Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5860

Cimon .
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Sorae , nad ) seiner Zurückkauft , war , den Frieden wieder herzustellen , und er war hien'nnen« daß sie an nichts , als an den Krieg , gedachten , und dabey befürchtete , daß diese kriegerische Äeiaung ) wenn sie Barbar» angewendet würde , Unruhe unter den Griechen erregen mochte : so machte er alle Anstalten , die Insel Typern und
( I ) : weil er aber sah , ~ nicht wider die
Aegypten anzugreifen .
€r acnmnn eine Seeschlacht wider die Persianer , an den Küsten von Pamphylien , und wenn er nickt
, «h / iiir Sot« il l w . it . . . . . . . . 1 '
Aegypten bezwungen waren unverglesch . WWWWWW wie nian die Pftr .
de erkennen soll - .
• ) Siebe in der Anmerkung ( ( I ) , die Anführung de« StesimbrotuS ThafluS bcym Plutarch . I ) Siehe die Anmerkung ( C ) c ) Plutarch . in Vita Cimonis pag . 4si < / ) Sie konnten ihn nicht gefangen bekommen , er entwischte ins geheim . Plutarch . in Vita monis , p . 483 . Siehe IN dem Artikel Cleonice , die Anmerkung ( A ) . - ) Namens Sione , siebe die Anmerkung ( « ) , bey dem Artikel Agcsipolis . f ) Cr bediente sich einer Kriegslist , die glücklich gewesen , und vom Diodor aus Sicilim , im XU B auf die 77 Olympia« beschrieben wird . Er ließ seine Soldaten auf persianisch kleiden . Siehe den Plurarch im Leben Cimons . h ) Siehe den Cornelius NepoS im Leben CimonS , I V Cap . Cicero , von den Pflichten ll B . X VIII Cap . Plurarch im Leben Eimens , 484 S des Atbenäus XIIB
5 , z S welcher das X B . des TheopompuS anführet , < " ) ev< ? «4—' »<•■< - ■ * —» -
equis agentein feripfit . Suidas in X / / Mi» .
( A ) giebr Geschichtschreiber , welche errahlen , daß er in bas Gefängniß gesenet worden ; worinnen tNilriades gestor - den , und daß er nickit eher herattsgelaffen worden , u . f . a> . ] Cornelius NepoS ist dieser Meynung gefolget : ( Ziium pater eins , saget er in Vita Cimonis zu Anfange , litem aeftimatain populo foluere non potuiflet , ob eamque caufam in vinculis puhlicis aeceffiflet , Cimon eadem cuftodia tenebatur , neque legibus Athenienfibus einitti pote . rat , nifi pecuniani , qua pater nmltatus erat , foluiflet . CalliaS , ferset er dazu , welcher besser mit Gelde als Adel versehen war , wünschte , sich mit der Elpinice zu verheirathen , und erboth sich zur Bezahlung der Schulden CimonS , wenn man sie ihm verwilligen wollte . Cimon ver» warf den Vortrag : allein Elpinice sagte , sie könne nicht zugebe» , daß des MiltiadeS Sohn in dem Gefängnisse stürbe , und daß sie , da sie solches durch die Heirath mit dem Callias verhindern könnte , solches thun wollte . Dieß war die Auflösung der Sache : Cimon hat durch die Verheiratung der Elpinice , seiner Schwester , die Freyheit wieder halten ; ( Tali modo cuftodia liberatus . Ebendaselbst . ) einer Frau , die Nicht sür keusch gehalten wurde ; ( Plutarch . in Cinione , p . 480 . F . ) Ich rede in der Anmerkung ( N ) , des Artikels Perikle« , von ihr : sie hat einem Maler nichts abgeschlagen ; dieß ist Polygnotus gewesen : ich weis nicht , ob er ihr seine Erkenntlichkeit auf eine andre Art , als durch das Bildniß der Laodice . bezeuget hat . Dieses zu verstehe» , muß man wissen , daß Polygnotus , da er die trojanischen Damen zu nialen gehabt , die Laodice der Elpinice ganz ahnlich gemalt hat . Plutarch . in Cimon . pag . 