Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5571

ruvias ( Difp . deMatrim . num . 6 . Funtus in Armil . Caiet . i . 2 . q . 64 . Art . z . Th . 3 . Sent . Vitt . vlt . q . 2 . Art . 2 . ad vlt . ) und andere , mit gleichem Bevfalle , und auch ohne Berührung der Religion , entscheiden . i , daß . in Ansehung der Tyrannen , welche sich einer Herrschaft durch die „ Waffen , oder andere unbillige Wege , unrechtmäßiger Weise bemachti - „ gen . wozu sie nicht da« geringste Recht haben , und wobey man keine „ Hülfe von einem andern Obern haben kann , sich Gerechtigkeit zu ver« „ schaffen , noch ein ander Mittel , die Tyrann ? ? abzuraffen , es einem „ jeden vom Volke erlaubet ist , den Tyrannen zu tödten . „ Gewiß , ftket Cajetan dazu , durch Gift und verrärherischer Weise . . . Und der „ heil . Thomas rechtfertiget in diesem Stücke da« Vorbringen de« Ci - „ cero , welche« hier oben au« seinen Büchern von den Pflichten angesüh - „ ret worden . Er setzet , al« einen Grund darzu , daß , da der Tyranne „ einen ungerechten Krieg wider einen jeden von dem Volke , so wohl „ überhaupt , al« insbesondere , führe ; und hingegen alle , wider ihn , einen „ gerechten Krieg hätten , sie wider seine Person dasjenige thun könnten , „ was da« Recht de« Kriege« , wider einen offenbaren Feind , erlaubet . „ Und daß . wen» man ihn solchergestalt tödtet , solches aus keiner Privat - „ sondern öffentlichen Gewalt geschieht . Apolog . pour Jean Chaftel , pag . „ 84 85 . Auchdie Ketzer , fährt er auf der 8 ; , 84 S . fort : ob sie gleich ihre „ Vortheile nach der Beschaffenheit ihrer Gejchaffte , und nachdem sie einen , , Prinzen haben , der ihnen günstig oder zuwider ist , verändern , haben ihre „ Bücher damit anqefullet . Zum Beweise dienet der Urheber der Re , „ ligionsfragen , unter dem Namen des JuniuS Brutus . Buchanan , „ in seinem'Buche , de iure regni etc . Wo er die Tyrannen unter „ die Zahl ver wilden Thiere sener , und daß man ihm auf glei , „ che Art begegnen soll : Auch Bodin in seiner Republik , welcher den „ Tyrannen , der Gewalt brauchet , nach dem valerischen Gesetze verdam - „ mec , welches enthält . daß man dergleichen Leute , ohne alle Formlich , „ feit des ProcesseS , hinrichten soll . Und zu folge dieser gemachten Be - „ urtheilungen sind die Todesstrafen an den meisten Edlen in Frankreich , „ in Schottland , in England und Deutschland , auf Einrarhen der re« „ formirten Prediger , unter dem Vorwande , vollstreckt worden , daß sie „ sie Tyrannen genennet , weil sie Katholiken gewesen . Und auch an „ der Person der Könige selbst , als an Carln dem IX . Und vor allen „ andern der Lobredner Beza , welcher den Pvltrot in dem Himmel er» „ hebet , und ihn , wegen des Mordes , zum Heiligen machet , den er an „ der Person des FranciscuS von Lothringen , Herzogs von Gm ! ? , gen , den si ? unt ? r allen Tyrann ? « , den größten betiteln . Es ist also in „ diesem Stücke kein Unterschied zwischen ihnen und uns , als nur wegen „ der besondern Benennung des Tyrannen , um zu erfahren , wer derglei - „ chen ist , oder nicht . „ Er beschließt diesen andern Theil mit einer lan - gen Erzählung der Nutzbarkeiten der Unternehmung Johann Chastel« , und stößt darauf die allerbeißendsten und gröbsten Lästerungen wider Hein - richen den IV au« .
