Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5429

Charles .
«sein Solin , die Schlacht ben S . Quintin gewonnen hatte , so gleich zu „ fragen , of * . chm der Bvthe die Zeitung davon brachte : ob er seinen Sieg „ wohl und bi ? an die Thore vor Pari« verfolgt hatte ? Und als er er - „ fahren , daß solches nicht geschehen , so Haler gesaget : daß er bev seinem „ Alter , und den einem solchen Glucke des Sieges auf einem so schönen „ Wege nicht stille gestanden , sondern denselben besser verfolgt haben wür - „ de ; und daß er vor Verdruß darüber , die von dem Bochen überbrachte „ schriftliche Nachricht nicht habe lesen wollen , , , Brantomc , Memoire« des Capitaines Etratigers Tom . I . pag . 12 . Wir müssen dasjenige nicht vergessen . was ihm von einem jungen Mönche gesager worden , „ Da „ der Kaiser eines Morgen ? nach seiner Reihe die andern Mönche zweckte , so fand kr diesen , der »och im Probejahre stund , in einem tie - „ fen Schlafe begraben , so daß er ihn kaum aufwecken konnte . Der Nv
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„ Herzileib empfunden , die sein Lebensende befördert haben , «rantome , Capit . Ltrsns . Torn . I . . 39 . Ucherhmtpt kann man sagen , daß die Undankbarkeit ihren vornehmsten Thron unter den Kindern gegen ihre Aeltern aufgerichtet hat .
( ? ) hat nickt vergessen , sager man , sich ju faffeym . ] Strada redet mit einen , bejahende» Tone davon , und er ist nicht der einzige , welcher versichert , daß die Peitsche , welche Carl der V , gebraucht hat , und mit seinem Blute gefärbt ist , als eine Art eines heil , Ueberbleibfel« verwahret worden . Quin etiani plexo e funiculis tormento - exigere a fefe anteadtae vitae poenas perfeuere coepit . Qiios inde fiiniculos a Philippo Rege reuerenter habitos , ab eoque morti pro . afferri ad fe ilifl'os , et vt erant cruore Caroli patris afperli ,
„ vitiu« , welcher endlich mit Verdruß und halb schlaftrunken aufstund , filio Philippo Tertio traditos , inter Auftriacae tnoniimenta pietati * „ konnte sich nicht enthalten , zu ihm zu sagen , daß er sich wohl hätte be - jjlfeniari fama eft . Strada , Dec . I . Libr . I . pag . 14 . Dasjenige , was
„ gnügen können , die Ruhe der Welt zu stören , so lange er in derselben „ gewesen ; ohne daß er noch kommen dürfen , die Ruhe derer zu stören , „ die dieselbe verlassen hatten . „ Saint Real , Hiftoire de Dom Carlos , p . m , 21 , 22 . Ich habe eine Sache gelesen , die mir würdig zu seyn scheint , an - ge führet zu werden . Es ist ein ? luszug aus einem Stücke , welches Balzac von Roni wegen der Absagung Carls des V , erhalten hat . Balzac führet in dem ersten Gespräche pag . m , to . den Anfang davon also an : Als Carl der tvclt überdrüßlg , unter demRaisertbume feines Bruders , tmC unter der Regierung seines Sohnes sterben sollte . Nachdem der Urheber des Stuckes lange moralisirt hat , so bedienet er uns mit diesem kleinen Mährchen . „ Jedoch wie nichts so „ rein ist . welche« die Lästerung nicht besudelt , Nichts so gut , welches sie „ nicht übel ausleget , so haben auch einige sagen wollen , es habe diesem „ Prinzen seine Abdankung gereuet , und er habe einen Verdruß darüber „ empfunden , der so gar sein Gemüthe angegriffen . Zum Beweise dessen „ geben sie diese Fabel vor : Sie sagen , daß er in einem schwarziammeten „ Beutel 500 Thaler gehabt , den er niemals von sich gelegt , und so gar „ alle Nächte mit zu Bette genommen : wenn man ihnen glauben will , „ so hat er diesen Beutel geküsset , geliebkoset , und al« einen Götzen ver - „ ehrt . Und er ist , nachdem er die Schätze der einen und andern Welt , „ die Perlen und Diamanten so vieler Kronen verachtet , die er gerragen „ hat , auf * oo Thaler geizig geworden . Es hat mir ehmals ein qe - „ bohrner Unterthan des Königes von Spanien dieses Mährchen let ; allein ich habe darüber gelacht , und es unter die Zahl der erdichte - „ ten . Historien geseket . ES ist viel wahrscheinlicher , daß , wenn diesem „ Kaiser etwas in seiner Einsamkeit gereuet , solches darum geschehen , daß „ er sich der Welt nicht eher entzogen , oder wie ein Schriftsteller jenfeit „ des Gebürqes davon redet , dem Glücke sein Spiel nicht eher abgeschnit , „ ten bat , Denn hierdurch , saget er , hat er das Glück erwischet , ob „ es gleich noch so stark ist , und so wohl zu locken weis . „ Ebendaselbst 12 , n Seite .
