Spiegel , wie ich bereits gesagt habe , in 4 . zu Auqwurg im 1518 Jahre , unter dem Titel drucken lassen : Oratio per R . P . minum Erafmum Vitellium , Epifcopum Plocenfem , in celeberrimo Auguftenfi Conuertti ad Caefarem Maximil . nomine viftoriofiiliini Regis Poloniae Sigismundi habita , coram omnibus S . Imp . Eleclori - bus plurimisque Germaniae Principibus , die veneris , 20 Aug . A . Dom . Ki8 . Nach diesem ist sie zu Basel „ 8 ? , in folio ex Bibliotheca loh . Piftorii in Corpore Hiftoriae Polonicae Tom . III . pag . 5 . loj£t der gedruckt worden . Marquard Freher saget auch in Indice Autorutn Tom . II . Rer . German , praemifib , daß sie sich j „ ReusnerS Ami - Turcico finde .
Cipien'e ( philibert von Marcilli , Herr von ) war aus Maconnois « . Er legte so viel Proben seiner Herzhaftigkeit und Klugheit in dem Dienste des Königes , Heinrichs des II . so wohl in Frankreich , als in Italien , ab , daß ihn diestr Prinz zum Hofmeister des Herzogs von Orleans , seines andern Sohnes , machte , der unter dem Namen Carls des IX , regiert hat . Man giebt vor , daß , wenn andere nicht die vortreffliche Erziehung verdorben hatten , die er diesem Prinzen gegeben , er einen sehr großen König aus ihm gemacht haben würde ( A ) . Als Carl der IX , zur Krone gelanget war , so hielt man dafür , daß zu größerm Staate ein Prinz vom Äeblüte bestandig um ihn seyn müßte , der auf seine Aufführung ein wachsames Auge hatte , und man gab dieses Amt dem Prinzen de la Roche sur Pon allein diesem ungeachtet behielt doch Cipierre seine Bedienung ( B ) . Diese zween Hofmeister verstunden sich wohl mit einander : der Prinz gab dein Cipierre viel nach , indem er feine Fähigkeit für so zureichend und groß , alo eines Herrn von Frankreich erkannte : Cipierre , der sehr verständig war , er» trico dem Prinzen auch große Ehre und Ehrerbiethung - - - und man konnte sehr trohl sehen , daß diese dep« den Herrn Hofmeister dep der Person deo Vonigeo ihren Nang hielten , wieeo ftpn sollte ; der eine koch , und der andere ein wenig niedrig . Cipierre wurde vom FranciscuS dem II . im Jahre 1560 , zum Ordensritter gemachtc . Man saget , daß er , da er sich von einer tödtlichen Krankheit angegriffen gesehen , und sich angeschickt , nachAchen zu gehen , die Wasser zu trinken , die königliche Frau Mutter sehr inständig ermahnt habe , die Streitigkeiten der Guisen und Coligner zu vergleichen , und durch dieses Mittel h . '» Wiifiol der Rottirunaen und Unruhen abwbauen . die den Staat M verderben vermögend waren d . Er iil l» «üttich im
nicht
zufrieden gewesen ( C ) ; fic haben , bey seinem Leben und nach seinem Tode , sehr beißende ^erse wider ihn gemacht^ . ~ Von ihm hat der Prinz von Conds zu Orleans im 1560 Jahre erfahren , daß die Verschworung des ^lenaudier entdeckt worden f . Er ist es auch gewesen , dein man einige Monate darauf aufgetragen hat , sich der fcptadt Orleans zu versichern denn man hatte fie im Verdachte , daß sie nicht wohl gesmnet wäre . Er hat einige Tage das französische Kriegsheer bey der Belagerung dicser Stadt commandirt , nachdem der Herzog von Guise davor geblieben war , und er hat von dem pabstlichen Legaren die Erlaubniß erhalten daß die Soldaten in der Fasten haben Fleisch essen dörsen ( v ) . Er ist mit Louisen Halluin' verheirather gewesen , von der er nur eine Tochter gehabt , welche die Ehtrau des FranciscuS de la Magdalenc , Herrn von Ragni , gew . 'sn , , des Großvaters der Herzoginn von Lesdiguieres * . Sein Vater hatte sich Mit N - - . von S . Amour , Frau von Li . pierre 1 verehlichi .
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