Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5832

186 Chry
nem Titel , der ganz andere Dinge versprochen , einen weiten Weg in das Gebiethe der Vernunftlehrer gemocht Das Werk ist betitelt : * «fj * >j« fft / vr«^ewc rfiv t« Aoy« fiffüv , de partium orationis coilocatio - ne , und er har nichts , als wahre und falsche , mögliche und unmögliche , zufallige , zweydeutige u . d . a . Sätze abgehandelt ; eine Materie , die un - sere Scholastiker wohl auegedroschen , und die Quintessenz daraus gezogen haben . Man merke , daß ChwsippuS erkannt , es waren die vergange - nm Dinge nothwendiger weise wahr , welches Kleanthes nicht hat zuge - den wollen . Omnia enim vera in praeteritis neceflaria funt , vt Chryfippo placet diffentienti a magiftro Cleanthe , quia funt immu - tabilia , nec in falfum e vero praeterita poflunt conuerti . Cicero , de Fato , cap . VII . Oi ii srarfsAtjAi / to« cctySit livctyxctTov iv x * Si - nef ol * £ ? ) ka«^v8i ) v Wir dürfen nicht schließen , ohne zu bemerken , daß Chrysippus die Auferstehung der Menschen , und ihre Wiederherstellung in denselben Stand , darinnen ein jeder erschienen , unter die möglichen Begebenheiten aesetzer hat LaetantiuS belehret uns diese« , und er führet auch viuin . Inftitut . Libr . VII . cap . XXIII . p . 506 feine Worte an : Melius Chryfippus - - . qui in libris , quos de prouidentia fcripfit , cum de innouatione mundi loqueretur , haec intulit . thth Ii Srut «jgtvrac , SSa«» C»en dieser Kirchenvater eignet ihm einen andern großen Puiict der Rechtgläubigkeir zu , der ihn zu einer Übeln That bewogen hat : er eignet ihm zu , er habe geglaubet , daß seine Seele , bey Verlassung des Körpers , gen Himmel fahren würde , und daß er sich entleibet hatte , um diese Se - ligkeit zu genießen . Diogenes LaertiuS saget nichts hiervon , er saget mir im VIIB . Num . , 84 . >85 . es hätte Hermippus gesaget : daßChry - sippus , der von seinen Schülern zu einem Opfer eingeladen worden , füs - sen Wein lauter getrunken , einen Schwindel bekommen hat« , und fünf Tage darauf gestorben sey ; daß aber einige sagten : er sey vor La , chen gestorben , da er zu keiner Magd qesaget , sie solle dem Esel Wein zu trinken geben , der seine Feigen gefressen hatte . Multi ex iis , quia aeter - nas esse animas fufpicabantur , tanquain in coelum migraturi efl'ent , fibi ipfi manus iiitulerunt , vt Cleanthcs , vt CHRYSiprvs , vt Zeno . Lactant . Diuin . Inftit . Libr . III . cap . XVIII . p . 194 .
( T ) ffirhftt - - - einen Gedanken angebracht , den mait als einen sehr guten Entwurf eines der schönsten Grundsätze ansehen kann , den ein Philosoph des XVII Jahrhunderts ins Licht aeselzct har ] Chrysippus hat in seinem Buche . von der sehung , unter andern Fragen , auch diese untersuchet : - Hat die XJatut der Dinge , oder die Vorsehung , welche die tPelt und das menschliche Geschlecht gemacht , auch die Rrankheiren cher , denen die Menschen unterworfen sind i Er antwortet : daß die Hauptabsichr der Narur nicht gewesen , dieselben kränklich zu machen , die - ses käme mit der Ursache alles Guten nicht überein , sondern daß sie bey der Zubereitung und Hervorbringung verschiedener wohl eingerichteter und höchst nützlicher Dinge befunden , daß daraus mit der Zeit einige Ber - drießlichkeiten entstehe» würden , und also sind sie nicht seinem ursprüng - liehen Vorhaben und seiner Absicht gemäß gewesen , sondern sie haben sich in der Folge des Werkes ereignet , sie sind nur als Folgerungen ent - standen . Die Bildung des menschlichen Körpers betreffend . saget er , so hat der allerseinste Begriff , die Nutzbarkeit des Werkes selbst erfor - dert , daß der Kops aus einem Gewebe von kleinen und zarten Gebeinen zusammen gcsetzet wurde , deswegen aber auch die Unbequemlichkeit ha - den müsse , den Schlagen nicht widerstehen zu können . Die Natur hat die Gesundheit vorbereiter , und zu gleicher Zeit durch eine Art einer Be - gleitung ( concomitantia ) die Quelle der Krankheiten eröffnen müssen . In Ansehung der Tugend ist e« eben also ergangen : die eigentliche Wirkung der Natur , welche sie gebohrenhat . hat , vermittelst einer Gegen - ivirkung , den Saamen der Laster hervorgebracht Ich habe nicht nach dem Buchstaben übersetzt ; diestrwegen will ich das Latein desAuluS Gelliiis , zum Besten derer , selbst hersetzen , die diese Sprache verstehen . Idern Chryfippus in eodem libro ( quarto * £ { >1 x ? molx~ ) tradlat con - fideratque digmimque esse id quaeri putaf , tl «1 rB * ivj ? « * « - . , voVw «ari ( pi / tem rei maioris alia quaedam incommoditas extrinfectis confecuta eft : vt fieret caput tenuiter munitum , et iftibus offenfionibusque paruis fragile : proinde morbi quoque et aegritudines partae funt , dum falus paritur : fic Hercle , inquit , dum virtus hominibus per confilium naturae gignitur , vitia ibidem per affinitatem nata funt . Auhi * Gellius , Libr . VII . cap . I . Ich glaube nicht , daß ein Heide bey seiner Unwissenheit , von dem Falle des ersten Menschen , etwas vernünftiger« hätte sagen können , welchen Fall wir erstlich durch die Offenbarung er - fahren haben , und welcher die wahre Ursache alles unser« Elendes ist : wenn wir noch mehrere Auszöge aus den Werken des Chrysippus , oder vielmehr seine Werke selbst hatten , so würden wir einen vortheilhaf - tern Begriff von der Schönheit feine« Witzes haben .
Der neuere Philosoph , von dem ich habe reden wollen , wenn ich ge - säget , daß er einen sthr schönen Grundsatz in« Licht gesetzet , davon der Gedanke des Chrysippus ein guter Entwurf gewesen , ist der berühmte Urheber von der Untersuchung der Wahrheit . Äian kann den Auszug seines Grundsatzes in den verschiedenen Gedanken von den Comeren , im 234 Absätze der deutschen Ausgabe sehen , und daraus urtheilen , ob Chry - sippuS auf gleicl^n Begriff gesehen .
Die andern Sachen betreffend , die er zur Entschuldigung der Vorst , hung vorbringt , ( siehe den Aulus Gellius , im I B I Cap . ) davon sin - der man die Untersuchung in den Anmerkungen ( E ) und CG ) , zu dem Artikel paulicianer . Siehe auch die Anmerkung ( F ) , bey dem Artikel Dejotarus .
. ( U ) Seine Bildsäule war in ( Eecamiftim justben . ] Diogenes LacrciuS , wenn er dieses saget , hat eine Beobachtung dazu gefüget , die ein wenig betrieglich ist . Hier sind seine Worte : '»»jji rjJ ri aop & Tiov c£ti -
tS ( iifAfv ix th «vSj«Svtc ? ri h 05 fteSiv Si vnox ( xgvi : ltX4
rif tAiitfa - j J . Tsr«' o5f» avTOv 0 Kapv««ä>jc Xpliffir * oy «Asy«v . Erat autem tenui corpufculo , vt ex eius imagine , quae in Ceramico eft» videre licet , quae ferme a vicino equite occulitur . Qiio circa il - lum Carneades Chryfippum vocabat . Diog . Laert . Libr . VII . nun» . 182 . ES scheint , daß er zum Beweist , daß die Bildsäule deS Chrysip - vus klein gewesen , angesühret , es sey dieselbe von einer Bildsäule za Pferde bey nahe bedeckt worden . Allein dieses wäre sehr übel geschlos - sen , und ich wollte ihm zu Ehren lieber glauben , daß er diese Nachbar« schaft als einm bloßen Zufall , und nicht als einen Beweis dessen , was er sager , angesühret hätte ; denn endlich ist eS leichtlich zu begreifen , daß ein Mann zu Pferde uns das Gesicht von einem Fußgänger von ziem - licher Gestalt benehmen kann . Wenn wir diesem noch beyftigen , daß die Bildsäule dieses Philosophen sitzend gewesen , ( ftatua eft in co Chryfippi fedentis , porredla manu . Cicero , de Finib . Libr . I . c . XI . Man merke , daß Sidonius Apollinaris , im IX Dr . des IX B . saget : man habe den Chrysippus vorgestellet , digitis propter numerorum indicia conftridtis . S auch Carm . XXIII . v . 