Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5399

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Charles .
thieu , Hift . de Ia Paix , Liv . t . Narrat . II . pag . m . 66 . 67 . / ) Gilhon , Miniftre d'Etat , Tom . I . Livr . III . chap . VI . p . 361 . m ) Eben» das . n ) Ebendas . - ) Man sehe den Melchior Adam in dem Leben des Philipp Apianus , auf der 349 S . in vitis German . Philofoph .
( A ) 16t würde gany Europa unters Jock gebracht haben , rvenn die Tapferkeit Francisius Oes l , ihm nicht hierinnen - Hin - dernisse in den weg gelegt hSrte . 1 Er ist fast der einzige gewesen , der sich diesem reißenden Strome widersetzet hat ; und wenn man dieHisto - rie wohl untersucht , so wird man finden , daß der Kaiser gemeiniglich mehr Dundesgenossen , als FranciscuS der I gehabt ! und anstatt daß England darauf denken sollen , das Gleichgewicht unter diesen zweenen Pnnzen zu erhalten , so hat eS sich öfters mit dem Kaiser verbunden . Weis man nicht , daß Carl der V . und Helnrich der VIII , im 1544 Iah - re , bereits die Theilung von Frankreich gemacht hatten ; und daß ihr Vertrag einhalten hat . daß sie mit ihren Heyden Kriegsmächten vor Pa - ri« zusammen stoßen sollen , um diese große Stadt zu plündern ? Me . zerai , Abrege' Chrono ! . Tom . VI . pag . in . 628 . Sie haben zu ql« icher Zeit an der Ausführung dieses Entwurf« gearbeitet ; denn in wahrender Zeit der Kaiser einen Einfall in Champagne gethan , haben die Englän - der jn der Picardie gelandet . Man sehe , wie der König von Frank - reich wegen aller bösen Streiche bezahlt worden , die er . zum Vortheile der Liebeshändel , Heinrichs de« VIII , mir Annen von Boleyn gespielt hat . Man sehe , wie der verschlagene Geist , Carls des V , die seiner verstoßenen Tante erwiesenen Beschimpfungen , und die Versprechungen , vergessen hat , die er zu Rom gethan halte . Der Kaiser hat sich kein Gewissen gemacht , einen Prinzen zum Dundesgenossen zu haben , der mit dem Kirchenbanne belegt war , einen Todfeind des h . Stuhls , und welcher feiner Tante so übel begegnet war . Mezerai , Abrege' Chro - noLTom . IV . pag . 620 . Man giebt vor , daß dieß eine von denen Sa - chen gewesen , welche ihm sein Gewissen nach der Zeit vorgeworfen , und weswegen er die Welt verlassen hat . Efle non pauca , quae Caroli vellicarent animum pietatisomninonon furdum . Iciil'e foedus cum Hcnrico Angliae Rege , a fidelium focietate , diris Pontificiis , in Ca . roli gratiam expunöo . In quo ille et iniuriam , quam ab Henrico acceperat , repudiata Catharina viore , Caeßris matertcra : et con - ftantiam promiffi , nunquam le cum haeretico Rege , nifi is Pontifi - ciae dignitati fatisfaceret , in gratiam rediturum ; nimis quam potenter pofthabuerat atroci incxpiabilique in Gallum indignatio - ni . Famianus Strada , de Bello Belg . Dec . I . Lib . I . p . m . 19 . Da« folgende ist eine merkwürdigere Sache , als man denket . Carl der V , ist FranciscuS dem I , an Macht überlegen gnvesen ; und gleichwohl hat er , entweder durch seine Geschicklichkeit , oder weil man nicht so viel De schwerlichkeiten bey fürchten fand , gemei .
