Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5820

Paulatim vello , demo vniun , demo etiain vnum :
Dum cadat elufus ratione ruentis acerui ,
Qui redit ad faftos , et virtutem aeftimat annis ,
Miraturque nihil , nifi quod Libitina facrauit .
Horat . Epift . l . Libr . II . v . 34 . feqq .
Ich finde indem Menage ein kamen , ein nichtsdestoweniger , welches bö - je ist . Er saget : es habe Karneades über Erfindung des ChryfippuS ge , spottet , und dieses habe ihn nicht abgehalten , sich des Tentes zu bedienen , wenn er sich zu beweisen bemühet , daß es keine Götter gebe . Ridet illud inuentum Carneadcs apud Ciceronem . . . . Tarnen ipfeCar - neades foritite niulta rogat apud Scxtum Empiricum aduerfus Ma - thematicos , pag . 339 et 340 dum probare fatagit , non eile Deos . Me - nag . in Diogen . Laert . Libr . VII . num . 197 . p . m . 343 . Allein , anstatt daß die Verachtung des Karneades gegen den Guietisten , ihn hätte abhalte» sollen , sich des Sorites zu bedienen , so ist solches dasje - nige gewesen , was ihn am meisten angetrieben hat , dieselben zu ge> brauchen .
( ? ) DionsslU» von - Halikarnaß führet ihn jum Deyspiele «it , , - dast Sie vollkommensten ^ . ogikverstandigcn Sie Regeln der Spracl'kunst , in Zlnschung dcr U ? c>rtfügmig , sehr schlecht beobachten . ^ Ich will ihn nach der lateinischen Uebersetzung anführen : Denique temporilms confequentibus omnino negledta eft [ bona colim - tio verborum ) nullusque prorfus exiftimabat ( eam ) neceflariam efle , quidpiamuc ad orationis pulchritudinem conferre . Itaque eiusmo - di ftru & uras reliquerunt . . . . vico autern Fhylarehiirn , Du . rim . . . et alias infinitos Verum quid opus eos
admirari , vbi etiam hi , qui Philofophiam profitentur , et de Diale - öicis diflerunt difeiplinis , adeo funt in collocandis verbis futiles , vt etiam pudeat dicere . Sufficiat autem argumenta vti oratione Chryfippi Stoici : ( vlterius enim non procedam ) quo neque melius quisquani , neque exaftius Dialeßicas difeiplinas profequutus eft : ( das Griechische enthält tw'th . . . äiutvov «J« ) « rat iiuMxrixut
tvi * flßusvi . neque deteriori iunflura compofitos fermones protulit ; ex his qui alieuius nominis et famae funt . Dionyf . Hali - carn . de Collatione Verborum , cap . XV . p . m . 10 . Diogenes Laer - tius kann un« zur Bestätigung dieses Urtheils des Dionysius von Hali , karnaß dienen ; denn wenn er uns an einer Seite berichtet , daß man die Logik des Chrysippus dermaßen bewundert hat , daß man gejaget : es würden sich die Götter derselben bedienet haben , wenn sie eine Ber - nunftlehre nöthig gehabt hätten ; so beobachtet er an der andern Seite , daß dieser Weltweise nicht gut geschrieben hat . oJt« } ' ixioofa lv to7 ;
siuäiktikue Ifimro , wre Soxeiv ni ( icS . eiuf ort ei ragi Stoit >jv >j ) ix - AexT< * i» , hk ä« tiv SXki ) i >> Xgvabrmiot . xMov & txt äi to ? ; ngiyfiugi , rijv « xxru ( %ts . Adeo autem in dialectica infignis fuit , tan . taeque apud omnes aeftiniationis , vt plerique dicerent , fi apud Deos vfus eflet diale & icae , non futuram aliam quam Chryfippaeam . Caeterum quum eilet rerum foecundillimus , non vsque adeo didtio - ne darus fuit . Diogenes Laertius , Libr . VII . num . 180 . siehe den Cicero im IV 35 . de Finibus , im III Cap . wo er von der Rhetorik des Chrysippus mit der äußersten Verachtung redet .
