Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5847

Chrysis . Christine . Cicchus :
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Tom . III . Ausgabe von ixy2 . Zedermann kann sehe» , daß unsPlutarch eineBergleichnng unter zweyen Dingen giebt , die einander nicht ahnlich sind . Die Aufführung des Zeno und des Cleanthes , gegen ihr Vaterland ,
war im Grunde eine Ehrlichkeit , und ist dafür aufqenommen worden ; allein das Verhalten des Ehmanns , womit sie der Beurcheiler verglicht , wird niemals für etwas anders , als für eine Spötterey , gehalten werden .
EhvystS f Priesterinn der juno zu Argoö , ist , durch ihre Nachlaßigkeit , Ursache gewesen , daß der ganze Tcmpel dieser Göttinn vom Feuer verzehret worden . Sie hatte eine Lampe allzu nahe an die heiligen Zierrathen gesehet ; diese faßten Feuer und weil sie so fest schlief , daß sie nicht zeitig genug aufwachte , den Folgen dieses Zufalls zuvorzukommen , so verzehrte das Feuer den ganzen Tempel Einige sagen , daß sie selbst in den Flammen umgekommen ( A ) ; allein andere versichern , daß sie sich noch dieselbe Nacht nach Philuntiö gerettet ( K ) . Sie hat Ursache gehabt ^sich vor der Rache der Argier zu fürchten ; denn sie erwählten , anstatt sie zurück zu rufen , eine andere Priesterinn h . Die Würde war unter ihnen sehr wichtig ; sie war die Richtschnur ihrer Unterschriften und ihrer Zeitrechnung Dieser Brand hat sich im neunten Jahre des peloponesischen Krie - ges ereignet ( C ) .
Der heil . Hieronymus im I B . wider den ^ovinianus d , hat bemerket , daß unsere Chrysis , Priesterinn der Iuip , Jung - ser gewesen . Marianus Victorius hat in seinen Noten über diese Stelle mit Unrecht vorgegeben , daß dieser Vater von der Chryseis geredet , die Agamemnon entführet hatte .
a ) Thucydides , Libr . IV . fub fin . I Namens Phaeinis . Thucyd . Libr . IV . t ) Iofua Barnefius in Vita Euripid . p . 7 . Siehe die Anmerkung ( C ) . d ) Hieronym . aduerf . Iouinian . Libr . I . p . in . 498 .
( C ) Zviestr Brand bat sick im neunten Jahre des peloponefu sehen Rriege« ereignet . ] Es ist Thucydides , der solches im IV» zu Ende versichert . Der gelehrte Mann , welchem die Welt , die im 1694 Iabre in England gemachte Ausgabe des Euripides zu verdanken hat , belehret uns , daß Chrysis im dritten Jahre der LXXV Olympias , zur Priesterinn der Juno eingesetzet worden , und daß es im 56 Jahre der Verwaltung ihres Amtes geschehen , da der Tempel im Feuer ausgegan - gen . Hier sind seine Worte und seine Anfuhrung : Argis quidcm noc anno Chryfis Sacerdos Iunonts conftituitur , ex cujus facerdotio mos erat Argmts periochas fuorum teinporum munerare . At illa quuin per quinquaginta ( Thueyd . Libr . IV . in ipfo fine fol . 164 . Siehe loh . Meurfii Archont . Athen . Lib . III . c . VI , ) fex annos fuo fimgeretur officio , tum denium lucerna neeligenter ad corollas po . Uta , temflum incendio conflagrauit . Iofua Karnef . in Vita Euripid . pag . 7 . Zedermann wird nrtheilen , wenn er den Ort ansieht , wo Barncsiiis die Anfuhrung des ThuepdideS Kinge^eket , daß uns dieser alte Geschichrschreiber belehret , es sey Chrysis in dem 5 * ^ahre ihres Priester , hums gewesen . da dieser Tempel vom Feuer verzehrt worden : und gleichwohl redet Thucydides nicht hiervon ; er saget nur : daß da - mals der peloponesische Krieg vor acht und einem halben Jahre ange - sangen hätte . Wenn jemand deswegen mit dem Bamesiu« einen Pro - eeß anfangen wollte , so wäre er ein zanksüchtiger ©rtibkr ; denn wenn man einmal gewiß ist , daß Chrysis im ? Jahre der LXXV Olvmpias zur Priesterinn eingesekt worden , so hat man einiges Recht , sich auf da« Zeugniß des Thucydides zu gründen , um zu behaupten , daß diese Frau im Jahre ihres Priestertdnms , mehr oder weniger , aewesen , da der Tempel abgebrannt ist , weil Thucydides bemerket , daß sich dieser Brand im 9 Jahre des peloponesischen Krieqes zugetragen hat Das heißt gefähr im 2 Jahre der LXXXfX Slymoias , Was noch mehr ist . so bat Thu . eydides an einem andern Orte , welchen Barnesius nicht angeführet , beobachtet , ( im II B . zu Anfange , gy 0 . bey mir , ) daß der pelopone» sische Krieg , im 4« Jahre des Priesterthums der Chrysis anaefangen bat . Es ist wahr , dieses beweist , daß diese Priesternm zur Zeit des Brandes , im 57 Jahre ibres Amtes . gewesen , und nicht in dem <6 , wie Adlaneourt , in seiner Uebersetzung des Thucydides , und Barnefius versichern .
