Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5334

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Chalvet .
beschloß , ihn zu sich auf sein Landhaus zunehmen , und ihm die Erziehung seiner Enkel anzuvertrauen K
Johann M . 'rcier , mit ihm reden . Chabot nahm diese Bedie
^ Er ließ deswegen
durch die königlichen Professoren , den Peter RamuS und den Johann M . 'rcier , mit ihm reden . Chabot nahm diese nung an , und behielt sie zwölf Jahre ; fünf Jahre bey Lebzeiten dieses Kanzlers , und sieben Jahre nach seinem Tode c . Sei ne vornehmste Beschafftigung ist die Erklärung des Horaz gewesen ( B ) . Er hat über diesen Poeten alle Früchte seiner Stu - dien verschwendet . Er ist ein Mann von guten Sitten gewesen , und hat unter währenden Unordnungen der bürgerlichen ge die Plünderung seines Guts dreymal geduldig ertragen . Er hat allezeit großen Gefallen an einem ganz einsamen Leben ge - habt ( C ) , und über achtzig Jahre gelebet d . Er ist ungefähr im 1507 ^ahre gestorben . Ich habe an einem guten Orte gele - sen f , daß er Professor bey der hohen Schule zu Paris gewesen ; allein Boissards Stillschweigen laßt mich daran zweifeln .
a ) Er ist im Weinmonate , 1546 , dahin gegangen . S ) Es sind ihrer sechst gewesen : ihr Vater , Namens Herr von Belesbat , war aus dem Hause von Huraur , und hatte sich mit der Tochter dieses Kanzlers vermählet . <0 Er ist 157z gestorben , ( A ) ( Et iI ? 1516 gebobren . ] Boissard , welcher eine sehr genaue kanntschaft mit ihm gehabt , hat uns gleichwohl weder den Monat , noch den Tag seiner Geburt melden können . Er hat sich so genau darnach erkundiget , daß er auch so aar die Stunde wissen wollen , damit er dieselbe in seiner Lebensbeschreibung bemerken wollen , wie es die Deutschen im Ge - brauche haben . * ( . Roland des Mareks , Epiftola Philol . XXV . Libr .
II . tadelt sie deswegen : er saget , daß dergleichen Dinge nicht nöthig zu sagen sind , als von Königen und den höchsten Personen . ) Allein er hat weiter nichts entdecken können , als daß man von besten Anverwandten und Nachbarn sagen hören : Chabot sey im Jahre 15 , 6 gebohren wor - den . Fando tantum a propinquis multisque vicinis eft receptum , ipfius ortum fub 1516 cecidifle . Boillärd in Iconibus . Man merke , daß es Leute giebt , die seinen wahren Namen Gualtherus , und nicht Chabotius nennen . Draudius Bibl . ClaflT p . 1088 und isoy , Ausgabe von 1625 , und der Auszug aus Gesners Bibliothek . Gleichwohl ist er unter den letzten bekannter , welches der Name seiner Mutter gewesen , als unter dem ersten , den sein Vater geführet hat .
* Es ist schwer , abzusehen , warum Herr Dayle dieses den schen als einen Fehles angerechnet . Denn fürs erste thnn es die Geschichtschreiber anderer Völker auch , ob sie e« gleich nicht allemal mit gehöriger Richtigkeit thun , '»ud sich also einander oft wider - keine Kenntniß sprechen . M
Man sehe nur den Artikel Caußin , in der Anmerkung ( D ) , und am Ende von ( G ) , wo er selbst ein Exempel von den vie - len Uneinigkeiten anführet , daraus er etliche Lebensbeschreiber map - pet hat . Hernach ist eS auch zur Erläuterung vieler Umstände sehr gut , wenn man auch die Tage , ja die Stunde der Geburt und des Todes von berühmten Leuten weis . Niemand kann das besser be ? merket haben , als Herr Bayle , weil solche chronologische Untersu - chungen manche Anmerkung bey ihm veranlasset , und manche Sei - te dieses Wörterbuches erfüllet haben , die vielen Lesern zwar sehr verdrießlich zu lesen , andern aber doch angenehm sind . Endlich gesetzt , daß niemanden in der Welt an dem Monate und Tage , dar - an jemand gebohren worden , gelegen wäre : so könnte doch die Be , merkung derselben , bey einem Geschichtschreiber , als ein Beweis seiner genauen Aufmerksamkeit und Richtigkeit angesehen werden ; so wie man bey den Naturkündigern und Sternsehern die genaue Erzählung aller Kleinigkeiten , und die Bemerkung vieler oft uimöthi - gen Umstände , in ihren Versuchen und Beobachtungen zu loben pfleget . E .
