Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5204

Cerisantes .
I2Z
»»kerey getrieben , womit sie sich zum Nachtheile ihres Residenten über - „ haust gesehen , und nicht allein gewollt , daß er seine Bedienung an dem „ französischen Hofe fortsehen sollen , wie ich bereits gesaget habe ; sondern „ auch überdieß sein Verfahren gegen den Herzog von Candale gebilliget »»Hot . „ Schubschrist > - S . .
( C ) t\Xan leugnet , daß ihm die Roniginn von Schweden sei - nen Abschied gegeben bat . ] „ Dieß ist noch eine Unwahrheit , wenn » . man saget , daß die Königinn von Schweden dem Herr» von Ceri - „ santeS seinen Abschied gegeben habe , weil man durch einen Brief be - „ weisen kann , den er an den Herrn von S Helena , seinen Bruder , von „ Stockholm unter dem - 8 April >646 geschrieben hat , und der in seinen „ Händen ist , daß er seinen Abschied selbst genommen , und ohne Vor - „ wissen der Königinn , seiner Gebietherinn , nach dem französischen Hose „ abgereiser ist Ich will diese , ohne Urlaub , unternommene Reise weder „ verlheidigen noch entschuldigen ; denn es ist ganz gewiß , daß man ihm „ mit Recht seinen Proeeß machen können . Es sind dem Herrn „ von Cerisantes die gefährlichen Folgen dieser Reise nicht unbe - „ könnt gewesen ; weil er aber erfahren hatte , daß mächtige Freunde des „ Grotius sein Glück zu untergraben suchten , aus . hasse , daß ihn der Herr , . von Cerisantes , wie sie glaubten , ausgestochen hätte , so hat er quitt oder „ doppelt gespielt , und seine Reise gewagt , seiner Partei ) durch seine Ge - „ genwart ein Gewichte zu geben und einen Posten zu verlheidigen , den „ seine Feinde so wütend angriffen ; oder sich lieber unter dessen Untergänge „ zu begraben . Es ist auch aus dem Abschiede selbst ganz augenscheinlich ,
„ den der Herr von Cerisantes von der Königinn , seiner Gebietherinn ,
„ erhalten hat , daß sie sehr vergnügt mit seinen Bemühungen und Un - «terhandlungen gewesen , und gewünscht , ihn in ihren Diensten zu be - „ halten : denn es wird in diesem Abschiede mir ausdrücklichen Worten „ gelaget , daß er denselben gefordert , um fein Glück an einem andern „ Orte zu suchen ; und daß er , so lange er ^Angelegenheiten ihrer Krone „ unter Händen gehabt , sich derselben mit allem Fleiße , aller Treue und „ Geschicklichkeit entlediget hätte . Der Brief des Herrn Chanut , dessen „ ich bereits zweymal gedacht habe ? bekräftiget eben diese Sache , indem „ er saget , es habe ihm die Königinn aus ihrem eignen Munde versichert ,
„ daß sie dem Herrn von Cerisantes in ihren Diensten zu behalten , ihm „ ein Regiment oder ein jährliches Gehalt , nach seiner Wahl , angebolhen „ habe . Ebendas . 15 und f . S .
( 0 ) man leugner , daß er in XZeapolis den Titel als Gesandter geführer . ) „ Alle Franzosen , die zu gleicher Zeit in Neapolis gewesen „ sind , können bezeugen , daß er sich daselbst bloß , als ein Bedienter des „ Koniges , zu erkennen gegeben , welche« auch mit deii Nachrichten , da - „ von die Frage ist , auf der >>6 S . und mit den Nachrichten des Gra - „ fen von Modena , im II Bande auf der 25 ? S . übereinkömmt - - .
„ Als ein solcher hat er Recht gehabt , den Rath zu versammeln , und da - „ bey solche Korschläge zu thun , die er für dienlich erachtet : weil er hierzu „ besondere und auch allgemeine Verhaltungsbefehle gehabt , die Hand - „ lungen des Herzogs von Guise zu beobachten und von seinem Betragen „ Bericht zu erstatten ; angesehen seine Absichten , von Rom aus , den ftan - „ zösischen Staatsbedienten sehr verdächtig geschienen . „ Ebendaf . ; S .
