Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5564

die Antwort darauf : „ Seinen Zusatz betreffend , daß Chastels Urtheil zu . . Rom verdammt worden , antwortet man , daß es falsch ist , wenn man so „ unbedingt redet ; denn man hat von Ron , dem verstorbenci , Könige geant - „ worter , daß man nur dasjenige verurthcilet habe , was das Recht , und „ nicht , was die That betrifft ; mir der Versicherung , daß sie den unternom - „ mcnen Meuchelmord Chastels eben so sehr , als Frankreick selbst , ver - „ fluchten ; daß sich aber in dem Spruche eine Verketzerungsclausel be - „ sande , welche , nach ihrem Gutachten , unter die Erkenntniß und Ent - „ scheidung der Kirche gehöret : und dieses ist die Ursache der Verurthei - „ lung gewesen . „ Reponfe Apologetique a FAnticoton , p . 45 . der andern Ausgabe von >6» . Siehe auch Rickcome , p . 170 . de I'Fxamen LsccZorique de l'Anticoton . Einer von denen , die wider das Geheim - niß der Bosheit geschrieben , ( dieß ist ein Buch deöDu PleßiS Mornai . ) hat zu eben dieser Unterscheidung Zuflucht genommen . Rivct , der ihm geantwortet , gesteht die Sache ; allein er behauptet , daß die Censur , diesem ungeachtet , Unrecht gewesen . River , De'fenfe des deux Epi - ftres et de la Prcface du Myftere d'Iniquite , contre les Cavillations et Calomnies de Pelletier et du Bray , pag . 25 . 24 . Wir müssen auch beobachten , das , die Jesuiten in Flandern , so wohl zu fceuay , als in andern Städten , eine Tarnung an die Ratholiken wegen de« parlementsspruclis haben drucken lassen , der wider sie gegeben worden . Diese Erinnerung ist so wohl lateinisch , als französisch , in verschiedenen Königreichen der Christenheit herum geflogen . Cayet , Chronol . Novenaire , auf Jahr 1594» folio 437 verfo . Man hat eine Antwort darauf gemacht . Man findet die vornehmsten Pun - cre dieser zwo Schriften in dem Victor Cayet . Ebend . 4Z8u . f . Blatt .
( C ) Der Vater Johann Castels und der Iesuite Gueret - - - wurden verurtheilet . U ? ir wollen anführen , zu was für einer Strafe sie verdammet worden . ] „ Das Parlement hat „ verbannet und verbannet die bemeldeten , den Gueret und den Peter „ Chastel aus dem Königreiche Frankreich , nämlich besagten Gueret auf „ ewig , und besagten Chastel auf eine Zeit von neun Jahren , und auf „ ewig aus der Stadt und den Vorstädten von Paris , mit dcm Beyfü - „ gen , ihre Verbannung zu halten , widrigenfalls sie , ohne den geringsten „ Proceß , gehangen und erdrosselt werden sollen . ES hat erkläret und „ erkläret alle und jede Güter des besagten Gueret für verfallen : und es „ hat verdammet und verdammet besagten Peter Ebastel in zwey tau - „ send Thaler Geldbuße an dm König , zur Befreyung und Anschaffung „ des Brodts für die Gefangenen in dem Parlementsaefängnisse , so law „ ge im Gefängnisse zu bleiben , bis zur völligen Bezahlung der besagten „ Summe , und daß die Zeit seiner Verbannung nicht eher , als von dem „ Tage an gerechnet werden soll , da sie bezahlet wird . Besagtes Parle - „ nwnt verordnet , daß das Haus , in welchem besagter Perer Ebastel ge - „ wohnet , niedergerissen , geschleift und der Erde gleich gemacht , der Platz „ dem gemeinen Wesen zugeschlagen , und in Zukunft nichts darauf ge / „ bauet werden soll : hingegen soll auf diesem Platze zum ewigen Ge - „ dächtnisse dieses boshaftesten und abscheulichsten , wider die Person des „ Königes unternommenen Meuchelmords , eine hohe Seule , von ge - „ hauenen Steinen , mit einer Tafel gesetzt und aufgerichtet werden , auf „ welche die Ursachen besagter Niederreißung und Auftichtung dieser „ Seule geschrieben seyn soll , welche von dcm gelösten Gelde des nieder - „ gerissenen Hauses zu machen ist . Ebendas . 137 Blat . Der Geschicht - schreiber , den ich abschreibe , setzet so gleich darzu : Dieses Urtheil ist vollstreckt und das Haus geschleifet , und auf dessen Grelle eine Seule aufgerichter worden , auf deren vier Seiren auf Tafeln , von schwarzem Marmor mit goldenen £>iid ) fiaben , nämlich auf Oer einen , das Unheil Johann Chastels und der Jesuiten , und auf den Orcy andern Seiten . Verse und verschiedene andere Auf - schrifren eingegraben gewesen . Diese Seule ist nach der Zeit abgebrochen , und an deren Stelle ein Brunnen gebracht wor - ven , wie wir in der Fortsetzung unserer Friedenshistorie sagen werden . Ebend . folio 437 verfo .
