Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5704

Choquet .
Noch den Druck seiner Gedichte verwilligen . und durchaus nicht leiden wollen , seinen Namen , oder einen andern Titel , davor zu setzen , als wel - cher zu erkennen gäbe , daß es nur Früchte seiner Jugendjahre wären . Der Titel ist : Philomathi Mufae iuueniles . Und gleichwohl ist es wahr . daß nicht «lles unter dieses Alter gehöret : es finden sich viele Stücke darunter , die er als ein vollkommener Mann , und da er bereits große Bedienungen bekleidet , gemacht hat . Es ist dienlich , die und 66 S . des Tracrats von dem Sebastian Korthold , de Poetis Epifco - pis , zu lesen , weichet 1699 zu Kiel gedruckt worden . Borrichius findet , daß der Pabst Urban der VIII mehr Naturel und Geschicklichkeit zur Dichtkunst , als der Pabst Alexander der VII , gehabt : allein daß dieser mehr Arbeit und Fleiß auf seine Gedichte , als der andere , gewendet . Borrich . de Poetis Latin , p . 108 . Er findet etwas Hartes in den epi - schm Versen , worinnen Alexander der VII seine Reisen von Rom nach Ferr . na , von Fenara nach Com , und von Mallha nach Rom beschrie - ben hat . Dieß ist nur ein Theil seiner Reisen : er hat überdieß die von Cöln nach Münster , die von Münster nach Aachen , nach Trier u . a . m . beschrieben . Wenn alle Lobsprnche wahr sind , welche die Urheber der poe - tischen Glückwünsche , die zn Ende der Ausgabe von des Philomathi Mufis iuiienilibus angedrucket worden , den Versen dieses Pabstes geben , so würde man sich nicht enthalten , zu sagen : daß er der vollkommenste von allen Poeten gewesen wäre . Wie aber diese Verfasser von dem Sie - bengestirne gewesen , das unter diesem Pabste in Rom geblühet hat , so darf man sich ans ihr Lob nicht allzu kühnlich verlassen . Siehe Baillct Ju - gem . Air les Poet . Tom . V . num . 1506 und 1527 . Ich werde mich nicht unterstehen , zu versichern , daß eine Schrift , welche im 1646 Jahre , unter dem Titel : Iudiciutu Theologicum fuper quaeftione : an pax , 173
stanken verlangte Friede der römischen Kirche allzu nachteilig sey , al« daß er denselben mit gutem Gewisien von dem Kaiser - verwilligct wer« den könnte . Allein alle diese Borstellungen sind u»nntzlich gewesen : so mußten den Protestanten hundert Dinge verwilliger werden , die den Hof zu Rom in Verdruß stürzten , und wider welche der Nuntius El , igt auf eine sehr hitzige Art protestiere und den Sraub von seinen Füße» schüttelte . Der Pabst hat mit einer Bulle , von gleicher Schreibart , wider den Frieden zu Münster losgedonnert . Es ist bey allen , diesem Zeit und Papier verlohren gewesen . Hier muß ich erinnern , daß sich in dem Bnchersaale des CärdinalS Chigi verschiedene Manuskripte , die mit eigenhändigen Noten von dem Pabste . Alexander« dem VII , aus , gezierer sind , und eine grvße Sammlung von Acten und Urkunden befin» den , welche von diesem Pabste verfertiget und zusammen getragen wor - den , und die von seinem fleißigen Studieren zeugen . Siehe Mufaeum Ital . des P . Mabillon , Tom . I . p . 9 . , , Ich habe in dem Buche , wel - ches mich dieses belehret , auf der 99 Seite etwas gelesen , welches seine Neigung gen die Wissenschaften zu erkennen giebt : er hat drey Buch - bändler aus . Holland nach Rom gezogen , die ihn wegen der Bibel Po - lyglotta von Paris häßlich hinters Licht Aefuhret haben ; dem ? sie mach« ten ihm weis , daß dieß eine Ausgabe wäre , die sie unter seinem Schu» he und zu seiner Ehre unternähmen ; sie ließen einen neuen Titel und eine so schmeichelhafte Zuschrift drucken , als wenn die bestm Katholiken Urheber davon gewesen wären ; allen« sie haben ihre Spitzbüberei» nicht lange verbergen können . Ab vltiinis Belgaruni , Vrbem Dominant , federn veftram Roniatn diuinariim litterarum farcina inßrudli ma - gis quam onufti , multiplice San & itatis veftrae iilicio , ce» po - tentiore quodam niagnete fortiter fuaiiiterqiie protracti , an -
helis non tarn fatigatione quam exfultatione animis paflibusque fub . intramus , defideratiffime terris et nobis Pontifex maxime . Ebendas . Der neue Titel heißt : biblia alexandrina hepta . GLOTTA aufpieiis S . D . Alexandri VII anno feflionis eius XU fe . liciter inchoato .
