Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5911

194 Cinus . Ciolek .
i ) Euftathius in Iliad . Libr . X . « ) Ouidiuj Metamorph . Libr . VI . k ) Pindar . Pyth . Od . II . / ) Ebend . Nem . Od . VIII . Plato , de Legibus , Libr . II . Saidas in xc * rzyii ? 6tuit . m ) Anthol . Libr . IV . cap . I . Hygin . capite CCLXX . » ) Tacit . Hift . Libr . II . cap . III . o ) Ebendaselbst , f ) Nämlich derjenige , welcher von dem Cinyras abstammt , q ) Scholiaft . Pindari in Pyth . Od . II . r ) Plutarch . in Vita Catonis . s ) Lucian . de Dea Syria . t ) Hygin . capite CCLXXV . v ) Piinius , Libr . VII . cap . LVI . x~ ) Clem . Alexand . Strom . Libr . I . p . m . 333 . Meurlius , de Cypro , pag . 110 . y ) Admon . ad Gent . pag . 29 . Arnob . Libr . VI . pag . 193 .
( A ) koif a^ackto« : es haben schiedene viele Dinge von ihm gesagt . Meziriacfur les Epitres d' Ouide , pag . 398 . Benediflus in Pindari Nem . Od . VIII . Meziriac liest : no»it
noKa AfAfxi - « , . Man saget viele und vielerley Dinge von ihm . Allein die Folge der Rede enthält nichts , welches erforderte , daß man die Wor - te dieses Poeten also verstehen müßte .
( B ) Nach dem er den Griechen fem Xvort nicht gehalten . ] Palamedes war zu ihm abgefertiger worden , um von demselben Hulfs - Völker zu erhalten ; allein an statt dieselben von ihm zu verlangen , hat er ihn überredet , sich nicht mir den Griechen zu vereinigen . Er ist mit Geschenken überhäuft zurück gekommen , und hat sie alle für sich behal - ten . bis auf einen schlechten Harnisch , welchen er dem Agamemnon im Namen des Cinyras gegeben . Er hat Hoffnung gemacht , daß dieser Könia von Cypern eine Flotte von hundert Schissen schicken würde : diese Hoffnung ist vergeblich gewesen . Dieß sind einige Beschuldigun - qen des Alabamas wider den Palamedes . Er hätte Unrecht gehabt , mit solcher Verächtlichkeit von dem Harnische zu reden , wenn er der Be - schreibung ähnlich gewesen , die uns Homer davon hinterlassen hat . Illiad . a . Einige haben gesagt , daß alle Schiffe , welcl>e vom Cinyras geschickt worden , bis auf eines , von Erde , und mit Menschen von Glase besetzt gewesen / Euflat . in Iliad . a . apud Meurfium , in Cypro , pag . iii . Diejenigen , welche wollen , daß der Cinyras der Heiden der Noa in der Bi - bel sey , ( Biblioth . Univerfelle , Tom . III . p . , » . ) würden große Mühe haben , dasjenige auf den Noa zu deuten , was wir so gleich vom Cinyras gesagt haben , und noch von ihm sagen wollen . Ich will nicht sagen , daß man nicht dabey zum Zwecke kommen könne ; denn wo hat
die Geschicklichkeit Huets , Bischofs zu Avranchce , den Moses nicht entdeckt ?
( C ) DieRi'rchenvaccr - , t haben gesagt , daß die auf der Insel Cypern verehrte Venus , des Cinyras - Hure gewesen . ] Arnobius soll uns zuerst Nachricht davon geben . Numquid rege a Cyprio , saget er im IV B . auf der 143 S . bey mir , cuius nomen nyras eft , ditatam meretriculam Venerem , Diuorum in nnmero con - fecratam ? Firmicu« Maternus drücket sich mir nicht geringerer Stärke auS : De Errore prof . Relig . pag . m . 22 . Audio Cinyram Cyprium templum amicae meretrici donafle , ei erat Venus nomen . Initiafle etiani Cypriae Vcneri plurimos et vanis confecrationibus deputafle ; ftatuifie enim , vt quicunque initiari vellet fecreto Veneris tibi tradi - to , allem in nianum mercedis nomine Deae daret . Quod teere tum quäle lit omnes taciti intelligere debemus , quia hoc ipfum propter turpitudinem manifeftius explicare non pofliimus . Bene amator Cinyras meretrieiis legibus feruit , confecratae Veneri a facerdotibu» fuis ftipem dari iuffit , vt fcorto . Was für Unordnung , was für wirrung ! man führte Geheimnisse ein , wobey die Vorschrift der Gebräu - che enthielt , t>aß derjenige , welcher aufgenommen werden sollte , eine Hand voll Salz und einen Phallus bekam , und der Venus ein Stück Geld gab . Clem . Alexandr . Admon . ad Gent . pag . m . 10 . Was theilte man hier nicht für ein Ordensband und Zeichen aus ! Man ziehe den Clemens von Alexandrien zu Rache , welcher uns belehret , daß Cinyras der erste ge - wesen , welcher diese unreinen Gebrauche , einer Buhlerinn seines Landes zu Ehren , aus der Finsterniß heraus gezogen har . 00 yit i KCnjief