Der Urheber der Nachrichten saget , daß sich Cerisantes in der Messe und bey öffentlichen Geprängen dem Herzoge von Guise zur linken Seite stellen wollen , welches aber der Herzog nicht gelitten und ihm übel be - gegnel hat . Der Vertheidiger antivortet auf der , y »nd 20 S> daß er niemals von diesem Streite habe reden hören , und daß Cerisantes bey dem Puncte der Ehre so zart lind brav gewesen , daß , da er seine pfindlichkeit weder durch eine verziveifelte That , »och durch seine Abreise von Neapolis ausbrechen la»en , man gewiß glauben könne , daß ihm der Herzog von Guise die Schimpfwort ? nicht gesager , davon man in seinen Nachrichten redet . Die ganze 20 ? Seite , sehet er auf der 2 , Seite dazu , ift voller Lästerungen und schimpflicher XVorte , welche keine Antwort verdienen , " weil man leicht erkennen kann , daß sie der Neid ganz allein in die Feder vorgesagt hat , und daß die sünde de» - HerrnCerisantes diese gewesen , weiter der parrey des Marquis von Fonrenai Mareuil , damaligen Abgesandten von Frankreich in Rom , ganzlich ergeben und allzu scharf sehend ge ,
»vesen , um sich von den Runstgriffen des - Herzogs ins NeR cken zu lassen . Jedoch ich muß nicht unterlassen , zu sägen , daß die / ( . asterunge» eines mir L . eidenstbafren eingenommenen prin - zen dem Befalle der Cardinälevon Richelieu , Xftajatin , €5 . <£e , cilia , des Ranzlers Grenstern und der andern Regenten in Schweden , de« Bischofs von Anger , de« Herren von Fonrenai , der - Herren von JLyonne und Chanut , und vieler andern jverso , nen von Stande und Verdienste , nicht die lVage halten können , welche den - Herrn von Cerisantes mit ihrer - Hochachtung beehrt und für nicht« weniger , als einen Narren , Träumer und Unbe - sonnenen gehalten haben .
iE ) Und daß die Ursache und Umstände seiner Gefangenschaft treulich angesühret werden . ] „ Hier ist seine Historie , wie ich sie von „ seinem Kammerdiener erhalten habe . , , ( der Verfasser der Schutzschrift saget auf der iy © . daß er eine ausdrückliche Reife »ach Paris getha» ,
um bey dem Kammerdiener des Verstorbene» , der kürzlich m«s Neapolis ^
zurück gekommen , von allem Erkundigung einzuziehen , »vas dem Herrn den aufgeweckten Röpsen , die sich bey dem Menage vi rjämmler , Cerisantes , seinem Herrn , seit seiner Abreise ans Schweden , sowohl an zur Unrerbalrung gedienel haben . ] Der Vertheidiger belehret uns den Höfen des Königes von Pohlen , des Großherzogs von Moscau , und auf der 36 S . daß er sein Manuscripr nicht aus dem Untersten des Kaisers , als auch ins besondere zu Rom und Neapoli« begegnet war . des Rastens hervorgelangt habrn würde , wohn , er es verwiesen Er sehet auf der 26 S . dazu , daß dieser Kammerdiener ein sehr ehrlicl ) er gehabt , wenn sonst Niemand , als derVersMr von den Nachrichten des Mensch gewesen , und von den , Herzoge von Guise selbst für so brav er - Herzvgsvon Guise , vom Cerisantes «eigeredetI , atte . Sein rrsterGe - kannt worden , daß er ihn , nach dem Tode des Cerisantes , zum Cornette danke war gewesen , die Schuhjchrist herauszugeben ; allein er hatte de» aemacht . j . . Der Herzog , welch« den Herrn von Cerisantes im Ver - Vorsatz geändert , da ihm - seine Freunde vorgesteller : I , daß diese Nach - dachte hatte , daß er ihn an dem französischen Hofe , und bey dem Mar , richten , welche zwar als ein wovige , cl ? r , ebcncr und tudigev Ro . 'guis von Fonrenai in Rom , sehr angeschwärzet hätte , besuchte ihn man angesehen ^nfrjwng der meisten darin .