Ehocauet , Ludwig ) ein berufener ftanzösischcr Dichter , gegen die Mitte des XVI Jahrhunderts , und der Urheber eines sehr seltenen und sonderlichen Werkes , daraus wir hier unren Auszüge geben wollen ( A ) . Er . ist dem la Croix Du Maine , aber nicht dem Du Verdier unbekannt gewesen , welcher ihn in seine Bibliothek « , als den Verfasser eines Folianten , aeseßet , der im 1541 Jahre zu Paris gedruckt worden . Er hat sich begnüget , zu bemerken , daß es em Band ist , worinnen die Apostel , geschickte und die Offenbarung St . Johannes person - nrveist , n französische NeimeLebracht sind . Er hat Auszüge daraus
der Rirche and des h . katholischen Glaudens , und »um Besten un» Tröste aller guten und wahren Christen , c gern das Such 0er Aposielgeschiclite , in vier oder mehrcrn Äanden drucken wolle , das er vor sich hake , und welches in französische Reime bracht , und mit großem Fleifie und Rosten verbessert worden . Er und seine Buchhändler , Arnold und Carl Langelierdie , haben im 154c» Jahre wider Meister Francistus - HameU'n , Franciscua Potrain , Jobann Louvet und Leonhard Chollet , Meister und Verlege ? des Geheimnisses der Apostelgeschichte , in diesem Jahre , vor dem Parlemeiite zu Paris einen Proeeß gehabt . Der - ßof hat net , daß diese vier Verleger das Gebeimnifi der besagten Apostcl - geschickte durch keine andere dnickcn lassen konnten , als diesem , gen , welche Sie Druckfreyheit dazu erhalten hätten , was sie auch für Zusätze dar ; » machen mochten . Man sieht in einer Balade , zn Anfange des andern Bande« , die Namen und Eigenschaften dieser vier Verleger . Man sehe in was für Ausdrücken :
Au Plasmateur rendent grace les quatre De bon vouloir entre Parifiens Les quels ont fai<ä apparoir le Theatrc Bien enfuyvant lec Romains anciens
a» ; uführen vergesien " und esH doch^önst seine Gewoknhcit nicht , solches zu unterlassen , wenn ein Buch Wtfom'Bina ? ™ ? Dalt . Er hat gar oft lange Stellen angesiihret , die eben so was Auserlesenes nicht enthalten . Man muß sich dfolffiÄ darüber vemundern , daß er mchts von den Poesien Llldwlg Chocquets angesühret hat ; denn man findet darinnen schr ab ? , ! theuerliche und recht erstaunliche Ausmtte . Wir wollen diesen Mangel ersetzen , und dieses Werk ein wenig besser zu eck n uen geben , als man es aus dem Du Verdier erkennen kann . a " reiren "
* ) Auf der 796 Seite .
( A ) Er ist der Urheber eines sehr seltsamen und sonderlichen Xverkes , daraus wir hier unten Auszüge geben wollen . ^ Das Exemplar , welches mir von dem Herrn Sloane , einem berühmten Arz , re in London , der viel seltene Bücher in seinem zahlreichen Buchervor - rathe hat , geliehen , und durch die Vorsorge des Herrn Silvesters ver< schasset worden , enthält drey Theile , davon der I betitelt ist : Le ! pre' - niier volume des Catholiques oenvres et Aäcs des Apoftres redigez en efeript par faint Luc Evangelifte et hyftoriographe , depute' par le fainä Efprit etc . Das ist : der erste Band der katholischen ! tVerke und Geschichte der Apostel , beschrieben von dem heil . ü . ucas , Apostel und Gescktchtschreiber , von dcm heil . Geiste geordnet . Dcrienlge heil . SLucaa , der an den Theophilus ge , schrieben , nebst verschiedenen in demselben cingcsckalccren - Hi , storien , von den Tharen der Casarn . Und die Ameigungen Ver Bilder der Offenbarung , welche der heil . Johann Zebcdaus auf der Insel pathmus , unter dcm Domitian Cäsar gesehen hat , mit den Grausamkeiten Jerons und Domitians . Alles wohl und gehörig übersehen und verbessert , nacl ) Oer wahren Xvahrheit , und mir Personen ^u Paris in dem Hotel von Flan ,
Sern gespielt und XLI . Mir Freiheit des Roniges Es wird verkauft auf dcm großen Saale des Pallasies , von Arnold und Carln , den Ängeliers , Drüdern , welche ihren Ä . adm jix>u schen dem ersten und andern Pfeiler , vor der Rapelle der - Herren Präsidenten haben . Dieser erste Band enthält in 2 , 0 Blattern funfBü . cher der Apostelgeschichte . Wir wollen den Titel des II Bandes sehen :
Der andre Sand des prächtigen Geheimnisses der Apostelgeschich , re , welche Sic Lr^äl^iing ihrer Thatcn und - Handlungen nach der H . Schrift , nebst verschiedenen in dieselbe eingerückten Historien , vonden Tkaten der Lasarn enthält . V ? ohl und gehörig überse - ben und verbessert , nach der wahren Wahrheit , und so , wie das Gebeimnifi ; u Paris , in Gegenwärtigem 1541 Jahre gespielet worden ist . Mit Freyheit . Dieser andere Band enthalt ter , und endiget sich im neunten Buche der Apostelgeschichte . Der III Theil ifi die Gffcnbarung des heil . Johannes Zebedaus . worin , nen die Gesichter und Offenbarungen begriffen sind , die dersel , de heil . Johannes auf der Insel Parhmus gehabt , alles durch anjrandigc Figuren , nach dcm Terre der heil . Schrift eingerich , tet . Nebst den Grausamkeiten Domitians Casars . Mit Frey , heit , > ; <> - & ^lreht aus 46 Blättern , und ist den 27 März , >541 , aus der Presse gekommen . Das Werk ist in Folio .
