Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5371

140 Changy .
sthrieben , und besser als Coton ! Scaligersna , paZ . 48 . Man hat sich bitterlich beklaget , daß er die Briefe etlicher Jesuiten , mit seine« Glossen und Anmerkungen herausgegeben hat . KDem» man den reformieren Predigern freundlich begegnet , so laset man sie dadurch ; u et - vom argerm ein , und giebt ihnen Gelegenheit , den sucker in Gift ; u verwandeln . Man hat es in diesen verfloßnenIahren an den re - formirren Predigern im Delphinare , und vornehmlich an dem Chamier gesehen , an welchen derp . Coton , und der p . Ignatius Armand , unter sich , über einige Glaubcnspuncre , nach Art einer Disputation , mir den allerhoflicbstcn Briefen geschrieben hakten : rvie har er sich derselben bedienet' ? er har sie wider ihr Xvisjen und wider ihre Absicht drucken lasten , und dasjenige mir 2>ey# ftnung seiner Glossen , der ÜVelt vor Augen gelegt , was sie ihm allein mitgetheiler hatten , welches eine treulose Beschimpfung ist ; denn man schreibt viele Dinge ins geheim , wclchc man nicht so leicht ans ^icht stellen würde . Kicneome , l^etu e » «n Gentil . vomwe de Provence , Vor seinem Lxamen categorique , 6c I' Ami - ton . Allein die beste Stelle ChamierS , als eines Schriftstellers , ist die Panftratia Catholica , oder seine Streite des - Herren . Dieß ist der Titel , dessen fich Saurin , Examen de la Theologie de Mr . Jurieu , Tom . II . p . 573 . bey Anführung ChamierS bedient hat . Er hat darinnen die Reli - gionsstreitiqkeiten der Protestanten , und der Römischkatholischen gelehrt abgehandelt , und sich vornehmlich angelegen seyn lassen , den Bellarmin zu widerlegen . Dieß Werk enthalt vier Foliobände , und ist nicht voll - ständig . Es fehlet darinnen die Religionsstreitigkeit von der Kirche , welches eine weitläuftige Materie ist , und die den fünften Band macht haben würde . Der Tod hat den Urheber verhindert , daran'zu arbeiten . Folgendes ist vom Simon Goulart , an den Joseph Scaliger ,
( siehe die an Scaligern geschriebenen ftanzösischen Briese , im III B . 44 ; 0 . ) aus Genf , wegen dieser Panstratie im 1606 Jahre geschrieben worden . „ Chamier arbeitet stark an den Religionsstreitigkeiren . Wenn „ er so fortfährt , wie er angefangen hat , und so geschwinde Buchdrucker „ findet , so wird er uns eben so viel Bände , als BaroniuS von seinen „ Legenden oder Lügenden geben , die er Jahrbücher nennet . , » Diese Sammlung von Religionsstreitigkeiten , ist im 1626 Jahre zu Genf ge , druckt worden . Das Verzeichnis von Oxfort , setzet 1606 ; dieß ist ein Fehler , der zu verbessern ist . Hadrian Chamier , reformirter Prediger zu Montelimar , und der Sohn des Verfassers , bat sie dem Nationalsynodo der res . Kirchen in Frankreich , als ein Werk zugeschrieben , das er ihm schul - dig wäre ; nicht allein , weil es auf ihr Bitten verfertiget worden , sondern auch , weil sie dem Daniel Chamier verschiedene Wohlthaten erwiesen , ihn zu dieser Arbeit aufzumuntern , und nach dessen Tode seiner Familie die Merkmaale ihrer Freygebigkeit empfinden lassen , und zu den Unkosten des Druckes etwas beygetragen hätten . Benedict Turretin , Professor der GotteSgelahrtheit zu Genf , har den Druck der Panstratie besorgt , und eine kurze und gute Vorrede dazu gemacht . Man hat zu Genf im 1643 Jahre einen Auszug dieser Panstratie , unter dem Titel , Chamierus Contrarius , ans Licht treten sehen . Friedrich Spanheim ist der Urhe - ber dieses ? luszugs in einem Foliobande . Werden sich diejenigen wohl einbilden können , welche wissen , daß die Panstratie aus vier großen Fo - liobänden besteht , daß ein Verfasser der Bibliothek vom Delphinate , nicht gewußt hat , was es ist , da er dieses Werk , une penftracie ou difcours für les points eontroverfez des deux religions , genennet har ? Auf diese Art würde man ein kleines Buch anzeigen , das man in den Schubsack stecken könnte , als dasjenige , z . E . welches unser Chamier wi - der den P . Tolosain , Generalabt des h . Antonius geschrieben , ( siehe die chronographische Tabelle des P . Gaultier , z - z S . ) oder die Be - trachtungen . die er im 1600 Jahre , wider die Warnungen Persans herausgegeben hat . Man hat >6 ; z zu Genf sein Corpus Theologicum gedruckt . Es ist ein kleiner Folioband , in welchem auch seine Epiftolae Iefuiticae stehen .
