Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5476

i so Charpentier .
„ zum Dienste der Staaten ein Regiment Fußvolk und eine Compagnie „ Reiterey zu errichten und zu erhaltm , über welche« der Befehl dem Char - „ nace gegeben worden , welcker , da er zugleich das Amt eine« Obristen „ und die Wurde eine« Abgesandten bekleidet , verletzten Belagerung „ von Breda beywohnen wollen , wobey er in den Laufgräben getödtet „ worden . , , VVicquetort , Tratte de 1'AmbaiTadeur , Tom . II . p . 442 .
Wie man in diesen Worte , , Wicquefort« die Gelegenheit zu der Ge> sandtschaft nach Holland nicht sieht , so muß un« ein ander Buch dieselbe darbiethen . Man lese da« Leben de« Cardinal« von Richelieu ; man wird darinnen finden , daß Charnace deswegen nach Holland gegangen , um zu verhindern , daß die Staaten den Friedensvorschlägen kein Gehör geben sollten , welche ihm die Spanier gethan . Er hat die Neigung der Herren Vorsteher und Abgeordneten der Staaten so wohl zu schonen , und ihnen die Kunstgriffe und bösen Absichten der Spanier so wohl vorzustellen gewußt , - - - - daß sie endlich beschlossen - - - - , - die Fortsetzung des Kriege« dem Waffenstillstände , so wohl au«
Roth , als mit Grunde vorzuziehen . Hierzu hat der Befehl nicht wenig beygetragen , der dem Charnace gegeben gewesen , nicht allein den Prinzen von Oranien zu reizen , welchen man aus Eigennutz , zu der Fortsetzung des Krieges sehr geneigt wußte , sondern auch den Herren Staaten einen Bepstand von 10 bi« 12000 Schweden , einer kriegen - schen und mit Frankreich im Bündnisse stehenden Nation anzubicthen ; welche sich seit drey Jahren ungefähr glücklich hervorgethan hatte , seit dem Gustav Adolph , der König von Schwede» , in Deutschland ottf Land gestiegen war , und diese große Landschaft mit Schrecken erfüllt hatte .
Auberi , Hiftoirc du Cardin , de Richclien , Livr . IV . chap . XLII . p . m . 390 . 3Qf .
( B ) iLr ist als Vbristcr bey vcr Belagerung von Breda , im 1637 Jahre geblieben . ^ Wir haben in der vorhergehenden Anmerkung sehen , was Wicquefort gesaget hat . Hier wollen wir folgende Worte ei - nes andern Schriftsteller« darzu fetzen : „ Herr von Charnace hat alle« ge - „ than , was er gekonnt , den Prinzen von Oranien zu bewegen , einen andern „ Platz zu belagern , der für den gemeinen Nutzen der Bundesverwandten „ wichtiger wäre , als dieser . Dieser Gesandte hat hieran selbst mehr An -
„ theil gehabt , als er gtglaubet , weil ihm diese Belagerung unglücklich seyn „ sollen ; indem er dabey durch einen Mußquetenschuß in den Kopf , beym „ Angriffe eine« Hornwerks , erlegt worden . Man hat ihn sehr bey „ Hofe bedauert , sowohl wegen der großen Dienste , die er dem Staate „ geleistet , als auch wegen der Schwägerschaft mit dem Marschalle von „ Breze , wegen der Johanna von Breze , seiner Gemahlinn . Sein Herz „ ist nach Frankreich geführt , und er in der Kirche der Carmeliter zu „ Antwerpen , mit einer Grabschrift begraben worden , worinnen sein „ Tod den 1 des Herbstmonats bemerkt ist , » Ebendas . V B . LH Cap . 596 . 597 S .
( C ) tff nickt rvahr , daß der Verlust semer Shfcau bey ihm Sie klagliche Wirkung hervor gebracht , davon m öemMer - cure Galant geredet rotcd . J Der Abt DeslandeS , Großarchidiaco - nus und Domherr zu Treguier , hat einen Brief in den Mercure lant de« W . ntermonatS i6^z einrücken lassen , worinnen er versichert , daß Charnace , da er in Deutschland bey Gustaven gewesen , durch die Zeitung so gerühret worden , die er von dem Tode seiner Gemahlinn aus dem Hause von Breze erhalten , daß er darüber die Sprache seine ganze Lebenszeit über verlohren . Jedermann sieht , daß dieses eine Fabel ist : Gustav ist im 1632 Jahre in der Schlacht bey Lützen geblieben , _ und Charnace hat im >434 Jahre in Holland alle seine feinste Redekunst aus - gelegt , um die Schließung eines Waffenstillestande« mit Spanien zu verhindern . Ist dieses die Verrichtung eines stummen Menschen ge - wesen ? Man kann diese falsche Erzählung durch die Veränderung der Zeit und des Ort« , nicht in Ordnung bringen , wo Charnace den Tod seiner Gemahlinn erfahren hat ? Denn wir haben gesehen , daß er sich bemühet , die Belagerung von Breda abzuwenden , um einen andern Platz zu belagern , dessen Verlust Spanien schädlicher wäre . Seine Ratschläge sind unnützlich gewesen : man Kar dieBelagerung vonBre - da dennoch unternommen , und er hat da« Leben darbey verlohren . Wo wollen wir denn die Zeit finden , da er nicht hat reden können ? Wir werden in der Anmerkung ( G ) , des Artikels Ferne ! sehen , daß der Abt Deslande« eine eben so apokryphische ErzShlnng vom Fernel »orge , bracht hat .
