Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5224

Cäsar .
I2S
men , oder einer verdorbenen Materie entstehen , zu dieser auf einander folgenden Erhaltung der Gattungen und nicht zu ihrer ursprünglichen Bildung gehöre : so daß man , wenn er manchmal saget : es waren die vollkommenen Thiere anfänglich von einem Wurme gezeuget worden , solches nicht von einer eigentlich so genannten ersten Hervorbringung verstehe» , muß : eS ist uur eine Erneuerung der einzelnen Dinge . Denn wenn es sich in einem unendlichen Fortgänge der Zeit zutragen sollte , daß alle einzelne Dinge von einer Gattung stürben , in welchem Falle keine neuen durch eine eigentlich genannte Zeugung gebohren werden können : so muß man also einen neuen Anfang in einiger verdorbenen Materie suchen . Dieß ist , nach meinem Bedünke» , der wahre Sinn des lateinischen Textes , den ich hersehen will : Praeterea cum alia fit prima omnium animalium et caeterorum entiuni creatio , quae a primo ente in prineipio effluxit : alia eorundem fucceflio : dieimus ortum ex putredine fimilem eile ei , qui fit ex femine , ad fucceflionem fcilicet inftitutum , non ad primam fpecierum depen - dentiain atqtie produe ich , sich diese Unterbrechung durch den Tod allereinzelnen Dinge zu - trüge . Non eft timendum , ne aliqua fpecies vnquain deficiat , quam - uis omnia fingularia contingat aliquando corrupta eile : remanet enim in agente aeterno virtus aeterna omnium fpecierutr . Ebendns . 109 Bl . Ich bekenne , daß er zu verstehen giebt : es könnte diese terbrechung bey dem menschlichen Geschlechte möglich seyn ; ebend . 108 Blatt ; allein dieß heißt nicht , dasjenige sagen , was ihm SaldenuS bey - mißt . UebrigenS ist es durchgängig die Meynung des Alterthums sen . daß alle Arten der Thiere , ohne . hülse des Mannchens und Weib - chens , erneuert werden könnten . Ovidius , welcher nichts als die aemei - ne Sage der Griechen vorbringet , setzet voraus : daß nach der Sund - fluch die Steine die Materie gewesen , woraus die neuen Menschen wieder gebildet worden ; und daß die Hitze und Feuchtigkeit der Erde die andern Thiere wieder hergestellt , und auch neue , der ersten Welt mibe - kannte Gattungen hervorgebracht hätten . Quid . Metain . Libr . I . verf . 400 .
Caetera dinerfis tellus animalia formis
Sponte fua peperit ; poftquam vetus humor ab igne
Percaluit folis , coenuinque vdaeque paludes
Intmnuere aeftu , foecundaque femina rerum
Viuaci nutrita folo , ceu matris in aluo ,
Creueruntjfaciemquealiquam cepere morando . Ebend . 416 93 .
Ergo vbi diluuio tellus lutulenta recenti Solibus aethereis altoque recanduit aeftu ;
Edidit innumeras fpecies , partimque figuras Rcddidit antiquas , partim lioua monftra creauit .
Ebendaselbst , 434 Vers .
Ein Ausleger hat dabey gesaget , es hätte Avicenna geglaubet , daß der menschliche Saamm , welcher durch die Sonne in den Körpern derer wieder belebet worden , die in der Sündfluth umgekommen waren , wie - der neue Menschen verschaffet hätte . Sed quis ferat Auicennam ? qui lib . de Diluuiis aflerit ex reliquo cadauerum humanonim feminio a fole aniiuato , homines poft immenfas terrarum inundatione * natos . Farn ab . in Ouid . 416 95 .
Man muß noch eine Sache beobachten . um die Lehre desto besser zu
ser Grundsatz , der Mensch und die Sonne , eugen den menschen , Quaeft . Pertpat . fol . 10 ? , nichr bedeute , daß die Geyhülfe der Sonne zur Zeugung des Menfchen nothwendig sey , sondern daß dieSo»ne , oh - ne die Beyhulfe des Mensche» , eine zureichende Ursache zur Hervorbrin - gung des Menschen sey . Er g ebt vor , daß die Materie aller Dinge , die unter dem Monde sind , eine bloße leidende Materie sey , welche durch die Bewegung der himmlischen Kreise , alle ihre Thätigkeit er - langet . Ebend . 10 ; Blatt . Er giebt der bewegenden Intelligenz des Gimmels die erste Bildung der Dinge , als der Hauptursache . und dem Himmel , als der Instrumentalursache . Ebendas . >09 Bl . - Alle« dieses würde leicht mit der Lehre zu . vergleichen seyn , welche die Seelen der Gelehrten in China angenommen haben , daß kein anderer erster Anfang , als der marerialiscbe - Himmel , oder dessen alleroünsie Tlieile wären , welche gleichsam seine wirkende Rraft sind . Man sehe dasjenige , was der P . Aleonessa dem Pabste vorgestellet hat . Dieß ist ein Franciscancr . Man sehe den historischen Mercur , im Augustmo , nate . 1699 , zu Anfange . ^
