Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5211

124 Casalpin .
? wey Jahren Grosivexier ; » werden , und dadurch Mittel ? u finden , sich an den Schweden ; u rücken . Alle« diese« ist falsch und lächerlich . Der - Herr von Lerisanres ist im >64 , Jahre von dem Cardinale von Richelieu nach Constaminopel geschickt , und erst - lich 1644 Residente von Schweden geworden , wie ich bereits oben auf der 5 S . dieses Manuscriprs gesager habe . Lerner get er , daß der Herr von Cerisantes in den Diensten des - Herzogs von Guift gestorben ist ; dieß ist wieder falsch . Er war cm bedienter des Roniges von Frankreich , und nicht in den Dien - sten des Herzogs . <£c sttter da ; u , daß er seinen ältesten Bruder ? um Erben seiner Landgüter und Edelgesteine ernennet , und ei - nem andern Anverwandten sein baar Geld uns seinen Hausratd hinterlassen , ; rveymal hundert tausend Pfund ; u gottseligen Srif - mngen vermacht , und die Verwegenheit gehabt hatte , den - Her - ; og von Guift ; u seinem Testamentsvollstrecker zu ernennen . Es erhellet all« Sem Testamente des - Herrn von Cerisames , daß er zu andachtigen Stiftungen nur 550 Ducaren vermacht und ver - ordnet hat . daß der U ) errK von den 80 Tonnen icvein , mir rvel - chen ihn die Sradt Neapolis beschenkt hatte , zur Auszierung ei , ner Rapelle in der Rirche der Carmeliter , rvorinnen er begraben se^n wollen , und zur Aufrichtung eines Grabmaals darinnen ange - rvendet werden sollen . DaSer Herr von Cerisanres gestorben ist , hat er nur einen , ungern Äruder Namens S . Helena gehabt . Sein Testamentsvollstrecker ist nicht der Herzog , sondern einer , Na - mens Carlo Carola , gewesen . Ebendas , 72 0 .
( I ) Ich will der Ä ? elt die besondern Umstände mittheilen , die mir ein Freund von dem Verlheidiger des Terisanres , zu er - offnen beliebt hat . ] Hier ist der Auszug aus seinem Briefe : „ Duncan „ hat sich zu Saumur nieder gelassen , wo er die Arzneykunst mit vielem „ Ruhme geübt hat . Er ist erstlich Professor der Philosophie gewesen ,
„ und hat eine kurze Vernunftlehre herausgegeben . Burgersdicius „ lobet sie sehr in der Vorrede seiner Inftit . Logic , welche er nach diesem „ Muster erbauet hat . Er hat dieses Amt niederaeleget , und ist Aufse - „ her des Collegii geworden . Er hat drey Söhne , Censantes , S . Helene , „ und Montfort ( Windnamen ) und drey Töchter gehabt . Er hat ein „ Buch von dem vorgegebenen Besitze der Nonnen zu Loudun gemacht ,
( Siehe die Anmerkung ( B ) bey dem Artikel Grandier , zu Anfange . )
„ worüber ihm Laubardemont eine große Sache gemacht hatte , wenn er „ nicht bey der Frau Marschallinn von Breze in Ansehen gestanden hat - „ te , bey welcher er Arzt und sehr beliebt gewese» , Er hatte einen Die , , , ner ; dessen Sohn von 12 bi« >z Jahren reusperre im Husten seine , , Zunge aus , und brachte sie zu seinem Vater , mir diesen Worten : neh - „ mel hin , hier ist meine Zunge , die ich ausgereuspert habe . Dieser Inn - „ ge har nach diesem Zufallender ihm vermurhlich von den Pocken zuge - „ stoßen war , welche die Wurzel der Zunge abgefressen hatten , ) so gut als „ zuvor geredet , außer daß er den Buchstaben R . schwerlich ausgespro - „ chen . Er ist in ganz Europa herum geführet worden , und hat lange „ gelebt . Da ein Wundarzt zu Saumur hierüber einen Traetat ge - „ macht , dem Herr Duncan den Titel , nämlich AglolToftomographia ,
„ gegeben hatte , so ließ ein anderer Medicus zu Saumur , ( er hieß Bene ,
„ dicrus , der eine lateinische Uebcrsetzung Lucians gemacht hat , ) der dem
„ Herrn Duncan nicht gewogen war , eine Dissertation drucken , um zu „ beweisen , daß er Aglofloftomatographia hätte sagen sollen , und setzte „ diese Verse vor seine Schrift :
„ Du wirst dich wundem , Leser mein ,
„ Daß ohne Zung ein Knäbelein „ So leicht und fertig reden kann :
„ Allein wie steht dir das wohl an ,
„ Daß ein Barbier , der nicht kann les'n „ Das Griechsche , doch so kühn gewef'n ,
„ Dasselbige zu schreiben gar ?