Ludwig Choeqvet hat feinen Namen zu Anfange nur allein des III Theils gesebt . 'Er hat ihn darinnen auf zweyerley Art gesehet : erstlich , mittelst einer lateinischen Sinnschrist , aus der andern Seite des ersten Blatts , ( Ludoviei Choquet ad Magiftrum Antonium le Coq , D06I0 . rem Medicum perdodhim Epigramma . Dieses Sinngedichte steht aus fecfae & eti Hexametern und Pentametern ) und naä , diesem über dem andern Bl ? t7e : . . Hier folget das Geheimniß >r Offenba - „ rung des heil . Johannes , nebst den Grausamkeiten des romischen Kai - . . sers Domitian aufgeseht von Meister Ludw . g Ch - avet . . . Man fin - det nicht die geringste Meldung von ihm m den Drucksteyheiten . Es ist Willvelm Adalat , ein Raufmann , Sourges wob . iliaft , gewesen , der diese Freyheit vom Franciseus dem l . den - 4 des^^n^« , zu Lion erhaltm hat . Er hat sie aus sechs Jahr^ ^halten . U : schrei bet : daß er zur iShre und ? um Äobe Gottes , Unsenr H . Mutter
fran^oyz de nom les deux , nen faut debatre
Lung Hamelin , l'autre Poutrain , feients
Lung en pratique , et l'autre pour fembatre
Tixtre tapis foubs rethoriciens
Scait aflez bien , puis pour l'exploict parfaire
Leonard Chovelet boucher voulut bien faire
Et Jehan Louvet Operateur aux fleurs
Bien cognoiflänt des bons grains les meilleurs .
A iceulx quatre bonneur royal defire
Donner faveur abollir les erreur»
Qui font humains a vertu contredire .
Ich führe alle diese kleinen . Umstände an , weil sie dazu dienen sön - nen , einige Unistande der Comödie selbiger Zeit zu erkennen zu ge - ben . Eilige von diesen Umständen finden sich nicht in dem Mdreri , ( in der pariser Ausgabe , i6yy , nnrerdem WorteTomodie , ) denn z . E . man findet nicht darinnen , d - . i - j das Hotel von Flandern jemals der Ort gewesen , >vo in Pari ? dramatische VcrstcHimcicu von den Historien der heil . Schrift sind aufgefnhret worden . Man merke , im Vorbeigehen , daß man 1« dieser Ausgabe von PanS emen sehr groben Schnitzer der vorhergehende« verbessert , aber dabey gleichwohl einen Druckfehler ein - schleidien lassen . Iii den ersten steht für qnoi l'on peut voir ßocca - lini et Ragguagüo ; und in der Ausgabe von 1699 , hat man gesetzt : für quoy on peut voir ßoccalini dans fon Fagualio di Parnallb . Man hätte setzen solle , , : dans fes Ragguagli di Parnaflo . Allein um desto besser zu erkennen zu geben , wie es damals mit der französischen Schaubühne ausgesehen , so will ich einige Stellen aus den Stücken un - sers Chocquets gnftihren . Sie werden zureichend seyn , uns zu belehren , daß man in währender Zeit , da man dem Volke verbothen . die heiligen Historien in dem Buche zu sehen , welche« sie unverfälscht und getreu ent« halt ; man ihnen verstattet bat , sie auf dem Schauplätze mit lausend 9 3 groben

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