Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5287

schmuck auffegen . Eine kleine Anzahl bestochener Leute , fiel ihm ftoh - lockend bey , allein das Volk folgte nicht »ach . Cäsar stieß den Marcus Antonius zurücke ; und darauf erschallet ? der Ork von dem Frohlocken des Volkes . Dieser Versuch des Marcus Antonius wurde kurz dar - auf . und zwar mit eben demselben Glücke wiederholt . Daxjeniae , was nian an dem Originale nicht hätte thun können , wurde an den Covien verrichtet : man setzte den königlichen Hauptschmuck auf die Bildsäulen Cäsars . Zweene Zunftmeister des Volkes ließen diesen Hauptschmuck wegnehmen ; sie stellten wider diejenigen den Proeeß an , die dem Cäsar den Königstitel am ersten gegeben hatten , und ließen sie in ? Gefüngniß führen : das Volk wünschte ihnen deswegen alles Heil , und begleitete sie mit Frohlocken . Cäsar hingegen sehte sie von ihrem Amte ab . Plu - tarch . in Cacf pag . 736 . Also haben alle diejenigen , die noch einen römischen Blutstropfen in ihren Adern gefühlt , gleichsam einander ge - fraget :
Ha« fierent , fi tefticuli vena vlla paterni
Vineret in nobis ? Perfius , Sat . I . v . 103 .
und geglauber , daß keine Zeit zu verlieren sey , und dem Brutus vorgestellet , sich zu erinnern , daß er den Namen desjenigen führe , der den Targuin verjagt hätte . Man sehe in dem Sueton , wohin Cäsar die Freyheit der Republik gebracht hatte . Sueton . in Caefare , cap . LXXVI . Es ist wiß , wie Cäsar selbst gesagt haben soll , daß es weiter nichts als der Schall eines Wortes gewesen . Sie ist weiter nichts als eine Leiche , oder ein Gerippe gewesen . >lec miliaris impotentiae voces propa - lam edebat , vt T . Anipius fcribit : nihil efl'e Rempublicam ; appella - tionem modo , ( ine corpore ac fpecie . Syllam nefcilfe litteras , qui Diöaturam depofuerit : debere hoinines confideratius iam loqni fecum , ac pro legibus habere , quaedicat . Ebendaselbst LXXVII Cap .
( K ) Sein lenter Sieg ist ibm am theuersten ; u stehen ge - kommen . ^ Das Glücke ist unschlüßig über seine Aufführung gewesen : man könnte sagen , es hätte untersuchet , ob es den Cäsar von der allgemei - nen Regel ausnehmen sollte , der es gemeiniglich zu folgen pfleget , »am - lich seine Freunde zu verlassen , die es erhoben hat ; und sie in einem Tage alle Wohlthaten bezahlen zu lassen , die es ihnen m vielen Zähren erwie - sen hatte . Man höre den Flonis : Omniutn poftrema certamimim Munda . Hie non pro cetera felicitate , fed anceps , et diu trifte praelium : vt plane videretur nefcio quid deliberare fortuna . Sane et ipfe ante aciein moeftior non ex more Cacfar , fiue refpedihi fra - gilitatis humanae , fiue niiniam profperorum fiifpeftam habens con . tinuationem : vel eadem timens , poftquam idem efle ceperat , quod Pompeius . Flortis , Lib . IV . cap . II . mim . 78 . Er erzählet hierauf , wie Casars Kriegsvölker zu weiche» angefangen : Nouiflime illud in . ufitatum Caefaris oculis ( nefas ) poft quatuordeciin annos , probata vetcranorum manus gradum retro dedit . Quod etfi nondum fuge - rat , apparebat tarnen , pudore magis , quamvirtute , refiftere . Itaque ablegato equo , fimilis furenti , priniara in aciem procurrit . Ibi prenfare fugientes , conlirmare ; per totum denique agmen oculis , ■ manibus , clamore , volitare . Dicitur in illa perturbatione et de tremis agitafie fecum , et ita manifefto vultu fuifTe , quafi occupare manu mortem vellet . Ebendas . Num . 8> .