( Q_ ) Er hat den Grund derjenigen Xvistcnschaft selbst unter - graben , darauf er so viel Fleiß gelcger hat . Z Hier ist der Be - weis davon : Plutarch biether uns denselben dar , er saget de comm . Notit . aduerfus Stoicos , p . 437 . Tom . III . Crede etiam foeiis a ftoa , Chryfippum non fortuito , fed prouidentiae dudtu a natura editum , ima fummis mutare et retro auertere vitae rationes volente : ad quam rem nemo hominum fuit magis Chryfippo idoneus . Sed fi - cut Cato aiebat , neminem alium praeter Caefarem fobrium et pru - dentem ad rempublicam turbandarum rerum caufla aeceflifle : ita vi - detur hic homo fumma cum accuratione et vi fubuertere , et demo - liri confuetudinem , quantum quidem potuit , idque teftantur , qui eum praedicant , quando de pfeudomeno feu mentiente ( eft id dia - Jccticarum argutiarum de numero ) contra eum difputant . Etenim , amice , connexum quod fit ex oppofitis , dicere non prompte falfum efle ; rurfumque affirmare quasdam ratiocinationes , quarum adfumta vera fint , et dudhis veri , etiam porro contrarias conclufiones ha - bere veras : quamne demonftrationis notionem , aut quam fidei non inuertit praefumtionem ? . . . . Chryfippi autem dialeöica , potiflimas partes ac prineipia lua tollens atque amputans , quam tan - dem aliam notitiam non fecit falfitatis fufpe & am ? Non enim pof - funt quae fuperftruuntur conftare , fundamentis iam pridern non fubfiftentibus , ficut hic prima tot dubitationibus et tumultibus exa - gitantur . Plutarch sehet dazu : daß die Sette der Stoiker , welche sich darüber beklaget , daß die Akademiker die gemeinen Begriffe der gesunden Vernunft umkehrten , dieses Fehlers mehr schuldig wäre , »IS sie . Zum wenigsten muß man sagen , daß unser Chrysippus eben so wohl , als Arcesilaus verdienet hat , mit denjenigen Zünften in Rom verglickenzu werden , welche die öffentliche Ruhe störten . Sieheden Artikel Arcesilau - , . Es ist niemals kein größerer Störer aller Dinge in dem Reiche der Philosophie gewesen : und ob er gleich , dem Namen nach , ein Dogmariker gewesen ; so hat er doch in der That so sehr für den Pyrrho - nismus , als die allerhihjgsten Skeptiker gearbeitet . Denn wenn in der Schlußrede , wie man vorgiebt , daß er versichert hat , der Schlußsatz , der ans einem wahren Ober - und Untersatze gezogen ist , nur solcherge - stalt wahr ist , ein widenvärtiqer Schlußsatz nicht auch wahr est , so ist es verlohnte Arbeit , Vernunftschlüsse zu machen , und man darf sich nickt weiter versprechen . zur Gewißheit zu gelangen . Die «Unklarsten Sätze sind problematisch ; es wäre eben so viel und noch mehr , als wenn man mit dem Karneades in Zweifel ziehen wollte , daß ; rve^ Dinge , die einem dritten gleich sind , unter sich selbst gleich sind . Siehe oben den Artikel Carneades . Dieß ist das Schichal derer , die sich all - zu außerordentlich auf die Spitzfindigkeiten der Logik legen : sie fallen endlich in ihre eigenen Netze , und können sich nicht daraus loswickeln . ; sie entdecket , Schwieriakeiten , darauf sie nicht antworten können , und welche auch dasjenige vernichten , was sie zuvor behauptet haben . Cice - ro hat ihren Character sehr wohl bejchrieben : ich führe seine Worte an , ob ich Mick gleich derselben bereits an einem andern Orte in der AuSga - be dieses Werkes bedienet habe . Dialeäici ad extremum ipfi fe com - pungunt fuis acuminibus , et multa quaerendo reperiunt non modo ea , quae iam non poüuit ipfi diilöluere , fed etiain qtubus ante exorfa ' II Sand .
Mpus . 185
et potius detexta prope retexantur . Cicero , de Oratore , Libr . II . cap . XXXVIII . Dieserwegen vergleicht er die Dispurirkunst mit der Penelope , welche ihr eigenes Gewebe selbst wieder auflöset ? . Quid quod eadem illa ars quafi Penelopes telum retexens , tollit ad mum fuperiora . Cicero , Academ . Quaeft . Libr . IV . cap . XXIX .
