Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5740

Chrysippus .
non content ! fcminei generis attribuifle Diis airas , etiam fexus ad - »ungitis adaniatos ab his mares ? Hylam nefcio quis diligit ; Hyacin - tho eft alius occupatus : ille Pelopis defideriis flagrat : hic in Chry - fippum fufpirat ardentius : Catamitus rapitur delirium futurus , et poculorum euftos : et vt Iouis dicatur pullus , in partibus Fabius aduritur mollibus , obfignaturqiie pofticis . Arnobius , Lib . IV . p . >45 . Firmieu« Maternus ist ein wenig umständlicher : er nennet nicht allein den Jupiter , in Ansehung des Ganymedes , sondern auch den Herkules , in Ansehung des Hylas , und den Apollo wegen des Hyacinthus . Bloß von dem ChrvsippuS »nd Pelops , hat er die Liebhaber nicht genennt . Puerorum aliquis dele & atur amplexibus , Ganymedem in finu Iouis quacrat , Herculem videat Hylam impatienti amore quaerentem , Hyacinthi defiderio captuni Apollinem difcat . Chryfippum alius , alius Pelopein videat , vt per Deos fuos fibi licere dicat , quicquid hodie feueriflime Romanis legibus vindicatur . Firmicus Maternus , de Errore profanar . Religionuni , pag . m . 24 . Sein Ausleger , hann Wowerius , hat nichts zu sagen gehabt . Ich habe vergeblich eint - ge Noten in dem Theodorus Canterus , in dem ÄottsclM Stewechius , im Gebhard Elmenhorst , und in dem Desiderius Heraldius , vier be - rühmten Auslegern des Arnobius , gesucht : ich habe sie alle viere so stumm als die Fische gesunden , was unfern Chrysippus . und dm Gott oder Held betrifft , der ihn auf eine verbothne Art geliebet hat : allein woher mag es kommen , daß sich die von mir angeführten alten Schrift - steller . in so unbestimmten Ausdrücken , bey dem letzten Puncte halten , und daß auch der erste so gar die Liebhaber des Ganymedes und Hyaein - thus verschwiegen hat ? Es wäre so verwegen als ungerecht , ihn wegen einer List in Verdachte , u haben , aW wenn er , da er gewußt , daß derje - nige , der den Chrysippus geliebt , ein bloßer Mensch gewesen , sich nicht getrauet hätte denselben zu nennen ; und daß er , damit man nicht glau - ben sollte , als wenn etwa» ein Kunstgriff in dieser Vergessenheit steckte , ju gleicher Zeit die Namen der andern unterdrückt hätte . Wir wollen sagen , entweder daß ihn sein Gedächtniß betrogen , und daß er nach ver - wirrttn Begriffen , den Chrysippus mit unter die Knaben gemischt hat , welche die Götter geliebt haben ; oder vielmehr , daß er sich erinnert , daß ge - wisse Schriftsteller , ( Athenäus >m XIIIB . 603 . 604 S cititt die Praxilla Sicyonia , ) dasjenige dem Jupiter zugeeignet haben , was fast alle die an - dem dem Lajus beymessen . Wir wollen uns an diese letzte Tradition halten und sagen , daß der Liebhaber diese« schönen Iniiglings weder ein Gott noch ei» Halbgott , sondern ein Thebaner . König von Theben , des LabdacnS Sohn gewesen . Man ziehe den Athenänö zu Rache , welcher uns belehret , daß Lajus , da er bey dem Pelops gewohnt , sich in den Cbrysivvus , den Sohn seines Wirthes , verliebt , und mit ihm nach Thc - ben geflohen . Athenaeus , Lib . XIII . pag . 605 . 604 . Dieser steller setzet da ? u , man habe gesaget , daß Üojits der erste gewesen , der auf diese Art geliebt . Aelian . Var . Hiftor . Lib . XIII . cap . V . und Hiftor . Animal . cap . XV . pag . m . M . versichert eben dasselbe , und daß die The - baner dieserwegen auf diese Art zu lieben , für etwas schönes und löbliches gehalten hätten . Man merke , daß es nach dein Hvgin im CCLXXII Cap . Theseus gewesen . der den Chrysippus entführt hat : lein man muß glauben , daß die Stelle verfälscht ist ; und man sehe die scharfsinnige Mutbmaßung des Perizonius , in seinen Noten über diesen Ort „ ivie ihn Thomas Munkerus anführet , vermöge welcber er will , daß man , quem Nemeis Laius rauuit , anstatt quem Thefeus ludis rapuit lesen müsse . In der Tbat hat Hngin in seinem LXXXV Cap . erzählet , daß Lajus den Chrysippus bey den ncmäifchen Spielen geraubt hat . l'ropter formae dignitatem Nemeae ludis rapuit . Man merke , wie er dazu sehet , daß ihn PelopS wieder erhalten , nachdem er den Räu - her mit Kriege überzogen . Man merke auch , daß Pifander der Mey - nung gewesen , es habe sich dieser junge Mensch wegen seines Aben - theuers dermaßen geschämt , daß er sich selbst entleibet . Pifander apud Euri ) ) . Scholiaft . p . 402 . Edit . Steph . ipfum CCbryjippum } prae pudpre intulifle fibi manu« autiunat . Munckerus in Hygin . Ebend . 140 S .
