Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5400

Charles .
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. . Mensch französisch , und Gott spanisch geredet hatte . , , Bonhour« , Kntretien II , d'Ariftc et d' Eugene , p . 8> - Dieß ist von demjenigen sehr unterschieden , was ein Spanier zu einem Deutschen gesaget hat : die Deutschen reden nicht , sagte er zu ihm , sondern sie donnern ; und ich glaube , daß Gott ihre Sprache gebraucht hat , da er über den Adam das Urlheil der Verdammniß ausgesprochen hat . Man hat ihm geantwor - let , daß die Schlange die gekünstelten Ausdrücke der castilianischen Sprach ? gebraucht hatte , die Eve zu bekriegen . Petrus Royiius Mau - raeus , Hifpanus , Poeta illo feculo celeberrimus , Confiliarius regius , et ab cruditione Lango ( Johann Langus Abgesandter des FerdinanduS IN Pohlen ) acceptilliwui ; etiam in quotidiano conuiÄu : lcd q»i veliit avzAtäßHToc Gerraanicam lingnam ridere foleret . Itaque fa - nnilos Langi Oratoris , menfae aliquando adftantes , atque dura pro» nunciatione et accentu affe & ato voces Germanicas exafperantes , ifto fcommate iocoue illufit : German ! , inquit , non loquuntur , Jed minant . Et crtdo ego , mi Lange orator , De um ex indignatione hoc fermcnis fulmine v / um , cum primos farentes extruderet Paradifc . Cui Langus , Ege rurfus , inquit , venßmile cenfeo , ferpentern fuaui et bUudo vocis Hifpaniae fuct v / um , cum imfofuit Euae . Hoc ar - gutulo Royzium et conuiuis et adftantibus propinauit deridendura : quod et ipfuin regem hoc audientem niire deleclauit . Melch . Adam , in Viti , Iurisconf . pag . z , . Ich habe diese Stelle deswegen der Länge nach angeführet , damir man sehen könne , daß der König von Pohlen selbst mit diesem Scherze belustiget worden . Allein hier ist eine andere Meynung , die mit Carls des V , seiner nicht völlig übereinkömmt , und welche einem spanischen Doctor ungemein gefallen hat : die deutsche Sprache ist gut für die Soldaten , die französische für das Frauenzimmer , die italienische für die Prinzen , und die spanische für Gott . Depraeftantia - - - illarum ( lingutrum ) , quae Europaeis frequentiores funt , fic Tympius . In Menfa Theophilof . pag . 2 . diftinguendum putat : vt fi quispiam cum Deo locuturus eflet , Hifpanice deberet loqui , ob lin - guac maieftatem ; fi cum aliquo Principe , Italice propter huius ele - gantiam ; fi cum foeminis , Gallice ob fuauitatem ; fi cum militibus , Gcrmanice , quod fitomnium robuftiffima ; ac fic omnes fuo encomio cuexit , fed Hifpanicatn caeteris fuperiorem merito extollit . Gafpar a Reies , Elyfio iucund . Quaeft . Campo , Quaeft . LV , zu Ende 695 0 . Man machet noch eine andere Eintheilung , nach welcher die spanische Sprache geschickt ist , zu befehlen , die italienische zu überreden , und die französische zu entschuldigen . Daher kömmt es , hat ein Spanier gesaget , daß sich Gott der spanischen Sprache bedienet hat , da er dem ersten Menschen verbothen , von einer gewissen Frucht zu essen , daß die ge die italienische gebraucht , die Eva zu bekriegen , und daß Adam ftan - jösisch geredet , seinen Fehler zu entschuldigen . Siehe La Mothe le Vayer Probleme ; Sceptiques , chap . XV . p . 259 . des XIII Bandes . *
* Bey nahe sollte man urrheilen , es wäre dem Herrn Verfasser unanständig gewesen , diese nicht einmal recht witzigen , geschweige denn reiflich überlegten Einfalle von den verschiedenen Sprachen so weitläuftig zu erzählen ; zumal da sie eine so heilige Geschichte , als der Fall Adams ist , fast zum Gefpötte haben . Bey andern Gele - genheiten , ( z . E . da ein römischkatholischer Scribent , von dem Joseph so ftey geurtheilet , daß er ein Hahnrey zu werden besorget . S . den Artikel Carthagena in der letzten Anmerk . ? iS . ) bezeiget er einen löblichen Eifer über dergleichen Leichtsinnigkeit : hier aber scheint er denselben ganz vergessen zu habe» . Was ist indessen kin« bischer , als vorzugeben , Gott , Adam , Eva und die Schlange hat - ten im Paradiese viererley Sprachen geredet ; und zwar ohne daß etwa ein Engel oder Erzengel einen Dollmetscher