Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5183

Cerisantes .
h . Johannes , der niemal« ins Bad gegangen , eines Tages von dem hei - ligen Geiste getrieben worden , dahin zu gehen . Allein da er erfahren , daß der Ketzer Ebion darinnen wäre , so harre er die Ursache der gehab - len Eingebung erkannt ; er hat erkannt , daß ihn der heilige Geist zu die - fem Gange angetrieben , um ihm eine Gelegenheit zu geben , öffentlich sehen zu lassen , wie hoch man die Wahrheit schätzen , und mit was für Unterschiede man den Freunden Gottes , und den Werkzeugen des Ten - ftlS begegnen müsse . Er hat also geseufzet , und mit so lauter Stimme ausgesprochen , daß es alle hören können , die da gewesen : Eilet , meine Vrüoer . lasftc un . - i von hinnen gehen , aus Furcht , Sas Bav mochte einfallen , uns uns mir Oem Ebion , wegen seiner Gottlosigkeit 5cr - schmettern . Epiphan . adu . Hacref . ninn . zv . p . 148 . 149 . Baronius saget aufs 74 Jahr . Rum . ? , um den h . Irenaus , und den h . Epipha - »>ius zu vergleichen , daß vielleicht Cerinthus und Ebion beysammen in diesem Bade gewesen wären ; allein Tillemont , Memoires de l'Hiftoire Ecclef . 'Tom . I . p . 1085 . Brüßler Ausgabe , bemerket , Saß es unnäthig wäre , xu Vieler Mmhmqßung Zuflucht ; » nehmen , weil es nichts seltsames wäre , daß sich der h . Epiphanius in der - Historie be - rrogen . Es hat jener , saget er , auf der 924 0 . verschiedene sehr gewisse und nicht gar wichtige Umstände beygefüget . Man merke hier den Fortgang der Erzählungen : der h . Irenaus ist vermuth - lich der erste gewesen , der diese That des h . Johannes bekannt gemacht hat : er hat sich begnügt , dasjenige zu erzählen , was er davon hatte sa -
gen hören ; allein seine Nachfolger , welche seine Erzählung allzu ckend gefunden , haben Verbrämungen dazu gesehct . Sie haben nicht geglaubet , daß es dem Gedächtnisse dieses Apostels rühmlich wäre .
wenn man von ihm denken sollte , er hätte in einem öffentlichen Orte ge - badet ; weswegen sie bejaheten , er hatte es niemals gethan , und wofern er ja einmal den Vorsatz gehabt , so wäre es auf einen Befehl von oben geschehen . Also hat man nachgehends eine Ursache der Eingebung su - chen müssen , man hat sie in der Wichtigkeit gesunden , den Glaubigen wissend zu machen : daß sie vor den Feinden der Wahrheit einen Abscheu haben , und glauben sollten , es sey die göttliche Gerechtigkeit allezeit be - reit , große Exempel der Schärfe an den Erzketzern zu zeigen . Weil es aber von keinem Nutzen zu sey» geschienen , wenn man die Leser in den Ge - danken ließe , daß sich der h Johannes ohneNoth gefürchtet , oder daß die in feinen Worten versteckte Drohung eitel gewesen : so hat man für lich erachtet , vorzugeben , daß der Erzketzer , n»t welchem er sich nicht ba - den wollen , von dem eingefallenen Gemäuer des Hauses zerschmettert worden . Nunmehro wollen wir sehen , was die folgenden Zeiten den Verbrämungen des h . EpiphaniuS beigefügt haben .