( B ) Seine vornehmste Beschafftigung ist die Erklärung ves
•Qocaj gervestn . ] Seine Auslegung ist von einer sonderlichen Lehr - art . Sie enthalt die Zergliederung des Textes , so wohl nach den Re - gel» der Redekunst , als der Vernunftlehre . Ich will dasjenige hier wie - verholen , was ich in dem Entwürfe , bey Gelegenheit einer Stelle , gesa - gel habe , die man in dem Artikel CaßiasSeverus ( Titus ) sehen kann , und die ein wenig sehr verwirrt ist . Dergleichen Unordnungen finden sich öfters in der Auslegung des Petrus Gualtherus Chabotius , über den Horaz nach der Ausgabe von 1615 , in Folio . Man muß sie dem Urhe - der nicht Schuld geben , welcher ein sehr gelehrter Mann gewesen , und über diesen Poeten nicht allein mit einem langen und starken Fleiße , sondern auch nach einer ganz desondern und sehr nützlichen Lehrart ge -
arbeitet hat . Das Uebel kömmt daher , daß er , da er nur neun oder zehn Jahre gelebet hat , nachdem er seine Auslegung zu Basel 1587 her - ausgegeben , natürlicher weise Anmerkungen zu einer neuen Ausgabe ge - sammlet gehabt , ohne daß er seinen Vorsah ausführen können . Nach seinem Tode hat sie Jacob GrasseruS , welcher diese Sammlungen in Händen gehabt , in der Ausgabe vom 1615 Jahre in ihre Stellen einge - rückt , so gut als er gekonnt hat . Weil er aber nicht allezeit die Anfüh - rungen von den Anmerkungen unterschieden , die Chabot dazu gesetzet , wie der Verfasser selbst gethan haben wurde : so hat er uns sehr oft den Gedanken Chabotö für die Anführung eines alten gegeben . Ueberdieß sieht man wohl , daß die Anmerkungen des Urhebers nur gleichsam die ersten Einfälle sind , welche man in seine Sammlungen setzet , damit sie nicht dem Gedächtnisse entwischen sollen , und welche man zu erläutern willens ist , ehe man sie heraus giebt . Wenn nun ein anderer darüber kömmt , so sieht er nicht allezeit , was daran fehlet . Man muß sich also nicht verwundern , wenn die Werke mangelhaft sind , die nach dem Tode der Verfasser , und nach derselben unausgeputzten Nachrichten , vermehrt herausgegeben werden . Die Druckfehler sind in dieser Auslegung sehr häufig , und die französischen AuSdrückungen , welche der Verfasser ein - gestreut , um seinen Landsleuten die Ausdrücke des Horaz verständlicher zu machen , sind fast alle verunstaltet . Es ist erstaunliche daß DrauduX ß gehabt , weder von der analytischen Erklärung des Ho - raz , die vom Cyabot , 1582 , zu Paris in 8 . als ein Auszug der großen
Auslegung herausgegeben , noch von den zwoen großen Ausgaben dieser Auslegung . Er har mir von einem Briefe geredet , den Cbabot von seinem Zustande und geführten Leben geschrieben . Draudius , Biblioth . Clafli - ca , pt 1088 und 1289 , in der Ausgabe von 162 ; . Man kann sich auch verwundern , daß Paul Frehers Schauplatz , wo man einen Auszug von Chabct« Leben findet , nur der kleinen analytischen Erklärung des Horaz gedenket . Es ist eine große Ungereimtheit , wenn man saget : es hätte Cha - bot fast alles aus dem Torrenrius über den Horaz abgeschrieben ; ( gleich - wohl saget man es in der Decas Dccadinn Albrecht Fabers , n . 99 . 1 * 89 zu Leipzig gedruckt . ) denn Chabot ist nicht mehr am Leben gewesen , da diese Auslegung >607 gedruckt worden . Valcr . Andr . Biblioth . Belg , pag . 610 .
( C ; Er hat allezeit Gefallen an einem ganz einsamen £ . cbm habt . ) Er ist so nüchtern und mäßig gewesen , daß er , nach dem Buchstaben genommen , nicht mehr gegessen , als zur Erhaltung des Leben« nöthig war : aus dieser Ursache hat er sich auch in seiner Jugend niemals bey großen Gastmahlen einfinden wollen . Tale porro temperantiae flu - aiiim exftitit illi caufa ; cur femper vel ituienis interefle fodalitatibus cpulisqtie ampliflimis pertinaciter recufarit . Boiflärdus in Icon . Man hat ihn fast niemals auf öffentlichen Plätzen , noch in gängen gesehen , wohin sich so viele Leute , schwätzen« wegen und neue Zeitungen zu erfahren , begeben . Ebendaf . Mit einem Worte , er hat in einer großen Absonderung von den Wollüsten der Welt , ohne Frau , ohne Gesellschaft , ohne Spaziergehen , ohne Gastgebothe gelebt . Dieß ist von keinem menschenscheuen Gemüthe , sondern von vier Leibe« , schwachheiten hergekommen , welche gewesen : crebra meiendi orexis , audiendi grauitas , mandendi imbccillitas , frequens alternativ deani - bulandi et conquiefcendi propter ramices inguinuni . Ebendaselbst . Gleiclnvohl hat diese« nicht verhindert , daß er nicht über achtzig Jahre alt geworden wäre .
