Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-3999

I
2 Cayet .
„ richart in Turaine , von sehr armen Aeltern gebohren , welche , nebst ih - darxu gekommen , und wir haben Nücher schabt , die er von
„ rem Sohne , die Glaubensverbesserungen angenommen hatten , l siehe allen Siefen an den Tie ! Chauvin geschrieben har . In eben dem -
„ auf der aoi Seite , der lateinischen Gedichte des Beza , genfer AuSga - selben Werke erzahlet Aubigne auf eine kurzweilige Art eine Begeben -
„ be , in 4 . von 1597 , das Sinngedichte des Beza über die Empörung heil seines Baron« . Hier ist sie : „ Cayer hat mir Zauberbücher gezeigt ,
„ Cajers ) hatte in seiner Jugend zu Gens studiert , in welcher Zeit Cal - „ die er verfertiget hat , von zwölf Fuß hoch ; er hat mich aus einer
„ vin , dessen Hausgenosse er gewesen , dem Vater dieses Menschen vor - „ Eperschale trinken lassen , Wommen er einen kleinen Menschen aus Saa -
„ her gesaget : daß fein Rind einmal eine Pest in der Rirche ftyn „ men , Mandragoren , Carmesinseide , und einem langsamen Feuer gemacht ,
„ und rvidcr Gort Rrieg führen würde : ( Warnung an die „ um Sachen zuwege zubringen , die ich nicht sagen kann : er hat mir
„ Gläubigen , wegen des AbfallsPeter Cajers , Ausgabe ven 1596 , ? S . ) „ Bilderchen von Wachse gezeigt , die er ganz heiß gießen lassen , um
„ Gleichwohl ist er anfänglich , weil er ein sehr geschickter Mensch , und „ das Herze der Buhlerinn zu bewegen , und welche er mir einem klei -
„ vornehmlich in den morgenländischen Sprachen geworden , Prediger „ nen Pfeile verwundete , um einen Prinzen auf hundert Meilen da -
„ zu Poiriers , und darauf nicht weit davon , Key dem Herrn de la Noue , „ von , hinzurichten . Dieses kann für einrti Scherz gelten ; allein , da«
„ zu Monstreuil - Bonnin geworden , ( Leben desHerrn de la Noue , - oz „ solzende wird als eine gewisse Sache und mit ernsthaften Umständen
„ Seite , aufs Jahr >576 . ) und hat bereit« an diesen zwccn Oettern „ erzählet . Die Schrift lehret uns , daß es Zauberer und Hexenmeister
„ große Merkmaale de« Ehrgeizes und der Leichtsinnigkeit des Geistes „ gegeben : die ersten sind seltsam , nach dem Zeugnisse eines Herzoges
„ gegeben : von da hat man ihn zum Prediger bey der Schwester des „ von Savoyen , der hundert tausend Thaler darauf verwendet , einen zu
„ Könige« , Heinrichs des Großen , gemacht . „ „ suchen ; die andern sind sehr gemein ; unter deren Zahl ich den Cayer
( B ) 'Man beschuldigte ihn , eine Scbunschrift für die - Huren , „ sefce , der sich durch einen Zettel , von seiner Hand unterschrieben , dem Häuser gemacht ; u Habens DAubigne behauptet es an verschiedenen „ Teufelergeben . Ihr habet seinen entsetzlichen Tod erzählen boren ; Stellen seiner Werke : diese Worte hat er dem Bischöfe von Sanci in den „ allein ich habe in den Händen des Herrn Gilot die Urschrift gesehen , Mund geleget . „ Wir hätten die bloße Hurerey und den Ehebruch , aus „ als der Hof berarhschlaget , ob man seinen Körper verbrennen , oder zu „ Liebe , nach der Scarleque des Cahyer in seinem gelehrten Buche , von der „ Montfaucon bey den Fußen aufhenken sollen : allein man hat Herren „ Herstellung der Hurenhäuser , und in seiner gelehrten Disputation „ und Frauen von so hohem Stande gefunden , welche Theil an seinen „ über das siebente Geborh , für keine Sünde zu halten - - - « „ Abscheulichkeiten gehabt , daß man diese Schandthat