Ich bekenne offenherzig , daß ich diesen Zusah niemals gesehen gehabt , als ich ihn aus einem Briefe des gelehrten ReniesiuS erfahren habe ; «llein ich habe ihn seitdem in verschiedenen Schriftstellern gesunden , die er nicht anführt . Er redet davon , nachdem er beobachtet hat , daß die zur selben Zeit lebenden Schriftsteller nicht gesager , daß Friedrich Rothbart , von dem Pabste mit Füssen getreten worden ; allein daß ihr Srillschwei - gen ihre Nachkommen dennoch nicht verhindert habe , diesen Umstand zu erfinden , und denselben ungescheuet zu bejahen . Similis huic hiftoriae interpolatio temeratioue , setzet er im LVII Br . an den Nupertus , $20 . 521 S . dazu , conimiflä eft ab illis , qui ( iue Ebionem fiue Cerin - thum , ( variant enini ) Ephefi ruina balnearum , inquibus difputaret xna cum auditoribus fuis oppreiliim efle narrarunt , cum enim legif - fent apud Iren . L . 3 . c . 3 . Epiphan . hacr . 30 . Eufeb . L . 3 . Ecclef . c . 23 . et L . 4 . c . 14 . e relatu B . Polycarpi , S . Ioannem Euang . et Apoftolum , cum in balneis , quas loturus intrauerat , Cerinthnm cum Alis efle audiuiffet . Feftinate , dixifle , fratres ; Egrediamur , ne domus cor - ruat et pereamus cumCerintho , qui intus eft , inimico Veritatis ; quod timere ne fieret dixerat Apoftolus , id fa6him fic efle interpre - tati iunt . In hac culpa eft ille , qui notas marginales Epiphanio La - tino , exeufo Bafil . an . ij6o intulit : fingit enim miraculum * Itanni editum : et Victor . Strigel . qui Schol . ad Prouerb . Salom . c . 22 , tan - quam Irenaei finv adfert haec : Efrtjfo lo * nne domus fiatim col - japf * Cerinthum et turbam retiquam opprtjfit : quod veteruin et proximorum Apoftoli etCerinthi temporibus nemo dixerat . Plura eiusmodi Oratores tarn Ecclefiafticos quam Politicos peccafll * circa hiftorias , fine dubio notafti , ( fanc obferuantur quotidie ) deque iis moneri Iuucntntem verae hiftoriae et elegantiorum litterartim in - tereft . Wenn ich diese Stelle abgekürzt hätte , so würde ich vielen von meinen Lesern eine Erkenittniß beraubet haben , die ihnen gefallen wird , daß man nämlich dergleichen Verfälschungen in geistlichen und weltli - chen Rednern findet , für welchen die Jugend zu warnen , höchst wichtig ist . Ein Fehler , der hundertmal gemeiner ist , als er feyn sollte ! Ein Schriftsteller mag sagen was er will , daß man sich vor gewissen Dingen hüten solle , so wird ein andrer sagen , daß sie wirklich geschehen sind . Böse und schimpfliche Nachahmung der Zeitungsschreiber ! Es ist eine Stelle in diesem Wörterbuch ? , ( das Ende der Anmerkung ( A ) , zu dem
121
Artikel ^irgilius , Bischof von Salzburg , ) wo ich gesagt habe , baß Zei . tungsschreiber , welche Briefe gesehen , worinnen gemeldet wird , daß sich die Kriegsmacht von ihrer Parrey fertig machet , eine Stadt zu belagern , versichern , daß die Belagerung schon wirklich ihren Ansanq genommen Hat . Vielleicht hat sich Reinesius nur der zween Schriftsteller erinnert , die er anführet : einer ist derjenige , welcher Randglossen zu dem h Epi , phaniuö gemacht hat ; der andre Vietorin Strigelius ; allein hier sind noch etliche andre . Der Bruder Bernhard von Luxenburg erzählet , es versichere der ehrwürdige Beda , daß der H . Polykarpus erzähle , ( es ist nicht wahr , daß es der h . PolykarpuS erzählet , der h . Jrenäns saget nnr , daß man eS ihn habe sagen hören . Dieß ist schon eine Verbrämung . ) wa« der heil . Johann gesagt und gethan hat ; und daß der Einfall deS Bades , so bald der Apostel hinaus gewesen , den Cerinthus zerschmet , tert habe . De