Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5419

i44 Charles .
tenen Siegen und von denjenigen anfgebleht , die er noch für gewiß ge - halten , zu dem PaulJovius gesaget : sckaffer euck einen guten rat ! ) von Papier und Zvime an> ick habe viel Arbeit für euck ; » gescknitten . Brantome , Difcours für Catherine de Medicis , zu fange . Man hat die göttliche Vorsehung die hochmüthige Einbildung der Creatur niemals mehr kränken sehen . Carl der V , griff an der Spitze von , 0000 Pferden , und mehr al« 40000 Mann zu Fuße , von einer guten Flotte unterstützt , die der berühmte Andreas Doria common - dirte , die Provence an , und ließ zu gleich ein Kriegsheer von Z0000 Mann in die Picardie einbrechen . Mezerai , Abrege Chronol . Tom . IV . p . 595 .
Dieses ist die Gebährung des Berges gewesen : Parturinnt montes , na . feetur ridiculus mus . Horat . de Arte Poet . Verf . 139 . Das . heer in der Provence zerstieß sich den Kopf vor Marseille , und wurde , ohne Lieferung einer Schlacht , in einen erbärmlichen Zustand gesetzet . Das Heer in der Picardie hat seinen Untergang vor Peronne gefunden . Mezerai , Abrege Chronol . Tom . IV , pag . jy * , * 99 .
( F ) Frankreick hatte nickt Ursacke , mir seinen Abgesandten vergnügt ; u feyn , die Siesir - Handlung beygewohnet ] Der schof von Macon , welcher damals in Rom , als Abgesandter Franciscus des l , gewesen , und der Herr von Belli , welcher eben diese Bedienung bey Sr . kaiserlichen Majestät bekleidet , find bey dieser Rede gegenwärtig gewesen . Der erste hat nicht viel darauf antworten können , weil er kein Spanisch verstanden , und weder der eine noch der andere haben Zeit gehabt , viel zu reden . Das schlimmste war , daß sie ihrem Herrn keinen treuen Bericht von allem abgestattet , was Carl der V , vorgebracht hatte . Sie hatten die Anbiethung des Zweykampss , das Lob , das er seinen Soldaten gegeben , und die Verachtung , die er gegen die französischen bezeuget , davon unterdrücket . Sie hatten alles dieses auf Bitte des Pabstes unterdrücket , um den Friedenschluß durch die Verbitterung des GemütheS ihres Herrn nicht zu entfernen . Memoires de Guillauine du Bellai , pag . 519 , ; - v . Brantome , Hommes illuftres , Tom . I . p . m . 246 . Brantome ist kurzweilig , wenn er die Gebehrden beschreibt , die ein sandter , der ein Soldat gewesen , und der Herr von Belli , als eine keitliche Person , unter dieser Rede gemacht haben . Ebendaselbst .
( fi ) Viele ^ . cute beschuldigen ihn eines großen Fehlers , Sa er sich Franciscus vem l , auffeilt Wort in Sie Hände geliefert . 1 Die Stadt Gent hatte sich 15^ empöret , und sich erbothen , sich an Frank - reich zu ergeben . Der König hatte nicht allein dieses Anerbiethen nicht an - genommen , sondern auch dem Kaiser Nachricht davon gegeben : welcher , da er kein besser Hülssmittel wider ein Uebel gefunden , dessen Folgen zu fürchten waren , als seine persönliche Gegenwart , um den frenen Durch - gang durch Frankreich angehalten hat ; weil ihm alle andere Wege zu lang und gefährlich zu seyn geschienen . Er hat dasjenige erhalten , was er ver - lanaet , und durch das ganze Königreich , und vornehmlichamHofe , außer -
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die Freyheit diese« Kaisers unternommen hatte . Verdienet man denn Lob , wenn man keine offenbare Untreue begeht ?