Die vier Verse , die ich hier anführen muß , sind von» Pellisson : ich habe sie aus einem Gespräche mit dem Pegasus genommen :
Doch , giengst du Casarn nicht , dem großen Helden nach ?
Der ohne Schwerdtstreich fast , kam , sah . und überwand ?
Um Fastnacht hält er nie Cleopatren verlassen ,
Das wunderschöne Weib ! und Dolens Wall besieget .
Warum sollte er sie nicht an diesem Tage verlassen haben , um eine Stadt einzunehmen , weil er an diesem Tage eine Schlacht geliefert , die tausendmal gefährlicher gewesen , als die Belagerung irgend einer Stadt ?
l l . ) Sallustius bat Casars Gemütbsarr , mit des Cato seiner in Vergleich»» - ; gestellt . ^ Ich will die Worte die'eS Geschicht - schreibers abschreiben : His ( Catfari et Cutoni ) genus , aetas , elo - quentia prope aequalia fuere : magnitudo animi par , item gloria , fed alia aiii . Caefar benefieiis , ac niunificentia magnus habebatur ; integritate vitae Cato . Ille manfuetudine , et miiericordia clarus fadtus ; huic feueritas dignitatem addiderat . Caefar , dando , fuble - uando , ignofeendo ; Cato , nihil largiendo , gloriam adeptus eft . In altcro miferis perfugium ; in altcro inalis pernicies . Ulius facili - tas huius conftantia laudabatur . Poftremo Caefar in animum m - duxerat , laborare , vigilare ; negotiis amkorum intentus , fua negli - gere ; nihil denegare , quod dono dignum eflet ; fibi magnum rium , exercitum , bellum nouuin exoptabat , vbi virtus enitefeere poflet . At Catoni ftudium modeftiae , decoris , fed maxumae feueri - tatis erat . Non diuitiis cum diuite , neque fadlione cum faöiofo ; fed cum ftrenuo virtute , cum modefto pudore , cum innocente ab - ftinentia certabat , esse , quam videri bonus , malebat ; ita , quo nus gloriam petebat , eo magis adlequebatur . Salluft . de Bello Ca . tilin . cap . LIV . <^eder , welcher bey der Ausrheilung dieser Lobsprüche , lieber die Partey Cäsars , als die Parten des Cato erwählen wollte , wür - de seinen verdorbenen Geschmack zu erkennen geben . Es giebt keinen einzigen guten Richier , welcher , nach genauer Ueberlegung , die Eigen - tchaft des Cato , welcher empfindlicher gewesen , den Besitz der Tugend , als den Ruf zu haben , daß er tugendhaft wäre , nicht hundert andern fchonen Eigenschaften vorziehen sollte . Man ziehe des Lucanus Pharf . Lib II . verf . 380 . U . f . zu Rathe . Ich habe in dem Mercure Volant , i7o * gedruckt , auf der 9z @ . gelesen , daß Man vom Cato gesaget hat : Nunmiam rette feeit , vt facere videretur ; fedquia aliterfacere non noterat Dieß ist auch des Aristide« Eigenschaft gewesen ; dieß ist das j'ob aeivesen welches ein vortrefflicher Dichter dem Wahrsager Amphia - raus aeaeben hat Ich beurteile diese - in der Anmerkung ( tt ) , zu Amnkiaraus , und ich habe daselbst einen Grundsah UN - d'7 Artikel Ampdiara» . ■ wird , und welcher mit den Worten
zstsss8£ & äMr r
TU «S - Üb , , . v , 7 .
Zuschr . fr seiner morgenländischen Historie ange , reur , auper II Sans .
Casar . 131
mit nichts als unverständigen Redensarten gespickt ist . Sie ist 1571 zu Paris gedruckt , und dem Herzige von Alenzon , Heinrichs des Iii Bru - der zugeschrieben .
