Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5684

Chigi .
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gesehen , die er vorgebracht hat . Wenn er die Nachricht de« Angel» Corraro gelesen hätte , so würde er die Hülfe nicht so sehr haben loben können , welche den Venetianern von dem Pabste , in dem Kriege we - am Candia , geleistet worden : denn man beklaget sich in dieser Schritt „ ber zwey Dinge : i ) darüber , daß der Pabst alle Begnadigungen halsstarrig abgeschlagen , die in dem Kriege wider die Türken hätten die« nen können : 2 ) darüber , daß er nicht den geringsten Eifer für den Frieden der zwo Kronen gezeiget hätte . Chi haverebbe mai pcnlato
v " r—' " , hi>« VH «S che un Gardinale , che prima anche d'efl'cre Cardinale , fpirava
worden ist . Er hat «nen pirächtwen £ fad ) , , ' tutt0 e monftrava di langnire fn la confideratione dello ftato
sein Werk gesetzt , wo - r den We h auch w gen miferabile , in che fl andava riducendo ü mondo Chriftiano , con
spart , nmiimenbet'guer« cof . oftinata tra le maggiori corone di eflb , non do .
I»A - n° . « M - - » - k - - -
Hauses Chigi annehmen müssen . Mercure Hiftorique , im Weinmo - nare 169 ? , Seite . Man sche die Anmerkung ( B ) des henden Artikels .
( v ) , - j welckes für den berufenen Xvidersacker des Fra paolo eine verdrießliche ZViderwärrigkeit gewesen . ^ Ich rede von dem P . Sforlia Pallavicini , dem Urheber einer Historie der allgemeinen Kirchenversammlung zu Trident , die zur Widerlegung des Fra Paolo bestimmt gewesen , und mit einem Cardinalshure belohnt
und wünschte die seinigen nach dem Gebrauche des Nepotismus zu er heben . Es hat ihm auch so gar , saget man , dieser Pater die Gewissens sorupcl heben müssen , die ihn aufhielten . Im Grunde ist es vortheil : hafter gewesen , sich den Pabst und seine Familie verbindlich zu machen , als eine bereits gedruckte Einleitung zu retten , so schön auch die darin - nen enthaltene Lobrede seyn möchte . Gleichwohl hatte dieses seine Unannehmlichkeiten für einen Schriftsteller ; allein er mußte dieselben übersteigen , dasjenige unterdrücken , was schon auS der Presse gekommen war , und die Sachen so gut , als er konnte , in eine neue Ordnung brin - gen . Wenn da« bisher von mir gesagte nicht wahr ist , so darf man sich deswegen nicht an mich , sondern an die halten , von denen es der von mir angeführte Schriftsteller entlehnet hat : Iamqtie Cardinalis Pala - tiicinus , in eius laudes effufiffimus , Hiftoriae Concilii Tridentini ga - leatuui prologum praefixerat , quo Alexandri ceu Angeli ai»ttu heroicum iliboc negleöi Ncpotifmi facinus tertium vsque in Coelum tulit : quem tarnen , cum res alium lange euentum fortita eflet , non fine pudore et impenfarum ia£hua ( plurima enim folia iam impreilä , laudes has fidlitias cbuccinantia , fupprimi debuerant ) ceu abortiuum foetum tollere , et cum nefcio quo Epilogo operis ( qui ipfe tarnen poft mortem Alexandri , faltem in Latina editio - ne Kaptiftae Giattini omifliis etiam fuit ) commutare necefle habuit . Heidegger . Hiftor . Papatus , pag . 431 . Dieser Schriftsteller will , daß der Cardinal Pallavicini Alexanders des VII , Beichtvater , und noch eher Cardinalgewesen , als die Aiwerwandrschafr dieses PabsteS nach Rom gekommen ; allein es ist gewiß , daß er erstlich nach der Ausgabe seiner Historie darzu erhoben worden : woraus nach der eignen Erzäh , lung dieses Schriftstellers folget , daß das Cardinalar des Geschichtschrei , bers auf die Aufnahme gefolgt ist , die der Pabst seiner Familie envie - sen hat . Ich glaube nicht , daß jemals ein Cardinal ordentlicher Beicht - vater des PabsteS , noch daß der P . Pallavicini solches jemals bey Alexan - den , dem VII , gewesen ist . Hierinnen mehr Licht zu haben , habe ich eine Person zu Rathe gezogen , die es wohl wissen konnte , und die mir geantworter hat , daß er niemals Alexanders des VII , Beichtvater ^e - wesen . Gleichwohl versichert es der Verfasser des Nepotismus I Th . III B . ly und 176 0 . bey mir . Siehe auch II Sindicato d' Alcfiandro VII . pag . u ; . und vielleicht hat er es nur darum gethan , um die Erzäh - lung desto besser auszuschmücken , die er von dem Buche dieses Jesuiten machen wollen . Er saget nicht , daß man eine Lobrede vor die Historie gescbet ; sondern nur , daß man an verschiedenen Stellen einige Züge von dem Lobe des PabsteS eingerücket hätte , deswegen , weil die chigische Familie nicht die Erlaubniß gehabt , nach Rom zu kommen . E« sind mehr als zwanzig Bogen gewesen , die etwas von diesem Lobe enthalten haben , und die er hat umdrucken lassen müssen . Allenfalls sollte mir dieses wahrscheinlicher seyn , als die erste Erzählung .