„ Scheint dir dieß Sinngedicht fürwahr ,
„ Die süße Frucht von meinem Witz ,
„ Nicht ganz verwerflich und unnütz ,
„ Und läuft« so mit ; so nimm« in Acht :
„ Es ward von mir zu Pferd gemacht .
„ Lose Vögel haben den legten Vers in den Abdrücken , die sie finden kön - „ nen , verändert , und daftir gesetzt , es ward von mir als Pferd ge - „ macht . Noch eine sehr seltsame Sache finde ich , daß nämlich Herr „ Duncan , seine drey Sohne , und der einzige Sohn des S . Helene , die „ fünf Personen von der Linie diese« Astes , in fünf unterschiedenen Kö - „ nigreichen gestorben und begraben sind , Herr Duncan in Frankreich , „ Cerisantes in Neapolis , Montfort zu Stockholm , S . Helene zu London , „ und sein Sohn in Irrland .
Ich finde hier mir vieler Freude eine Gelegenheit , von dem Herrn Duncan zu reden , welcher die Arzneykunst mit vielem Ruhme zu Bern übet , gegen welchen ich allezeit viel Freundschaft und Hochachtung ge - habt , seit dem wir im 1668 Jahre die Philosophie mit einander studiert haben . Er ist von einem berühmten Professor der Weltweisheit auf der Universität zu Montauban entsprossen , der von eben derselben Fa - milie , als der Arzr von Saumur gewesen . Er ist zu Monranbau gebohren , und hat daselbst die Arzneykunst mit großem Einsehen ge - über , als ihn die Begierde , nach der Erleuchtung seines Gewissens zu le - ben , genörhiget , sich einige Jahre nach der Widerrufung des EdictS von Nantes nach Bern zu begeben . Seine herausgegebenen Bücher sind vortrefflich , und sie haben ihm viel Ehre gemacht . Er ist es gewe , fen , der die Explication nouvelle et mechanique des adtions animales , zu Paris im >678 Jahre gedruckt , La Chyinie naturelle , . 011 tion chymique et mechanique de la nourriture de 1' Animal , in drey Theilen zu Paris gedruckt , der erste 1681 , und die zween andern >687 ! und Hiftoire de 1' Animal , ou la Connoiflänce du Corps anime par la Mechanique et par la Chymie , 1687 ZU Paris gedruckt , gemacht hat . Die Tagcbuchschreiber haben mit Ruhme davon geredet . Siehe Apparat , ad Hifior . Litterar . de« Herrn von Beughem , auf der 128S . des ITH . und die 107 S . des II Th . *
* Herr Duncan , der gegenwärtig den 9 Hornung 1726511 London net , hat verschiedene Werke , und unter andern Avis falutaire a tont lc monde contre l'Abus des chofes chaudes , et particulieremnt du Cafte , du Chocolat , et du Thee in 8 . zu Rotterdam 1705 , und Chynüae turalis Specimen in 8 . zu Amsterdam 1710 herausgegeben . Zusatz z« der amsterdamer Ausgabe .