( M ) war ungemein besorgt , sieb , unter was für X>ot> wände es aucb war , Geld geben zu laflin . ] Er hat zuweilen S timmen Geldes unter dem Verwände gefordert , weil sie dem Pompe - jus versprechen gewesen . Er hat den Schal» aus dem Tempel des Her - kules , zu Tyrus , unter dem Verwände weggenommen , weil die Tyrier die Gemahlinn , und den Sohn des Pemvejuö , in ihrer Stadt aufge - nommen hätten . Er hat sich von den Königen und Fürsten , unrer den , Titel eines Ueberwinders derselben , goldene Kronen geben lassen . Dio Caifius , Lib . XLII . pag . 234 . Mit einem Worte , wenn ihm eine Ur - sacht fehl geschlagen , so hat er eine andre zu erfinden gewußt . Diese Auf - fuhrungen nnd Erpressungen sind ven keiner Bosheit hergekommen , wen» man dem Dio am angezogenen Orte glauben darf ; sondern von den übermäßigen Unkosten , die er auswenden müssen . t«t« 5« * « - xixt iiroUi . Qiiae omnia non improbitate faciebat . Ebendaselbst . Er hat sich aus keiner andern Ursache angelegen sevn lassen , Geld zusamnien zu häufen ; als weil er überzeugt gewesen , daß man zur Erlangung der Herrschaft , zur Behauptung derselben , und sich zu vergrößern , zwey Din - ge nöthig habe , die einander unterstützen müßten , nämlich Geld und Volk . Man erhält die Kriegsvölker , wenn man ihnen das nöthigever , schaffet , und durch die Kriegsvolker findet man die Mittel zu ihrer Un - terhaltung ; und wenn eines von diesen zweven Dingen mangelt , so geht das andre zu Grunde . Wenn sick Dio eingebildet , daß dieses gute Entschuldigungen sind , so unheilet er mehr als ein Soldat und Staars - mann , denn als ein guter Burger . Hier sind feine Worte : tb , t«
evimxv H7r5v > zfWzrcTciö ; ävijf lyiviTo , iio re Svoy rlt rat luva -
■xxqa . CKiuktfl . ia vy ) $1iX & asovrct yjixaCljOVTce , s^utiutco :
[ ixtx . yjfl idvtx ii ' ? . >• ylwv ewtwi - . ou . ry tc yaf rcC ( ixTit , rjrf enrivev ik t<3v otAm cv ) keye£ou' xav Sdrt -
fov O7roTifotiv xurüv y , yjf ) tc trefov gvyxaT & toätifi & ui Vt -
que fummatim dicam , pecuniarum coadlor erat Caefar , duaselle res aicens , quibus et pararentur , et conferuarentur et augerentur im - peria , nenipe inilites et pecuniam . Earum alteram peralteramcon - ftftere , nam et annona contineri exercitus , et eam annis parari , at - qiie alterutro defidente , reliquum fimul concidere . Ebendaselbst . Dieser Geschichtschreiber beobachtet , daß Cäsar , da er nach der lage des PharnaeeS , in Italien wieder angekommen , die Erpressungen , bald unter dem Titel der Geschenke , bald eines Darlehens fortgesehet hat . Er hat von Privatpersonen und Städten , ohne es im Sinne zu haben , eö jemals wieder zugeben , geborget , und sie gezwungen , es eben auf die Art zu bezahlen , als wenn er die Abtragung einer Schuld zu fordern gehabt hätte . Ebendas . 23s S -
( N ) ( gc hat sicb cinsmals nicht die LNübe genommen , auf - ; usteben , - - diese Unboflichkeit ist eine von den vornebmsten Ursachen seines Verderbens gewesen . ^ Zwo Stellen , eine aus dem Sueron , und die andre aus dem Dio CaßiuS , werden alles dieses bewei - sen : Praecipuain et inexpiabilem fibi inuidiam hinc maxime mouit : adeuntes fe cum plurimis honorificentiflimisque decretis vniuerfos Patres Confcriptos fedens , pro aede Veneris Genetricis , excepit . Quidam putant retentum a Cornelio Balbo , cum conaretur afliirge - re : alii ne conatum quidem omnino , fed etiam admonentem Caium Trebatium , vt afliirgeret , minus familiari