abgegeben . In Betrachtung dieser Lappereyen wäre es bald noch vernünftiger uud ernsthafter , mit dem Rudbeck zu behaupten , daß die schwedische Spra - che im Paradiese geredet worden ; oder mit dem Joh . Goropius Becanus vorzugeben , die eimbrische oder plattdeutsche sey die aller - älteste Sprache . Dieser giebt sich nämlich in seinen Hermathenis aus der 26 und etlichen folg . S . der antwerpischen Ausgabe seiner Operumvon 1680 , alle ersinnliche Mühe , zu zeigen , daß diese nieder - sächsische Sprache alle Eigenschaften der allerersten Stamm - uud Grundsprache des menschlichen Geschlechts an sich habe ; und daß so wohl die hebräische als griechische davon ihren Ursprung genom - men . Was aber das Vorgeben betrifft , als ob Carl der V , mit seinem Pferde habe deutsch reden wollen , so ist selbiges fürs erste noch schlecht erwiesen ; und ohne Zweifel eine Fabel eine« Auölän - der« , der kein Deutsch verstanden , und folglich wie der Blinde von der Farbe geurtheilet . Hernach konnten wir , wenn eS ja wahr wäre , diesem V Carl , den I und Großen Carl entgegen setzen , der die deutsche Sprache vor allen andern geliebet , und sich viel Muhe gegeben , sie in Ordnung zu bringen , indem er so gar eine deutsche Grammatik geschrieben ; und darinnen dem Cäsar ähnlich gewor - den , der deÄnalogia Lat . ferm . geschrieben hat . Vielleicht hat der berühmte Swift in seinem Gulliver daher Gelegenheit genommen , seinem erdichteten Lande der Houyhnims , welches vernünftige Pfer - de feyn sollen , eine Sprache bevzulegen , die mit der hochdeutschen eine Ähnlichkeit habe . Dieser übel ersonnene Scherz ließe sich leicht mit gleicher Münze bezahle» ? , wenn man ein Land voll ver - nünftiger Gänse erdichtete , und seinen Einwohnern eine Sprache beylegte . die der heutigen englischen gleich käme ; dieinder That ein solches Gezische und Geschnatter ist , daß es dem Geschrey der Gänse nicht unähnlich klingt . Will man indessen auf das Zeugniß des tresfli - chen Grotius etwas bauen , so wird man ganz anders von der deut - schen Sprache urtheile» müssen . Er nennet sie eine zum Herrschen aebohrne Sprache , die Sprache der Freyheit , die alle europäische Völker von den Deutschen als ihren Siegern lernen müssen , indem noch itzo die Spuren davon in allen mittäglichen und abendländi« schen Sprachen übrig wären : S . Farrag . Grot . L . III . pag . au . O patria falue Lingua , quam fuam fecit ,
Nec bumilis vmqumn nec fuperba Liberias ;
Quam non fubaffis citubu . ded . t viflor ,
Nec adulterauit inquilu« contages .
Sed cafta , Ted pudica , fed tui iuris ,
^^imfnsre
Senfus adaequas , non minus breiu voc »
Ciiiu« retenta parte tot triumphatac
Adhuc fatentur Teutonum arma , gentes ;
Franci potentis praeda ditior Gallus ,
Et Longobardo viöus Infuber mollis ;
Gothique regnum nundinator Hifpanus ,
Legesque pallus Anglofaxonum Britto .
Quid fcmi - Beigas , femi - barbaros Tauro« ,
Perfasque referam noftra verba conantes .
Will man noch einen großen Mann , nämlich den unsterblichen Leibnitz , den uns alle Ausländer misgönnen , ein Zeugniß hiervon sagen lassen : so lese man seine unvorgreiflichen Gedanken wegen Verbesserung der deutschen Sprache , in Eecards Colle & an . molog . pag . iss - Part . II . imgleichen in der Crit . Bentr . I Bande , pag - 3^9 - In dem II Absätze heißt es unter andern : Jdy habe es zuzeiten unserer ansehnlichen - Hauprspracke zum Hobe gezogen , daß sie nickt» als recktsckaffene Dinge sage , und »»gegründete Grillen nickt einmal nenne , ( ignorat inepta } Daher ick bey den Italienern und Franzosen zu rühmen gepflegt : wir Deutscken hatten einen sonderbaren Probier - stein der Gedanken , der andern Völkern unbekannt wäre ; und wann sie denn begierig gewesen , etwas davon zu wissen , so habe ick ihnen bedeutet , daß es unsere Spracke selbst sev j denn was sick darinnen , ohne entlehnte und ungebraucklicve Wörter vernchmlick sagen ließe , das wäre gewiß was reckt« fthaffencs ; aber leere Worte , Sa nickts Himer , und die gleick« sam nur ein Sckaum müßiger Gedanken waren , nähme die reine deutscke Spracke nickt an . G .