Charpetttlev , ( Peter ) lateinischCarpentarius . ^gebürtigvon^Toulouse
er hat eine Schrift herausgegeben . " e " m I f "
die RechtSgelehrsamkeit zu Genf < von da weggegangen . Dieses Eben dieser Brief 0
Jahre gelebt , und „ . . „
Gattungen der Schriftsteller gehabt , hat diesen nicht wohl gekannt ( C ) .
im XVI Jahrhunderte , war reformirt ; allein einige Zeit nehmen , ihn geschrieben hat c .
bezeuget , daß er Frau und Kinder gehabt . Er hat etliche andre Bücher drucken lassen ( B ) : er hat noch im - 584 ist Dachwalter des Königes , bey dem großen Rache gewesen d , Rivet , der doch so viel Kennmiß
von allen
* ) Thuan . Lib . LIII . pag . m . 1092 . col . a . b ) Ebendas . t ) Es ist der LII Brief de« Theodor»« Beza . d~ ) La Croix du Maine , Bibl . Franc ; . p . 389 .
( A ) ( Bc hat eine Schrift herausgegeben , d»e ihn als einen rvüthenden Feind der Reformirren ansehen laßt . ) Diese Schrift war in Vergessenheit gerathen ; allein ein Benedictinermonch , Namen« P . Dionysius von S . Martha , welcher sie in seine Gespräche von der Unternehmung des Prinzen von Oranien auf England ein - gerückt hat , im 1689 Jahre zu Paris gedruckt , ist Ursache gewejen , daß man seit dieser Zeit viel davon geredet hat . Jurieu , hat sich' um die>es Stücke völlig zu verschreyen , verbunden gehalten , dasjenige bekannt zu machen , was Thuanus davon gesaget , weil man dasselbe für sehr schickt hält , und , so will ich diese Erzählung hierher setzen ; Thuan . Hift . Lib . LIII . pag . m . 1092 . 1093 . aufs 1572 Jahr . Ich bediene mich der Uebersebung , welche Jurieu von dieser Stelle , in seinem Buche von der Religion der Jesuiten gemacht hat , im Haag 1689 gedruckt , auf der 1 : 9 u f S »Ein gewisser Peter Charpentier , von Toulouse , der das Recht zu Genf öffentlich gelehret , und mit dem Bellievre in großer Vertrau - " lichkeit gelebt , hat sich unter währendem Blurbade mit verschiedenen ''andern Personen , von geringerm Ansehen , in sein Hau« gerettet ; denn ' e« wäre für einen Hofmann sehr gefährlich gewestn , ansehnlichen Leu - „ tm bey einer Gelegenheit von dieser Art Ausenthalt zu geben . ^ Sich „ in die Zeit zu schicken , und aus einer Wirkung seiner Gemuthöart , „ welche ihn genöthiget , die Partey zu verteidigen , zu welcher zu treten „ er gezwungen war , hat er angefangen , sich nicht wider die Urheber des „ Blutbades , noch wider da« abscheuliche Metzeln , das sie angerichtet „ hatten , zu ereifern ; sondern wider dasjenige > das er die Ursache davon „ genennt , das heißt , wider die Partev der Protestanten , gegen welche „ er einen großen Abscheu bezeuget : welche , wie er sagte , von Gott ngen aller Unordnungen auf eine gerechte Art gestraft worden , weil sie „ sich des Vorwandes der Religion bedient , ihren Geist der Rottirung und des AuftuhrS zu bedecken ; und weil die eingebildeten Andächtiae» , " daraus sie bestünde , die Waffen wider ihre Landesleute ergriffen hat - 'ten anstatt daß sie sich der Tbränen , des Gebeth« und Fastens , statt " aller Waffen hatten bedienen sollen ; weil sie sich so vieler Städte des " Königreichs bemächtiget , den Tod unzähliger Personen verursachet ,
»aufrührische Unterhandlungen geworden , darinnen man weder von der „ Gottesfurcht noch den Geheimnissen der Religion , noch von der Ver - . besierunq der Sitten redete , sonde» , w , e man Geld zusammen bringen , m „ geheim Soldaten in den Landschaften versammle» , undgcheime Ver - . siandmsse mit den auswärtigen Prinzen ausrichten wolle . Er setzet dazu . daß sie in allen Städten deS Königreichs auftuhnsche Menschen „ gebalten , die sich bemühen müssen , den Frieden zu sichren , den der „ König aus einer Wirkung seiner Gütigkeit den Protestanten zugestan - . den hatte , und daß nichts , al» da« Schwerdt Gottcö , welches die Für - sten führen , vermögend gewesen , ihre Tollkühnheit zu zahmen ; und daß 'er wohl erkenne , daß Gott einem Könige , welcher von Natur lig wäre , die allerschärfsten Mittel eingegeben , sie zu unterdrücken . " Anfänglich hat sich Charpentier vergnügt , ins besondere bey vertrau - ' ten Gesprächen also zu reden , die er mit dem Bellievre gehalten : wie 'man aber hernachmal« gesehen , daß er eben diese Ding ? öffentlich gesagt , „ so hat man ihn für den geschicktesten zu der Absicht des Königes und . . der Königinn gehalten , das Blutbad , so gut al« sie könnten , zu rechtferti - „ gen . Er hat diese Verrichtung willig über sich genommen , und nach