( L ) Seine Grundsänc sind nicht sehr von de« Spinosa sei , nen unterjchicden . ^ ^r hat mit dem Aristoteles die bewegende» telligenzen in den himmlischen Sphären zugelassen ; allein er'hat sie alle aus eine einzige Substanz eingeschränkt . Er hat auch Engel und böse Gei - ster zugelassen ; allein er saget , daß sie nichts anders , als Eheliche» Gottes , mit einer sehr dünnen Materie vereiniget , wären . Noch mehr , er giebt vor , daß die Seele de« Menschen und die Seele der Thiere , Theile von dem Wesen Gottes wären : so daß , wenn er mehr Geister und mehr Seelen erkannt , solches bloß , in Ansehung der Materie , geschehen ; denn außer der Materie hat er keine vielfältige Zahl zugelassen . Also gab es nach ihm nur eine einzige Seele , nur einen einzigen menschliche» Verstand , der sich nach dem Maxe vervielfältiget , wie sich die Menschen verviel , fälliger haben . Voflius de Origine et Progr . Idolatriae , Lihr . II . cap . XL . pag . 531 . Frankfurter Ausgabe , 1675 . Die Ein - heit , welche die Seotisten in den Arten und Gattungen erkennen , ist im Grunde ebendasselbe Hirngespinste Cäfalpins ; ( Siehe oben die Anmerkung ( C ) , bey dem Artikel Abalarv . . Man brauchet nur ein wenig methodischen Verstand , um das Lehrgebäude des Spino'a aus zu bilden . Wenn übrigens Cäjälpin ein vollkommener Spmosist gewesen wäre , und nichts desto weniger böse Geister zugelassen hätte , wie man sie gemeiniglich zuläßt , so wurde ich mich dennoch nicht sehr darüber verwundern . Nach meinem Bedünken , ist kein Lehrgebäude , welches allein den Begriffen der Vernunft folget , das sich weniger , al« das Lehrgebäude des Spinosa , embrechen konnte , dasjenige zu erkennen , was von den guten und bösen Engeln unter dem Pöbel gesaget wird . Vielleicht werde ich einmal eine Dissertation darüber machen' ; worin - nen ich zeigen werde , daß die Spinosisten , wen» sie zusammenhangend schließen wollten , geneigter seyn müssen , Strafen und Belohnungen nach diesem Leben zu erkennen , als nicht zu erkennen .
( D ) Ä>ir werden hier unten die Titel seiner Schriften sehen . 3 KUTonl^n , fiue Speculum Artis Medicae Hippocraticum . De plantis Libri XVI . De Mctallicis , Libr III . Qtiaeftionum Medicarum , Libri II . De Medicamentorum facultatibus , Libri' II . Praxis vni - uerfae Medicinae . Daemonum Inueftigatio Peripatetica . Quaeftio - num Peripateticarum , Libri V . Nicolas Taurel , ein Arzt zu Miim« pelgard , hat wider dieses letzte Werk geschrieben , ( es ist zu Venedig bey dm Zimten in 4 . im Jahre >571 , und hernach 1593 gedruckt worden . Die Zu - jchrisl ist in den > des Brachmonats , isiy , zu Pisa unterschrieben ) und hat sein Buch betitelt : Alpes caefae , hoc eft Andreae Caefalpini inon - ftrofa dogmata difeuflä et exculTa . Teifller , Elog . Tom . 1£ . p . 350 .
( E ) Er hat den Umlauf des Slutes erkannt . ] Er redr an einem andern Orte seiner Werke also davon : Idcirco pulmo per venam arteriis fimilem ex dextro cordis ventriculo feruidum hau - riens fanguinem , eumaue per anaftomofim arteriae venali reddens , quae in fuiiftrum cordis ventriculum tendit , transmifiö intcriin aere frigido per afperae arteriae canalcs , qui iuxta arteriam vena - lem protenduntur . non tarnen ofeulis communicantes , vt putauit Galenus , folo taftu temperat . Huic fanguinis circulationi ex tro cordis ventriculo per pulmones in finiftrum eiusdem lum optime refpondent ea , quae ex difledlione apparent . Nam duo funt vafa in dextrum ventriculum dementia , duo etiam in ftrum : Duorum autem vnum intromittic tantum , alterum educit , membranis eo ingenio conftitutis . Qiiaeft . Peripatetic . Libr . V . cap . IV . folio . 1 - 5 verfo . Dasjenige , was er Quaeft . Medic . Libr . II . cap . XVII . folio 234 . Ausgabe von , 593 anführet , und welches ich mich nur
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verstehen , welche Cäsalpin vorbringt , und welche , nach seinem Borge - Xvll . folio 234 . Ausgabe von »595 ans ben , auf die Grundsähe des Aristoteles gegründet ist . Er will , daß die - anzuzeigen begnüge , ist eben so deutlich .
Cäsar , - ( Cajus Julius ) der erste Kaiser zu Rom , hatte alle nöthige Eigenschaften zu einem großen Eroberer , und man würde mit Unrechte glauben , daß erseinGlücke mehr dem Schicksale , als seiner Auffuhrung , zu verdanken gehabt . Er hat dieSchiachren nicht durch bloße Beschädigung mit den Kundschaften , , welche Zeitungen uberbrachten , gewonnen : er hat aus denselben allen Vortheil gezogen , den er nur jammlen können ; und eben dieses unterscheidet ihn von so vielen andern kriegerischen Prinzen , weiche . ^ ^ „ ; as * . . . Aohtviiirfon missen CA ) , ^chaiaube , daß er in Rom solche Umstände gefundi'n , welx
^ " ^Kaupt der gegen
ließe , die 'Äaen^wÄes Ursache an dem klaglichen ^^^^°^daß chn^Cäsar verfolgte . Wenn' man uberhau - ? an die dieses berichtet , wenn man nicht versichert gewesen , P ^wundern ; allein wenn man die erstaunliche An -
man ihn mcht h g rühmlich geendiget , so kann man chn'^ verursachet hat , so kann man sich kaum des Abscheues Kriege brachtet , deren Tod , Arniufh ober ^ um Privarstre . ttgkeiten zu räche . . , die er s . ct>
zahl von Menschen Das allerarößte Verbrechen unte ^ 'UnCcl . önirfung seines Vaterlandes eben dieftib ? » Waffen ge .
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