CO ) ( gs geben einige vor , es habe ihn gar bald gereuet , daß er feine Staaten vornehmlich an einen Sohn abgetreten , der ihm so wenig Erkenntlichkeit dafür be , enget . ] Man führet eine Antwort an , welche Philipp der II , dem Cardinale von Granvelle gegeben hat , woraus man schließen müßte , daß die Reue Carls des V , gleich den an - dem Tag erfolgt , und der gute Wille der Herrschaft abzusag ? » . nicht 24 Stunden gedauert hat . Es ist heute ein Jahr , sagte der Cardinal von Granvelle zum Könige Philippus , daß der Kaiser alle seine Staaten abgebeten hat . Es ist auch heute ein Jahr , antwortete der König , daß ihn solches gereuec hat . Diejenigen , welche nicht so boshaft sind , geben vor , daß er nicht eher angefangen , seine . Kronen zu bedauern , als da er bcy seiner Durchreise durch etliche Provinzen von Spanien , um sich nach BurgoS zu begeben , ihm so wenig Adel entgegen komme« , sehen . Außer dem hat er bey seiner Ankunft in dieser Stadt ziemlich lange auf die Summe warten müssen , die er sich vorbehalten hatte . Er hatte nörhig , ein Theil voraus zunehmen , damit er die Bedienten belohnen könnte , die er abdanken wollte ; und man hat die Bezahlung von einem Tage zum andern verschoben : welches ihm sehr misfallen . Wir wollen eine lang ? Stelle des Strada Dec . I . Libr . I . pag . 10 . 11 . anführen , worin , , en man sehen wird , daß er nichts von dieser Reue , bejahet . In der Folge des von mir angeführten , verwirft er diese Reue als ein übelgegründeteS Gerüchte . Quum in Cantabriam appulfus , ac profe & us inde Burgos , raros admodtim fibi obuios vidit Hifpanos Proccres , ( quos nempe foltis , incomitatusque titulis Alis Carolin non allexerat ) fenfit tum primum nuditatem fuam . Acceffitqtie et illud , quod ex centum num - mum aiireorum millibui , ( quem fibi reditimi ex irnmenfis opibus tantummodo fepofueiat ) quum eoruni parte opus timc esset , qua famulos aliquot donaret , dimitteretque , cxfpeftandum ei plufculum , nec fine ftomacho Burgis fuit , dum ea videlicet fuinma aliauando redderetur . Quam illc offenfionem ficut diflimiilanter haud lullt , ita occafionem nonnullis forte pi'aebuit affirmandi , Regnis Vix ciura - tis , coepille Carolum initi confilii poenitere . Quamquam alii ipfo eiurationis die mutafle illum fententiam ex eo narrantj quod aliquot poft annis , quum Cardinalis Granuellanus ex occafione Philippo Re - gi reuocaflet in mentem , Anniuerfarium illum efle dien , , quo Ca - rolus pater Imperio Regnisque ceflerat ; refponderit illico Rex , Et hunc quoqiie diem anniuerfarium efle , quo illum ceflifl'e poenituit , Quod incerto rumore prolatum facile percrebuit apud homines , non fibi in tarn inaudito facinore conftantiam vel vnius diei perfuaden - Nifi forte Philippus non putauit in parente laudandum , quod imitandum fibi non ftatueret . Man hat vorgegeben , d - ch es der König Bbilipp noch viel schlimmer gemacht , als daß er mit der Bezahlung des Fährgeldes nicht richtig gewesen . Er hat dasselbe , saget man , um zivey Drittheile vermindert . Wir wollen den Brancome hören . „ Ich habe in einem kleinem Buche , welches in Flandern gemacht und überschrie - " . . - . / 4n Pi'iflrp H * Orano - f» TSeo .