alt seine Feinde geschlossen . Ich will im Aordeygehen sagen , tome mit allzu vieler Verächtlichkeit von den andern Prinzen geredet , die sich der Herrschsucht Carls des V ausgesehet haben . Ohne tijifeo» qroßen FranciscuS den I . saget er , Cap . t . Etrang . Tom . I . vag - 4 . aewiß ohne seinen bloßen Schatten , würde dieser Reiser ferne Absicht leicht erreichet haben . Und er würde so viele kleine bürsten und Porenraten , die sich ihm harren widersetzen wollen , wie so viel Regel umgeschmissen haben , und ihre Macht wurde gegen ihn nicht mehr ausgerichtet haben , als Sie kleinen Teufel - cken des Rabelais , welche nichts anders rhun , als daß sie auf den Röhl und Petersilie in den Garren hageln lassen : der Pabst selbst hat ihm nicht widerstehen können , weil er ihn in ftiner sogenannten unüberwindlichen Engelsburg gefangen neh , wen lasten .
( B ) Man giebt vor , daß er von denienigcn langsamen Röpsen gewesen - , die kaiserlicke Rrone ju erhalten . ] ES ist gewiß , Le sich FranciscuS der I , nach Kaiser Maximilians Tode , der den - - Jen - ner «0 erfolgte , Parteyen im Reiche gemacht , und Stimmen erkaust fcat die sich nach erhaltener Bezahlung , auf seines Mitwcrbers Seite ge - «vndet Der Ruhin , der diesen Monarchen schon damals umgeben , ist eine von den Ursachen seiner Ausschließung gewesen . . . Je mehr er Verdienste zu haben schien , desto mehr hat man befürchtet , daß er die schen Fürsten auf einen kleinen Fuß herunter fttzen würde , w . e seine Vorfahren die Prinzen in Frankreich herunter gesetzet hatten ; und 'wenn man auf beyden Seiten dergleichen Unterdrückung zu fürchten „ harte , so hat sie doch von Seiten Carl« nicht so nahe zu seyn gelchie - „ nen , welcher über fünf Jahre jünger , als er , und aller Wahrscheinlich - „ keil nach , von mittelmäßigem Wibe war . Endlich hat Carl , bey allen „ diesen Betrachtungen , und mit zvavoo Thalen , , welche im vorherge - „ henden Jahre nach Deutschlaiid gebracht und geschickt ansgetheilet worden waren , die Oberhand behalten , und ist den 20 de« Brachmo , " natS , da er sich in Spanien befand , wohin er vor mehr als zwei , Iah , " ren gegangen war , zu Frankfurt den so des Brachmonats erwählet " worden . M " er * Abrege Chronol . Tom . IV . pag . 493 . Dieses be - dasjenige , was ich bereit« mehr als einmal bey einigen Gele - oenbeiten in der Anmerkung ( A ) des Artikels Antonius ( Marcus ) des öVetknser« und in der Anmerkung ( B ) . bey dem Artikel Sellarmin , aesaat babe 'Das Obergewicht der Macht und der Verdienste dienet vielmehr zur Hinderung als zur Beförderung eines Anschlages .