118 . ) so begreifen wir noch besser , wie die Bildsäule zu Pferde die seinige , ohne daß dieses ein Beweis seiner Kleinheit gewesen , hat bedecken können . Ich verwundere mich also» daß VoßiuS und verschiedene andere den Beweis gebilliget haben , dessen sich Diogenes LaertiuS , ihrem Vorgeben nach , bedienet har . Chryfippum contumeliofe quali latrinam dixeris vocabat Zeno , ( Voffius de Phi - lof . Seflis , cap . XIX . num . 11 . p . m . 102 . ) tefte Tullio in 1 . de Nat . Deorum . Chryfippum Carneades , quia esset exiguus , ita vt ftatua eius in Ceramico pofita a vicino equite occuleretur : tefte Laertio . ( das Heißt Zeno , der Epikuräer . ) Im VorbeygeHen will ich erinnern , daß man sich bekriegt , wenn man saget : eS habe Diogenes Laertiu« , welcher dieses Wortspiel desKarneadeö angesühret , zu gleicher Zeit gesühret : daß eben derselbe Karneades den Chrysippus beschuldiget , er sey ein Bücherschmaruzer gewesen , weil er die Werke EpikurS von Wor - te zu Worte abgeschrieben hätte : Hunc ( Chryfippum ) Carneades lepide parafitum librorum appellat , quod feripta Epicuri fit fura - tus , feripfitque eadem et verbis et numeris Diogenes . Volaterran . Libr . XIV . p . m . 531 . Dieß hat sich Volaterran zu sagen erkühnet , als wen» es aus dem Diogenes LaertiuS genommen wäre . Dieß ist eine stltsa - me Umwerfung eines andern Vorwurfs , nämlich , daß Chrysippus vol» ler Nacheifer gegen den Epikur sich angelegen fenn lassen , ein Buch zu machen , so bald Epikur einen Tractat herausgegeben hätte . Siehe hier oben die Anmerkung ( C\ Robert Stephan und Theodor Zwinger haben diesen Schnitzer Volaterrans abgeschrieben . Siehe den Thoma - sius , de Flagio Litterario , p . 170 . 171 . Uebrigens ist die Bildsäule un - sers Philosophen , nach dem Pausanias , im I B 59 S nicht in dem Ceramico , sondern in dem Collegio gewesen , welches den Name» vorn Ptrlomäus , seinem Stifter , geführet hat . Menage vergleicht diesen Unterschied , indem er voraus setzet : daß diese Bildsaule in dem innern Ceramikum gestanden habe . Menage in Laertium , Libr . VII . num . 182 . LipsiuS hatte es bereits gesaget . Manud . ad Stoic . Philof . Libr . I . DifTert . XI . p . m . Plutarch hat von einer metallenen Bildsäule geredet , die dem Chrysippus von einem seiner Schüler mit einer rühm - licken Aufschrift gesetzer worden . AgnvKftm yS * 5 naSur«
yjrf olxtUi . 1 Ixiva x^ " lv äw»T'A« TkiSt vfo» Xficrxisov Jig^oxgtuv mß * xt Tfiv / ixuStuxmxäv ^ccyyixMSuv xoirlia .
Ariftocreon quidem Chryfippi difcipulus et familiaris , aeream im» , gineni in columna ponens , ho« elegos inferipfit .
Hunc Academiacos folitum difeindere nexus Chryfippum iuuenem ponit Ariftocreon .
Plut . de Repugn . Stoicor . init . p . 1033 . D .
( X ) Er hatte das athemensische Bürgerrecht angenommen Die Critik des plucarch« hierüber scheint mir alln» hart . 1 Et vero Antipater , in iis , quae de difcordia Cleanthis et Chryfippi fcripfit , narrat Zenonem et Cleanthem noluifle Ciues Athenienfes fieri , ne viderentur in fuas iniurii patrias . Non di . cam , fi hi recle fecerunt , Chryfippum peccasse , cum inter ciues Athenienfes fe referri lineret . Id quidem multum repugnantiae et abfurditatis habet , quod corpora et vitam tarn longe a patria apud peregrinos conftituentes , nomina nuda patriis fuis referuauerunt : perinde ac fi aliquis vxore deferta , cum alia viuens , dormiens , 1j - berosque ex ea fufeipiens , nuptias litteris non finnaret , ne iniuriam priori vxori fcilicet fäcere videretur . PJut . de Repugn . Stoicor . p . 4 .

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