Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5326

Chabot .
iz ;
Weg zu Beförderungen ist allezeit betrete» worden : er hat diejenigen , die dessen unwürdig gewesen , und auch diejenigen , die es verdienet haben , zu großem Glücke geführet : er hat vngerechte Rechtshändel , und auch solche RechtShändel gewinnen lassen , die ohne diese Stühe , bey der Ge - rechtigkeit ihrer Sache , untergelegen haben wurden . Man wundert sich manchmal . daß gewisse Leute mit vollen Sprüngen zu den erhabensten Würden steigen : sie gelangen nicht nach und nach und stufenweise dazu z sie fliegen von der geringsten zu der mittelsten , und von der mittelsten zu der höchsten . Man fraget sich , weswegen ? was hat er gethan ? Wenn er Verdienste hat , so ist er doch diesem und jenem nicht gleich , welche lange Zeit in einerley Posten stehen geblieben , geschweige daß er sie übertreffen sollte . Die Auflösung von diesem allen ist , daß ihneine alles vermögende Frau durch ein Ansehen beschützt , das sie gewonnen , und wel - che ? sie zum Schaden ihrer Tugend erhält . Man wird über tausend Jahre eben diese Klagen führen , wenn die Welt noch so lange dauert : und wie eine Privatperson nicht vermögend ist , diese Verwirrung zu ver - bessern : so wird man finden , ( Man merke , wie ich nicht sage , daß man Recht haben wird , ) daß ihm die Klugheit erlauben kann , sich derselben , wie Lucullus , zu bedienen ; und man würde die Abgesandten radeln , wel - che sich ein Gewissen machten , dieselbe zu ihrem Vortheile anzuwenden . Leti , wenn er von dem Eigensinne redet , welcher Ursache seyn kann , daß ein Abgesandter seinem Fürsten nicht wohl dienet , führet zwey Beyspiele davon an . Ein spanischer Gesandter an dem Hose zu Rom unter Urban dem VIII , welcher Befehl harte , die Anschläge des Cardinal Antons zu entdecken , erfuhr von einem römischen Abte , daß nur ein Weg wäre , solches zu erlangen . Er wollte diesen Weg nicht einschlagen , weil er einer Beyschlä - ferinn dieses Cardinals hätte schmeicheln müssen , und also erhielt er schlechte Nachricht von dem Geheimnisse . Wir wollen die Worte des Leti selbst anführen : Ad ogni modo ftimava difficile di penctrar quelle del Cardinal Antonio , e . perche era ben fervito da' fuoi Domeftici , e perche non mancava di precautioni : ma come quefto Cardinale era idolatra delle Femine , che credeva poteiTe afläi fervire il mezo della Cadora , gran Favorita allora del Cardinale , et accio meglio fa - cilitafie 1' Abbatc all' Ambafciatore il camino , gli moftro i niczi per offener da quefta Cortegiana quanto fi voleva . Turbofli non poco di quefta propofta 1'Ambafciatore , refpondendo : che quefia non era frgpoßtione a farfi da uri Abbate Romano , ad un' Ambafciatore Spagnolo ; che vi an Java della fua confcienza , t della grandezz * della Monarchia l'incenfar le Puttane , e ch' era far abbracciare egni altro mezo fuori che quefto : e coli il Cardinalc fece il fatto fuo con la Francia , ne mai all' Ambafciatore Venne in cognitione che la fcorza de' trattati . Leti , Ceremoniale Politico , Part . I . Livr . I . pag . 76 , 77 - Das andere Beyfpiel ist viel frischer z nämlich eines nischen Abgesandten in England unter der Regierung Carls des II . Man wird in den folgenden Worten den ihm gegebenen Rath und feine Antwort finden . Parlando quefto con un Milord fuo grande Amico , e d'antico tempo divoto a quella Corona , fopra i mezi che foflero piii propri a tirare il Re d'Inghilterra ad abbracciare all' aperta con pronti foccorfi la protettion della Fiandra . II Milord fi lafcio dire , che tutti i rimedi eran buoni , ma che ftimava quelio della Ptrche - rnouth , Favorita del Re , il migliore : 1'Ambafciatore con certcRodo - montade Spagnole che mal tal volta gli faltano adoflb qtiafi fdegnato gli rifpofc ; Milord , amarei meglio che il mio Re perdejfe la de l corpo della fua Monarchia , che di confervarne un membre , col favore Suna Cortegiana . II medefimo Milord me Io riferi ä me , anzi mi difle , che gli aggiunfe , e per me ho rifoluto piu tofto di non far niente , che molto con quefto mezo . E veramente niente egli ha fatto : ma pero il Barillon Ambafciator Francefe non ha lafciato di far tutto , e con qual mezo non voglio faperlo , fo bene ch' egli c favio , e prudente . Ebendaf . 78 , 79 S .
Wir werden in der Anmerkung ( A ) des Artikels Chclidonis , in ei - ner schönen Stelle des Cicero sehen , wie sehr man das Unglück derer Zeiten beweinen muß , wo die Gerechtigkeit genöthiget ist , sich auf das Ansehen einer Hure zu stüben .