CC ) Er war der französischen Sprache so mächtig , daß er sich derselben zur Verfertigung semer e - genen Jahrbücher be , viener bat . ] Ich habe es nur in dem Hieronymus Ruftell , gelesen , daß Carl der V die Nachrichten von seiner Regierung , in kr ftanzosi - schen Sprache aufgesehet . und dieß ist auch der einzige Schriftsteller , den Valerius Andrea« , Biblioth . Belg , m 0 - anführet , da er von diesem Werke , Carls des V . redet . Ich wundre mich . warum diese Nachrich , ten niemals ans Licht gekommen sind , da man doch Abschriften davon gehabt , und Wilhelm Marindo dieselben ins Latein übersetzet Hat , in dem Vorsatze , sie ohne Anstand , herauszugeben . Ruscelli bejahet dieß : Egli ftefl'o il predetto Imperator Carlo Quinto era venuto fenvendo in lingua Francefe gran parte delle cofe lue principali , come gia di malte delle fue proprie fece il primo Cefare , et che s'afpetta di hora d' haverle in luce fatte Latine da Guglielmo Marindo . Rufcel - li , Lettre a Philippe II unter den Lettre« des Princes , Tom . III . fol . 219 . Branlome hat Recht . zu sagen , daß sich dieses Werk gut verkauft hat : allein er hätte an der Übersetzung de« Marindo nicht zweifeln sollen , wie er gethan hat , unter dem Verwände , daß sie im sin - stern geblieben ist . Er hat geglaubet . der von ihm angeführte steller habe von dieser Uebersetzung . al« von einem Werke geredet , da«
bereits herausgegeben gewesen : und eben diese« hätte er nicht glauben sollen . Jetzo wollen wir dasjenige sehen , was er saget : Ich habe in einem Briese gesehen , ( es ist des Ruscelli seiner , den ich angeführer habe , ) der unter des Sclleforest seinen gedruckt , und aus dem Italienischen ins Französische übersenet worden , welcher ver - g> wisf>rt , daß Carl der V ein Buch , als Casars seines , geschrieben , und welches Wilhelm Marindre zu Venedig ins Latein übersetzet hat : dies« kann ick nickt wohl glauben : denn ledermann de zugelamcn feftv dasselbe zu kaufen , als wie Brodr auf dem Markte , Zl»r Zeit der Hungersnoth : und gewiß , die Begierde ein so schone«« und seltsames . 2>uch zu haben , würde eine hörte Theurung gemackt haben , und jedermann hatte gerne eins haben woucn . Lrancome , Lspit . Ltrsnßers^om . I . psß . 42 . Ghilin , bat diesen Prinzen unter die Schriftsteller gesetzet , und vorgege» ben , daß dieses Werk , dessen ich gedacht habe , gedruckt worden . Öpere fue , saget er , Theatro Part . II . pag . ? i . che puhlicate , accrefcono non poca fania al fuo per altro celebratillimo nome , e fono , Iftori» dtlit ttfe Ja lui fatte , la qual ferifle in lingua Francefe , ad imitaiione di C . Giulio Cefare . Hierauf giebt er den Titel von einigen Briefen , und öffentlichen Manifesten dieses Kaisers . Ein neuer Fehler ! beim er hat diese Schriften von seinen Secretären machen lassen . Mich dunket , wenn sich der P . Dvubours desjenigen erinnert hätte , was Ru - feelli erzählet : so würde er an dem Orte seiner Gespräche davon geredet haben , wo er saget , daß Carl der V , einen großen Begriff von un - sercr Gpracke gehabt ; er har sie zu großen Sacken geschickt gehalten , und die Staatssprache genannt , nach dem Zeugnisse de« Cardinal» von Perron . Perromana , unter dl
Perron .
Vielleicht ist dieses darum geschehen
dem Worte Langue . weil er ihr die Ehre an -
gerhan , sich derselben bey der allerberühmresten Verrichtung feines L . ebens zu bedienen . Die - Historie der flandrischen Rrie« ge , ( des Strada im I B . ) belehret uns , daß er die Stande zu Brüssel franzosisch angereder , da er alle seine Ronigreicke in die - Hände Philippus des II abgetreten . Bouhours , Entretien IL d'Arifte , et d'Eugen« , pag . m . 82 . Man füge diese Worte des Bran« tome , Capit . Etrang . Tom . I . pag . 19 . darzu : Unter allen Sprachen hat , nach seiner Meinung , die französische mehr . Majestät , als eine andre ? - e und er hat Gefallen gehabt , 'dieselbe zu reden , ob ihm gleich verschiedene andre bekannt gewesen . *