^frieden gewesen . ) Wicqi . efort bierhet mir den Beweis davon am diese Art dar : „ Da sich Don Petro von Arragonien . spanischer Ge - „ sandtet zu Rom im 1^ ; Jahre , etliche empfindliche Worte wider »den H°l hatte entfahren lassen , welcher dem Könige von Portugal , " M ? Ä ^eseS Königreichs betraf , Vorschub rhat , so hat Alexan - , . der der VII , da er solches erfahren , zu ihm gesagt , daß er ein hafter Mensch und ein Staatsbedienter wäre , der nicht das Ver - . . mögen hätte , dem Konige . seinem Herrn , zu dienen . Der Gesandte
( E ) tvastNocer , sagte - - - verdienet eine Verbesserung - ^ Es ist bey dem pnrenäischen Frieden nichts vorgegangen , worauf die Welt ihre Aufmerksamkeit mehr gewendet hätte , als daß er ohne die Vermittelung des PabsteS geschlossen worden . Es hatte Cardinäle geben , die dem Fabio Chigi ihre Stimmen nur in der Hoffnung ben hatten , daß er sich angelegen seyn lassen würde , diese jt»o Rronen , u vereinigen , und daß er bierinncn glücklicher als kein anderer seyn würde . Unterdessen iff die Sacke auf eine so wi , dersinniscke Arr ju Stande gekrackt worden . ( es ist Galeazzo Gualdo Priorato in der Friedenshistorie 119 0 . nach der kölnischen Ausgabe von 1667 , welcher redet , ) daß viele kund gemacht , es wäre dieser Friede dem heil . Stuhle schimpflick . und daß auck in Rom selbst verschiedene übel davon gesprochen hätten . Inder Tbat har man denselben nickt anders angesehen , al» die N ? ir - kung des Fleifies , und ver Gorgen der 5ween ersten Staarsbe , dienten allein , die ihn zu einer 5eit geschlossen haben , da Sr . - Hei , ligkeit weder mehr daran gearbeitet , Nock vielleickt weiter daran gedaclit hat . Ich leugne nicht , daß Priorato nicht auf der 12c 0 dazu setzet , daß Alexander nack seinem Antritte des pabstchums , nicht auf das inständigste die Dienste eines allgemeinen Vaters angewendet habe , diese zwo Kronen zum Frieden zu bewegen und auch zu erlangen , daß die Unterhandlungen zu Rom in seiner Gegenwart gepflogen wer - den möchten : allein er saget auch , daß unter währender Zeit , da der «5ardinal seine Friedensvorstellungen bey dem pabste durck den P . Donnelll , einen Jesui ten macken lasten , der pabst ein Mistrauen und eine Ralrsinnigkcir babe blicken lassen , welcke für Frank - reick cine , ureickende SÄ' S ? SSfak . ilm
. - L a II ( '»im» ' ? n>nh ( > hnrilher ftAffr ; lind ber
" STlufS' " bS Sr Heiligkeit keine Freude darüber hätte : und ber Seits das spanische Sprnä - wort sagen können :
Ä'«MEn1IW4 «Lm w Sichw mch' »
II 2sino .
ZU «einem ülacyrveile mit dem portugiesi - „ schen Gesandten Unterhandlung gepflogen . Daß ihm der Pabst mit „ diesem Vorwurfe auch seine Gütigkeit ausrückte , aber darinnen Un - „ recht hätte , wenn er sagte , daß er ein boshafter Mensch wäre : und „ daß er mit mehrerm Rechte sagen könnte : daß Fabio Ghisy ein boshaf - „ ter Mensch wäre , weil er ihn zwänge , den Befehlen des Königes , sei , „ nes Herrn , nachzukommen , und das Collegium der Cardinäle zu bitten , , in Betrachtung zu ziehen ; ob es dem Stuhle zu Rom vortheilhafter „ sey , etwas um vier Bischofchümer in Portugall zu thun , und dagegen hun - „ dert und dreyßia Bischofthiimer , und sechzig Abteven ln Spanien , in „ die Schanze zuschlagen . Der Pabst hat auch zu ihm gesagt , daß die „ Zusammenkünfte , die er in seinem Pallaste hielt , gefährlich wären , „ und Anlaß zur Plünderung der Stadt geben könnten . Worauf der „ Gesandte geantwortet , daß , wenn dieses seine Absicht wäre , er nur „ mit allen Unterthanen des Königes , seine« Herrn , weggehen dürste , „ da denn die Zurückgebliebenen , die sich nicht erhalten könnten , solche „ Unordnungen anrichten würden , die man von ihm nicht zu befürchten „ hätte . , , Öe 1' Aiuballädeiir Tom . II . pag . 168 .
