Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5302

Casar .
( R ) rvir Muflen etwas vott der Familie Tafars Und wider Siefemgen berühren , die nickt gervußt Kaden , warum er Sie - ( in Namen geführcr . ] Diese Worte des Pliniu« in des VII Buchs , IX Capirel haben sie betrogen : Aufpicatius ene & a parente gignuntur : fic vt Scipio Africanus prior natus , primusque Caefarum a caefo ma . tris vtero dichis . Sie haben dieses auf Casar« , den Dictator , gedeu - tet , weiches Pliniu« nur von dem ersten gesagt hat , der Cäsar zugenamt worden . Man merke» daß Solinus dieses nicht wohl verstanden hat ; er glaubet , PliniuS habe gesaget , daß Scipio , der Afrikaner , der erste wesen , der Casar genenner worden . Cr ist aus dem Hause der Julier gewesen , welches seinen Ursprung von der VeuuS durch den AeneaS , des Anchises Sohn , und dieser Göttinn , hergeleitet . Wir werden in einer von den Anmerkungen zu dem Artikel Trofa , die Vorsorge sehen , die man an gewendet hat . die Sage von diesem Ursprünge Julius Casars zu erhalten . Die Nachkommenschaft des Aseanius , von dem Sohne des AeneaS und der Creuja , mit dem Zunamen Julius , hat in Alba bis zu der Zeit bestanden , da diese Stadt vom Tullus Hostilius , dem Kö - nige zu Rom , verwüstet worden . Sie ist von diesem Prinzen nach Rom versetzet worden , und ist daselbst glücklich gewesen . Man findet nicht , daß sie sich allda tn mehr als zweene Hauptäste getheilet hätte : der erste hat dm Zunamen Tullus . der andere den Zunamen Cäsar ge - habt . Die Personen von dem ersten Aste , welche den Anfang gemacht , in der Historie zu erscheinen , sind Cajus Julius Tullus , und VopifcuS Julius Tullus . Jener ist Consul im - 65 Jahre Roms , »nd Deeemvir im joo Jahre gewesen . Dieser ist im - 71 Jahre Consul geworden . Die Aeltesten von den Cäsarn , die man findet , haben im XI Jahre des ersten punischen Krieges , das ist im 546 Jahre Roms , Vedienungeiiae - habt . Seit dieser Zeit sieht inan fast täglich einen Cäsar in den De - dienungen der Republik erscheinen , bis auf den CajuS Julius Cäsar , den Vater deS Kaisers . Er ist der Sohn eines andern Cajus Julius CäsarS gewesen , dessen Historie unbekannt ist : man weis nur . daß er mir der Martia vermählet gewesen , welche aus der Familie des Königes AneuS MartiuS entsprossen . Siehe hier weiter unten eine Stelle ausdem Sueton . Er hat drey Kinder , zweene Söhne und eine Tochter gehabt ; diese ist des Marius Gemahlinn gewesen : die zweene Söhne Cajus Jul . Cäsar . und Lucius Jul» Cäsar , haben es nicht weiter , als bis zum Prätoramre gebracht , indem sie beyde in der Blüthe ihres Alter« , und auf eine sonderliche Art gestorben sind ; denn so wohl der eine als der andere hat früh unter dem Ankleiden den Geist aufgegeben ; Cajus zu Pisa , Lucius zu Rom , n>o er die Wiirde eines Prä - tors bekleidet . Nullis cuidentibus caufis obiere , dum calceantur ma - tutino , duo Caefares , Praetor , et praetura perfundtus Diebtoris Cae - faris pater , hic Pifis exanimatus , ille Romae . Plinius , Libr . VII , cap . LIII , pag . 