( 6 ) Man hat il ? n Mm - Haupte , , « der Metaphoristen gemacht . ] Ein Jesuit , Namens Jacob Gaultier , ein Mensch der sich nicht den geringsten Serupel von der Welt machet , die Seelen der Pro -
testanten zu vermehren , findet derselben in dm ersten Jahren des XVII Jahrhunderts sieben . Die erste ist der Metaphoristen , deren Jrrthü - mer er dem Daniel Chamier allein zuschreibt . Er saget ; der vornehmste Jrrthum der Metaphoristen , und derjenige , der ihnen den Namen ge - geben hat , den sie fuhren , bestehe darinnen , daß sie sagen : Jesus Christus sey nicht im eigentlichen Verstände das Wort und Ebenbild Gottes des Vaters , sondern metaphorisch . Er setzet dazu , daß Daniel Chamier diese Gottes - lästerung , in der mit ihm ( dem Jacob Gaultier , ) zu Anfange des Jen - ners 1601 , gehaltenen Unterredung , verschiedene mal vorgebracht habe . Hoc fpeciatim ineunte lanuario anni 1601 , notatum fuit in Daniele Chamerio , Montilienfi Miniftro , qmim illi mecum Alani eflet difee - ptatio , in qua ille non femel , fed multoties in pleno confefiii haue lpfam blaspheniiam enuntiauit , diäauit fuaque manu fubferipfit . Gualter . Tabulae Chronol . pag . in . 822 . Wir haben hier ein Bey - spiel von demjenigen , was der Eigensinn vermag ; denn I . hat es nie - mals unter den Reformirren eine Seete gegeben , welche die Merapho - risten geheißen ; ihre Synoden haben niemals mit der Untersuchung dieser Materie , oder mit dergleichen Leuten zu rhun gehabt . Zum II , wo hat es denn dieser Jesuit gelernet , daß es eine Keherey und eine Gottes - lästerung ist , wenn man saget , daß die beyden Wörter , das XDort und das { Ebenbild , nicht in eignem , sondern in figürlichem Verstände ge - nommen werden , w . nn man sie von Jesu Christo , in Absicht auf Gott den Vater saget' ! Im eigentlichen Verstand« bedeutet daS erste von diesen zweyen Wörtern nichts anders , als die That eines Menschen , der da redet ; das andre bedeutet nur eine Figur , die einen Körper vor - stellt . Es ist gan ; gewiß , daß in diesem Verstände nichts , weder das Wort noch das Ebenbild Gottes des Vaters seyn kann . Wie aber ? sollte denn Jesus Christus das Wort und Ebenbild seines Vaters nur figürlicher Weife seyn ? Hier ist die Einbildung : wenn man von seinen Vorurtheilen verblendet ist , so bildet man sich ein , es sey nichts wesentliche» bey den Metaphoren , und man will keinen vernünftigen Grund hören . Man darf nur den Vangelas , den P . Bouhours , den Menage , u . a . m . in ihren Anmerkungen über die ftanzvsiscbe Sprache lesen : wo man auS dem Unterschiede des figürlichen und eigentlichen Verstandes sehen wird , daß der erster ? nicht weniger wesentliche Gegenstände bedeutet , als der letzte . Derjenige , welcher gesaget har , daß die beyden Scipionen , die Africaner , zweene Blitze deö Krieges gewesen ; hat er ihnen nicht da - durch das allerwefentlichste , das allerthätigste , das allergründlichste m der kriegerischen Tugend beygeleget ?
Geminos , duo fulmina belli ,
Scipiades , cladem Lybiae .
Virgil . Aeneid . Lib . VI . verC 84s .
Ammian Mareellin hat im XXI V B . VI Cap . pag . m . 409 . gesagt : Longae loquantur aetate» Sophanem ; et Aminiam et Callimachura et Cynaegirum Medicorum in Graecia fulmina iila bcllorum . Lucrez , im III B1047 V hat dem Virgil diesen Gedanken an die Hand gegeben . : siehe den Drelincourt , in IudiceAchilleo , p . 44 . n . 119 . und p . 46 . n . 124 . Gleichwohl ist es ganz gewiß , daß er sich einer Metaphore bedienet hat , und daß man ein Narr seyn müßte , wenn man so kühn wäre , zu leug - nen . daß die Scipionen nur in metaphorischem oder figürlichem Verstan - de Blitze gewesen wären . Ein Schriftsteller , der einen Platz in der vorhergehenden Anmerkung gehabt , versichert in rechtem Ernste , daff Chamier einer von den vornehmsten Verfechtern , von der Me , raphoristen partey gewesen . Allard . Biblioth . de Dauphine , p . 62 . Wie viele Leute werden diese Lügen nicht wiederholen , ohne Erkundi - gung von der Sache einzuziehen ; ohne auf den Verdacht zuqerathen , daß diese Partey der Metaphoristen einHirngespinnste Jacob Gaultiers ist ; und ohne zu wissen , daß sie und dieser Jesuit , und überhaupt die aller - strengsten Orthodoxen , in demjenigen Verstände Metaphoristen sind , wie Chamier einer gewesen ist ? Ich habe in dem Artikel Beamten , etwas wider das lächerliche Blendwerk derer gesaget , welche die Secten - register so sehr vergrößert haben .