Casalpin ( Andreas ) Lateinisch Laesglpinui , ist einer der geschicktesten Manner so wohl in der Weltweisheit , als Arzney« kirnst gewesen . Er war von Arezzo , und lehrte lange Zeit zu Pisa ; worauf er erster Leibarzt bey dem Pabste , Clemens dem VIII . geworden . Er ist den 2z des Hornungs 1603 in einem Alter von vier und achtzig Jahren gestorben b . Er ist von dem dentlichen Wege der Peripatetlker in vielen Dingen abgegangen ( A ) , und deutsch zu reden , so ist er in Ansehung der Mennun - gen ein sehr böser Christ gewesen . Er hat geglaubt , saget man , daß die ersten Menschen auf eine solche Art hervorgebracht worden , wie sich verschiedene Philosophen eingebildet haben , daß sich die Frösche fortpflanzten ( ß ) . Wir wollen untersuchen , ob man ihm diese Meynung beymessen sollen . Seine Grundsätze sind nicht sehr von des Spinosa seinen unterschieden ( X ) . Wir werden unten die Titel seiner Schriften sehen ( D ) . Ein neuerer Schriftsteller rechnet ihn unter die größten Geister , die man jemals gesehen hat c .
Daß hieße den Casalpin eines sehr kostbaren Ruhms berauben , wenn man mit Stillschweigen übergienge , daß er den Um - lauf des Blutes erkannt hat ( E ) ; die Beweise davon sind so klar , daß man sie durch keine Spitzfindigkeit vernichten kann .
5 ) Witte Diar . Biograph , t ) Bibliographia curiofa beym Telßier , Eloges des
m ) Aus Thuans CXXIX B . pag . m . iooj .
Hommes Savans Tora . IL pag . 550 .
( A ) ( B ) igt hat geglaubt , daß die ersten LNenschen auf eine solche Art hervorgebracht worden , wie sich verschiedene Philosophen eingebildet haben , daß sich die Frosche fortpflanzten . ] Man lese diese Worte Saldens in Otiis Theolog . 64 S . Referendus huc . . . Andreas Caefnlpinus , Medicus Romanus , qui primos et vetuftiffimo * homines , inftar murium et ranaruin , ex putri materia faftos eile , pronunciauit : adoptato procul dubio eo errore ex Democriti Abde - ritae hypothefibus , cui ex aqua linioque primuin vifum eft , homines procreatos efle . Non multum abludente etiara Epicuro , qui credi - dit , limo calefadto vteros nefcio quos radicibus terrae increuifle , et infantibus ex le editis ingenuum ladlis humorem , natura miniftrante , praebuifle , hosque , ita educatos et adultos , hominum genus procrc - aile . Man konnte dem Demokrituö und Epikur noch zweene andere berühmte Philosephen , den Anaxagoras und Archelau« , beyfügen : siehe oben in der Anmerkung ( B ) des Artikel« Archelaus , der Philosoph : dieß Härte gedienet , mehr Belesenheit , aber nicht mehr Richtigkeit zu zei - gen . Der gute Saldenus hat die Originalien nicht wohl zu'Rathe ge» zogen , und vermuthlich har er die Quelle , den Eäsalpin betreffend , nur von weitem gesehen . Ich habe dasjenige in den Schriften dieses Philo - sophen gelucht , was Gelegenheit gegeben haben könnte , ihm diese Mey - nung beizumessen , und ich habe darinnen ein großes Versehen gesunden . Ich habe gefunden , daß er bey Beurtkeilung der Grundsähe des Ari - storeles feste sehet , daß alles , was von Samen entsteht , ohne Samen her . vorgebracht werden könne , quaecunque ex femine fiunt , eadem fieri pofle fine femine ; dieß ist der Titel der ersten Frage des V B . allein er sager anfänglich , daß er nicht glaube , daß weder die Seele des Menschen noch der Tbiere eine verdorbene Materie zum Ursprünge haben könne . Ein wenig hernach machet er einen Unterschied unter der ersten Hervor» briiigiing der Thier ? und der andern Wesen , und ihren Nachkommen . Ersetzet voraus , daß bey dem Anfanae die erste Hervorbringung von der ersten Ursache entstanden ; und daß sich nach diesem die Gartungen , ver , mittelst auf einander folgender Zeugungen erhalten , und daß die Her - vorbringung der einzelnen Dinge , sie mag entweder von einem Saa -
men ,

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