480 . F . Man merke , daß Herodot , wenn er in des VI Buchs CXXXVI Cap . von dem Processe des MiltiadeS redet , nichts weder von dem Gefängnisse des Vaters , noch von dem Gefangnisse des SoH - nes saget , und ganz deutlich einfließen läßt , daß MiltiadeS nicht ge - fangen gewesen . Dieser große Mann harte bey der Belagerung von Paros , einen Fall gethan , und sich an der Hüfte verletzet , und diejerwe - gen hat er die Anklage nicht selbst beantworten können . Seine Ver - wuuduug hat ihn im'Bette gehalten : man hat ihn zu einer Geldbuße von fünfzig Talenten verdammt , und wie er kurz darauf an derffäulniß seines Sankels gestorben ist , so hat sein Sohn Cimon die Geldbuße bezahlt . Dieß ist des Herodotus Erzählung . Es mangelt ein Umstand darinnen , den unSPlato in Gorgia , z« 0 . B . bey mir , belehret . Das Urtheil enthielt , es sollte MiltiadeS in ein finstres Gefängniß gefetzet werden : allein die Versammlung der Prytaner hat sich demselben wi - derseht : M H «v iv Mx ? a2mi «'< r» ß & fa3 ? ov IfißxxSv i

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( B ) - t , Andre sagen , daß er seine Fre / beit der nis ; , seinen Vater 5» begraben , fceywillig aufgeopfert Hatte . ] Diele Thar ist so schön gewesen , daß ich mich verwundre , warum tarch nichtS davon gesager hat , da er doch der Meynung derer gefolget ist , welche den Tod deS MiltiadeS im Gefängnisse versichern , etsmü . rw» h t« Diem fliinn obiit in carcere . Plut . in Vita
Cimon . pag . 480 D . Es erhellet aus dem Seneca , des Vaters , schriften , in der XXIX , - 4z Seite bey mir , daß der gefangene Miltia , des , und der an seine Stelle gesetzte Cimon , den Nednern zur Uebung ihrer Deelamationen gedient . Man sehe auch den Valerius MaximuS , welcher Lib . V . cap . III . 1111m . 3 . Ext . pag . 111 . 460 . 461 . erzählet : daß die Einwohner zu Athen , den MiltiadeS gezwungen , unter den Ketten zu sterben , und daß sie sein Beqräbniß nicht anders , als unter der Bedin - autig erlaubet , daß sein Söhn ins Gefängniß gienge . Benc eeiflent Athenienfes cum Miltiade , fi cum poft trecenta millia Perfarum Ma - rathone deui & a , in exilium protinus mififient , ac non in carcere et vinculis mori coegifTent . Sed vt puto , haftenus faeuire aduerfus optime meritum abundc non duxerunt . Imo ne corpus quidem etus , Tic exfpirare coa & i , fepulturae prius mandari palfi fiint , quam filius eins Cimon eisdem vinculis fe conftringendum traderet . , Hanc haereditateiu paternam maximi ducis filius , et futurus ipfe actatis fuae dux maximus , folam fe fortitum , catenas feilicet et carcerem , eloriari potuit . In dem folgenden Capitel bemerket er mit förmlichen Worten , daß Cimon mit Verluste feiner Freyheit die Erlaubuiß , seinen Bater zu begraben , freywillig erkauft hätte : Ne te quidem Cimon lilentio inuoluam , qui patri tuo fepulturam voluntariis vinculis emere non dubitafti . Ebel , das V B . IV Cap . Num . 2 . Ext . 473 S . Ich würbe nicht viel Staat auf das Zeugniß dieses Schriftstellers ma - che» , wenn ich ti nicht von einem Geschichrschreiber bestätiget sähe : denn wenn auch dieses niemand als die Redner des Seneca gesager här - te» ; ( Miltiades peculatus damnatus in carcere alhgatus deceflit , Ci - nionque filius eins , vt eum fepeliret , vicarmm fe pro corpore patris dedit . Seneca Controu . XXIX p . - 4 , ) » " » l'ntte» ^dennoch in den Sammlungen desBaleriusMaximus gesunden ; allein hier isteinMg -
Niß von viel größerm Gewichte : Graeci ducem conftituunt Cimonem Athenienfem , filium Miltiadis , quo duce apud Marathonem pu^na - tum eft , iuuenem , cuius magnitudinem futuram pietatis documenta prodiderunt . Qiiippe patrem ob crimen pecularus in carcerem con - leftum , ibique defunetum , translatis in fe vinculis ad fepulturam redemit . luftin . Lib . II . zu Ende .
( C ) ist wegen seiner Liederlichkeit in feinet Jugend reta schrieen gewesen . ^ Man hat ihn nicht allein der Blödsinnigkeit , son - dern auch der Liederlichkeit und der Trunkenheit beschuldiget , und daß er bey seiner Schivester geschlafen . Plutarch . in Cimone , pag . 480 . k« .