unterdrückt hat ; „ Dieses siebente Geboth heißt non mocchaberis , und verbiethet nur „ wie man heutige« Tages mit den andern zu thun pfleget , weil man „ die Sünde der Kinder Onans ; denn , hat nach dieser neuern „ es für sicherer hält - , sie in unserm Busen verfaulen zu lassen , als sie „ Gottesgelahrtheit seiyen Ursprung , imIxm et x«» , quod „ äußerlich offenbar zu machen , und die Offenbarung nicht dienlich ist . , » „ dt huniidutn fiindere . , , Katholisches Glaubensbekenntniß von San - Baron de Faenefte , Livr . II . chap . XII . pag . So . Es ist etwas ( Vit - ci , II B . II Cap . 392 S . amsrerdamer Ausgabe , von 169z . Siehe sames , daß Aubigne , welcher sowohl von dieser Materie unterrichtet auch den Baron von Fäneste , II B . XII Cap . Die Verse , welche zu gewesen , das Beste von dem Mahrchen nicht gewußt bat . Er hat nicht Ende desselben Buch« auf der 446 S . stehen , sind »och entsetzlicher : gewußt , daß der Teufel den Cayet mit Leib und Seele weggeführet .
Der Cahier war bemüht , die Huren ftey zu machen , und daß man diejenigen zu betriegen , welche an dem Begrabnißtage den
Ein jeder geiler Bock war ihm ein Heiliger . Sarg getragen , anstatt der Leiche CayetS , den der Teufel geholt gehabt .
Als il ) T ihn von euch stießt , so nahm ihn niisreKirche ; Steine hinein legen müssen . Marefius tom . 2 . contra Tirinum pag .
Er hat , als ein Papist , den Vorsah fortgesetzt . 434 - ait , Vift . Cahierum , qui fuperiori faecido vixit , ex Miniftro
Der Geilheit Märtyrer voll allen Humchäusern , Reformatae Ecclefiae Sorboniftam , Kabaliftam , et Maguin faftum ,
Der Huren Advocat , der Kuppler bester Freund . ciusque corpus a Diabolo ablatuin esse , vt lapides vice illius eius
Sie öffnet ihren Schooß , sie nimmt ihn freundlich auf , loculo condendi fiierint . Diese« findet man in der Bibliothek Kö - -
Obihn gleich Schand U . Schmach u . böse Krankheit deckten . nig« , unter dem Worte Cahierus . Man merke , daß König , weil er
Bekennt ihr Ketzer ihr , daß Rom , die grosze Kirche , den rechten Namen Cayets nicht gewußt , geglaubet hat : Viftor Ca -
Den geilen Hurenschooß für alle offen laßt . hierus und Petrus Viftor Caietanus , utib Petrus Viftor Palma Ca -
Folgendes muß mehr Gewicht haben , weil man es nicht in einer sati - ietamis , wären drey verschiedene Personen gewesen . In dem Tage -
rischen Schrift , sondern in einer Historie findet . Es trug sich auch buche von Oxfort giebt man Viftor für den wahren Namen Cayet«
jti / daß Cayer , der an der schwarzen Runst arbeitete , einige aus , und es ist nur ein Firmelungsname gewesen . ( « )
Feit daraus abgesetzt und zugleich beschuldiget worden , daß er Ich halte mich verbunden , zu sagen : daß ich von diesen seltsamen
, wey Bücher gemacht , das eine , ju beweisen , daß durch das und abscheulichen Beschuldigungen in den katholischen Schriftstellern ,
sechste Geboth weder die - Hurerey , noch der Lhbruch , sondern außer diesen Worten des Leo Allatius , auf der 5 S . des Vaterlandes
nur die Sünde tt>nans verkochen würde ; das andre war , die Homers , nicht« gefunden habe . His quam fimillima inter quotidia -
^lothwendigkeit ? u erweisen , daß man überall die - Hurenhäuser nos congrefliis , quibus vtor familiariflnnis , ab omnis honeftioris
rvieder einführen müsse . Nachdem er deswegen abgesetzt ! wor - eruditioni» Mytta Gabriele Naudero de Vnicor . Palma ( . lies Nau .