In dem dritten Theile behauptet er : daß die Chat Johann stels heidenmäßig ist . Er erhebet ihn über den Ajot , d ? n Pineus und den Mathathia« ; gebend . III Th . ILap . 117S . ) und vergißt nicht , sei - nen Muth mit der Herzhaftigkeit der zweenen Mörder des Prinzen von Oranien und de« Jacob Clemens zu v ? rgl ? ich ? n . Der eine ist Jo - Hann von Zaureguy , ein BiScajer von Geburt , >8 Jahre alt , der ihn in der Stadt Antwerpen , d ? n 1» März , 158« , mit ? in ? m Pistolschusse am Kinnback ? n v ? rwund ? t ; und d ? r andere , Balthasar Gerard , ein bur - gundischer Edelmann , Z4 Jahre alt , welcher mit einer andern Pistole , die mit drey Kugeln geladen gewesen , ihn , den 10 des Heumonats . >584 , zuDelftlnHollaiw . erschossen hat . Ebend . iiyS . Er vergißt auch nicht weniger den andächtigen Poeten , Cornelius tNuslu« , auf der 120 S . welcher in Holland zum Märtyrer gemacht worden , dessen Scharf - richrer von L . umay , setzet er dazu , nach diesem , rvie er verdienet , bezahlet , und von seinen eigenen - Hunden zerrissen und aufge - freien worden . Der Apologiste beschreibt die Srandhaftigkeit Cha - stels bey seiner Beichte , bey der Beftagnng , bey der Marter , bey der Kirchenbuße und bey der Hinrichtung . umständlich . Man zwang ihn , bey der Kirchenbuße . ? u sagen , daß es ihn reue , und daß er Gorr um Verzeil'ung bitte ; allein so kroplicht er auch von der ausgestandenen Folter gewesen , so hat er gesaget : „ daß er Gott um „ die Vergebung aller seiner Sünden anrufe , die er in dem ganzen Lause „ seines Lebens begangen , und vornehmlich , daß er dasjenige nicht vol - „ lender hätte , was er sich vorgenommen gehabt , die Welt von dem ge - „ fährlichsten Feinde zu befteyen , den die Kirche heutiges Tage« auf dem „ Erdboden hätte . , , Ebendas . 14ZS . Beweinenswürdige Sache , daß Mörder von dieser Art eben so viel Standhaftigkeit bezeug ? , , , als die allerberühmtesten Märtyrer der ersten Kirche !
Hierauf tadelt er in dem vierten Theile den ParlementSspnich von Paris , wider den Johann Chastel , und ? r gi ? bt darinn ? n vor , ? inig ? of , ftnbar ? Falschheiten , eine offenbare Ketzerey , Ung ? schicklichk ? it ? n b ? y B ? - urth ? ilung d ? r Sacke und der Verdammung zu einer Abbitte , und dem Vcrbothe die Säne Chastels vorzubringen , gesunden zu haben . Er behauptet : daß dieselben weder ärgerlich , noch aufruhrisch , noch dem Worte Gott ? « zuw>d ? r sind .
Der fünfte Theil ist dazu bestimmet , die Fehler und Ungereimtheiten zu zeigen die , seinem Vorgeben nach , in dem Svruche wider die Jesuiten sind . Hier zieht er mir einer unvernünftigen Hitze wider den Präsiden - ten Achilles , von Harlay . und wider den Servin . Generalsachwalrer bey dem Parlemente zu Paris los . Er behaupter . daß Lästerungen und Bettiegereyen in diesem Spruche sind , er leger dm Jesuiten große Lo - beSerhebungen bey , er beantwortet die gerichtliche Red ? d ? s Anton Ar - nauld . und er b ? müh ? t sich , di ? zween Jesuiten zu rechtfertigen , davon der eine Johann Gucrer , ans die Folter gespannet , und d ? r andere , Jo - Hann Gnignard , ( siehe seinen Artikel , ) gehenkt worden . Er machet aus diesem einen Märtyrer . Er beschließt sein Buch mit einer starken Ermahnung , den Feind Gottes und seiner Kirche auszurotten .