Chalvet , ( Matthäus von ) lateinisch Caluentius , Präsident bey der Untersuchungskammer des Parlements zu Toulouse .
— , J - '— ^ - 2 / 1 - Wörterbuch ? des Moreri ; ich will
en ausputzen kann . Ich sage ( Vberauvergne , entsprossen ,
im Mapmonare , 1528 , gebohren ist . Er wurde im 1539 Jahre von seinem Oheime , dem Herrn Lizet , nach Paris gebracht , welcher damals Generalsachwalrer des Königes bey dem Parlemente zu Paris war h , und ihn sechs Jahre in den Wilsenschaf - ten , unter dem OrontiuS FinäuS , unter dem Tufan , dem Buchanan und unter einigen andern gelehrten Männern , studieren ließ . Er gieng im Jahre 1576 nach Toulouse , um daselbst die bürgerlichen Rechte zu erlernen , und wohnte bey dem TurnebuS , Mercerus und Govea f . Er Chat im Jahre 1550 eine Reise nach Italien , daselbst seine Studien fortzusetzen , und wurde ein Schüler Alciats zu Pavia unv des Socinus zu Bononien . Nach seiner Zurückkunft in Frankreich vollendete er zu Toulouse sein Studium der Rechte , und wurde ein Gefährte der Herren Roaldeo und Dodino , indem sie dao Recht in den lichen Schulen zusammen mir Ruhme lasen . Nachdem er den Titel eines Doctors auf dieser hchen Schule angenommen , so beschloß er , nach Paris zu gehen , daselbst sein Glücke zu machen : allein , ob ihn gleich die Briefe des Herrn von Lizet zu diesem Entschlüsse antrieben , so führte er ihn dennoch nicht aus ; er hielt es für rarhsamer , sich in Toulouse zu setzen , wo er 1552 Johannen von Vernum , die Tochter des Herrn von palficat , Barono von villeneufve heirathete . Er wurde im Iah - re 1553 zum Parlementsrathe in derselben Stadt aufgenommen , und darauf zun , Richter der französischen Poesie und Aufseher der Dlumenspiele ernennet . Er wurde im Jahre 157z durch die Ernennung des Parlements zum Prasi - denken bey derUntersuchungskammcr gemacht . UX'il er eine ruhige und unschuldige Seele besaß , so begab er sich unter der
ersten r—s ^ ■ ' «' * — — - —v— ■» - — . . . ct . , ™ — *
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seyung deo Seneca ( X ) , um sich Hey den öffentlichen Drangsalen zu trösten , und seine Muße nützlich anzuwenden . Er hatte , seine Leibesgaben ungerechnet , unter vielen schönen Eigenschaften , eine große Treue gegen seinen Prinzen ( FV ) . Dieses erwarb ihm eine ganz besondere Hochachtung Kölligs Heinrichs des I V . der ihn im 1603 Jahre zum Mitglied - in seinem Staate - und geheimen Rathe machte . Im folgenden Jahre trat er seine prasidentensielle , dem Franciscuo vet , Herrn von Fenouillet , einem von seinen Söhnen , ab , und begab sich aufsein Gut , um weiter an nichts , als an Gort , zu denken , und seine übrigen ü . ebenorage unter der Ruhe und den Büchern vergnügt zuzubringen . Er lebte , nach dieser glücklichen Entziehung von Geschafften , zweyJahre so vergnügt , daß er öfters zu seinen Anverwandten gesaget : er hatte seine vorhergegangene Lebenszeit gar nicht geleber ( L ) . » - Er ist zu Toulouse den 20 des

sten bey derUntersuchungskammcr gemacht . UauI er eine ruhige und unschuldige 0< sten und leyten N ? uth der bürgerlichen Kriege auf sein Haus in Auvergne , um die Unordnungen nicht anzusehen , wel - >e , wie er voraus sah , sich in Toulouse zutragen würden . In dieser Einsamkeit legre er sich auf die Lesung und Ueber -

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