i vticitürvit Kl»vg * t jror äv tu tff ! T>jv
tgyiu in »mcts« tjuig * wajaäsva ) ToA / t^ffaC» 4>iA«ti ( v>fv * oA / T , 3a : Non enim Cyprius inftilaris Cinyras mihi vnquam per . fuaferit , libidinofa quae circa Venerem fiebant orgia aufus ex nofte diei tradere , dum meretricem einem vellet in Deos referre . EfccnbJ Man sehe auch den Aruobius auf der , 69 S . des V B wo er saget : Nec non et Cypriae Veneris abitrufa illa initia practereamus , quo - rum conditor indicatur Cinyras rex fuifie , in quibus fumentes ea certas ftipes inferunt vt meretrici , et referunt phallos propitii numi - nis figna . Wer sollte nach diesem zweifeln , daß er es nicht gewesen , den Lueian in Rhetor . Praecept . mit dem Sardanapal verglichen , und als das Muster eines weibischen Menschen angegeben hat ?
CiNU6 oder EyNU^ , ein berühmter Rechtsgelehrter , war von Pistoia und auö einer edeln Familie ( A ) . Er tat im XIV Jahrhunderte geblüht . Seine Auslegung über den Coder ist im izi ? Jahre ftrtig geworden : er hat auch über einige Theile " der Digesten geschrieben . Er hat nicht viel von den Auslegern des pabjtlichen Rechts gehalten , und sie sehr oft gelt . Er ist deswegen vom Nicolaus von Tudeschis getadelt wordenEr ist zu Bononien gestorben , und neben dem Dinus bearaben worden , dessen Schüler er gewesen war b ( B ) . Man schet seinen Tod ins 1336 Jahrf . Er ist nicht weniger wegen seiner italienischen Verse , als wegen seiner Vorlesungen in der RechtSgelebrsamkeit , berühmt gewesen . Und nian rechnet ihn unter diejenigen , welche den Anfang gemacht , der toscanischen lyrischen Poesie Annebmlichkelten zu geben . Petrarcha kann für seinen Schuler gehalten werden , und er hat keine Schwierigkeit gemacht , ihm Gedanken abzuborgen . Das Canzoniere des Cinus ist noch vorhanden , welches man einem Fraulein zu verdanken hat A , das der Verfasser zärtlich geliebt hat e . Ich will eine stelle anführen , die zu erkennen geben wird , daß er dieser Leidenschaft unterworfen gewesen ( C ) .
ä ) Er ist derjenige , der unter dem Namen Panormitanus so bekannt gewesen . b~ ) Forfterus , Hift . Iuris Ciuilis , pag . m . 498 , 499 . <• ) Koenig Biblioth . pag . 193 , 753 . ä ) Madonna Ricciarda de' Selvaggi . e ) Crefcimbeni , Ift . della volgar Poefia , pag . 87 .
CA ) Er war aus einer edlen Familie . ^ Forsterusllift . Iur . Ciu . pag in . 499 . nennet sie Familiam Sygisbaldorum : einige andere nen sich des Wortes Sigisbuldi . Koenig . Bibl . pag . 755 . Leander Alberti Defcritt d'Italia folio m . 41 . bedienet sich des italienischen Wortes Simbaldi : GVcfcembeni Moria della volgar Poeßa , pag . 87 . brauchet das Sßort Sighibaldi .
( B ) Er ift neben dem Dimi« begraben worden , dess . n Schüler er gewesen war . ] Dich ist ohue den geringsten Vorzug einer Ehre ge - schehen : iuxta vynum pari , hoc est , ignobili et vulgari fepdchro terrae conditus . Forfter . Hift . Iur . Citi . pag . m . 499 . Es sagen einige , daß diese zween Rechtsgelehrten nnd Florian von S . Peter in einem Grabe , in dem Kloster der Dominicaner zu Bononien , ruhen . I . eand .
Alberti , Defcritt . d'Italia , fol . 41 . Man merke , daß Cinus Professor der Rechte auf der hol ) en Schule derselben Stadt gewesen ist . Cbmdas .