Diese Schutzschrift Johann Chastels ist im >595 Jahre gedruckt wor - den . ES hat si ? einer nach dem kläglichen Tode Heinrichs des Großen , im Jahre >610 , wiederdrucken lassen , und vier allere kleine Stück ? da - zu gefüget . Die erste war zu Paris , im 1589 Jahre , bey Nicolaus Ni - velle , auf der St . Jacobsstraße , zun zweenenPfeilern . und bey Robert Thierry , auf der Engländerstraße , bey dem Platze Maubett . Buchhänd - lern und Buchdrucker» , der heil . Union gedruckt worden , und hatte zum Titel : Effefteponvantables de l'Excomunication de Henry de Valois et de HENRY db navarrb , ou eft eontenue au
vray l'Hiftoire de laMort de Henry de Valois , et qiie Henry de Na - varre eft incapable de la Couronne de France . Entsetzliche XVir» kungen de» Cannes wider - Heinrichen von Valois und Heinri , che» von Navarra , worinnen die wahre - Historie des Todes - Heinrichs von Valois , und daß - Heinrich von Navarra der Rrone Frankreichs unfähigst^ , enthalten ist . II . Das andere ist ein Brief des erlauchtesten CarSinals Monraltc , auf Befehl unftrs heil . Vaters pabsts , an dcn allgemeinen Rath der heil . Union ge» schrieben . Er war im 1589 Jahre zu Pari« , mirBefteyung . bey den Buchhändlern de« vorigen gedruckt worden . III . Da« dritte bat den Titel : Difcour» , wodurch bewiesen wird , daß es keinem Un - terthanen erlaubet ist , seinen Ronig zu lästern , viclweniger nach dessen Aeben zu stehen . IV . Sa«' vierte ist betitelt : Tbranen Frankreichs , über den Tod - Heinrichs des IV , und die Treue der Franzosen . Die Sammlung von allen diesen Stücken enthält Z2Z Seiten , in 8 . davon die - 56 ersten für die Schuhschrist Johann Chastel« sind . Diese andere Ausgabe hat nicht verhindert , daß diese« Buch nicht sehr rar geworden : und dieserwegen habe ich geglau - bet , daß es mein ? » Lesern lieb seyn würde , hier einen Auszug davon zu finden .
Derjmige , der es >6>o wieder drucken lassen , b ? k ? nn ? r , daß di ? vor - nehmsie Ursache , die ihn dazu bewogen , unter vielen aiU ) ern , diese gewesen : damit Sie tDelt klarlich sehen sollte , daß chen Meuchelmörder , als Ravaillac , aus der Schule der Jesui - ten herauskrieche , » . Er sager : daß dieser Rönigsmörder , sei , nen Ronig zu ermorden , angefriscbet worden , da er , unter an , Sern , der verfll^hten L . ehre dieser Scbuyscbrift Johann stels gefolget wäre , worinnen unverschämt geleugnet wird , daß Heinrich der IV , wenn er auch losgesprochen würde , König scyn könn - re ; und überdies ; mir ausdrücklichen Xvorren gelehret wird , daß die Ketzer und Gönner derselben , welche von dem göttlichen und menschlichen Rechte zum Tode verdammet wären , und absonderlich die zurückgefallenen , von Privatpersonen hingerichtet werden können , wenn es anders nicht möglich wäre : wie man solches im VIII <£«p . u . f . des II Th . sehen kann . Apologie pour Jean Chaftel , fol . A . z . verfo . Man merke seine Beobachtung , daß die Jesuiten Mittel gefunden hätten , besagte Schuyschrift jo verstecken und ; u unterdrücken ; nicht aus Schaan : oder Reue , die sie über dergleichen abscheu - liebe Bosheiten und RonigsmorVe haben sollten ; sondern ledig - lich darum , damit der Abscheu , den die Ronige und Prisen , wenn sie dieselbe erblicken sollten , vor ihnen bekommen mäch - ten , ihnen nicht hinderlich wäre , an ihren Höfen und in Raths , Versammlungen Zutritt ? u erhalten , um daselbst den XviUcnHes pabstes auszufübren . Ebend . A . 2 verfo . Der Verfasser de« Anti - coton , auf der >8 S . versichert , daß die Schutzschrift Johann Chastels aus der Werkstadt der Jesuiren gekommen wäre : allein diese haben be - Haupt« , daß es ein Betrug wäre , und daß niemals ein Jesuit die ■Hand daran geleget hatte . Reponfe Apologetique a l'Anticoton , p . 45 . Jedermann weis , dieß sind die Worte de« Richeome , LxamenCa . tegorique de l'Anticoton , p . >85 . daß die Jesuitenkeinesweges Ur , Heber deS Büches , de iufta Henrici tertii Abdicatione , noch von der Schubschrift des Veron Constantin , für den Johann Chast ? l sind , und der sel . Ronig , nämlich - Heinrich der IV , welcher sehr wohl von unserer Unschuld unterrichtet gewesen , hat alle Verleumder kurz abgewiesen , die uns bey Sr . Maj . deswegen anschwärzen wollen .