( L ) Andere versickern , daß sie f'icb nocb dieselbe iTacbt nack Pbiluntiü gerettet . ] Weil Thucydides , der um diese Zeit gelebet , diese Sache , . im I V B . zu Ende , versichert ; so ist es ziemlich wabrschein - lich , daß sie wahr seyn muß , und daß AruobiuS einen sehr Übeln Ein - wurf aus eine Lügen gegründet hat ( t ) . Pausanias , im II . auf der 50 S . erzählet : daß " diese Priesterinn nach Tegäum zu dem Altare der Minerva geflüchtet , und daß die Argiver , aus Ehrerblethung gegen diese Frevstatt . ibre Auslieferung nicht von ihr gefordert . Ebendaselbst . HIB . «6 S . Sie haben auch ihre Bildsäule erhalten , denn man hat sie zur Zeit des Pausanias noch beym Eingange desjenigen Tempels gesehen , der abgebrannt gewesen . Ebend . IIB . 60® .
( t ) Der Einwurf des Amcbius , er sey gut oder schlecht , da« thut nichts , ist mit Erlaubniß des Herrn Baylen auf keine Lügen gegründet , ob er gleich solche in sich hält . Der Einwurf dieses Kirchenvaters ist auf die Einäscherung des Tempels der Juno gegründet , welche er , als einen Beweis ansieht , daß diese Göttinn nicht die Macht gehabt , einen Ort vor den Flammen zu verwahren , welcher ihrem Dienste gebeiliqet war . Diese Begebenheit ist wahr , ohne das Schicksal der Priesterinn der Juno . Sie mag in der Feuersbrunst , umgekommen , od> r derselben entgangen seyn , der Einwurf wird dadurch weder besser nsd> schlechter . , Crit . Anm . aus der Biblioth . Francoife , T 0M . XXIX . Part . II . p . 19 * .
Christine , Königinn von Schweden , den 19 April , 1689 , zu Rom gestorben . Siehe Schweden .
Cicchus gebürtig von Askoli in Italien , wird für einen Schriftsteller gehalten , der sich auf den magischen Aberglau - bm geleget . Es ist nicht gewiß , daß er sich einen besondern Hülfsgeist zugeeignet hat . Seine Auslegung über die Sphäre des Sacrobosco ist int 1499 Jahre zu Venedig gedruckt worden . Ich will das Unheil anführen , das Gabriel Naude von ihm
g falltt hat^A^ ^ Ähre tf zur Zeit des Garbo , leben , der ein Arzt zu Floren ; gewesen , der ihn ale einen meister bey den Veyerrichtern angerieben , durch derenUrtheil er lebendig verbrannt worden . Ersehet dazu , daß er sei - neu Proceß in de Bibliothek des Ritters bei Pozzo gesehen , und daß er ein kurzweiliger Mensch gewesen , der einen Zaube - rer qespielc , und eine Naturlehre in italienischen seltnen gemacht hatte .