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( C ) Man hat in dem Moreri - - - nickt vom Thrysip - PU6 von Tyane gerevet ^ Jonsius giebr vor , daß ihm Athenäus M Lob eines sehr ehrwürdigen Scribentm giebt : rf
dicitur apud Athenaeum XIV . , 6 . Ionf . de Script . Hiftor . Phiioi " ! pag . 157 . allein dies , ist eine bloße Ironie , in dem Munde einer von den unterredenden Personen des Athenäus ; und man kann dieses ohne Be - gehung eines Fehlers , m>t dem dock Cati vergleichen , davon ich hier oben in der Anmerkung ( E ) , bey dem Artikel Catius geredet habe . Man hat mehr Grund , zu sagen , daß ihn Athenäus einen geschickten Schwäber von Torten und Kuchen nennet . < , « . Sa -
piens ille Pemmatum feriptor . Athen . Libr . XIV . cap . XV . p . 64» .
CD ) ffbcyftppttrt ein berühmter 2Cryt , gebürtig aus ( Em'öus . ] Pllnins hat von ihm , als von einem Manne , geredet , der ungemein viel Neuerungen in die Arzneykunst eingeführet hat : Horum placita , saget er , Lib . XXIX . cap . I . p m . 66z . Chryfippus ingenti garrulitate muta - uit , plurimumque et ex Chryfippo difcipulus eins Erafiftratus , Ari - ftotelis filia genitus . Wir wollen die zwo Eigenschaften merken , die man dem ErasistratuS darinnen bevlegt : die erste ist eines Schillers des Chrysippus , und die andre , eines Sohnes von der Tochter des Aristote , les . Dieß kömmt mit demjenigen nicht übcrein , was man in dem Sex - tilg EmpincuS , aduerf . Mathemat . cap . XII . p . yi . liest , daß des teles Tochter Pythias drenmal verheirathet gewesen ; , . an de» Nika - nor ; zum - , an den ProkleS , von welchem sie zween Söhne gehabt , die unter dem Theophrastus die Philosophie studiert haben ; • „ an den Arzt Metrodorus , welcher ein Schüler des Chrysippus ans Cnidus gewesen , und den ErasistratuS unterwiesen hat . Aus dieser dritten Heirath ist ein Sohn gekommen , der Aristoteles genennet worden , Vielleicht ist ErasistratuS von dem Metrodor und der Pythia an Kindes statt ange - nomnien worden , ( siehe den P . Harduin über diese Stelle des Plinius ) , und solchergestalt wäre PliniuS nur darum zu tadeln , daß er das Wort genitus nicht allzu wohl angebracht hätte . Wir sehen in dem Dioge , neS Lamms II B Num . >86 . daß ErasistratuS bekennt , er habe viel Dinge von diesem Chrysippus gelernt ; allein , da der Ausdruck zweydeu - tig ist . so kann man nicht entscheiden , ob er solches durch mündlichen Un - terrickt , oder durch Lesung seiner Schriften gelernet hat . GalenuS sieht den Chrysivpu« , den Cnidier , als den Meister des ErasistratuS . und da« Haupt derer an , welche das ? lderlassen misbilligen . ( Zalen . de Venae 8e6k . contra Erafiftr . cap . II . und V . imgleicken anderSwo Der P . Harduin bemerket , daß dieser Chrysippus eine Abhandlung de Brarfca , und ein ganzes Werk . de Oleribus , verfertiget hat . Er
führet den Plinius und Diogenes . LaerliuS , wegen des ersten von diesen zweyen Dingen an , und wegen des andern den Scholiasten Nikanders . aä Theriac . pag . 39 . Harduin . in Indiee Autor . Plinii , pag . 104 . Allein , CamerariuS hat in seinem Verzeichnisse der Schriftsteller , de Re Rufti . ca , welches seinem zu Nürnberg i ; y ? , in , 2 gedrucktem Tracka« , de Re Ruftica , beygefüget ist , das Buch de Braflica , einem andern ChrvsippuS , des ErasistratuS Schüler , gegeben . Man sel>e den Jonsius . de Script . Hiftor . Philof . pag . 157 . der bis aus 19 Chrynppos gesanimlet hat . doch ohne vorzugeben , daß sie eben alle von einander unterschieden wären : Seine Sammlungen sind gut und merkwürdig . Chryfippus medicus peculiarembrafiicaelibruindicauit ; omnium morborum ex ea reme - dia continenteni . Plinius Valerianus de Re Medica , Libr . IV . cap . XXIX . siehe auch Plin . Lib . XX . cap . IX . Wir müssen nicht vergessen , daß Chrysippus , der Cnidier , der Vater eines andern ChrvsippuS , Le , b - arztes ben dem Könige PtolomäuS , gewesen , der durch die Verleumdung unterdrückt , gestäupet , und mit dem Tode bestraft worden . Dioden . Laert . Lib . VII . mim . iyS . Endlich müssen wir bemerken , daß Moreri keinen Grund hat , zu sagen , daß man nicht eigentlich wisse , zu welcher Zeit Chrysippus von Cnidus gelebt habe . Es ist leicht zu schließe» , daß er zur Zeit Alexanders des großen , und des ersten PtolomäuS gelebt hat .