„ geben , daß er mit keinem Menschen , wer es wäre , Umgang haben „ konnte . Einige Tage darauf , da der Herzog wieder zu sich selbst kommen war , ließ er seine Wache abgehen ; und schmeichelte ihm . ncch - „ dem er sich bey gemeldtem Herrn von Cerisantes wegen seines harten „ Verfahrens entschuldiget , und die Schuld davon boshaften und übel - „ gesinnten Leuten beygemessen hatte , die ihn durch listige Gründe wider „ ihn verhetzet , auf eine solche Art . ( denn er ist für eine» Meister in der Kunst gehalten worden , sich die Wohlgewogenheit der Leute zu gewinnen , und sie zu fesseln , wenn er es Willens gewesen , ) „ daß sie seit dem alle , „ zeit in gutem Verständnisse gelebet , oder doch wenigstens sich so gestellet „ haben . „ Apolog . manuferite pag . 23 .
( F ) Man beklaget sich über einige Verdrehungen der U ? ahr - heit , wegen seines Todes . ] Der Herzog sparet hier , nämlich auf „ der 374 und S . wie an vielen andern Orten der Nachrichten , die „ Wahrheit ; denn ich weis von guter Hand , daß der Herr von Cerisantes , „ da er bereits sein Gerärhe einpacken lassen , nach Rom zurück zu gehen , „ wohin er zum Kämmerlinge bey dem Pabste Iimocentius den , X , ( Der Vertheidiger beklaget sich auf der z , Seite , daß man davon in den Nachrichten des Herzog« von Guise nicht geredet habe ; er ta - delt dieses Stillschweigen , als eine Unterlassungssnnde . ) „ berufen „ worden war , von dem Herzoge inständig gebethen worden , feine „ Reise bis nach dem allgemeinen Angriffe zu verschieben , welchen er auf „ alle feindliche Posten zugleich zu thun Willens gewesen ; welches ihm „ der Herr von Cerisantes ohne Mühe verwilliget , indem er erstem war , „ eine Gelegeicheit zu finden , Ruhm zu eriverben . Und er hat in der „ That sich bey dem Angriffe von der Seite von Chiaia , nach dem Be - „ richte vieler Personen , welche Augenzeugen dabey abgegeben haben , mit sei , „ ner Tapferkeit außerordentlich hervorgethan : welches auch mit einer „ öffentlichen Zeitung von Paris , unter dem , 2 April 1648 , bekräftiget „ werden kann , davon der Auszug in einem Briest enthalten ist , den „ Herr Raußin , Secretär de« Herrn von Cerisantes , nach Saumur an „ de» Herrn von S Helena , den >8 des Maymonats 1648 , aus Paris „ geschrieben hat ; wo ihn besagter Herr von Cerisantes , wegen einiger „ Geschaffte gelassen hatte , so wie solches nach diesem von den , Kammer - „ diener , von welchem ich kurz zuvor geredet habe , bestätiget worden . - - „ Obgleich die Geschichtschreider für die Wahrheit alles desjenigen chen schuldig sind , was sie in ihre Schriften setzen , und ihre Fehler keine „ Entschuldigungen leiden : so will ich doch die Falschheit nicht hoch auf - „ mutzen , die sich in den Nachrichten wegen der Stcrbenszeit des Herrn „ von Cerisantes findet , weil sie nichts nachteiliges enthält , und für ei , „ nen sehr unschuldigen Jrrthum gelten kann . Ich will nur sagen , daß „ die Posten den 12 Hornung 1648 , angegriffen worden , wie die Nach - „ richten sagen , und daß er drey Tage hernach gestorben ist ; dieß ist oft „ fenbar falsch , weil sein Testament den 27 desselben Monats unterschrie - „ ben , und er de» ersten oder andern Tag darauf , »ämlich den - 8 oder 29 „ gestorben ist . Hiermit kömmt auch das von mir erwähnte Zeitungs« „ blakt überein . Diejenigen , welche von dem Leichengepränge haben re - „ den höre» , welches dem Körper des Verstorbene» unter einer zahlrel - „ eben Begleitung und mit Betraurung aller KriegsbefehlshaL^r und SM - „ dalen , der ealabrischen Kriegsvölker , der französischen Edellnu * und de« „ ganzen Volks gehalten worden , werden daraus eine unfehlbare Folge - , . rung von dem Verdienste dieses Edelmanns ziehen . , , Ebendas . 25 , «^ S . Diese letzte Sache scheint als eine Unterlassungssünde angemerkt zu seyn : es ist wahr , daß man keine eigentliche Klagen , wie in diesen Worten , auf der 31 S führet . Die Nachrichten des - Herzogs von Guise sagen nichts davon , daß der - Herr von Cerisantes von dem Volke in Neapolis dermaßen geliebt worden , daß er ihm ein schone» L . andbaus etliche Meilen von der Sradr gegeben , wo seine Die - ner etliche Tage nach seinem Tode geblieben sind .