saget , daß sich Philivp die Peitsche seines Vaters bringen lassen , und sie in die Hände seines Sohne« übergeben habe , wird von andern Geschieht - schreiben , bekräftiget . Man findet dieses in den Nachrichten des Chi» verni , auf der - 94 S pariser Ausgabe von 1636 , in 4 . ( « ) und in den Nachrichten des Brantome : ich will nur diesen letztern anführen , Es wurde auch ans einem Rastchen e , neJSti£pcitf " d>c heraus gelan , ger , die an den Spittcn blutig war ; er hielt sie in die - Hohe und sagte : dieses 2Mut tjf von meinem Blute , jedoch nicht eigentlich von meinem , sondern von meines Vaters seinem , welchem Gott gnadig sey ; der gewohnt gewesen , ficb dieser Tusciplin u» nen . Ich habe solclies hiermit erklären wollen . Brantome , Capit . Etrang . Tom . II . pag . 105 . Scioppius prahlet , diese Peitsche in dem Kloster des EseurialS in Händen gehabt zu haben , Quod ego in Mo - hatterio Laurentiano manibus traäaui , etCar . V . fanguine , vt aie . bant , adhuc oblitum vidi . Er kurzweilet über dm Strada , daßerbeob - achtet hat , es wäre diese Geissel noch mit dem Blute Carls des V , ge - färbt gewesen ; denn dieß ist ein Beweis , daß die Nachkommen dieses Kaisers seine Bußgeissel an den Nagel hängenlassen , und derselben keine Uebuug auf ihre» Schultern gegeben haben , welches Scioppins nicht Übel nehmen würde . Dasjenige , was er wider die Geistelungen sager , ist merkwürdig . Vereor ne Auftriaci Principe« pietatem fuam frigide laudatam putent , cum flagellum illud adhuc Caroli fanguine notattim praedicetur : quod argumento eft , id ipfoj iam oftoginta annos fer . reatum de parietibus clauo pependifle , nec vel filii eius vel nepoti» ac pronepotum dorfo tnolemae multum creafle . Scioppius , Infam . Fam . Stradae , pag . 19 .
( « ) Alle diese Dinge sind aus einem kleinen Buche in 8 genommen , welches 1600 zu Maynz bey Zacharias Durant unter dem Titel , Test«« ment Philipps des II , gedruckt worden . Cm . Anmerk ,
CO . ) Einige Schriftsteller reden sehr vortheilhaft von seiner Gottesfurcht . ^ Wilhelm Zenocaruö versichert , daß Carl der V , selbst auf jede Kriegsverrichtung , die er unternommen , Gebether gemacht , welche er mit seiner eignen Hand geschrieben , die so lang als die siebe» Büß , psalmen gewesen , und die er alle Tage , nachdem er sie von seinen Beicht - Vätern billigen lasten , mitten unter seinem Kriegsheere hergesaget hat . Manchmal , wenn er einige Regung und Triebe zum Bethen empfunden , hat er sich unter dem Vorwande einer natürlichen Nothdurft auf die Seite begeben , um desto länger in dem Eifer des Gebeths ju bleiben . Er hat diese Gebether dem Adrian Sylvanus zu verwahren gegebm , mit dem Befehle , sie in kleine Stückchen zu Zerreißen , und in den Wind zu werfen , wenn ihm einiges Unglück begegnen sollte . Etliche , welche die Zeit beobachtet haben , die dieser Kaiser zum Gebethe angewendet , sagen , er habe öfter mit Gott , als mit den Menschen , geredet . Guil . Zeno« carus , Libr . V . de Vita Caroli V . beym Matthias Castrums de Vir . tutibus Principum Germaniae Libr . I . cap . XXXIV .