88 . Cajus bat Aurelien geheirathet , und von ihr einen Sohn und etliche Töchter gehabt . Der Sohn ist derjenige , der die Materie dieses Artikels machet . Er ist zu Rom den u des Monats Quintilis ( dieser ist nach diesem zu Ehren Julius Cäsars , Julius genennet worden ) im 65z Jahre gebohren worden , und hat seinen Vater im 669 Jahre ver - lohren . Ich habe dieses aus einem Buche genommen , wo man eine weitläuftige Beschreibung von dem Hause Julia findet . Johann Glandorp ist der Urheber davon , und es hat den Titel : Familiac Gen - tis Iiiliac . - . concinnatae . Es ist von dem Sohne des Ver - fasser« zu Basel >576 , in 8 . unter die Presse gegeben worden : nach die - fem hat man es im Jahre >559 , in das Onomafticon Hiftoriae Romanae , eben diese« Schriftstellers eil , gerückt . Man findet darinnen die Stelle Suetons nicht , welche bezeuget , von was fiir einem Adel man sich in die - fem Hause entsprossen zu seyn , gerühmt , und mit was für Zierlichkeit Cäsar solches auszudrücken gewußt hat . Hier ist diese Stelle : Quaeftor Iuliain amitam , vxoremque Corneliatn , defundhs Iaudauit e more pro Roftris : fed in amitae quidem laudatione , de eins ac patris fui vtraque origine fic refert : Amitae meae Iuliae maternum genus ab regibus ortum , patermim cum diis immortalibiis coniunchim eft . Nam ab Anco Marcio funt Marcii Reges , quo nomine fiiit mater : a Venere lulii , cuius gentis familia eft noftra . Eft ergo in genere et fan & itas regum , qui plurimum inter homines pollent : et ceremo - nia deorum , quorum ipfi in poteftate funt reges . Sueton . in Caef . cap . VI . Sueton redet hier von dem Tode der Cornelia , Casars Ge - mahlinn . Wir wollen etwas bey dieser Gelegenheit von den - öeirathen diese« Kaiser« sagen . Man hatte ihn mit einem reichen Frauenzimmer , Na - mens Cossutia , verlobt . Er hat noch den Kinderrock getragen , und nicht lange gewartet , diese Verlobte zurück zu schicken . Er hat hierauf die Cor - «elia , des Lucius Cornelius Cinna Tochter geheirathet , und dieselbe nie - malS verstoßen wollen , so viel Gefahr sich auch hierbey , und in der Wi - derfekunq gegen die starken Vorstellungen des Sylla , befand . Ebendaf . ! Cap . Er hat eine Tochter mir ihr gehabt , die des Pompejus Gemah - linn gewesen . Seine dritte Gemahlinn hat Pompeja geheißen , die Tochter des QuinruS Pompejus RufuS : und sie hat ihn in eben densel - den Orden gefetzt , worinnen er viele andere gefetzct hat . Sie ist vom Clodiuö geliebt worden , und hat ihn wieder geliebt : allein Cäsar und Aurelia , ihre Mutter , eine Frau von großer Tugend , haben ihre Auffüh - rung so genau beobachtet , daß Clodiuö die Gelegenheit zu ihrzu kommen , unter wahrender Zeit suchen müssei» , da man in dem Hause CäsarS die Geheimnisse der guten Göttinn gefeyert . Er hat sich als ein Fraue« - zjmmer verkleidet , und ist unter dem Gedränge ins HauS geschlichen ; allein er ist erkannt worden . Diese Sache hat ein großes Aussehen gemacht . Cäsar hat seine Gemahlinn verstoßen , unter dem Vorwande , wie er beym Plutarch 712 S . saget , damit sein Hau« in keinen Übeln Verdacht aerathen sollte , im Grunde aber hat er nicht gezweifelt , daß seine Ge - mahlinn die verbothene Kost geschmeckt hätte . Sueton . in Caef . cap . VI .
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Caefaris Pompeiam amabat neque inuitam . Verum mulierem Caefar acri feDferat cuftodia , eiusque mater Aurelia , foemina honefta , per - " { , . ■ - jhaprens Pompeiae , ardiium et periculofuin eins con - t " ^i Xiebat pTut . in Caefafe , pag . 7 „ . Ö . Siehe auch in Cice - f^ne pag 874 Er hat nach diesem Calpurnien , de» Piso Tochter , ge -
Nafcetur pulchra , Troiamu Origine Caerar ,
Iulius , a magno dcmilTum noiuen Kilo j
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hat sich sehr betrogen . Dieß heißt Ascanin« des Aeneas Svhtt ; denn Virgil harte ebendaselbst im 267 V . gesaget :
At puer Afcanius , cui nunc cognomen Iülo ,
Additur .