vultu refpexifl'e . Sueton . in Iulio , cap . LXXVIII . Dio Caßius erzählet die Sache mit allen Um - fänden . Eines Tages , saget er im XLII B . auf der - 55 S . da man über verschiedene große Ehrenbezeigungen berathfchlaget , welche dem Cä - sar zu ertheilen in Vorschlag gebracht worden waren , sind alle Stim - men der Rathsherren , außer dem CaßiuS , und einigen andern , diesem Beschlüsse bevgetreten ; worauf sich diese Gesellschaft erhoben , dem Kaiser diese Zeitung zu hinterbringen , welä»er in der Halle von dem Tempel der Venus gesessen . Er war daselbst geblieben , damit niemand sagen sollte , er hatte durch seine Gegenwart die Freyheit der Stimmen ver - hindert . Er ist nicht aufgestanden , als er den Rath ankommen sehen , und hat dasjenige sihend angehöret , was man ihm zu sagen hatte . Dieses hat nicht allein die Rathsherren , sondern auch die andern Römer , in einen solchen Zorn gesetzt , daß es einer von den vornehmsten Vorwän - den derer gnvese» , welche die Verschwörung wider sein Leben gemacht haben . Der Geschichtschreibt'r wei« nicht , ob diese UnHöflichkeit ein un - glücklicher Streich der Vorsehung , eine von oben herab gekommene täubung , oder eine Wirkung der übermäßigen Freude Cäsars gewesen .
KxStj / ieyoi t Sedens Senatum excepit , fiue fatali quodam errore , fiue nimio pau - dio correptus . Ebendas . allein er sehet dazu . daß man denen kernen Glauben gegeben habe , welche sagen : es hätte Cäsar damals einen Bauch - fluß gehabt , welcher ihn befürchten lassen , er mochte bevm Aufstehe» denselben wieder rege machen . Diese Entschuldigung ist nicht ange - nommen worden ; denn man hat kurz darauf erfahren , daß er sich zu Fuße nach Hause begeben hat . Man hat also seine behaltene Stellung seinein Hochmuthe zugeschrieben . Man harte ihn durch die ertheilten Ehrenstellen hochmüthig gemacht ; und man haßte ihn , >0 bald er hoch - müthig geworden war . Ich will die Stelle des Dio nur lateinisch an - führen : Quod enim nonnulli purgandi Caefaris caula poftea attu - lerunt , profluuio eum ventris labora / K - , veritumque , ne inter aflur - gendum aluum deiieeret , confedifTe ; id propterea creditum non eft , quod paulo poft pedibus ipfc domum rediuerit : fed faftti elatum hoc feeifle fufpicabantur , cumqne^fl'^erbiae nomine °dio profeque - bantur , quem immod ' " •~n " L J -
derant . Dio , Lib . XLI
bantur , quem imniodicos honores deferendo ip ( i fuperbum reddi - derant . Dio , Lib . XLIf . pag - 277 - Der Geschichrschreiber läßt in den letzten Worten eben dieselbe Begierde sehen , den Rath zu tadeln . die er bereits bemerket hatte . Er hatte gejaget , daß unter den Dingen , wel - che dem Cäsar den rodtlime» Haß und Neid zuvor gesaget , das Veri'e - hen der Ratbsherren viel größer gewesen , als Cäsars seine« selbst . Eben - daselbst - 74 S . Sie haben ihm neue Ehren angetragen , welche allzu weit gegangen sind , Hernach Haben sie ihn getadelt , baß er einen Gesal - len gehabt sie anznnehmen , und dadurch hochmüthigerqeworden ist . Er ist in der That zu tadeln gewesen , daß er nicht einen Theil derselben geschlagen , und geglaubet hat , man sey überzeuget , daß er sie verdiene ; allein die Rathsherren sind »och tadelnswürdiger gewesen , indem sie ihm durch Antragung dieser Ehre den Weg zu seinem Falle eroffm t : denn wenn er sie ausgeschlagen hätte , so würde man es für eine Verachtung & s " aufge -

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