( D ) Cicero redet von ihm in einem von feinen paradoxen . 1 Dieß geschieht in demjenigen , wo er beweist , daß niemand , als weise Leute , von der Dienstbarkeit befreyt leben . Solum fapientem liberum eile . Er beobachtet , daß die Ehrgeizigen Dinge thun , die eine wirkliche Sklaverey sind . Sie haben dem Cef hequs Geschenke gegeben , sie haben ihn des Nachts besucht , und demüthige Bitten an ihn gethan . Illa cu - piditas ( quae videtur efle liberalior ) honoris , imperii , prouincia - rum , quam dura eft domina ! quam imperiofa ! quam vehemens ! Cethego homini non probatiflimo feruire coegit eos , qui libi efle amplifllmi videbantur ; muncra mittere , noftu venire domum ad cum , precari , denique fupplicare : quae feruitus eft , fi haec libertas exiftimari poteft ? Cicero , in Paradoxo V . Diese ganze Stelle ist so schön , daß man sie ohne Nachtheil des Lesers nicht verstümmeln können .
( E ) - - ; und von einem Cctbcgus , dem Redner , geredet , der vermutklici ) von dem Liebhaber dieser Frauen niclit unter - scliieden ist . ^ Also redet Cicero im Brutus XEVIIl Cap . von ihm : Eins ( das heißt des Redners Julius Cäsars ) aequalis P . Cethegus , cui de republica fatis fuppeditabat Oratio : totam enim tenebat eam , penitusque cognorat , itaque in Senatu confularium autoritatem afle - ouebatur , fed in caufis publicis nihil , priuatis fatis , veterator vide - batur . Wenn ich mich nicht bekriege , so ist diese« eben derselbe , dessen er in der gericktlicwn Rede für - den Cluentius im XXXI Capitel gedenket , als eines Menschen , der einen gewissen StalenuS von den Geschäften der Republik entfernen wollen , oder ihm wegen anderer Ursachen einen bösen Rath gegeben hat . AsconiuS PedianuS bekräftiget dasjenige , was Cicero von der Gewalt dieses Mannes saget ; denn er giebt vor , daß «Marcrs Antonius , der eine so allgemeine Gewalt über alle Küsten er - halten hat , durch den Consul Cotta , und die Partey des Cethegus dazu
gebracht worden . Hic eft M . Antonius , saget er in Verrin . pag . IN . » ; , qui gratia Cottae Confulis et Cethegi faßione in Senatu curationem infinitam nachis totius orae maritimae , etc . Mich dunkel nicht , daß alles wahr ist , was in dieser Stelle steht : denn nach des Patercnlus XX B . XXXI Cap . hat man diese Verwaltung zwey Jahre zuvor verge , ben , als PompeM dergleichen erhalten hat . Nun hat sie Pompejus im 686 Jahre Roms erhalten . und man findet keinen einzigen Cotta im Consulate , als bis im Jahre 679 zurück . Ueberdieß ist diese große Gewalt , nach dem Paterculus , dem Prätor Marcus Antonius , gegeben worden , der nach dem 97 Auszuge des Titus Livius in seiner Prätur ge - sterben ist , nachdem ihm der Krieg wider die Einwohner der Insel Crera , ungefähr ums «82 Jahr übel gelungen war Also bekriegen uns entweder die Zeitrechnung des Paterculu« , oder die Sumwarien des Titus Livnis .
( ? ) Casus Cornelius Cethegus wurde der Verschwörung mir dem Canlina überführet , und ifi als ein Verrarher , in dem fängnisse erdrosselt worden . ) Er ist es gewesen , den man zumMör - der des Cicero bestimmet hatte . Cethegus Ciceronis ianuam obfideret , eumque vi aggrederetur . . . Jnter haec parata atque decreta , Cethegus femper querebatur de ignauia fociorum : illos , dubitando , et dies prolatando , magnas opportunitates corrumpere ; facto , non confulto , in tali periculo opus elfe ; feoue , fi pauci adiuuarent , lan - guentibus aliis , impetum in curiam fafhirum . Natura fero v , vehe . mens , manu promtus erat : maximum bonum in celeritate putabat . Salluftius , de Bello Catil . cap . XLIII . imgleichen Ciceron . Orat . II . in Catilinam , et Oratione pro Sylla . Er hat Recht gehabt , zu glauben , daß man sich der Eile zu bedienen hätte ; denn wie man es fast ben allen Geschässten von Wichtigkeit vermeiden muß , die Zeit mit Berathschla - gungen zu verlieren : so ist es bey einer Verschwörung am aller - , ötinqsten . Wenn man die Ausführung nur ein wenig verschiebt , so kann sich leicht ein falscher Bruder finden , der dieselbe , um Gnade und eine gute Beleh - nung zu erhalten , angiebt . Es ist aber auch wahr , daß man durch die Uebereilung alles verderben kann . Die Mitgehülsen , welche Catilina in Rom zurück