Dieser Schriftsteller hat einen Umstand vergessen , den er nicht hätte auslassen sollen , daß nämlich Gueret auf die Marter geleget worden und nichts bekannt hat .
( D ) Xvir wollen eine kleine Zergliederung von einem Xverke geben - 1 ; das den Titel bat , Schuyfthrifr für den Johann Chastels Hier ist der ganze Titel davon : Apologie pour Jehan Chaftel Parifien , cxe'cute a mort , et pour les Peres et Efcholliers de la Societe de Jefus , bannis du Royaume de Franee , contre l'Arreft de Parlement donne' contre eux ä Paris le 39 de Decenibre , Anno U94 . Divifce en cinq Parties . Par Francis de Verone Con - ftantin . . .
Der erste Theil besteht aus sieben Eapiteln , deren Zweck dahin geht , diejenigen aus dem Jrrthume zu bringen , weiche die Sachen nur nach der äußerlichen Gleichheit beurtheilen , die sich sehr öfters zwischen dem Guten und Bösen findet . Wenn man bey der Schale von der That Johann Chastels stehen bleibt , und wenn man dabey nur den äußerli - chen Schein der Personen in Betrachtung zieht , so wird man befinden , daß er einen höchstabscheulichen Königsmord begangen hat ; denn man wird glauben , daß eine bloße Privatperson seinem rechtmäßigen Prinzen hat die Kehie abschneiden wollen : ttpem» man aber auch sehen wird , setzet der Verfasser ven der Schuhschrift für den Johann Chastel , tm I Th . VlICav . p . m . 2i . dazu , nicht was gesaget wird , sondern xvas nad ) dcm Urtheile , nicht der parteiischen Richter , sondern Ver Rirche und der Stände , und nach allen , so wohl göttlichen , als weltlichen - und den Grundgesetzen des Königreichs recht iß • welche von undenklichen Jabren in Frankreich men kund gemacht , verehret , ausgeüber und gehalten worden : dak nämlich ein von der Rirche Verbannter , ein Retzer , ein Zu - rf & aefaüenec , ein Schänder der heiligsten D'Nge , e . n erklärter A^ntliAec < ? eind , ein Unterdrücker der Religion , und der , als von allem Rechte , zurRronezu gelangen , ausge - • anßatt eines Zontges ein Ty ranne , ein gewaltsamer S'Ä JZhSeines angebotenen - Herrn , ein Miflethäter statt Besitzer anstatt eines a>^ wird man sich wohl hüten ,
eines rechtmäßigen pruym ^ ^ nfdn öie Sinne und alle etwas anders zu V ^nd der Liebe gegen Gott , ge -
Empfindung der MenMichte t u { ( ) bun hat / ) ec ,
gen d . e R - rche und fem V«eciano dftc ^ „ . z^vhafte da ec die lT>clt davon befreyen wouen , ^ allerarößten und großmüthige Chat begangen hat , Sic Mit sen auergrop .