Changy , ( Peter von ) ein Edelmann , lebte im XVI Jahrhunderte . Er hat das lateinische Buch des Ludwig Vives von der Unrmrctfung der christlichen Frau , so wohl in ihrer Kindheit , alo in ihrem LH - und N ? itrvenstande imglei - chen die Pflicht des Lhmanns , ins Französische gebracht 0 . Die Ausgabe , die ich davon habe , ist weder die erste noch die andre : sie ist von Paris , bey Jacob Kerver , 1543 in 8 , und weder dem la Croir du Maine , noch dem du Verdier Vau - Pri - vaS b bekannt gewesen . Man hat von neuen , eine sehr kurze und fruchtbare Unterweisung von der Tugend der Dcmutl ? dazu gefüget . Auch einen Brief deo h . Bernharduo , von der Handlung und Regierung eines Hauses . Der Verfasser war bereits gestorben . Er hatte das Werk seiner Tochter , Margarethen , zugeschrieben . Er ist über sechzig Jahre alt gewesen , als er an dieser Uebersehung gearbeitet hat , und sehr übel von dem Podagra geplaget worden c . In seiner Jugend ist er ein Soldat gewesen , und hat mitten unter den Kriegsunruhen sechs Bücher des Plinius ins Französische übersetzt ( X ) . Er hat Söhne gehabt , die gelehrt gewesen sind , wie ich in der Anmerkung sage .
d ) Siehe zu Ende der Anmerkung ( M ) , bey dem Artikel S . Aldegonde , das Urtheil Plantins über diese Uebersehung . I ) La Croix du Maine hat keine einzige Ansaabe gekannt . Du Verdier Vau , Pnvas gedenket nur der von PoitierS , im 1544 Jahre , in 16 ; und der von Paris 1579 , in 16 . t ) Siehe vor diesem Buche die lateinischen Verse : Simonis Romyglaei Andegaucnfis .
( A ) Er hat sechs Bücher des plinius ins Französische über , setzet . ) So läßt man ihn in einigen Versen Simonis Remyglaei Andtgautnßs reden , die vor seiner Uebersetzung von dem Werke Ludwigs Vives stehen :
Me mifemm ( aiebat ) qui bella ferocia gelß
Pro patria , corpus dum iuvenile foret ,
Qui Plini bis tres in Gallica verba libellos ,
Mars verti in Caftris ( änguinolente tuis .
Weder la Croir du Maine , noch du Verdier Vau - Privas sagen etwa« von der Uebersetzung der sechs Bücher des Plinius : allein sie beobachten , daß seine Summarien der sechzehn ersten Bücher des Plinius zu Lion vom Johann von Tournes , im 1551 Jahre , in , 6 gedruckt worden . Dia - fius von Changy . einer von seinen Söhnen bat sie herausgegeben . La Croix du Maine französische Bibliothek 389 S Er ist Pfarrer zu DeSpoysse gewesen , wie mich ein zebnzeilichter Vers belehret , der zu Anfange der Uebersetzung von dem Buche des Vives steht . Peter PeflWiere , tig von Aüxerre , ist der Vm'asser davon . Jacob von Chanay , der andre Sohn unser« Scribenten , ist Sachwalter gewesen ; ich glaube ,
daß da« Landgut von Changy in Burgund ist ; denn so klingt der Au - fang von der Zuschrift dieses Uebersetzer« :
An meine Tochter Margaretha .
Dein Bruder , Meister Jacob , 2>octor der Rechte , har mir au» dem Äücbervorrathe des - Herrn St . Anthot , Raths bey unser» , parlemente , u Digeon , ein lateinisches Buch nacb Changy ge , bracht , rvelches von einem beredten Manne verfertiget worden , «nd die ehrbare Unterweisung der christlichen Frau enthalt .
Du Verdier eignet dem Jacob von Changy , Docror der Rechte und Sachwalter ju , eine französische Uebersetzung von dem Buche des Johann Ludwig Vives , Unterweisung der christlichen Frau u . s . w . auf der 597 S . seiner ftanzösischen Bibliothek , zu . Er saget , daß sie zu Lion in >6 durch Sulpitius Sabon gedruckt worden , und daß Lud , wig Torquet , ( es sollteTurquet heißen , wie auf der 8 - >Seite . ) auch ei« ne andre viel neuere Uebersetzung desselben Buchs gemacht hat . Man sieht wohl , daß er dem Sohne auf der 597 S . dasjenige giebt , was er dem Vater auf der 1000 S beylegt . Warum hat er das Jahr von der lionischen Ausgabe nicht bemerket ?
Charles ,

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