Der Urheber des Turco - Fapifinus hat sich häßlich betrogen , wenn er ihn , unter der Regierung des PabsteS Paulus des III . leben lassen ( B ) . Es sind fast zwey Jahrhunderte , zwischen diesem Sterndeuter und der Einsetzung dieses Pabstes , wenn wir dem Abte Creftimbeni folgen wollen , welcher saget : daß Ciccho von Ascoli , den 16 des Herbstmonats , . 327 , zu Floren , verbrannt worden c . Auf diese Art müßte ich sagen , daß er nicht zu Ende des XV , sondern zu Anfange des XIV ^ahrhun - dertö gelebet hatte . Ich muß nicht v ergessen , daß man ihn eine ziemlich gute Figur , unter den italienischen Dichten ! ) machen laßt . Man hat einige von denen Gedichten gedruckt , die er in dieser Sprache verfertiget hat ( Cj . Es hat jemand gesaget : daß er ein besserer Sterndeuter , als Poete , gewesen d .
Er wird Cicchus deEfculo , oder Efculantis , oder Aefculanus , oder Afculanus , genennet . Einige sagen . anstatt Cicchus , Ci . chiis , oder Chicus . 6 ) Naudaeana , p . 41 . pariser Ausgabe , c ) Giovanni Mario de Crefcirnbeni , Iftoria de IIa volgar Poefia , p . ^ et 262 . 4 ) Leander Alberti , Dcfcrit . di tutta l'Italia , foL w . 267 .
( A ) ? cl , will dag Urcheil anführen , das Gabriel Naude voit ihm gefallt Apolox . de« ßransttomines , rkap . XIII . p . m . 544 .
„ Di / einzige Auslegung , die wir von dem Chicus Aesculanus , über die „ Sphäre des Sacrobusto haben , bezeuaet zur Genüge , daß er nicht al - „ lein abergläubisch , wie ihn Delrio , Difquifit . Libr . I . cap . III . nennet ,
„ sondern auch nicht richtig im Kopfe geweftn , wobey er sich drey Din - , , ge »u beobachten beflissen , wiche nichteweniqer thun können , als daß „ sie seine Narrheit beweisen : zum ersten . daß er des Sacrobusto Buch nach dem Sinne der Sterndeuter , der Nekromantisten und Chiroseo - 'pisten ausleget ; zum andern , daß er eine qroße Anzabl verfälschter „ Schriftsteller anfübret , welche mit alten V ! ährchen und Kinderpossen «angefüller sind , als ; E den Sfllcmo« de vmbris idearum , den „ Hivparchus , de vineulo fpinn« , de . mnifteno naturae , de Hierar - „ chiis fpirituum ; den ApolloMUs . de Arte maRxca , deit Zoroaster ,
„ de Dominio quartarum oftauae fpherae , den H . ppokrateS . de fiel - „ lari . m afpeftibus fecimdum lunSM . den Astafon , de " . . neralibus „ conllellatis , und viel andere dergleichen ; dritten , d^ ^sich
. . der Offenbarungen eines Geiste« . Floron ^nann^V Cap . d . r Sphatt . )
„ fehr oft bedienet ; welcher , wie er sagte , von der Ordnung dki Cherubinen II Sand .
„ gewesen , und welcher , da er unter verschiedenen andern Fragen auch „ qefraget worden , was die Flecken des Mondes waren , ganz kurz zur „ Antwort gegeben : vt terra terra eft . Allci» außerdem , daß er sich „ diesen Geist'an keinem Orte der besaqtm Auslegung zueignet , so ist „ leicht zu urrheilen , daß diese Erzählüng derjenigen qleich ist , was «Vli , . . nius in des II B . XXX Cap . von dem Sprachlehrer Appion saget : „ der den Teufel beschworen bat , um Zu erfahren , au« welchem Lande „ Homer gewesen ? „ Leo Allarius . de Patria Horneri , p . 3 u q zählet die Antwort dieses FloronS viel weitläuftiger ; Patrum nottrorum memoria , ( dieß deißt die Zeit nicht wohl wiss - n . wenn er gel . bet bat . ) saget er , acchus Afculanus Corninehtar . de Sphaera , cap . IV . tradit Floron fpiriturn naturae nobihflimae ex Cherubinica hierarchia quaerenti , quae eilet illa vmbra , quae in luna confpiceretur , iradit refpondifle , vt terra terra eft , fie idea humiditatum ci> terra ; Ii totam vmbram habueris , te non deeipiet , ficut vmbra . Rurfumque , ab alio de Chrifto intcrrogatutti dixifle , carnctn futnlit hurnanain , vt per ipfurn faluarettir ornnis caro .
( B ) 5>ec Urheber des Turco - Papifmus . . . lastt ibn un , ter der Regierung des Pabstes , Paulus de« III , leben . ^ Er feher Aa i diesen

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