ifto Cherinto dicit Beda fuper epiftolani loarrn . na» rat enim de illo , fcilicet Joanne , auditor eins fancliflimusviretmar - tyr fortiflimus , Polycarpus Smyrneoium Antiftes , quod tempore quodam cum apud Ephefum balnea lauandi gratia fiuflet ingreflus , et vidiflet ibi Cherintum exire , contintio dilcclfit non lotus , di - cens . Fugiamus hinc , ne balnea ipfa nos corrunipant , in quibus eft Cherintus inimicus veritatis . Quo eerefio , balneum cecidit , et haereticum cum fuis oppreflit . F . Bernhardiis Lutzenbtirgus in Ca - talogo Haereticorum , voce Cherintiani . PrateoluS versichert , es be - richte der h . Jrenäus im III Cap . des III B . wider die Ketzereyen , daß der heil . Johannes den CerinchuS im Bade angetroffen , der mit seinen Gönnern heftig gestritten , und verwegen als ein Gotteslästerer geleug - net , daß Jesus Christus Gott gewesen : der h . Johannes ist ausgestan« den , und hat seine Freunde ermahnet , mit ihm fortzugehen , weil Gott diese unbesonnenen Gotteslästerungen bald strafen würde . So bald er hinaus gewesen , ist das Haus eingefallen , und hat den Cerinthus mit seinem ganzen Anhange erschlagen . Man kann glauben , daß Prateo - lus , eine so schönen Stelle , ohne Anbringung seiner Sittenlehre , wider die Urheber der Seeten , nicht vorbey gelassen haben wird . Man lese alles , was er vorbringet : Quod vero temporaneus fandto loanni Euangeliftae fuerit , teftatur Diuus Irenaeus , Iib . 3 . aduerfus haerefes cap . 3 . cum de Beato Polycarpo loquens , ait , venifle aliquando in neum Ioannem , et illic reperifle Cerinthnm haereticum vna cum confortio fuorum fedentem , inter quos Cerinthus acerrinie difputa - bat , impudenterque blafphemus negabat , Chriftum Deuin efle . At - que furgens Iohannes monuit amicos fuos , qui ei allidebant , vt vna fecum abirent : nam non velle Deuin amplius ferre blafphemias tarn impudentes . lllico vero cum egreflus eilet , collapfa domus , Cerin» thum cum fua cohorte exftinxit . Ex quo licet videre horrenchnn exemplum diuinae vltionis et vindiftae in eos , qui manifefta iropie - tate nomen Dei et eins fanam doftrinam blafpheinant , non verentes feftas perditionis introducere ; et quam ira diuina illos non patia - tur tan dem inultos . Pratcohis , in Elencho Alphab . Haeretic . pag . m . 128 . Man fuge diesem Latein die Worte Tillemont« , aus dem Me - moires de l' Hift . Eccl . Tom . I . p . 1085 . bey : Feuardent führet wi , der die Ä . uciferianer an , daß das Sad wirklich eingefallen sey , und den Cerinthus jerfebmettert habe . Ich habe dieserwegen diesen ganzen Tracat durchgelesen , und nicht» dergleichen dar , innen gefunden . Ich habe ein Ketzerregister , welches von einem de»t - sehen Prediger , in Forme eines Catechismus gemacht ist , ( Ioanne» Pontanus , Ecclef . Regiomont . in Neomarchia Paftor , et Vicinarum Infpedor , in Catalogo Haereticorum , fol . E . 3 . verfo . Dieses Buch ist im 1615 Jahre in 12 gedruckt worden , ) und so lautet die Antwort , die ich auf diese Frage , Quomodo periit Cerinthus ? finde : Ruina balnei op - preflus : Cum enim Iohannes Euangelifta , cum difeipulis fuis , Ephefi , lauandi caufl'a , in balneum vemflet , ac vidiflet , intus efle rinthnm , refiluit inde ftatim , ac dixit : Difcedamus cito , ne ruina balnei opprimamur , cum intus fit Cerinthus , hoftis veritatis . Id quodetiam , difeedente eo , fadlum eft . Vt exprimitur in verfibus Strigelii :
Impia Cerinthus Qn6to conuitia Chrifto Dum facit , et ftulta garrulitate fiint :
Concidit et rapido blafphemum contudit i<äu ,
Collapfae fubito fafta ruina domus .