( R ) Lr hat sich bis auf sie kleinen Regeln , von der El ? ie» hung der Rinder , erniedriget . ] Er hat dcu Ammen eine gewisse Art vom Gesänge vorgeschriebe» , und angerathen , hierzu die allertugend - haftesten auszulesen , die man finden könnte . Er hatte auch lieber ge» wollt , wenn es möglich gewesen wäre , daß man die Kinder von lauter gelehrten Frauen sollte saugen lassen . Et Chryfippus etiain nutricum quae adhibentur infantibus , alleclationi fuum quoddam carmen aC fignat . Qiiintil . Inftit . Orator . Libr . L cap . X . p . m . 55 . Ante omni» ne fit vitiofus ferme nutrieibus : quas , fi fieri pollet , fapientes Chryfippus optauit : certe , quantum res pateretur , optimas eligi voluit . Ebeudas . I Cap . 6 Seite . Er hat gewollt , daß die Kinder drey Jahre unter der Aufsicht ihrer Bimmen bleiben sollten , und daß man ih - nen gute Lehren geben sollte , ohne zu warten , bis sie älter würden . Er hat es nicht gebilliget , daß man sie erstlich in ihrem siebenten Jahre zu unterweisen anfinge . Quinrilian ist seiner Meynung Quidam litte - ris inftituendos , qui minores feptem annis eflent non putauerunt , melius autem , qui nullum tempus vacare cura volunt , vt Chryfippus : nam is quamuis nutrieibus triennium dederit , ta ! men ab illis quoque iam informandam quam optimis inftitutis men - tem infantium iudicat . Ebenbas . 8 S . Man merke , daß er ihn auch im XI Cap . desselben B . 57 S . anführet . Er hat die Frage untersu - chet : ob man die Schüler schlagen dörfe , und solches bejaher . Caedi ve . ro discentes , quanquam et reeeptum fit , et Chryfippus non impro - bet , minime velirn . Ebendas . III Cap . 17 S . Ich mochte wohl wis - sen , worauf sich Voßius , von den griechischen Poeten , auf der 87 Seite , gründet , wenn er saget : daß der Stoiker Chrysippus der Urheber derer Ammenlieder ist , welcheAtl ) enäus nennet . a< n -
Swatä - j üoxi xaTccßxuxx^ftit SvefNutricum la£tantitim canti - lenae Catabaucalcfes nuneupantur . Athen . Libr . XIV . cap . III . p . 618 . Die Worte , die ich angeführer habe , und die ich aus dem X Cap . des IB . QuintilianS anführe , sind kein guter Grund .
( 8 ) <£c har sich rvohl gebettet , die berufene Streitigkeit , von den möglichen und unmöglichen Dingen , zu vergesien . 1 Sie ist ihre Geburt den Lehren der Sroißer von dem Schicksale schuldig . Man wollte wissen , ob unter den Dingen , die niemals gewesen sind , und nie - mals seyn werden , mögliche wären , oder ob alles dasjenige , was nicht ist , was niemals gewesen und niemals sevn wird , unmöglich sey ? Ein berühmter Disputirkünstler , von der Secte zu Megara , Namens Dio - dorus , verneinte die erste von diesen Fragen , und bejahte die andere ; al° lein Chrysippus hat ihn stark angegriffen . ^ Hier sind zwo Stellen des Cicero : neg ) Iwutüv me feito x«™ A , oä«i ? ov xfiveiv . Qiiapropter , 11 venturus es , feito neceire efle , te venire . Sin autem non es , r£» «Jiiv & rm eft te venire . Nunc vide , vtrate magis deichet Xfu - vmtrtJone an haec , quam nofter Diodorus ( ein Stoiker , der lange eit beym Cieero gewöhnet hatte . ) non concoquebat . Cicero , Epift V . Libr . IX . ad Familiar . Dieß ist aus einem Briefe des Cicero ge - nommen , den er an den Varro geschrieben . Er erkläret den Zustand dieser Frage viel weitläufiger in dem kleinen Buche , deFato . Ich will etliche Stücke daraus anführen : Vigila , Chryfippe , ne tuam cau - fam , in qua tibi cum Diodoro