Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5660

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Verächtlichst von ihm . Man hat nicht« als Complimmte und Ver - sprechungen von ihm herausbringen können , die auf nicht« hinaus ge , laufen sind ; und daher ist es gekommen , daß sich Corraro nicht mehr zu ihm , sondern gerade« Weges zu dem Pabste gewendet hat . vi quel che vaglia , saget er auf der 17 Seite , nel negotio non mi da l'animo d'affermare cöfa ccrta , perche s'egli non fa fare piu di quello che fa , bifogna dire che vaglia poco , gia che da eflb non riportano fe non complimenti , gentilezze di concetti , e fperanze di voler far a ( Tai , che in fine fi rifolvono in nulla : terminando le rifpofte in repugnanze trovate in S . S . , e in qualche niotivo delle caufe , ö della negativa , ö della prolafione . Onde io ho ritrovato meglio ne' negozi inipor . tanti , andarmene di primo tratto al Papa medefimo , che valermi dell' interpofitione del Cardinale . Er bemerket zween oder drey Feh - ler . die ihn gehindert , ein Staatsmann zu seyn . > ) Die allzu große Er - gebenheit gegen ein wollüstige« Leben . 2 ) Die Vergessung der allerqe - schicktesten Umstände , zur Erhaltung dessen , was er dach , z ) Sein allzu leichtes Nachgeben , so bald er gesehen , das ! dem Gemüthe des Pabste« etwas verdrießlich war . E bene fpeflo divertite da fiioi paflätenipi , o fi fcorda delle circonftanze , ell'entiali dell' alfare , che pollbno fa - cilitarel'IntentOjO caglia alle prime perpledlta chefcuopre nel Papa . Ebendaselbst . Dieß sind gewiß drey Haupthindernisse bei ) dem Fort - gange einer Unterhandlung , die einer Person anvertrauet worden . ser Cardinal muß sich mit dem Alter gebessert habe» ; denn er hat sein Ansehen erhalten , und er hat dasselbe in den Conclave« , als da« Haupt von den Creaturm seines Oheinis sehr wohl zu behaupten gewußt . Man hat nicht viel große Geschähe in Rom gesehen , wobey er nicht seine Par - tey mit einigem Vorzüge der Gewalt gehandhaber hat . Das machte , daß er sich bey Lebzeiten seines Oheims sehr wohl versehen hatte : wenn man nun einmal die Hände voll hat , so schleicht man sich überall ein ; man spricht laut , und e« fehler an Cliemen nicht . Folgende« hat man in einem zu Amsterdam gedruckten Buche , Idee du Conclave pre'fent ( 1676 ) auf der 74S von dieser Eminenz gesagt : f „ In der chigischen „ Partey zeigen sich verschiedene pabstfähige Cardinäle , davon das Haupt „ Flavio Chigi mächtig ist , und sich seit dem Tode Alexanders des VII , „ seines Oheims , so wohl vorzusehen gewußt , daß er bereits einen „ Pabst gehabt , der zu seinen Diensten gestanden , weil er in den zweyen » . letztem Conclavm nicht so hartnäckig ! darauf bestanden , eine von seinen „ Creaturen ins besondere zu haben ; sondern sich damit begnügt hat , sich „ nach den andern beyden Parteyen zurichten , so viel als er dieselben be - „ wegen können , sich nach ihm zu richten . Und Barberini , weil er nicht „ also verfahren , hat niemals einen Pabst gehabt , der ihm wegen feiner „ Erhebung eine Verbindlichkeit schuldig gewesen wäre . , , Das Conclave Clemens des IX , berichtet , daß obgleich der Cardinal Chigi die Erwählung des CardinalS Rofpiglioli zum Pabste nicht gewünschet , eS dennoch un - möglich gewesen , diesem letzter» Cardinale die päbstliche Würde zu geben , al« bis sich der andere überreden lassen , beyzutteren . Das Conclave Clemens de« X , lvom Amelot de laHonssaye 14 S . ) bezeuget , daß der Cardinal Chigi fast eben so viel Gewalt unter Clemens dem IX , als un - ter Alexandern dem VII , gehabt . Dieser Cardinal ist so stark in dem Conclave gewesen , in welchem Clemens der X , erwählet worden , daß der Cardinal von Este eines Tage« zu ihm gesagt : i£y wie 1 mein - Herr Cardinal Roine , zu Pari« >677 gedruckt , auf der 19 S . Und iu der Th«t wäre die Erwählung de« Aktien ohne den Einfluß de« Chigi niemals erfolget . °ini Vorbeigehen wollen wir sagen , daß in dem Conclave Clemens de« IX , der Cardinal von Arach . da« Haupt der spanischen Parten , zum Cardinale Chigi gesaget : er wäre in den gegenwärtigen Gest ! , äfften nicht sehr erfahren , weil dieses das erste Conclave wäre . dabey er sich befände , und er konnte also nicht alle norhige Erfahrung haben , da man sich erstlich fähig machen müßte , rrenn man die Führung einer so wichtigen Sache unternehmen wollte . Conclave de Clemens IX , ZU Part« 1669 gedruckt , auf der 5 ? S .