den , so ist er , u der andern Religion übergegangen : allwo er daeo de Viftvre Palma ) Caietano , etConftantino Chymifta frequen -
bey der Sorbonne sehr willkommen gewesen , bey den Jesuiten ter audiui . Er hatte einige Historien von der Anrufung des Teufelt
aber sehr schlecht . D'Aubigne , Hiftoire Univerfelle , Tom . III . erzählet , und setzet darzu : daß sein guter Freund , Gabriel Naude , ihm
Livr . IV . chap . XI . pag . m . 502 , aufs Jahr 1595 . öfters dergleichen Dinge vom Victor Palma Cayet erzählet habe . Al -
Der Urheber vc n den Noten über das Glaubensbekenntniß von San - lein , man muß zwey Dinge beobachten : ein« , daß Naude die Erzahlun -
ei , beobachtet auf der 15 ? S . nach der'Ausgabe von , 699 . daß sich Au - gen von den Zauberern und Schwarzkünstlern nicht geglaubt zu haben
biqne betrogen , und daß sich alle diese schönen Grundsätze , die scheint ; zum ander» , daß er , da er in seinen Werken Gelegenheit ge -
öem Cayet zugeeignet worden , in einer einigen Schrift unter habt , von dem Victor Cayet , in Ansehung dieser Materien zu reden ,
dem Titel befanden : Difcours contenant le remede contre les nichts gesaget hat , was ihm die Zauberey aufbürdete . Man lese sein Gesprä«
diflölutions publiques , pre'fente a Mrs . du Parlement . che de« Maseurat , so wird man auf der 519 , 5 - 0 S . folgendes finden :
( C ) - - - , Sondern sich auch dem Teufel ergeben zu ( der Buchstabe S bedeutet St . Anguluö , den Buchhändler , eine von . l Theodor Tronchin , Professor der Gottesgelahrrhcir zu Genf , den redenden Personen . Der Buchstabe M bedeutet den Mascurat , und einer von den Vätern der Kirchenversammlung zu Dordrecht , redet den Buchdrucker , die andere redende Person . ) G . O der Teufel hole in der Vorrede zn der Verteidigung von unsern Uebersetzungen 1620 von dir oder mir denjenigen , der von ihm hat jemals reden hören , also : perer Cayer ist , unter andern Sachen , weswegen er LN . So wird er uns alle beyde . nach dieser Erzählung , holen . „ S . Zum rom heiligen predig tarnte abgesetzt worden , durch glaub - „ wenigsten wird es nicht so geschehen , als wie mit dem Doctor Faust und würdige beugen angeklagt worden , daß er Gemeinschaft „ seinen , Diener ; denn ich werde mich wohl hüten , dich bey den Beinen mit den Teufeln harre . Nachdem er abgesetzt war , so machte „ auszuhenken . M . Du redest mir was von einem erdichteten Wanne tt es , anstatt in sich zu gehen noch arger , und empörte sich wi - „ vor , von einem Hirngespinnste der Deutschen , was uns dieser große der die wahre Religion . - Hierauf ist er dergestalt von Gott „ Doctor . Peter Victor Palma Cajetanus , oder vielmehr Caillette , Crc - reclaften worden , daß er mit dem Satan , unter dem Namen „ dulum illud animal et ftultum , ins Französische übersetzet l , at , wie e« Terrier , Prinzen der unterirdischen Geister , ein ^ündniß ge - » . bereits ins Englische übersetzt gewesen , * d * o omnia ( Sarisberiens . in macht , und sich denselben für itzt und in Ewigkeit , mit Ä . eib „ Eutherico ) finefcis locafunt pleniffirnanugü , Quarumtota cohors , und Seele , unter der Bedingung ergeben , daß ihm besagter „ ett inimica mihi . , , Man füge allem diesem dasjenige bey , was in der Geist versprochen , ihn in allen Streitigkeiten wider die Rcfor - Anmerkung ( tt ) gesaget wird .