Er hat geglaubet , daß der Zuname Cäsar , unserm Cajus Julius , dem Dicta - tor , darum gegeben worden , entweder weil er aus Mutterleib ? geschnitten worden , oder weil fein Großvater einen Elephanten getötet hat . Vel qriod auus eins in Africa manu propria occidit elephantem , qui sar dicitur Poenorum lingua . Seruius in Aen . Libr . I , verf . 186 . ne von diesen Ursachen tauget etwa« , weil es seit der Zeir des ersten schen Krieges . Cäsars in Rom gegeben hat , welche Vorfahren von diesem gewesen . Man merke , daß Cedrenu« der Verfasser von der Chronike Alexandriens , Malala , Snidaö , Glycas und Constantin ManasseS , ver - sichern , man habe einen Schnitt thun müssen , den Cäsar aus seiner Mut» lerleibe zu ziehen . ^ Zonaras hat diese Lügen widerleget . Siehe die No - ten des Bcntley über die Chronike des Malala , imgleichen den Sueton des Grävius die zweyte Ausgabe in 4 . Wie hat man so unwissend seyN können , daß diese Dame noch gelebt , da sich ihr Sohn mit der Pompeja vermählt hat ? Hatte man dasjenige nicht gelesen , was er an dem Wahl - tage des Oberpriesters zu ihr gesaget ? Siehe die Anmerkung ( E ) . Hat man denn nicht gewußt , daß sie große Sorge für feine Erziehung getra - gen ? Tacit . de Orat . cap . XX . Denn sie ist eine gelehrte und beredte Frau gewesen . Glandorp . Onomaftic . pag . 426 . Sie ist unter der Zeit gestorben , da ihr Sohn die Gallier bekriegt hat . Sueton , in Caef . c . XXVI . Ich habe die Quelle dieses Fehlers zu Anfange dieser Anmerkung angezeigt .
( 8 ) - Hier ist ein ? usan ; u demjenigen , was feine Commentario» betrifft . ] Ich hotte mich in der erstenAusgabe zu sagen begnügt , ( siehe die Anmerkung ( G ) zu Ende . ) daß VoßiuS bewiesen , es jey Cäsar der wahrhafte Urheber von den Commentariis ober Nachrichten , die man ihm zueignet ; allein itzo will ich mich bey dieser Materie etwas weitläufiger herauslassen . FrauciseuS FloriduS SabinuS hat behauptet , daß die drey Bücher von dem bürgerlichen Kriege nicht Julius Cäsars Arbeit wären . Subcifniar . Lea . Libr . L cap . III , et Libr . II . beym VoßiuS de Hift . Lat . pag . 62 . Ein anderer hat eben dasselbe von den sieben Büchern de« gallischen Kriege« behauptet . Ludou . Cario , beym VoßiuS , ebendaf . Voßius beobachtet , daß sie Ludwig Caduccus l er hätte sagen sollen Caduceus ) dem Sueton beyleget . Allein alles diese« sind erdichtete Meynungen , welche wir durch das Zeugniß der alten Schriftsteller gründlich widerlegen können . Ohne daß man sich von der Antwort darf aufhalten lassen , die man geben könn - te : daß nämlich diese Bücher Cäsar« seit dem verlohren gegangen , da sie von den alten Scribenren angeführet worden . Diejenigen , welche den - ken , daß außer den Nachrichten , die wir noch haben , Cäsar auch Ta - gebücher verfertiget , die verlohren gegangen , haben weit mehr Recht ! es ist ein Tagebuch von seinem Leben gewesen . Servius hat eine sehr besondere Begebenheit daraus gezogen . Caius Caefar , fnqet er , in Aen . Libr . XI , verf . 