( E ) Tr hat sick auf eine entseylicke Art in einer Rede vergeh fen , die er im > ; ; 6 Jahre , in spaniscker Spracke vor dem Pabste gehalten . ^ Dieß ist eine Vorbereitungssache gewesen , die er leibst zu Rom vor dem Pabste , den Cardinalen , den Abgejandten der Prinzen , vielen Prälaren und großen Herren vorstellen wollen . Er hat alles das» jenige auf eine geschickte Art erkläret , was er für das geschickteste gehalten , seine Aufführung zu rechtfertigen , und Franeifcus deS l , jeine zu verdam - men . Er hat die Bedingungen eröffnet , unter welchen er bereit wäre , mit Frankreich einen Frieden zu schließen . Er hat gesaget , daß , wenn dieser Vorschlag dem Franciseus nicht anstünde , er ihm einen andern vorschlagen wolle , worauf er in zwanzig Tagen die Antwort erwarte : daß sie »am« lieb , zur Verhütung des Blutvergießens , ihre Streitigkeiten un - rer einander , Mann für Mann ausmacken , - - : und ihr Gefeckre auf tinec Insel , oder auf einer Brücke , oder auf einem Schiffe auf irgendeinem Flusse halten , und sick wegen der was - fen leicktlick vergleichen konnten , wenn sie nur gleick waren ; und daß er seiner Seits alles für gut halten würde , es möchte mir dem Degen oder mit dem Dolche im Hemde gesckehen . Memoi - res de Guillaume du Bellai Livr . V . pag . m . 506 . Wenn auch dieser Vorschlag nicht anzunehmen seyn sollte , so hat er noch einen andern vorge - schlagen , welches der Krieg war . Er sagte , daß er , wenn es darzu käme , von diesem Augenblicke an , die Waffen ergreifen wollte , und daß ihn nickrs von der Welt davon abrvenden sollre . ^bisei« ner oder der andere von ihnen zweenen so arm , als der ärmste Edelmann in seinem Lande bliebe . Welches Unglück , wie er hoffte , und gewiß dafür hielte , auf den Rönig fallen : und daß ihm Gott so , wie vorher , beistehen würde . Ebendaselbst 507 <0 . Man sehe folgendes : Zenocarus in Caroli vita etiam magnificentius feribit , Carolum ad duellum Gallum prouocafle , feptem oblatis optio - nibus , vt mari vel terra , vel flumine , cquo , vel pedibus , colle , vel planitie , inter fe decertarent . Spondanus , aufö Jahr i ; z6 , num . 7 . Er setzet darzu , daß sein Vertrauen zu siegen auf drey Ursachen gegrün , det gewesen . > ) Auf sein gutes Recht . 2 ) Daß die Umstände der Zeit ihm viel vorteilhafter gewesen , als man sichs einbilden kann . 3 ) Daß er feine Unterthanen , Feldobersken , und Soldaren , so geneigt ge - gen sick und in der Rriegskunsk lö wohl erfahren gewußt ; daß er sick in allem völlig auf sie verlassen können : eine Sacke , von rvelcker er gewiß wußte , daß sie bey dem Ronige von ^rankreicb aleick das Gegemheil wäre ; dessen Untertbanen . Feldobersten und Soldaten solcliergeftalr besckaffen waren , daß wenn die Seinigen ihnen gleick gewesen waren , er mir gebundenen - Han , den , und mit dem Stricke um den - Hals dem Rönige von Frank - reick entgegen gehen , und ihn in diesim zustande um Barn , her - zigkeit bitten mögen . Memoires de Guillaume du Bellai , p . m . sog . Hier kann man sich der Frage bedienen , welche Ulysses an den Aga« memnon gerhan :
jirftlbf , miit / a treot ( puyen ffxof o'Jovtkv ;
Atrida , quäle verbum fugit ex fepto dentium ?
Iliad . Libr . IV , Verf . 350 .
Hier kann man sich mit Recht über eine Rede verwundern , die diesem weisen Prinzen vor einer so durchlauchtigen Versammlung entfahren seyn soll , die sich besser für einen Hauptmann auf der Schaubuhne , oder für einen spanischen Ritter , als für einen deutschen Kaiser , schickt . ! >ane mirati fiimus vehementi filme , cumhanc orationem legimus apud BcL . laium et alios , potuifle eiusmodi verba et alia qiiauijminma nec mi . nus ferocia , quae iidem audlores recitant , excidere in tali conuentu adeo fapienti ac prudenti ab omnibus habito hrincipi , qUae magjs Pyrgopelinici Militi gloriefo Plautino conuerure videntur . Allein , wie es ein neuerer Geschichtschreiber bemerket , so haben das gute Glück , die Lobredner und die Propheten zur Erfüllung der weitläuftigen An - schlüge des Geistes dieses Kaisers etwas bevgerragen . Seitdem er sick an der Spine zwever großen Rriegsbeere gesehen , den Soliman zum weicken , und den Barbaros ; zur Flnckt zu bringen , so hat er nickt« als kriegeriftbe Anscklagegefübret . DieSckmeiciiler , rvelcke das Gemüth der allerweisesten Prinzen , durck ihre über - maßigen ^obsprücke , verderben , versprackcn ihm aufs wenig - ste die - Herrsckaft über ganz Europa : die Dickrer und L . obred - ner versickerten ihn dessen auf eine unversckämte weise , und die Wahrsager und Sterndeuter , welcke eben so kühne Lügner sind , hatten diesen Glauben durck ihre Weissagungen dergestalt aus - gebreitet , daß sie einen iLindruck in die sckwaclicn Gemürher ge - mackt hatten . Mezerai , Abrege' Chronol . Tom . IV . pag . 59> . Ilm diese Zeit ist es auch geschehen , da der Kaiser von seinen bereits enthal -

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