( G ) Und man verwirft dasjenige , als fabelhaft , was seinTesta , mcnr betrifft . 1 „ Der Verfasser der Nachrichten beschließt , das Werk zu „ krönen , feine Lästerungen mit der allerseltsamsten Unwahrheit , die jemals „ ein Mensch vorgebracht haben kann , wenn er saget : daß der Herr von „ Cerisantes , feine Eitelkeit aufs höchste zutreibe» , den Herzog zum Voll« „ streckte seines lebten Willens erwählet habe , mit dem Z» ! ahe ; daß er „ an Stiftungen , Schenkungen , oder gottseligen Vermächtnissen , mehr „ als fünf und zwanzig tausend Thaler vermacht , ob er gleich nichteine» „ Ortöthaler im Vermögen gehabt , ( dieß sind die eignen Worte der „ Nachrichten . ) Dieß kann durch eine Ablchrist des Testament« , welche „ der öffentliche Schreiber , der es gemacht , selbst verfertiget hat , und in „ den Händende« Herrn S Helena ist , gan ; leicht der Unrichtigkeit über - „ führet werden . Man kann in diesem lehten Willen sehen , daß Signor „ Carlo Carola zum Vollstrecker desselben emenner ist , und daß die Ver - , , mächtnisse , Schenkungen und Stiftungen sich nur aus fünf hundert „ und fünfzig Duralen belaufen : überdieß verordnet er , daß der Werth von „ den 8° Tonnen Wein , welche besagtem Verstorbenen zugehörer , von dem „ Vollstrecker zur Auszierung der Kapelle der heil . Anna in der Carme - „ literkirche zu Neapolis , in welcher er seinen Körper begraben haben wol - „ len . und zur Verfertigung eine« Grabmaals verwendet werden sollen ,
. . welches weit unter 25000 Thalern ist . Ebendas . 27 , - « S - . _
( H ) <£3 erhellet aus dem J & ncbe , I^ensgis^ bettttlt , daß sie
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„ ihm von seinen Verrichtungen keine Reche»sä ) ast abzulegen hätte , nicht Mami & mte ' " ^weiqm . Hier ift nock ein >f <1 =
„ anders , als mit Gewalt , aus den Händen geben würde . 9 Sie kamen MenäAauf d ? ^ " " " " ab / Zt ? ? £ , °° "
„ hierüber von bevden Seiten zu hatten Worten , und der Herzog gerieth der - Herr vonCerifc™ " * ' h^discher Ausqabe c^An Öc "
l° unmäßige Hihe , daß er ihn von leiner Leibivachr in VerHaft discher Rcside . ite^^ " ^ . ^m er seiner ÄedlcnunaÄ
«nehmenjj^^ind derselbe» Befehl gab , dergestalt Achtung auf , hn zu gesaßt , ein Türke " u weSen in^ev " ^ wor0en' 5« ©äffi
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