mirren glücklich und in der Erkennmiß der Sprachen voll - Man merke , daß man aus der Zuschrift des Buches , über welches
kommen zu machen . Dieses mir Rlur umerschr , ebene Äünd - Gabriel Naude sogleich gespottet , und welche V . P . C . unterschrieben ist ,
niß ist nad ? feinem Tode gefunden und von vielen Gerichrsper - urtheilen sollte , es sey der Eifer unserS Cayet , wider die schwarze Kunst ,
fönen des Xonigcs gesehen worden . ColomieS , welcher diese Wor - wundersam . Wir wollen auch den ganzen Titel seiner Uebersetzung W
te in Gallia Orient . 145 S - angeführet hat , biethet mir eine andere Heu : L'Hiftoire prodigieufe et lamentable du Dofteur Faufte :
Stelle an : hier ist sie : „ Die Klagen wider den Cayer sind , daß er avec fa mort efpouvantable . La ou . eftmonftre , combieneft mifcra -
. . dje ihm anbefohlne Kirche zu PoitierS verlassen , um sich durch schlim - die la oriolite des illufions , et impoftures de l'Efprit malin : En -
mt Mittel erstlich in die Kirche des Königes und nach diesem der kö - femble la corruption de Satan par luy - mesme , eftant contraint de
. Iniglichen Schwester einzuschleichen : daß er sich dermaßen auf die ge . dire la verite' . Ich bediene mich der dritten Ausgabe , welche von
„ Heimen Wissenschaften geleget , daß man ihn gemeiniglich Petrus Ma - Rouan ist . 1604 , in
'aus genennt , und daß er 'sich , in Ansehung einer gewissen Jungfer , ( - ) Wie ich sonst nicht weis , daß Cayet vor seiner Zurückkehrung zu
„ nicht allzu ehrbar aufgeführet . „ Ebendas . 141S . Ex Libello , cui der römischen Kirche , sich jemals im lateinischen Palma genennet , und
Titulns , Avertissement für la Depofition du Sieur Cayer du St . Mi . der Name Viftor ihm vermuthlich als eine Vorbedeutung seiner
niftere , et für fa Revolte , Authore Fr . Loberano Domino de Mon . künftigen Siege über die Ketzer , die er verlassen hatte , bey seiner Fir -
ti daß Äiontigny nicht« von denen zwenen Büchern saget , welche nach dem der Ausgabe von , 599 . ) So würde ich geglaubt haben , es verhielte
Aubigne eine von den vornehmsten Ursachen der Absetzung Cayets ge - sich mit dem Zunamen Palma eben also , weil die Palmen ein Sinnbild
wesen . - Haber ihr ihn , wegen der Zauberey veriager i Dieß ist des Sieges sind . Allein Palma ist der lateinische Name , ich weis nicht
die Frage des Fäneste , im II B . XII Cap . p . in . z> , und dieß ist die von was für einer Herrschaft ; und Cayet wird in dem Freybeitsbriese ,
darauf gegebene ? lntwort : anfänglich ist er nur wegen xmeyet J£>vn welchen er zu dem Drucke desjenigen Stücks von seinen kleinen Streit -
cher angeklagt worden , eines , durch welckes er behauptet , daß schriften erhalten hat , welches er den wahren Rechtgläubigen ? c .
weder die - Hurerey noch der Abbruch , die durch das siebente nennet , Herr de la Palme betitelt . Crir . Anm .
Geboth verbotbenenSünde wären , sondern , daß es nur r Xov xte» . verbothe , und die Sünde Onans berühren wolle , und war demselben fast beständig gefolgt , seit dem er ihm . nebst dem Herrn
deswegen Kar er die heil . Gesellschaft ; um Fe , nde gehabt : das de la Gaucherie , zugegeben worden , welcher Lehrmeister dieses Prinzen
andre 23ucb ist von der - Herstellung der - Hutenbouicc ; allein gewesen . Dieß sind die Worte Maimbourgs in der Vorrede über die
unter wahrendem seinem proces^e ist die Anklage der Zaubere / Historie von der rigue .
( E ) * &

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