%n ist Apologie du Pnnce£Orange , Schunsihrift des Prinzen " von Oranien , eine seltsame Sache gelesen , welche ich weder glauben fiir alaublich halten will , weil es von den Feinden des Königes " in Svamen g machk ist - s» möglich sie auch seyn könnte , so will " 1 'jj . fi jnf , eu , als was ich gesehen und gewiß erfahren dak ibm der König , sein Sohn , von hundert tau -
andern Einkünften , die er sich vorbehalten , zwey Thalern . oder andern nejt Uint Wjttc ( } U
„ Theile " bSekm zt hat , <0 dp nDch Allmosen zugeben , und seine
rtilrt Liener und treuen Soldaten auszuüben , die
II Sand .
CR ) Andere geben vor , daß er mehr - Herrscksucht ats Religio« gehabt . ^ Sie behaupten , daß die Begierde , sich zum Nachtheile Fran , eiscus des I , zu vergrößern , Ursache gewesen sey , daß er den Solymann Belgrad und Rhodis wegnehmen lassen , und sich der vortheilhaften Ge - legenheiten , die ihm Gott wider die Türken in die Hände gegeben , we - der in Ungarn noch in Miea bedienet habe . Er hat Frankreich lieber verwüsten , als sich der Äortheile bedienen wollen , die er über die Un» gläubigen erhalten hatte . Man beschuldiget ihn , er habe das Luther - thum gehegt , welä ) e« er gar leicht hätte ausrotte» können . Erhat seine Rechnung bey den Spaltungen gefunden , die diese Secte verursacht , und sich derselben mit beyden Händen bald wider den Pabst , bald wider Frankreich , bald wider Deutschland selbst bedienet . Er hat , saget man , die Ancrbiethungen der Protestanten verworfen , ihm gegen Verstattung der GewissenSfreyheit wider den Türken zu dienen ; allein er hat ihnen die - selbe weitläuftig verwilliget , so bald sie versprochen , von dem Bündnisse Mit Frankreich abzutreten . Siehe La Mothe le Vayer T om . II * im , 115 Ausgabe in 12 , 1681 . siehe auch MaimbourgS Historie desLuther - thums I'om . l . pag . - 47 , 248 . und Tom . II . pag . >5Y . Wenn dieses ist , so kann man nicht leugnen , daß man hier nicht ein Beyspiel von demje - nigen hätte , was oben in der Anmerkung ( H ) bey dem Artikel Agcst - laus der Ii , und in der Anmerkung ( C , zu dem Artikel Arilridcs , von der Religion hoher Häupter , gesaget worden ist . Sie sind als Mem schen eifrig für ihre Religion : sie bcthen zu Gott , sie gehen andächtig in die Kirche ; alle» , so bald sie sich mit der Würde eines regierende» Herm bekleidet sehe» , so denken sie weiter an nichts , als ihre Feinde zu über - winden , und sie greifen denjenigm nicht Mit der größten Gewaltan , der ihrem Glauben am meisten zuwider ist^ sondern denjenigen , gegen weh che , , sie entweder aus Furd , t oder aus Eifersuci ) t den größten Haß haben , und wenn er auch der größte Pfeiler ihrer Religion wäre , UebrigenS hat Man in dem Leben Carls des V , eine große Lügen vorgebracht , wel - ches Johann Anton von Vera und Fizueroa , Graf von la Roca aufgefetzet hat . H' ? * 'f * fiei 2 die deutschen Fürsten , als er vor
«dem Herzoge Moritz ausweichen müssen , weil er nur sechs Reuter bey „ sich gehabt , angeboten : daß sie ihm , wem , er nur befehlen wollte , daß „ ihre Meynnngen disputirt wurden , hundert tausend Mann wider die „ Türken , die in Ungarn eingebrochen wären , stellen , und sie so lange un - „ terhalten wollten , bis er sich zum Meister von ConstantiNopel gemacht „ hätte : so hat er geantwortet , daß er keine Königreiche für einen so theu , „ ren Preis , noch ganz Europa unter einer solchen Bedingung , sondern „ allein Jesum Christum verlange , „ Der Graf de la Roca Historie ^ brüßler Ausgabe von >«Sz , in > - . E« ist mehr
als
„ nunn
Carls des V , ^ (

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