Man führet diese Grabschrift an : Sino , eximio IurisconfuItoBartoIo Praeceptore digniffimo , Populus Piftorienfis B . M . jjofuit . Dieß üifbt Anlaß , zu glauben , daß seine Landesleute die Nachlaßigkeit der Ein - wohner zu Bonoiuen haben ersehen wollen , die nicht die geringste Auf - schrift auf fein Grab gesehet hatten . Man muß ein Wort in dieser Grabschrift verbessern , man muß Bartolo wegnehmen , und Bartoli da - für si'kcn " denn CinnS ist der Meister und nicht der Schüler des Bar - toluö gewesen . Forst , «ist . Iur . Ciu . pag . 503 . Crefcembeni , Iftoria della volgar Poefia , pag . 87 .
Ciolek « ( Erasmus ) Lateinisch Vitellius ( A ) , Bischof zu Ploczko in Pohlen , war gebürtig von Cracau , von einer niedrigen nnd schlechten Herkunst b , und sein Geschlecht und seine Erziehung ist niemanden bekannt aewejen c . Allein nige , was ihm weaen seiner Geburt gemangelt , ( so geringe dieselbe auch gewesen , ) ist ihm durch seinen scharfsinnigen Ver - stand , durci ) seine Weisheit , durch seine Gelehrsamkeit und durch seine Beredsamkeit reichlich ersetzet worden ( B ) . Er stund Hey Alerandern , dem Könige von Pohlen , in Gnaden . Man glauber auch , daß ihn dieser Drin ; bereits zu der Zeit , da er noch Herzog von Litthauen gewesen , zu seinein Vertrauten gemacht , und sich vornehmlich seines Raches bedienet hatd . Da endlich Alexander nach dem Tode seines Bruders , Johann Albrechts , den polnischen Thron bestiegen hatte , so wollte er seinem ge - treuen Bedienten Ciolek helfen , und gab ihm im 1504 Jahre das Bifchofthum zu Ploc ; ko , welches Vincenö der I . Przerabs^ vor ihm besessen hatte . Viele beschuldigen ihn , daß er seinen Herrn zur Tyranney verleitet hat f . Alkein außer diesem hat er bey verschiedenen Gesandtschaften durch seine guten Dienste Merkmaaie der Treue gegeben , die er bey dem Kaiser Maximilian dem I , und aii dem Hofe zu Rom verwaltet hat Aber sein Beschüßer , durch welchen er sein Glück' gemacht , starb zwey Jahre darauf h , und Sigismund der I , sein Bruder , gelangte an seiner Stelle zur Regierung , welcher auch seine Dienste auf gleiche Art gebrauchte , und ihn in denselben , so wie seinen Bruder , treu und fleißig befunden hat . Er hat ihn auch etlichemal an den Kaiser und den Pabst geschickt , und vornehmlich hat er sich im 1518 Jahre auf dem großen und berühmten Reichstage zu Augspurg , als Abgesandter des Koniges von Pohlen , nebst Raphaeln , dem Castellane zu Lenden , und Bogislaus , dem
Marschalle
( C ) Ich will eine Stelle anführen , die zu erkennen geben wird , daß er dieser Leidenschaft unterworfen gewesen . ] Julius Claru« , nachdem er gesaget , daß eine Frau , wenn sie bei , ihrem Diener schläft , Strafe verdienet ; aber eine Magd , die bey ihrem Herrn schläft , nicht ge , strafet werde , londern vielmehr eine Belohnung bekomme , seftet dazu , daß dieses dem Rechtsgelehrten Cynus einen guten Grund dargebothen , zu behaupten , daß die Geschenke von denen gemacht werden müßten , die da liebten , und nicht von denen , die geliebt würden . Die Folge dieser Stelle schicket sich besser im Latein , als im Deutschen : Vnde fumit argu - mentum Cynus in d . 1 . 1 . quod amatores debent donare amafiis fuis , non econtra , fubdens : Et crede experto , quod donum tnagis valec quam fufpirium , imo fufpirium nihil valet fine dono : ferrum ta . men praeponitur auro , nam fecundum Iuuen . Ferrum eß quod amant : Quod ( vt ipfe ait ) quidam exponunt , id eft , ferreum niem - brum , propter cuius ferri fortitudinem infignes etiam feruis vilifli . mis fe exponunt . Iulius Claru ? , reeept . Sententiar . Libr . V . cap . de Fornicatione num . 20 . pag . m . 23 . Bey dieser Gelegenheit beobachtet Julius Clams , daß Doeror Cynus sehr verliebt und ein sehr guter Dich - rer gewesen . Quae verba D . Cyni funt notanda , quia licet eilet ex - cellens Dodtor , fuit etiam maximus Amator , et egregius Pocta ; vt Franc . Petrarcha atteftatur in iis carminibus , in quibus ipfius tem deplorat . Et extant adhuc cantiones et alia carmina amatoria D . Cyni non infulfa .

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.