valente dialectico magna luöatio eft , deferas . . . . Omne ergo , quod falfum dicitur in flituro , id fieri non poteft . At hoc , Chryfippe , minime vis , inaximeque tibi de hoc ipfo cum Diodoro certamen eft . Ille enim id folum fieri pofle dicit , quod aut fit verum , aut futurum fit verum : et quic - quid futurum fit , id dicit fieri necefle efle ; et quidquid non fit futurum , id negat fieri pofle . Tu etiam , quae non fint fu - tura , pofle fieri dicis , vtfrangi haue gemmam , etiamli id nunquam futurum fit : neque necefle fiufle Cypfeluni regnare Corinthi , quan - quam id millefimo ante anno Apollinis oraculo editum eflet Placet Diodoro , id folum fieri pofle , quod aut verum fit , aut ve . rum fiiturum fit : qui locus attingit hanc quaeftionem , nihil fieri quod non necefle fiierit : et quiequid fieri poffit , id aut efle iam , aut futurum efle : nec magis commutari ex veris in falfa ea pofle , quae futura funt , quam ea , quae faiäa funt : fed in fadkis immutabilitatem apparere , in fiituris quibusdam , quia non apparent , ne inefl'e qui - dem videri : vt in eo qui mortifero inorbo vrgeatur , verum fit , nie morietur hoc morbo : at hoc idem fi vere dicatur in eo , in quo'tan - ta vis morbi non appareat , nihilominus futurum fit . Ita fit vt com . mutatio ex vero in falfum , ne in futuro quidem vlla fieri poflit . Cicero , de Fato , cap . VI . u . f . Cicero giebt sattsam zu erkennen , daß sich Chrysippus bey diesem Streite öfters in der Enge befunden , und man darf sich darüber nicht verwundern ; denn die Partey , die er ernxih - let hatte , hieng mit seiner Lehre vom Schicksale nicht wohl zusammen ; und wenn er vernünftig hätte urtheilen können oder dörfen , so würde er die ganze Meynung des Diodoru« von Herzen angenominen haben . Man hat es oben in der Anmerkung ( H ) sehen können , daß die Frey - heit , die er der Seele gegeben , und sein Gleickniß vom Cy ! inder , nicht verhindern , daß alle Thaten des menschlichen Willens im Grunde nicht unvermeidliche Folgen des Schicksal« waren : woraus folget , daß dasje , „ ige , was nicht geschieht , unmöglich ist , und daß iüchts möglich ist , als dasjenige , was wirklich geschieht . Plutarch icklagt ihn so wohl hierin« nen , als in seinem Streite , mit dem Diodor zu Boden , und behauptet gegen ihn , daß seine Meynung von der Mor>nmkeit , der Lehre von dem Fato ganz und gar entgegen ist . plutarch . de Stoic . Repugn . pag . iosj . 1054 . Man merke , daß die berühmtesten Stoiker , wenn sie von dieser Materie handeln , nicht einerlei ) Wege gegangen sind . Arrian hat der - selben viere genennet , welches Chrysippus , Kleanthes . Archedemus und Antipater sind . Arrian in Epiftet . Libr . II . c . XIX . p . m . 166 . Er bezeuget einen großen W^erwillen gegen die Streitigkeit , und Menage hätte ihn nicht als einen Schriftsteller anführen sollen , der von dcsChrp - sippnS Werke , - - - ? > svvxtüv , ruhmlich geredet hätte : ( Citatur honori - fice apud Arrianum . Menag . in Laertium , Libr . VII . p . 341 . ) denn gewißlich diese Worte , yiyqufy * $s Xfvvixnoc Smuccsü ; etc . de his rebus mira feripfit Chryfippus etc . sind an diesem Orte kein Lobsvruch . Dieß erhellet aus dem Vorhergehenden und Nachfolaenden . Diony - siuS von Halikarnaß , de CoIIocätione Verborum , im XVII Cap . n S . bey mir , gedenket , zweenerTracrate des Chrysippus , wo man unter ei , A a nem

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