Es ist sehr wahrscheinlich , daß diese zwey Bücher von Johann Bon - cher ausgesehct worden , welcher , wie man in seinem Artikel , in der An - merkung ( B ) gesehen hat , der alleraufrührigstc und rasendste Prediger ge - wesen , der jemals den Geist des Aufruhr« , wider rechtmäßige Regenten einqeblasen hat .
( E ) Der Urheber dieses Buches erzählet : daß man einen SLayen , als einen Priester verkleidet , und daß dieser dem Johann Chastel als Beichtvater zugcfükretworden - - - daß aber Scr verstell , te Seichtvater seine Person nicht zu spielen gewußt . ^ Hier sind die eigenen Worte des Verfassers der Schubschrift : „ Von den Kunst - „ griffen zu reden , so weis der gute Lieutenant Liigoly . der seine Rolle so gut „ dabey gespielet hat . sehr wohl , was mit gutem Gewissen davon zu sagen „ ist . Und diejenigen , welche an dem von ihm begangenen Kirchenr'au - „ be Theil gehabt , indem er sich in ein Priesterkleid gesteckt , und einen „ Beichtvater vorgestellt ; nm von dem armen Sünder , unter dem Schei - „ n ? ? in ? r saeram ? iitalisch ? n Beichte , etwas herauszubringen , oder sagen „ zu können , daß man es heraus gebracht hatte , das man so wohl wider „ ihn , als diejenigen brauchen konnte , die ihren Theil an dem Marter - „ thume gehabt . „ Apolog . pour Jean Chaftel , Part . III . chap . III . p . 127 . 128 . - - - „ Was hätte der arme Sünder für eine Srube „ an einem so ehrlosen Bekriege ? ? Dieser Hamen ist zu schwach , einen „ so großen Fisch zu fangen . Dieß sind klein« Kinderstreiche , und allzu „ plumpe Kunstgriffe . In solchem Spinnengewebe fängt sich keine große „ Flieg ? . K ? in Hase wird mit d ? r Dromm ? l g ? fang ? n , noch solch ? Vö - „ gel . wenn sie die Netze sehen . Eine solche Rolle zu spielen , muß man „ mehr Gelassenheit lernen . Und dieses arme Thier , w ? lches die Hand - „ Werksgebräuche der Beichte nicht weiter wußte , als einer , der nur nach „ dem gemeinen Gebrauche alle Jahre einmal dieses Saei ament be . „ suchet , ( . wie der Engländer von sich selbst , nach der Verrätherey zu „ Paris , geantwortet hat , ) und deswegen nicht so abgefeimt dazu war , „ als zu den Advocatmstreichen , und die Frauen und Jungfern zu be , „ kriegen , so ein Amtsgesichre er auch machre , und so dunkel es darinnen „ war , wurde von demjenigen bey dem ersten Streiche entdecket , der sich „ besser , als er , darauf verstund , und geübter , als er , war : als dieser in „ Gott ehrwürdige neugebackene V«ter , das gewöhnliche Gebelh und „ den Segen sprechen sollte , den der Beichtvater dem armen Sünder vor „ der Beichte giebt . Wodurch er von dem Chastel erkannt worden , „ daß er kein Priester war , wie die Ratte an ihrem Lärmen , und der „ Esel an seinem Geschrey , der eben so geschickt zu dieser Handthicrung „ ist . als ein Kind den Herkules . und ein Narr den Philosophen vorzu - „ stellen , und dabey des geschrieben ? « Zettels nothig hat . wie die Crmö , „ diantm in dem Pallaste von Burgogne : so wurde di ? Min ? eindeckt , „ ehe sie Feuer fieng . die ganze Erfindung zu nicht« , und dieser Elende so „ beschämt , als wie es seine gottlose Dummheit und seine dumme Golk - „ losigkeit verdiente . Nichtsdestoweniger behalf er sich damit , mit Vor -
. . behalt

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