( D ) Zvie prinzefiinn von Rossane . Z Sie hat Donna Olympia Aldobrandina geheißen . Sie ist eine Wase Clemen« des VIII , gewesen , unfc hat zu ihrem ersten Gemahle den Prinzen Borghefe gehabt . Die Herrschsucht dieser Dame war seit langer Zeit bekannt gewesen : da sie bey ihrer großen Jugend Witwe geblieben , und mit Schönheit , Geburt , gen und Verstände begäbet gewesen , so ist von vielen Prinzen um sie gewor - pen worden ; allein sie hat allen angebothenen Partien den Don Camilla Pamfilio , einen Vetter Znnoemtius des X , vorgezogen , bloß um ander Regierung TKeil zu haben . Eben dieselbe Ursache hat sie bewogen , einen Neffen des PabsteS , dem Sohne de« Connetable Colonna , für ihre Toch - ter vorzuziehen : ( Siehe II Nepotifmo , Part . I . Libr . III . pag . 143 , 193 . ) Sie hat eS bloß gethan , per ßiiadagnar l'affetto della cafa pontificia , e per haver parte al Vaticano , che e tutto quello chefempre ha cer - cato quefta Signora . Sie hat sich unter Jnnoeentius dem X , sehr be - trogen gesehen ; denn an statt , daß sie durch ihre Heirath mit dem Don Camillo in Gnadezukommen gedacht , so istsie gezwungen gewesen , ihm an
den Ort seiner Verbannung zu folgen . Der Verhaltungsbefehl der ftan - zösilchen Gesandten zu Rom , welcher dem Amtmanne von Valencai geeignet wird , redet von dieser Prinzeßinn sehr nachcheilig , „ Wie Gott „ den stolzen und hofärtigen Personen widersteht , so sieht sich die Pein - , , zeßinn Rossane erniedriget , gedemuthiget , gekränker , und von dieser „ höchsten Hoheit , und von diesem hohen Grade des Ruhms und der „ Ehre herunter gestoßen , Ken welchem sie auf dem Schauplatze dieser er« „ lauchten und berühmten Stadt Rom eine so große Pracht und einen „ so großen Uebermruh hat blicken und ausbrechen lassen ; und iho ist sie „ um so viel weiter ww diesem Schauplatze entfernet und abgesondert , „ und muß sich allein mit gewissen schwermüthigen und romanhaften Ge« «danken trösten und begnügen , die sich niemals mir den gegenwärtigen „ begnügen , und über Dinge , die längst vorbey und verstrichen sind , und „ diejenigen , die bald darauf folgen werden , Bettachtungen anstellen . Ich „ für meine Person - - - kann mir nicht einbilden , daß diese« eini - „ ge Unruhe von der allergeringsten Wichtigkeit hervorbringe» könn - >>te . - - - Denn diese Dame wird ihre Herrschsucht wohl einziel>en , „ und sie in die engen Grenzen der Thore und Kammern einschließen , „ al« daß sie dieselbe au« einer lacherlichen und unnützen Pralcrey auf „ den Kreuzstraßen , öffentlichen Platzen , Wegen und Spaziergängen „ der Stadt zeigen und ausbrechen lassen sollte . , . Siehe Recueil des diverfesRclationsdesCours dcl'Europe , gedruckt zu Cölln 1681 , 333 0 . Der Verfasser von der Reise der Königinn von Pohlen , nachdem er im III Bande i - - S . von dem berühmten GarrenderAldobrandiner zu Frescati geredet , Oer mit allem Recht Belveder genenner wird ; fahrt auf der - - 5 S . fort , gegenwärtig ist der Scsiner diese . « , - Hau . ses der Prinz Pampbilio . ein Neffe des Pabstes , vormals Car» dinal , rrit auch der prinzefiinn , Erbinn des - Hause» Aldobran , Sini , deren erster Gemahl , Oer Prinz von Rossano , vcrmuthli , eher Erbe , und Oie einzige - Hoffnung Oes - Hauses Borghese , eini , ge Tage vor unserer Ankunft 1 ihre Ankunft fällt auf den m des Heu , monats 1646 . Der Verfasser hat feinen Bericht das folgende Jahr her - ausgegeben . ) an eben diesem Grre , noch nicht ; we / und zwanzig Jahr alt , wie sie , gestorben war , und ibc ftveen Söhne und zwo Tochter binrerlaffen bar . ( Bs i ( f ein ( Slud für diesen Cardinal , Oafi er sobald e , ne so vorrbeilhafte Partie an Reichrhum und ( Schönheit gefunden hat , denn sie ist die allerschonste und geist - reichste Prinzeßinn im ganzen Lande .