gelassen , sind einander nicht sehr gleich gewesen ; einige hat - ten nicht Langsamkeit genug , andere hatten derselben zu viel . Cethegus ist von der Zahl der ersten gewesen ; Cicero hat sich dieserwegen nicht vor ihm gefürchtet : Quem quidem ego cum ex vrbe pellebam , saget er , in der III Rede gegen den Catilina III Cap . hoc prouidebam ani - mo , Qiiirites , remoto Catilina , nec mihi efle P . Lentuli foranum , nec L . Caflii adipem , nec C . Cethegi furiofam temeritatem pertime - feendam . Einige glauben , daß dieser Cethegus eben derselbe gewesen , der zu der Gnade des Sylla Zuflucht genommen hat ; ( Siehe die No - ten Variorum über den Salluftius 41 , 163 Seite , leidenscher Ausgabe von 1654 . ) allein ich glaube nicht , daß sie Recht haben : denn wenn er an den entsetzlichen Unruhen und dem Metzeln Theil gehabt hätte , welches die Partey des Marius in Rom angerichtet , so würde man es nicht mit Stillschweigen übergangen haben , wenn man von seiner Reise nach Spanien und der Verwundung des Metellus Pius reder . Qnis de C . Cethego , atque eius in Hifpaniain profe & ione , ac de Vulnere Q . Metelu Pii cogitat ; cui non ad illius poenam carcer aedifkatus efle videatur ? Cicero , Orat . pro Sylla cap . XXV . Cato , wenn ich mich nicht irre , hat auf diese Reise gezielt , wenn er saget , es habe Cethegus , da er sich mit dem Catilina verschworen , sein Vaterland zum andern« male bekriegt . Ignofcite Cethegi adolefcentiae , nifi iterum iam triae bellum infert . Salluft . de Bello Catilin . cap . L1I . Jedermann , der dieses liest , wird folgende Stelle Juvenals in der II Satire 2 ; V . ohne Mühe verstehen :
Quis coelutn terris non mifeeat , et mare coelo }
Si für difpliceat Verri , homicida Miloni ,
Clodius accufet Moechos , Catilina Cethegum ?
( G ) Diese Familie hat eine absonderliche Manier anßenomt men , ftcb ju kleiden . ] Man wird dieses in Dariers Noten über die« sen Vers des Horaz de Arte Poetica v . 5> . Fingere cinftutis non ex - audita Cethegis , erkläret finden . „ Er stellet hier die Cetheger als männ - „ liche und arbeitsame Leute vor , welche in ihrer Kleidunadie alte Manier „ ihrer Väter behalten , und mit Verwerfung des langen Rockes ( tunica ) „ als allzu unbequem , nur eine Art von einem Unterrocke getragen ha - „ ben , der ihnen statt der Hofen von Gürtel an bis auf die Fersen ge - „ dienet hat ; und hierüber haben sie ihren kurzen Ueberrock ( toga ) auf „ eine solche Arr angeleget , daß der Zipfel , den sie über die linke Achsel „ geworfen , und der über den Rücken weggegangen ist , den Gürtel gemacht , „ und den rechten Arm ganz bloß gelassen hat ; und dieß ist eigentlich „ cinlhis Gabinus genennet worden , und den Consuln und Prätor» ei - „ gm gewesen , wenn sie ihre Amtsverrichtungen gethan . „ Dacier für f Art Poetique d' Horace , p . nr . holländischer Ausgabe . Daß dieses etwas dieser Familie eignes gewesen , belehret uns Älius Jtalicus im VIII B . 576 B .
Parebat legio audaci permifla Cethego ,
Ipfehumero exertus , gentili more parentum ,
Difticili gaudebaf equo , roburque iuuentae
Flexu cornipedis duro exercebat in ore .
Die Note des Dausqueius wird uns nicht unnützlich seyn . Cethegi ? , saget er , in Sil . Italic , p . Z76 . amicum expapillato bracnio depugnare , notimi illud Lucani , .
. . Exfertique manus vefanaCethegi .
( Lucan saget dieses , Pharf . Libr . IL v . w ; - wenn er von dem Mitschul , digen des Eatilina redet . Man „ ehine dazu , wa - i er im V B^ 794 B . saget , nodique Cethegi . ) Vt crupi habilnis valentiusque teluin eui - brarent , fubftricftiores crant . Inde Horat .
. . Cinchitis non exaudita Cethegis .
VbiPorphyrio a cinäu , qui tunicae aptatus ejftt in fra peftus , Acro - ne melius expo & it Horatiuin . Tales olim Exfilati dicebantur .
CTliabUt s Peter Walther ) ein gelehrter Humaniste , zu Sainloup in Poitou im Jahre i< ? i6 gebohren ( AI war der Sohn • ä CVffuinfclerS . Er lernte das Latein zu Sainloup , und nack diesem qieng er im vier und zwanzigsten Jahre nach
Tfefmn ©cSiwn IS ^rch feine Schulzucht ein« , so guten Namen erworben , daß der Km ; ler " von Hos ? itäl
Er hat viele Kinder von guten Häusern Zospital beschloß ,

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