Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-3978

Bembus und Erasmus angeführt ; Laurentius Valla , Melanchthon , u . a . m . die ich noch anfüh - ren könnre , mehr die Wissenschaften und Sachen der Alten , als ihre Worte nachgeahmet und ange - priesen : so muß man mir kein Verbrechen daraus machen , wenn ich als ein treuer Nachfolger so großer Manner , in ihre Fußtapfen trete , und lieber mit ihnen ein Homuncio heißen , als mit net ; Gegnern ein Riese in dem Lateins , und ein Zwerg in dm Wissenschaften seyn will .
i v . Endlich preise ich denen leidigen Verfechtern des lieben Lateins , ehe sie sich ferner die Mühe nehmen , gegen mich etwas zu sagen , erst die Widerlegung der gelehrten Diflerta - tion , an , die Dan . Frid . Ianus , de Do & oribus Vmbraticis , eorumque variis incommodis in re - publica ütteraria zu Wittenberg 1720 . 8 . herausgegeben ; sonderlich aber die derselben ange - hängte Abhandlung de nimio Latinitatis ftudio , davon der Verfasser in der Vorrede so schreibt : DifTertationem de nimio latinitatis ftudio , quae au£tior nunc & emendatior prodit , feiun & am a Doäoribus vmbraticis noluimus ; quia eiusdem fere argumenti eft , aut certe ridiculos & fuperftitiofos Latinae Linguae admiratores indicat . Hierzu füge ich noch den seligen großen Polyhistor unsrer Universität , Johann Burchard Menken , den nieine Gegner , so wohl wegen seiner weitläustigen Wissenschaft , als seiner Humaniorum halber , wenigstens eben so hoch schä - tzei ; sollten , als ich . In seinen vortrefflichen Reden de Charlataneria Eruditorum hat er gewiß den critischen Stolz , und alle damit verknüpfte Fehler nicht vergessen . Auf der 90 . Seite der letzten Ausgabe , die 1727 . zu Amsterdam , wie der Titel zeigt , aber in der That hier in Leip - zig heraus gekommen , ( und in welcher ich , auf Begehren dieses berühmten Mannes , damals die Anmerkungen des französischen Uebersetzers ins Lateinische übersetzet habe , ) zeiget er , wie lä - cherlich theils Nicolaus Villanus , den Dantes , Petrarcha , Ariost und Tasso , als die besten ita - lienischen Schriftsteller , quorum nominibus totus Parnafli chorus aflurgebat , für hebetes , tar - dos , & rüdes , d . i . für Dummköpfe , trage Geister und unwissende Leute , ausgeschrieen ; bloß weil sie mehr in ihrer Muttersprache als im Lateinischen geschrieben : theils , wie Poggius , aus einem solchen lateinischen furore , den Laur . Valla , furiofum , fatuum , monftrum , belluam , impium , de - traftorem , vefanum u . d . gl . geheißen . Hauptsächlich aber räche ich die I25ste und folgende Sei> te zu lesen , wo er anhebt : Prima nobis prodeat Grammaticorum ac Criticorum gens afpera & ferox , qui cum pueros ad virgam obfequentes habuere in fcholis , nulli eruditorum parcunt , & in ipfum Orbem Romanorum Graeciamque vniuerfam principatum fibi quendam ambitiofe vindicant & c . & c . Et quanta quaefo litigia , quanta bella exoriuntur , 6 ab iftis Hypercriticis & Pantocriticis vel latum vnguem difcefleris & c . Hi nimirum funt illi cenfores . Catulliani , qui vecordem folent excitare rixam , vt veniant in ora vulgi . Ich Übergehe , was p . IZ7 - in der Note , non latinum fatis videtur , und in der Epiftola Stadeiii , am Ende auf der 246 . Seite vorkömmt , welches aber meine Gegner selbst nachlesen mögen . Ich will ihnen nur noch sagen , daß sie in meiner Note , beym Artikel Erasmus eine vortreffliche Gelegenheit finden werden , zu sagen , daß ich kein Griechisch kann ; weil daselbst ein «für ein e gedruckt worden , und zwar in dem ersten Verse aus der Ilias , welches allerdings ein solcher Schnitzer ist , der gar wohl einen gramma - tikalischen Krieg werth ist .
Noch ein Wort müssen wir unfern Lesern von denen la Crosischen Anmerkungen sagen , deren auf dem Titel dieses andern Bandes Erwähnung geschieht . Was wir vor einem Jahre von der Güte des Herrn Geheimen Raths Jordan , gehoffet haben , das hat derselbe wirklich erfüllet . Er hat nämlich dem Herrn Professor Formey m Berlin , der sich uns zu gefallen , diese Mühe selber nehmen wollen , gütigst erlaubet , diejenigen Anmerkungen abzu - schreiben , die der selige la Croze , ein so gelehrter als berühmter Mann , seinem Exemplare des baylischen Wörterbuches beygefüget hatte . Wir statten hiermit diesen beyden gelehrten nern den gebührenden Dank öffentlich ab , und sind versichert , daß auch durch dieselben dieser un - ser deutscher Bayle einen besondern Vorzug erhalten wird . Weil wir aber diese Zusätze aller - erst zu einer Zeit erhalten haben , da auch von diesem zweyten Bande schon sehr viel abdruckt war : so haben wir uns genöthiget gesehen , die zu den beyden ersten Bänden gehörigen Amner - kungen auf einzelne Bogen abdrucken zu lassen , damit sie am Ende derselben , als ein Anhang , oder gleich nach den Vorreden gebunden werden können , wo sie noch mehr in die Augen fallen . In dem nächstfolgenden Bande , darinnen viele Artikel vorkommen werden , darüber Herr von Leibnitz gelehrte Erinnerungen gemacht , werden wir nicht unterlassen , auch diese hin und wieder mit einzustreuen , und also auch die gefährlichen Stellen desselben , durch eines so großen Mannes Widerlegungen , desto unschädlicher , und das Werk selbst desto nutzbarer zu machen . Der geneigte Leser aber lebe wohl , und brauche dieses Werk zu seinem Nutzen .
Gottsched .
Cäsal -

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