( H ) Man muß sehr saririsck seyn , wenn man dieses einen ler nennen will . Z Die meisten von denen , welche Carl den V , wegen de« Bernauens geradelt , daß er auf die Großmurh Franciscus deö l , ge - fetzet , haben nicht gedacht , diesen Kaiser zu schmähen , sondern einen ab , scheulichen Begriff von diesem Könige zugeben . Denn wenn man wider die Regeln der Klugheit verstößt , indem man sich auf das Wort Fran - ciscuS de« I , verläßt ; so ist dieß ein Zeichen , daß es sebr wahrscheinlich sey , dieser würde eine niederträchtige oder verräterische Thar begehen , so bald er nur könnte . Ich bekenne , daß sich einige Schriftsteller dig auf die betrieglichen Streiche gründen , die sie Carln dem V , in sicht auf den König von Frankreich bevmessen , und folgender gestalr schliefen : dieser Kaiser hätte befurchten sollen , e« würde Franciscus der I , viel scheinbare Entschuldigungen finden , wenn er nach so vielen erlittenen Beschimpfungen das Gastfreyheitsrecht überschritten hätte ; also hätte die Klugheit nicht erlaubt , sich diesem Monarchen anzuvertrauen . Sie mögen sagen , was sie wollen , so werden ihre Gedanken in der That viel nachrheiliger für Franciscus den I , als für Carln den V , bleiben ; und man kann , ohne die Ehre dieses Königes zu beflecken , nickt sagen , daß er in seinem Rathe überlegt hätte , ob er Carln den V , gefangen behalten sollte , oder nicht ? Camerarius , ein deutscher Schriftsteller findet keine Wahrscheinlichkeit hierbey . Meditat . Hiftoriques , Vol . III , Livr . III . chap . III . Ich rede von der französischen Uebersctzung , welche vom Simon Goulart herausgegeben worden .
( I ) Die flamändiscken Gesckicktsckreiber sind entweder ein - fältig oder ehrvergessen gewesen , wenn sie dasjenige erzählen , was bey dieser Begegnung vorgegangen ist . ] Die belgische , deutsche u a . Aufrichtigkeit der Geschichtschreiber ist , überhaupt davon zureden , ein Hirnaespinnste : e« ist vielleicht keine Nation , wo es mehr unbillige Fe - dern und mehr eingenommene Schriftsteller giebt , als bey dieser . Ihre Schmähsuckt ist so bitter und durchdringend , als die jenseit des Gebirges , und überdieß ist sie manchmal auf sehr grobe Fabeln gebauer . Ich will nicht alle diejenigen anführen , die sie wegen der Reise Carls des V , durch Frankreich vorgebracht haben ; ich begnüge mich nur , diese Worte eines Jahrbuchschreibers , eine« Franzosen von Geburt , anzuführen , sSpondan aufS Jahr >540 . NuM . > . ) Nee vllo modo audiendus infipidusquidatn Belgien« Chronologiis ( Locri , hoc an . ) dum feribit : Caefarem pas - quillis quibusdam totam per vrbem Lutetiam difleminatis praefentif - fimum Uli periculum cum vitalTet , pernieiffimo curfu primum Ca - meracum , ninc Gandauum eonceffifle . Infulfiora namque funt ifta quam ab homine mente fobrio proferantur . At fic lubet plerisque Belgis cum de Francis agitur , fatuari et ineptire , qualia permulta apud Maierum , Mafiaeum , et alios eius generis homines reperire Ii . ceat . Die langwierigen Kriege Frankreichs mit dem Hause Burgund hatten die Flamander dergestalt erbittert , daß diejenigen , welche keine Feindseligkeit mit dem Degen in der Faust ausüben konnten , solche mir der Feder oder mit der Zunge ausübten . Allein in dergleichen Gattun - gen des Krieges finden sich viel Personen , welche sich dieses Grundsahes auf eine gleiche Art bedienen , Dolus an virtus , qui , in horte requirat ? Ein Geschichtschreiber , der sich zu sagen untersteht , es habe sich Carl der V , auf der Post gerettet , und welcher nicht weis , oder thut , als wüßte ers nicht , daß dieser Herr von zween rrmuofoch ? » Prinzen bis an die Grenzen begleitet , und in allen Städten als der König selbst empfangen worden ; was muß diese« wohl für eine Gattung von Menschen seyn ?