„ Empsangung einer Summe Geldes und großer Versprechungen , ihn zu „ hohen Aemtern zu erheben , welche Versprechungen man ihm auch nach „ diesem heilig gehalten , so unwürdiger auch derselben gewesen , seine „ Reise von Paris zu dem Bellievre angetreten , den er in der Schweiz „ gelassen , und sich nach Straßburg begeben , wo er ehmals auch gelehret „ hatte , damit er in Deutschland seine vorhabenden Gerüchte desto besser „ ausstreuen könnte . Nach seiner Ankunft daselbst , hat er einen Brief an den Caudioten FranciscuS Porte« geschrieben , ( es soll heissen por - MS . Jurieu hat sich schandlich geirret , wenn er von einem Briefe eine« gewissen Charpentier , an den Candiois gerichtet , wider die stanten , geredet . ) „ Dieser Candivt , ist sehr gelehrt in der griechische» „ Sprache gewesen , und ehmals in Italien in dem Hause der Renata , „ Prinzeßinn von Ferrara , erzogen worden . In diesem den ix de« „ HerbstmcnatS unterschriebenen Briefe , saget er , daß e« zwo Parteyen „ der Protestanten gäbe : die eine der friedfertigen , welche aus einem „ Grunde der Religion redlich handelte , und den Grundsafcm derjenigen „ folgte , zu welcher sie sich bekennte ; die andre derer , welche die Sache'be - „ hauptete , auftührische Leute und Feinde de« Frieden« : daß diese Parteyen „ ihre Pastoren hätten , daß die erste für sich den Espina , Sorel . ( in den „ Briefen de« Charpentier , dieSammartban hat drucken lassen , steht des „ Rollers , anstatt Sorel . ) ( Mein Artikel Röster wird zeiqen , daß der P . Scmmartha» und Thuanus einerley sagen , und daß also diese Ein - Weßling unnützlich ist , oder etwas anders Härte enthalten sollten . ) „ Albrac , Capel , la Haye , Mercure für sich habe ; daß aber die andern diger und vornehmlich TheodoruS Beza derselben Mäßigung n cht erdul - „ den könnten , welchen Beza er die Trompete desSeba ( ß ) nennet , und „ wider , velchen er hauptsächlich in seinem Buche loszieht . Er entschuldiget „ nicht allein das Blutbad , sondern er beweist weirläuftig und sehr listig , „ daß es rechtmäßiger weise unternommen worden , und daß man es auch „ habe thun müssen , eine gottlose Partey auszurotten , welche auf nicht« „ anders gedacht , als die königliche Gewalt zu vernichten , die Städte de« „ Königreichs von dem Gehorsame abzuziehen , die sie ihrem Oberherrn „ schuldig waren , die öffentliche Ruhe zu stören , und welche aus keiner an - „ deru Ursache entstanden zu sevn schiene , als den Untergang der protestan - „ tischen Religion selbst , durch unruhige , und gegen ihr Vaterland feind - „ seligeLeute , zu befördern . Man hat eine Antwort auf diesen Brief unter „ dem Namen de Portes herausgegeben , welcher mit den außerordent - „ lichsten Bitterkeiten angefnllet ist . Thuanus seket dazu , es habe der „ Herzog von Anjou , beym Frauciscu« Balduin , dem Recbt - aelehrten , „ welcher , nachdem er ehmals die protestantische Religion in Deutschland „ angenommen gehabt , sich durch die freundlichen Ermahnungen des „ Gottesgelehrten Cassanders , hatte gewinnen lassen , zu der romischen „ Religion zurück zu treten , und damals zu Angers gelebrer hat , stark „ anschalten , mit dem Charpentier an gleichem Vorhaben zu arbeiten , „ ( nämlich das Slutbad ; u rechtfertigen : ) daß aber dieser Rechts - „ gelehrte sich auf eine bescheidene Art mit den Streitigkeiten entschul - „ diget , die er mit den Genfern gehabt , und welche , sagte er , verhindern „ würden , daß man ihm wegen dieser Materie keinen Glauben bcymässe ; „ daß er aber in der That das Blutbad nicht habe rechtfertigen wollen , „ weil er e« verflucht , und bey Durchlesiing des Briefes von dem Char - „ pentier . auch dessen Gedächtnißfehler und entsetzlichen Schnitzer anae - ' „ merket habe , die er bey demjenigen begangen , wa« er aus der alten Hi« „ storie angeführt hätte . „
Der Bmedicrinermönch hat eine Fortsetzung dieser Gespräche gege -
ben ,

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