* Vielleicht hat Carl der V , die Stände in Brüssel nur dar . um französisch angeredet , weil er , wie MithridateS , die Sprachen aller seiner Unterthanen gekonnt . und eine jede von seinen Pro - vinzen in derjenigen anreden wollen . die sie am besten verstanden . Nun ist es bekannt , daß in den Niederlandern sehr viel Französisch
Besprochen wird , und daß es ganze Provinzen giebt , deren Stände ein holländisch oder niederdeutsch verstehen ; dahingegen die Abge - ordneten der niederdeutschen Provinzen , auch wohl das Französi - ( che verstanden haben . In Spanien würde also Carl der V spanisch , in Italien welsch , und in Deutschland deutsch geredet haben . Man kann hierbey die ftanzösische Eitelkeit nicht genugsam bewundern , die sich gleich einbildet , Carl der V habe dieses nur wegen der Schönheit und Vortrefflichkeit ihrer Sprache gethan ; da man doch wohl weis . wie ungeschickt und seltsam dieselbe vor zweyhundert Jahren geklungen har . Die Schriften , die wir von ihren ältesten Scribenten haben , sind ja so lächerlich , daß man auch die heiligste» Sachen darinnen nicht ohne Lachen lesen kann , davon sie etwa re - den oder handeln : dahingegen unsre deutschen Bücher von der da - maligen Zeit viel erträglicher find . Was für Ehre erweisen aber die guten Franzosen einem großen Herrn , der so viele heutige Spra - chen kann , als Carl der V gekonnt ? keine , als daß sie sich mir der Ehre brüsten , die ihnen wiederfährt . Und welchen von ihren Kö - nigen können sie anführen , der etwas mehr , als seine Bauren , nämlich seine Muttersprache , gekonnt ? Mir gefallt hier etwa« , das ich in der Historie Carls des XII , Königs in Schweden , gelesen habe , die Adlerfeld geschrieben hat , so wie sie deutsch herausgekom - men ist . ES steht auf der 4 S . des I Th . Ausgabe 1740 in 8 , in der Anmerk . ( * ) „ Und ob er gleich die französische Spra« „ che gefaßt hatte , war er doch durchaus nickr dahin zu „ bringen , solcke zu sprecken ; sondern antwortete allen und , . seden , so ihn darinnen anredeten , auf sckwedisch . Als „ ibm sein - Hofmeisker , der Graf ^ . indenschiold , vorstellte , „ wie e» sick nack diesem fügen konnte , daß von Seiren „ Frankreicks , in sehr wicktigen Angelegenheiten , Gesandte „ nack Sckweden gesckickr werden möckten , die der Prinz „ in geheimer Audienz anhören , und denen er auck in ihrer „ Spracke antworten müßte , versetzte der Prinz : Mein „ lieber Graf Lindenschied ! ich kann bereits französisch . und will » auch noch mehr lernen . Sollte ich den König in Frankreich selbst . . sprechen ; so will ich mit ihm französisch reden : schicket er aber „ Gesandten zu mir . so isteS ja vernünftiger , daß diese um meiner - „ willen schwedisch lernen , als daß ich ihnen zugefallen französisch „ reden soll . Ich halte meine Muttersprache so hoch , als sie die „ ihrige . „ Und von diesem Vorsaye ist er nickr abnibrin , gen gewesen , wie solckes bev Oes 'Röniqe» Aufenthalt in der Türke^ der franzosiscke Äothsckiafter He , Aliens , und zu Stralsund derComte de Croifly wohl erfahren , wiewohl er mit dem leylern auck Latein gesprocken . G .
( D> Gleichwohl giebt man vor , daß er die spanisthe hoher geschänr har . Z Lasser uns den P . Bouhours noch einmal anführen : „ Wenn Carl der V , wieder auf die Welt kommen sollte , so würde er „ nicht damit zufrieden seyn , daß ihr das Französische über das Castilia - „ nische setzet ; da er gesaget hat , daß er mit dem Frauenzimmer italie - „ nisch , mit den Mannspersonen ftanzösisch , mit seinem Pferde deutsch ; „ allein mit Gott spanisch reden wollte . Er hätte rund heraus sagen „ sollen , versehte Eugeniu« . daß die eastilianische die natürliche Sprache „ Gottes wäre : wie eiiismal« ein gelehrter Edelmann diese« Landes ge - „ saget , der in einer Gesellschaft öffentlich behauptet ; daß in dem irr - „ dischen Paradiese die Schlange englisch , die Frau italienisch , der
. . Mensch

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