Chrysippus , ein stoischer Weltweiser , war von Solis , einer Stadt in Cilicien " . Einige sagen , er sey e , n Schuler des Zeno gewesen h : man weis viel gewisser , daß er unter demKleantheö , dem Nachfolger des Zeno , studiert hat c ; rote er aber einen durchdringenden Verstand ( A ) , und viel Fähigkeit zu urrheilen besaß , fb er oon der Lehre dieser großen Philosophen abgegangen , und hat sie in verschiedenen Puncten befkritten < Er hat eine Menge Bucher verfertiget ; man laßt sie bis aus 705 steigen , unter welchen viele sind , die die Vernunftlehre betreffen ( B ) ; denn er hat sich eifrig angelegen seyn lassen , diesen Theil der Lehrverfassung auszubessern , und ins Feine zu bringen . Man wird^lch uoer diese gwße Anzahl von Schriften nicht
afc sehr verwundern , wenn man weis , daß er etlichemal von einer Materie geschrieben ; daß er alles angewender , was ihm un - ter die ^ande gekommen ; daß er sich nicht viel Mühe genommen , seine Arbeit zu verbessern ( C ) ; daj er unzählige Zeugnisse angeführt " daß er überdieß sehr arbeitsam gewesen und daß er ein Alter von mehr als achtzig Jahren überlebet ^at s .
Seine Leibeöacstalc ist sehr klein h , allein seine Einbildung ist sehr groß gewesen ( v ) . Er hat , ich einige Zeit zu den Äkade . mikeril gesellet , und nach ihrer Art über beyde Widechiele philosophiret ' . Allein diesem ungeachtet kann man ihn als einen lau . kern und wahrhaftigen Stoiker , und zwar als eine von den besten Zierden , und den eifrigsten und geschicktesten Verfechtern dieser Secte ansehen < ScioppiuS hat ibin sehr übel mitgespielt ( E ) , und zwar in einem Werke , wo er die stoischen Mcyiiungen auf sein möglichstes erhebt . Er geht deswegen so übel mit ihm um , weil er ihn als einen hochmurhigen und widerspreche , wen Geist ansieht , der durch seine ausschweifenden und verwegenen Manieren , der ganzen Partey großes Slachtheil zugezogen yar . Die Stoiker beklagten sich deswegen über den Chrysippus , daß er so viele Argumente für die angenommene Lehre ver> aravemi . ker gesammler , daß er sie nach diesem nicht widerlegen können ( F ) ; und daß er dem Carneade« , ihrem Wwmwcher . dle Waffen dargebothen . Dieses scheint zu beweisen , daß er aufrichtig gehandelt , und daß er keinen Steg gesu<# W« ««£ Ö« terlist gegründet wäre , die Gründe der andem Partey nur obenhin anzuführen . Weil er aber außer ^ / ^ " / ^^ , wel .
neRathschlage mit feinenÄ ^ch / n^nn ? ha ? S
ÄfiS ®<Äi & V und daß m - n di - wch« . - ssm mufttt . . Di . meistenWi -
Kneg wider st - dm Verhängnisse , und v°n derTrexh» de - M - nschen wider ,
weiter nichcövorgeworseh ^ Vortheile über sie erhalten haben ; denn man wurde zur Aechtfertigu , ^ be * Chryfip .
i^^n^ - Innen di . m°nhmige - ^«MN . Bestmdmrdi - ^MKS - ««nich . pus , eben die Dinge antworten ! ' . & ( rf , f { c Auedruckungen zu erwählen wissen , wenn sie von der Gnadenwahl
ZTotTn SSEftS Ä " u Mnen , U st - stch b - dim - . , wenn ^e den Menschen zur Tugend ermchn^ .

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