743 . cum dimicaret in Gallia , et ab horte raptus equo eius portaretur armatits , occurrit quidam ex hoftibus , qui eum noC . fet , et infultans ait , Cecos Caefar ! quod Gallorum lingua , Dimittc , fignificat : et ita faflum eft , vt dimitteretur . Hoc autem ipfe Caefar in Ephemeridc fua dicit , vbi propriam commemorat felicitatem . E« ist sehr wahrscheinlich , daß Plutarch , welcher auf der 71» Seite , Cäsar« Tagebücher anführet , die Commentarien nicht gemeynet hat , sondern dasselbe Werk , wohin uns Servius verwiesen hat . Ich weis wohl , daß dasjenige . was er an diesem Orte anführet , sich in dem IV Buche der Nachrichten CäsarS befindet ; allein es ist sehr wohl möglich , daß dieser Kriegsheld sehr oft einerley Sachen sowohl in sein Tagebuch , als in seine Nachrichten gesetzet hat . Wir wollen also sagen , daß Plutarch da - mals feine Absicht auf die Tagebücher gehabt , und daß er sich des Wor - tes t / xonwiixTa , bedienet haben würde , wie Strabo im IV B . zu An - fange gethan hat ; wenn er die Commentarien hätte anführen wollen . Wir wollen auch sagen , daß Appian in diesen Worten eben dieselben Tagebücher angeführet hat : Kxiraf h ttiwt tSj
tfeuj Qirt - App . Excerpt . Legat , p . 3 * 9 . Es ist überdieß sehr scheinlich , daß Polyänus dieselben in Händen gehabt , denn er führet viele Kriegslisten Cä , arS an , die nicht in den Nachrichten enthalten sind . Bon dem Frontin kann man ein gleiches denken . Man sehe die Anmer - kungen des Dionysius Voßius auf der z Seite , welche 1697 , mit den Nachrichten Julius Cäsars . und mit einem Buche gedruckt worden , wel - chcS man betitelt hat : Iulius Celfus de Vita et Rebus geftis C . lulii Caefaris , ( siehe die neuen Menagianen III Th . >57U . f . S . ( trit . Anm . ) und welches im Jahre 147z , gedruckt gewesen . Es ist so seltsam gewe . ftn , daß der Scholiast des Dauphins über den Julius Cäsar , kein Exem - plar in Paris davon hat finden können . Grävius hält dafür , daß der Verfasser dieses Buchs im XIII oder XII Jahrhunderte gelebt . Siehe seine Vorrede zu der Ausgabe Cäsar« 1697 . Man merke , daß e« Leute giebt . welche glauben , es habe Orosius dem Sueton die Nachrichten Cäsars zugeeignet , wenn er sich dieser Ausdrückung bedienet : Hanc Hi .
ftoriam ( de Caefaris hello Gallic» ) Suetonius Tranqiiillus plenif . fiitie explieuit , cuius nos competentes portiuneulas decerpfinuis . Orofius , Libr . VI , cap . VII . folio m . 246 . verfo . Sief ist SavaronS Meynung , wie es aus der Art erhellet , womit er da« qms opera Sut . tonii des Sidonius Apollinaris ausleget : >ci eft , >>Mt er . mEpift . XlV .
ex eo »rn . Miiceiia . uur . vi . n« . mmi
propter eruditionem et humanitatem amicfliimOj m cuius coiiimilitio multuin me profecifl'e libere fateor . WUetO ) t toaveti besser , zu sagen , daß Sueton ein besondere« Werk von dein gallischen Kriege gemacht , und daß Orosius aus diesem seine Sammlungen gezogen habe . Der gute Marolles hat dasjenige sehr übel vorgebracht , was er in dem VoßiuS lesen , dessen von mir oben bemerkten fehlet er gleichwobl sehr aetrenlich abgeschrieben bat . Ludwig Caduceus , - - hält Safür , dast die sieben Sücber von vem gallischen Rriege , das des Suetonius sind , welclies er mir diesen Worten ans dem VI I £3» , des VIZucbs beweist . Sueton , saget er , hat dieses in seiner Historie Cäsars von dem gallischen Kriege weitläustig erzählet . Zeiget dieses nicht saget der Abt von VkarolleS in dein Leben Julius Cäsar« , welche« er dem II Th . seiner Vermehrung der römischen Historie vorgesel - et , auf der 289 und f . S daß fein erdichteter Ludwig Cadueeu« ein Werk gegeben hat . welche« wenigstens aus VI Bachern bestehr . „ nd freist dieß nicht die Bibliothekenschreiber unnützer Weise herum schicken'
* - Ich

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