( E ) £>ie - , » Heirath machte Oie Liebe des Don Augustin nicht beständig . 1 Seine Gemahlinn harre ihm unsägliche Guter zu - gebracht ; sie war schon , sie war wohl erzogen , sie gebahr ihm bald Kin - der , und gleichwohl gieng er hemm , seine Lust bald hier , bald da zu stillm . Was für eine Unordnung ! Ffiendo la fpofa di non ordinarie beilezze , e allevata fotto la difeiplina dell' Ava , Signora di fantiflimi coftumi , non reftava che deiiderar piü in quefto genere di contcntezze , et gia s'e cominciato a goderne i frutti , havendo la Principefiä gli dato iigno di fecondita , co'l porto di una figlivola . Non refta pero che il Sig . D . Agoltino non vada vagando in altri amori , come lo lufinga la fna natura proelive al gnfto del fenfo , e la facilita di pafcerla quando gliene poflä mai venir voglia . Corraro , Relatione della te Romana , pag . 21 . Er ist niemals sehr gewissenhaft in dem Plincre der Zanlichkeit gegen seine Gemahlin» gewesen , weil er sich gleich nach sei - »em Beylager zu sagen nicht enthalten konnte , daß ihm feine Heirath mehr Freude machte , wegen de« Siege« , den er Über seinen Nebenbuhler erhalten hätte , als wegen der Prinzeßinn , die er besäße . Der Conne . stable Colonna hat , als er dieses erfahren , geantwortet , daß sein Sohn um diese Prinzeßinn angehalten , weil er Verdienste genug gehabt , siezur Gemahlinn zu verlange» ; daß sie aber Don Augustin durch das Anse» he» und die Gewalt des Pabstes , seines Oheims , ' erhalten hätte . Der Sohn des Connetabel hat sich einige Jahre darauf mit einer Muhme de« Cardinal« Mazam , verheirathet . Au« dem Buche ll Nepotfömy Part . I . Libr . III . pag . 194 . Diese Partie ist , dm Reichthum betreffend , noch besser ; aber außer dieseni eine üble Haushaltung gewesen . Die Welt hat die Historie davon gesehen .
( Ei Diese Familie hat unter Alexandern dem VI , im Ansehen qestanven . j Tomas» Tomasi bemerket in dem Leben de« Herzog« von Valentin» ! ? auf der zo - Seite , daß Lorenz Lhlgi , ein Edelmann von Siena , erschlagen worden , als an dem Feste des heil . Petrus cm Unge« witter die Feuermauer in einem Zimmer de« Baticans ongeschmlssm . Diese Verwüstung schien dem Pabste Alexander dem VI , kläglich zu seyn . Dieser Verfasser fel^t auf der 313 S - dazu , daß , da sich der Herzog von Valentinvis dem Kriegezuge nach Romagna im >500 Jahre qerüster , Auqustin Chigi , des Lorenz Bruder , einer von dcn reichsten und prächtigsten Sdelleuren , die damals am - Hoft gewesen . ( steh» die Anm . rkunq ( A ) ) ihm nicht allein viele tausend Thaler vorge , schössen , sondern arid» fern ganzes Silbergeschirre , welches sehr anstbnlich gewesen , schmelzen lassen , um Münze daraus zu schlagen .
^ Sienai599 den 16 Hornung gebohren , ist unter dem Nanien Alexanders des VII , Pabst qewesen Ä ^^n ^auttr Hoffitung sah schickte sie ihn bey Ze . ten nach Rom ,
" gliche Freundschaft stiftete ; denn dieser Marquis pries ihn dem Pabste , Urban dem VUI , bcraostai ? c\ hl / rsubn 2 ( mfri , niö Keßernchters zuMalta verschaffte . Chigi , welcher bey diesem Amte zu erf
gab , daft cr zu de , , m oszesten Dinge» geschickt wäre , wurde als Viceiegat nach Ferrara und nach diesem , als Hm' -
land geschickt . L . r hatte die vortheilhasreste Gelegenheit , die ein Mensch von diesem Character wünsch« gen Kops an ven ^ . ag zu legen ; denn er ist zu Münster bey denen daselbst gehaltenen langen Unterhandlung schen Friedens , Mittier gewesen . Er hat seine Person wohl dabei , gespielt ( A ) . Ehe er nach Münster qeaana - n h „ 's - ' Nunciatur zu €offn gfhabf , und dieselbe auch nach geschlossenem Wieden noch einige Jahre verwaltet . Er uWt * s , fr , r ! e sich der Cardinal Maza«n im 1651 Jahre , zu dem Chursürsten von Cölln in Schuß begab , und hatte auch Bespick des Pabsteö ^nnocenttuö des X . eines großen Feindes dieses CardinalS , darüber zu beklagen , dak der — tu werben erlaubte < Der Cardinal behieltdeswegcn einige Empfindlichkeit gegen den Fabio Chizi m f
ytaita verscyassre . vtyigj , iueiu ; ci uty r " > " »1 innen
. . ^ . WW^ . . WWWWWWWW celegat nach Ferrara und nach diesem , ^als Nuntius nach Delitsch .
^ ^ ^ " " " bey gespielt ( A ) . Ehe er nach Munster gegangen , hat er die
r übte dieselbe , als Lefehl . sich im Na - >er Churfurst dieser
men des Pavsres ~ . . u . il n^infinhrirKffl . . - TTTTz A - , . ■' ■ ,
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