Chastel . izs
und anpreisungswürdigstcn in Vergleichung zu stellen ist , welche man in dem Alterthume , so wohl der heiligen als weltlichen storie sieht . Es ist nichts dawider , u sagen , als ein punct , nämlich , daß er es nicht vollführer hat , den Bosen , an seinen Ort , als den Judas , zu schicken , dcsstn Anhänger er unterstü - «et , welches die Calvinisten sind . Und daß , da der Streich ge« fehler bar , der erste sagen wird : dieß ist eine offenbare Gnade des Himmels , und wer daran zweifelt , dcr ist ein Gottesleugner , «wie ein ge , wisser Schwätzer geschrieben Kar ; ) so wird auch der andere sagen , und zwar mir mehrerm Urtheile : daß es ein rmumstößli - cher Beweis , nicht der Gnade , sondern des Grimmes , nicht des Mitleiden« , sondern des Widerwillens Gones , gegen sein Volk ist , von welchen er die Ruthe Assurs noch nicht wegnehmen wollen , ( die er doch außerdem verflucht hat . ) noch das Jcch ihrer Last , noch den Stock von ihren Schultern , und die Ruthe des Treibers zerbrechen wol . len , als am Tage von Midian . Den Tyrannen betreffend , so ist dieß nichr so wohl etnc Erhaltung , als ein Aufschub , bis zu ei , ner gelegenern Zeit und Stunde , die Gott erwählet hat , um ihn in der andern Welt desto schärfer ; » strafen , wenn seine Bos , heir vollbracht und fein Volk gezüchtiqet iß . Man merke , daß er im XII Lap . des V Th . auf der 249 e . Hoffnung machet , cS werde ein anderer Meuchelmörder gl^' . cklicher seyn : Wenn , wie noch im frischen Andenken ist , saget er , der erste dcm Prinzen der Bettler gegebene Stich , ler redet von Wilhelmen , dem Prinzen von ) ra , nien , ) nur in den Rinnbacken traf , so hat dcr andere darauf nicht gefehler . Der erste davon war die Vorbedeutung , wie er auch bey die fem feyn wird , der einen an eben demselben Orre be« kommen hat . Mein Leser wird hieraus leicht begreifen , daß dieser Schriftsteller seine Schutzschrift weiter auf nichts gegründet , als daß Heinrich der IV nicht König , sondern ein unrechtmäßiger Tyrann ge - wesen .
Er unternimmt im andern Theile den Beweis , daß die That Cha - stels gerecht sty . ( Be giebt im II Eap . desselben Theils zu , daß die Personen der Ronige unverletzlich sind : allein er behauptet : es fey die Absicht Ckastels nicht gewesen , einen Ronig zu gen und zu ermorden , ob gleick nur einen so genannten Ronig , unö bey welchem weitet Feine Gleichheit mit einem Ronige , ata an Ernsthaftigkeit und Verdienste seiner Person , oder aufsboch , ste , daß er davor gehalten worden , aus dein Geblüte der Ro - nige von Frankreich entsprossen zu seyn , und daß man ihn als einen Ronig bedienet hat . Ob er gleich sonst kein Erbe , weder von dcm Glauben , noch von der Tugend , noch von dem Ver , dienste der Rönige in Frankreich ist . Und da er dieftrwezcn , das heißt , wegen seiner Gottlosigkeit und Retterey von der Rirche und den Ständen höchst billig ausgeschlossen worden : so hat er es nicht anders seyn können , als mir Gewalt und nicht mit Rechr , welche * man Tyranney und die allergrößre Tyranney nennet . Ebendas . III Cap , z , 0 . Er saget : es habe die vorgegebene Bekehrung Heinrichen dem IV den Königstitel nicht geben können , ( ebendas . IV Cap . ) zum Nachrheile des Bannes , so wohl de iure , als de fafto , der ihn bestandig gebunden halt und alle« zeit seine rvirkung behält , ihn des Ronigreichs zu berauben . Ebendas . V Cap . z8S . Er