( 15 ) Man läßt ihn einen sinnreicken Tinfall über diewberge , walr sägen , welcke das Glück Heinricks des II . über ihn bekam . ) Ich sehe wohl , saget er , daß das Glücke dem Frauenzimmer gleicht ; eS zieht die jungen Leute , «lten vor . Strada erzählet diesen'Gedanken Carls des V , olme Umstände : Quin et vulgo credebatur , Caefaris fortunam faftidio ac fatietate iam captam retro cedere ineepifle : fe - licemque Imperatoris ha & enus inuicti genium in Henricum Galliae Regem immigrafle . Ipfo Caefäre non diflimulante , quem auditum ferebant , quuin diceret : Nempe fortvnam efle luuenum ami - cam . Strada , deBelloBelg . Dec . I . p . 17 . Er führet einen Brief deS Hip - polituSChizzalaan , welcher indem III Buche unter den Lettres desPrin - ces ist , fol . m . 21» . verfo , er führet ihn , sageich , wegen des ersten TheilS dieser Stelle an . Scioppius hat ihn deswegen mit Unrecht getadelt ; Infam . Farn . Strad . pag . m . 36 . und zwar aus einem Widersvrechungs - geiste , welcher daran zweifelt , ob dieser Kaiser solches gesaget hat . Er stellet zu ungelegener Zeit einen Gotresgelehrten vor , und betriegt sich , wenn er glaubet , daß dieses Wort Carls des V , dem ungefähren Zufalle alles zuschreibe . Ist dieß ein blinder Zufall , welcher die Frauensperso« nen antteibr , einen jungen Ehmann lieber zu haben , als einen alten ? Es ist dem Glücke nichts mehr zuwider , als die Neigung , einer Sache gün - stiger zu seyn , als der andern . Wenn der Grundsatz Carl« de« V , wahr wäre , so würde er vielmehr die Lehre von der Vorsehung . in allgemei - nem Verstände , als die gegenseitige Meynung , beweisen . Scioppius hat mehr Recht , wenn er saget , daß man diesen Grundsatz in dem Machiavel findet ; denn folgendes steht im XXV Cap . des Prinzen dieses florenti - Nischen Schriftstellers : Io giudico ben quefto , che iia meglio efl'ere impetuofo che rifpettivo , perche la Fortuna e donna : et e neceflario voiendola tener fotto , batterla et urtarla . Et fi vede che la fi lafeia piti vincere da quefti , che da quelli che freddamente procedano . Et perö fempre ( conie donna ) e amica de' giovani , perche fon meno rifpettivi , piü feroci e con piü audacia la commandano .
( L ) Seine - Historie ist nichts , als eine Vermiscknng des Glück» und Unglücks . ^ Er bekennet selbst in der Rede , die er den Abttetnng aller seiner Staaten gehalten , daß die größten Glückseligkeiten , die er je - malS in der Welt gehabt , mit so vielen Widerwärtigkeiten vermischt ge - wesen , daß er sägen könne , er habe niemals einiges Vergnügen genossen . Memoire ? de Beauvais - Nangis , pag . 1 - 0 . Man giebt vor , er habe seit seiner Abdankung in Gewohnyeit gehabt , zu sagen , daß ihn ein einziger Tag seiner Einsamkeit mehr Wollust empfinden ließe , als ihm alle seine Siege gegeben hätten . Camerarius , Meditat . Hiftor . Vol . LLibr . IIL cap . V .
( M ) Man hat sthr versckiedene Dinge von den Bewegung»« ursacken seiner Abdankung gesagt . ^ Strada de BelloBelg . Libr . L Dec . L pag . 16 . bemerket , daß die Abdankung dieses Kaiser« in den Schu» len eme Materie zu den öffentlichen Reden geworden sey . Non igno - ro , eam rem vario tunc hominum fermone fuifle difeeptatam : hodie - que declamatorum in fcholis , politicorum in aulis , argumentum e ( T« caesarem abdicantem . Dieß erinnert Mich der Worte Aiwenals , Sat . I , V . i ; welche bezeugen , daß die Schüler seiner Zeit über die Abdankung des Sylla Reden gehalten .