( G ) iLs giebr viel gedruckte Bücker , won'nnen man versickert , daß er willens gewesen . - , - ein - Hugonotte , » norden ] Da« Buch , ivelchee mich diese« belehret , ist eine Reise in die Schweiz , im , 6«» Jahre zu Genf gedruckt , ob eS gleich aufden Titel , im - Haag , bey Peter Du Glasson heißt . Der Verfasser dieser Reife ist ein französischer nach Rolland gefluchteter reformirter Prediger , und heißt Lavrune . Ich will dasjenige daraus anführen , was er von der Religion Alexan - derS de« VII votqiebt . Die Sache muß unfehlbar in dieses Wörter - buch gehören . Ist sie wahr ? so findet sie ihren Platz , als eine Histo - rie : ist sie falsch ? so gehöret sie , als eine Critik herein . „ Fabio Chigi „ - - - ist als Kederrichter nach Maltha , als Vicelegat nach Fer - „ rara , und endlich als Nuntius des Pabstes . nach Cöln geschickt wor - „ den , da man den Frieden zu Münster geschlossen . Die Angelegenhei - „ ten der Prinzen von Europa sind ziemlich glücklich zu Ende gebracht „ worden , nachdem man zwey Jahre zu Münster und Osnabrügg Un - „ terhandlungen gepflogen hatte . Chigi , welcher als Nuntius des Pab - „ stes dahin geschicket worden war , und sich genöthiget gesehen , daselbst „ alle Tage mit protestantischen Prinzen , oder ihren StaatSbedienten „ zu sprechen ( t ) . hat sich einen Begriff von ihrer Religion gemacht ; „ und ob er gleich fast eben zu der Zeit , unter dem falschen Namen eine« „ gewissen ErnstS Eusebius , dasjenige Urlheil eines Gottesgelehr , „ ten , herausgegeben hat , wori nnen mit den Protestanten so Übel umge - „ gangen wird : so ist er gleichwohl überzeugt geblieben , daß nichts Keheri - „ sche« in ihrer Lehre sey ; allein er hat es nicht weiter gettieben . Der „ Graf Pompeju« , einer von feinen nächsten Anverwandten in Italien , „ hat ihm die Augen vollends eröffnet Dieser Graf hat seine Tage auf . . einem Gute in Deutschland zugebracht , welche« ihm von seiner mut - „ terlichen Seite zum Eibrheile zugesallen war - - - Chigi - - - >vel - „ cher nicht eher nach Rom zurücke reisen wollen , alsbis er diese» Vetter „ gesehen hatte , - - > hat sich also mit zweenen von seinen Neffen , „ die ihn »ach Cöln begleitet hatten , zu ihm begeben , und einen Winter „ auf diesem Gute zugebracht . - - - Sie waren auf das Capitel von der „ Religion gefallen , und nach verschiedenen Unterredungen haben sie endlich „ beschlossen , die Bibel mit den Noten des Diodati z» lesen . Der Graf „ hatte diese gelehrten Noten bereits gelesen , und wußte d : e stark - „ sten Stellen davon . Sie machten alle beybe Bettachtungen , und „ erstaunten alle Augenblicke , sich überzeuget zu sehe " . S " wuß „ ten nicht , wa« sie snr eine Partey ergreife» sollte» ; allein , endlich sind „ sie nach reiflicher Ueberlegung - - < einig geworden , daß die pro - „ restantische Religion die wahre wäre , und Cn - gi yar sich von nun „ an gegen seinen Anverwandten verbindlich gemacht . , e>»e Jnrhiimer , „ so bald er von seiner Nnneiatur Rechenschaft gegeben hatte , zu verlas „ sen und wieder auf sein Land zu ihm j» kommen , wobey er ihn beschwo - „ ren . die römische Religion unverzüglich abzuschwören , weil ihm Gott „ die Gnade verliehen , die Wahrheit zu erkennen und ftey zu seyn . Al , „ so ist Chigi , nebst seinen Vettern in einem festen Entschlüsse , den römi - „ schen Hof zu verlassen , abgereist , und er hat auch niemals an dm Gra - „ fcn geschrieben , daß er ihn nicht ermahnet hatte , sein Vorhaben auSzu . „ führe» . Seine Reise hat langer gedauert , als er gedacht . Die Krankheit „ eines feiner Vettern , die sich endlich mit dem Tode geendiget , ist Ursache „ daran aewefen . Unterdessen hat sich der Graf Pompeji , « angeschickt , „ dasjenige zu thun , was er beschlossen hatte . - - Er hat sich »ach „ Oranien begeben , wo er sich öffentlich zu unserer Religion bekannt hat . „ Er ist auch einige Zeit darauf zu NimeS gewesen , und hat sich daselbst „ zuerkennen gegeben . Diese Bekehning har Aussehen gemacht . Man hat „ in ganz Europa davon geredet . Man hat allzu viel davon geredet' „ denn man hat ihn , wie er nach Deutschland geflüchtet , zu Lion mit „ Gifte vergeben , wo er gestorben ist . Diese Zeitung schlug den Chigi S - . . damit -

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