versichert auch im VIII Cap . daß die Los - sprechung des Pabstes nicht zureichend fep , einen Menschen wieder in den vorigen Stand zu setzen , der nickt allein von der Rirche , son« dern auch von den Standen verdammet worden : denn der pabst kann wohl das Rirckenurtheil , aber nicht das bürgerliche , auf , heben . Ebendas . ; ; Seite . Er geht noch weiter ; er bestreitet ihm das Recht der Erbfolge : ( ebendas . IX Cap . ) er führet eine Menge Benspie - le an , welche beweisen , daß man auch in Frankreich die allernächsten Erben von der Krone ausgeschlossen habe , um das ZYablrechr zum Vor - theile der entferntesten gültig zu machen . Die absönderlicke Ein , richtung der Erbfolgen betreffend , sehet er ebendas auf der 71 S . darzu , so kann man , weil nach dem Bekennmisse der Doctorcn , alles Recht der Blutsfreundschaft im zebnren Grade aufzeho , rer , urtbeilen , wie scbrvach , sa nichtig , das Reckt öeajeniaen iß , ver erstlick im zwey und zwanzigsten Grade ist . Er erzählet an - derS . als der Herr von Perefire , der nur zehn oder eilf Grade zwischen Heinrichen dem III und Heinrichen dem I V sehet , wie ich in der Anmerk . ( E ) , bey dem Artikel , 'Hcinrick der IVgesaget habe . Man findet derselben nicht mehr zwischen Roberten von Frankreich . dem Stammvater der Borbonier , dem sechsten Sohne des heil . Ludwigs ( des gemeinen Stamm - vaters , Heinrichs des III und Heinrichs des IV ) und Heinrichen dem IV . Dieser Robert war im i - ; 6 Jahre gebohren , und Heinrich der IV im 155z Jahre ; allein der Unterschied des Herrn von Perefire und des Verfassers von der Schuhschrift Johann Chastels kömmt daher , daß man die Grade , anders nach den bürgerlichen , und anders nach den päbstlichen Reckten zählet . Er saget in dem XI Cap daß die höhern Befehle die niedrige» aufheben , und daß nach dieser Regel , wenn es überhaupt verbothen ist , zu tödten , es dennock bey gewissen Gat , rungcn der Personen erlauber sey , und unter andern , anycoeene n , nämlich den Tyrannen und Rettern , ebendas 7t ® . ^führet hierüber einige Stellen der heil . Schritt und des päbstlichen Rechts an : er behauptet . daß die Keber von Privatpersonen zum Tode g« - brackt werden können , wenn es auf ferne anoeve 2ltt geschehe» kann . Er führet auf der 8> Seite einen Parlementsspruch vom - 56s ^ahre an , welcher von dem weylanv Herrn Präsidenten , le LNai - stre , wider die - Hugonotten ausgewrociien worden , vermöge dessen es einem jeden erlaubet ist , „ * . u tödten . Und dieß
nickt ohne qroße Ueberlegung , angesehen kein gefährlicker Thier iß , als das die Seelen verschlinget ; nock kein sckädlickerer Straßenräuber , als derjenige , welcker den Menschen die Relu gion und de» Glauben rauber ; noch eine giftigere Natter , als die mit Sckmeickeln gerade nack dem Herzen gebt ; nock ein gefährlicherer Giftmischer , als derjenige , der das Wasser des Bnmnen Jacobs vergiftet , wie ehemals die Philister ; ( > B . Mos . XXVI . ) ( welches das rvort Gottes , oder die heil . Schrift ist . ) Er ttügt in dem XIII Cap . dasjenige zusammen , was von ver - schiedenen Schriftstellern gesaget worden , daß es erlaubet und löblich ist , den Tyrannen das Leben zu nehmen . Er saget : daß^yranus , Num XXXI . ) Cajeranus , Soto , Sylvester , Lumus und andere nach dcm heil . Thomms f t s t Fernandus Vasquiu» , Covar ,
ruvias

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