KÜC v ) XB£v ü ; arxxlut tokukot^h . . . vfuc Ui atria - t tt%$ tA>j -
atsAtpr . Male audiuit ex luftris et vinolentia . . . . adolefcentia eius faniofa fuit quafi forori fuae illuderet . Ebendas . Dieß sind große Mängel des Willens und des Verstandes . Es« ist ver - nünftig , zu glauben , daß sich bey der erstm Beschuldiqung eine Lästerung befindet ; denn er Hat seit stiner Beförderuni zu Bedienungen so viele Fähigkeit blicken lassen , daß er nach aller Wahrscheinlichkeit niemals ein - fällig und dumm gewesen seyn kann . Ich bekenne , daß sich gewisse langiameKöpfe nach und nach aufthun , und daß sie durch den Gebrauch der Geschaffte geschickt werden ; allein man beobachte dabey . dieß sind Kopfe , d . e zur Zeit ihrer Langsamkeit selbst , mit Beurtheilungökraft handeln : und wenn sie keine Lebhaftigkeit haben , so haben sie doch eine gesunde Vernunft , und verdienen nichts weniger , als den Schimpf der Dummheit und der Unvernunft . Wir wollen uns also lieber an da« Zeugniß des StesimbrotuS halten : dieß ist ein Mann gewesen , der sali zu gleicher Zeit mit ihm gelebt hat , Ebendas . Was hat er aber von unserm Cimon gesaget ? daß er in seiner Zugend weder die Musik noch etwas anders gelernt hat , welches man diejenigen unter den Griechen hat lernen lassen , denen man eine gute Erziehung bat geben wollen , ( Stesimbrotus ThasiuS beym Plutarch ebendaselbst , ) das heißt , daß er diejenige Artigkeit und Annehmlichkeit der Sprache nicht gehabt , die den Atheniensern eigen gnvesen , und daß seine Auftichtigkeit und Großmuth , vielmehr nach dein Peloponeö , als nach Attica geschmeckt , t« rfCV«r »reAi rc ymctm vjfj Ivvnifx^ kW V - äXKov rifAewwifV / ov t«
* - ? « M : « ™ ivifof . Mores infigni generofitate et fmeeritate tinaos , potiusque ingenium huius viri Peloponnefium fuifle . daselbst . Ich weis nicht , ob dieses Zeugniß des StesimbrotuS wahrhaft tig ist ; denn man saget , daß Cimon , da er qeberhen worden , über der Mittagstafel beym Laomedon zu singen , die Gefälligkeit gehabt , solche - zu thun , und es sehr wohl verrichtet habe , rrafXx^hro ( äc«i »V ä« ,
to ? »x cum rogatus eilet canere , et non illepide ceciniflet .
Plutarch . in Cimone , p . 484 . Er führt den Jon an . Jon , der bey die , ser Mahlzeit gewesen , hat dieses in einem seiner Gedichte bekannt ge , macht . Cornelius NepoS bestätiget es , daß Cimon ben guter Zeit ziemlich beredt und sehr bewandert in der Erkenntnis des bürgerlichen Rechtes und des Krieges geweses : Celeriter ad prineipatum peruenit , bat enim fati« eloquentiae , fummam liberalitatem , magnam pruden - tiam cum iuris ciuilis , tum rei militaris , quod cum patre a puero in exerritu fuerat verfatus . Com . Nepos in Vita Cimonis cap II Wir wollen auch den Plutarch anfuhren : er bekräftiget dasjen'iqe nicht sehr , was man von der Dummheit , und der Übeln Erziehung birts jun - gen Menschen saget . Cimon . saget er , in dessen Leben 48'Seite , nach Anuots Uebersekung , bar weder dem Miltiades an Kühnheit , «och dem Tbcmistokles an Vernunft und rveisheit nachqeae^ bfn . und es ist gewiß . Saß er viel gerechter und ehrlicher , als alle biyöe gewestn : denn da er in den Stücken eines Krieg« , manns , und der Tngend eines guten - Heerführers nicht geringer rvar , als sie . so dar er sie in dcn lLigenscliaflcn eines guten halters und Verwalter . - ; der Stadtgeschasste , zur Zeit , da er noch I»ng , und im Kriege unerfahren gewesen , gar sehr übertreffen . Dem sey wie ihm wolle , so finden wir folgendes bey einem alten Samm - ler : Cimonis incunabula opinione ftultitiae faerunt referta . Valcr , Mai . Lib . VI . cap . IX . num . 5 . Ext . p . m . 58z .
Dieß betrifft die erste Beschuldigmig . Die andre , ich will sagen die , jenige , welche die Übeln Sitten betrifft , ist nieftf so leicht zu widerlegen . Plutarch bekennet , daß sich Cimon in dem Schlamme der Liebe herum«
gewälzet . Oä ßiv üxt - a yjH OA« ; ( pxlvsrai rcii rrefi t4 ; ytr / mxa« , xcit « Kl / xuv ivoz't ytvtäou . At qui apparet omnino haeliffe circa nuilierum libidines Cimonem . Plutarch . in Cimon . pag . 4» ! Er führet den Poeten Melanthes an . welcher zwo Beyschläferinnen , die Aristerie von Salamis , und die Mnestra qenennet hat , in welche die« ser General heftig verliebt ge^sen ; allein man könnte sich darüber «r - wundern , was er von dem Betrübnisse , nber Verlust einer recht , mäßigen Frau , anzieht ; denn die , eEmpfindung ist nicht alle - , e>t ein De , weis der Unkeuschheit : die allertugendhaftesten sind öfters über den Tod ihrer Ehgartinnen untröstlich . Dem sey nun wie ihm wolle , so findet man doch diese Beobachtung an eben der Stelle PlutarchS , wo von dem Beweise der GeilheitCimons gehandelt wird : man findet auch daselbst , daß die , er trostlose Ehmann , bey solcher Geleqenlmt , der Ph ! lo>ophm nöthig gehabt , und daß man glaubet , es habe Archclaus Trosteleqien verfertiget , die über diese A ? aterie geschrieben gnvesen . i'
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