Et nm ergo manum ferulae fubduximus , et nos
Coniilium dedimus Sullae , priuatu» vt altum
Dormiret .
Einige haben gesaget , daß er , da er sich nicht mehr vermögend ge» funden . ivegen seiner Krankheiten die Last seines Ruhm« zu ertra - gen , der Schande eines größern Verfalls seine« Ruhm« dadurch geschickt zuvor gekommen sey . Man hat auch gesaget , daß der Verdruß , sein Glück kleiner , als das Glück eines noch jungen Prinzen , zu sehen , wie Heinrich der ll , war ; sein Glück , sage ich , welches bey so vielen Begegnungen über das Glück Franeiscus des I , triumphirt hatte , hat ihn genvthiget , die Welt zu verlassen . Ich werde in den folgenden An - merkungen sagen , daß der Verdruß , daß er nicht Pabst werden können , und die Begierde . Gorr nach den Gebräuchen der Protestanten zu die» nen , für die Ursache seiner Einsamkeit gehalten worden . Allein e« hat nicht jedermann diese große That mir einem Tadelgeiste angesehen . ES hat Leute gegeben , welche gesaget , daß ein auftichtige« Verlangen , die Nichtigkeit dieser Welt und die unvergänglichen Güter de« Paradieses zu betrachten , ihn vermocht , eine Einsamkeit zu suchen , wo er durch Büß - Übungen das Böse , »velches er der Christenheit verursachet , verbüße» und sich , durch eine vollkommen ? Anwendung auf das Geschäffte seine« Heil« , bey guter Zeit und nützlich zum Tode vorbereiten könnte . Siehe im Strada an angezogenem Orte die meisten von allen diesen Dingen , und viele andere auf eine edle Art vorgesteller .
( N ; Und von den Besckäffrigungen seiner Einsamkeit ] Er hat sich in da« Kloster des heil . Justus 5egeben , ( Justus der Name de« Heiligen machet im Französischen da« einsilbige Wort Just . ) welches an den Grenzen von Castilien und Portugal , nahe bcn Placentia , liegt . Die Mönche dieses Klosters heißen Hieronymiren . Er hat ein kleines Hau« bey diesem Kloster bauen lassen , welches aus 6 bis 7 Kammern bestanden , und sich im Monate Hornung >557 , darinnen verschlossen . Er hat nur ein Dutzend von seinen Bedienten und ein Pferd bey sich behalten . Er hat sich nicht dergestalt mit andächtigen Uebungen be - schäfftiget , daß er nicht auch viel andere Sachen vorgenommen , als auf seinem Pferde spazieren zureiten , seinen Garten zu bauen , Uhren und allerley Versuche der Mechanik mit einem berühmten Kriegsbaumeister zu macken . Strada ebendas . iz , , 4 S . nennet ihn ^anellu« Turianu« und erzählet sehr sonderliche Dinge von ihm . Einige Tage vor seinem Tode hat er sein Leichenbegängniß halten lassen , und demselben in Person beygewohnt . Strada Libr . I . Dec . I . pag . 14 . Einige haben gesaget , er habe sich bemüht , verschiedene Uhren mit einer so großen Richtigkeit zu vergleichen , daß sie die Stunde in demselben Augenblicke geschlagen ; und daß diese« Vorhaben nicht so schwer auszuführen gewesen , al« die Ver , gleichung der Religionen , die er sich zur ^eir de« JntmmS in den Kopf gesetzt hatte . Er hatte der Welt nicht so gänzlich entsaget , daß er sich nicht nach Zeitungen vom Kriege erkundiget , und seine Meynung davon gesaget haben sollte . Zum Zeugnisse dienet dasjenige , was er gesagt und gethan haben soll , nachdem er ersahreu , daß sein zu S . Lluintin siegen« der Sohn sich seiner Vortheile nickt zu bedienen gewußt hatte . Man erzählet es auf folgende Art . „ So andächtig und halbheilig er auch „ war . so konnte er sich dock nickt enthalten , ( dieses sagte man damals , „ da die gemeine Stimme überall davon herumgieng , ) al« der König .
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