Mierälius ist eben nicht aufmerksamer , die Originalien zu Rathe zu zie - hen , ob er sie gleich anführet : man sehe folgendes : Ephefi , Irenaeo tefte lib . 3 . cap . 3 . et balneo egreflus ( Ioannes ) Cerinthnm haerefi - archam vidit aedium ruina obrui . Micraelii , Hift . Ecclef . Syntagm . pag . in . 223 . Jttig scheint zu glauben , daß PrateoluS der erste geive - sen , welcher der Erzählung des JrcnäuS dasjenige bengefügt hat , was den Einfall des Hauses , worinnen sichCerinthus gebadet , betrifft . Ittigius de Haerefiarchis I et II Saeculi , pag . , 8 - Ausgabe von 1690 . Es ist gewiß , daß diese Verbrämung alter als PrateoluS ist .
Censantes , «n sehr
Zuiaßen des Moreri : allein man lasse sich m nehme die Beobachtungen wohl in Acht , die ich a von S . Helene zween oder drey Monate
» , _ J CnanfRmSm m'ni . w Q^l'r hi'rniirl^ , 111
liger und herzhafter Edelmann im XVII Jahrhunderte . Man findet seinen Artikel in den se sich nicht von den Lügen verführen , die sich daben eingeschlichen haben mögen , und man l , die ich anführe . Sie sind aus einer geschriebenen Schutzschrift genommen , die mir der Herr von S . Helene - zween oder drey Monate vor seinem Tode aus London zugeschicket hat . Er hat fic für den Herrn von santes , seinen Bmder , einige Zeit hernach aufgesetzt , als die Nachrichten des . nerzogs vo " Gu . se ersch - ' " ' " ^ " d - Der Heru von Cerisantes ist in diesen Nachrichten sehr miöhandelt worden ; allein der Verfasser der Schußschriit bchau^^asi & Lästerungen find die aller Wahrheit ermangeln . Er glaubet nicht . daß der Herzog von Gu . se der Urheber d - sv Wertes ist , . . „ d er hat d - n^errn von Sanction h in Verdacht : daß eres geschmiedet , oder nur dem»enlgen auegej t hat , was fabelhaftes > ist . sowohl wegen deo außerordentlichen Lifero gegen seinen Herrn , als . - - kln Gnicd angenehmer f «nd aefcbicf tcV zu machen / von dem Buchhändler theuer bezahlt zu werden . Er widerleget anfangliä ) verschiedene verächtliche ^ . - Äck maen deren man sich gebraucht , und den Vorwurf eines geringen H«rkomme , iS^^ ) . Er bemerket den Zwist des dem Herzoge vonCandale ; allein er behauptet , daß man d . e vorbringe ( H ) . Er ( Ernjonf«im« / wenig bochmütbig gewesen , und daß ^ vttlle chc seinen Hochmurh etwas zu wen getr«e - leugnet md / t , K " « wenn dergleichen Mangel bey fcmand ^u'd . gung finden kann , so könnte er ihn , den habe , allein , . der von Person wohl gemacht , geistreich , gUchrr IN den sihonen Wissenschaften und c - it : . « . : . . . . . firiene . und endlich die ( vaben . die einen Menschen in der LT
m werden , - - - der von Person wohl gemacht , S " ftr - , ofe . Man faget er habe die fthwedischen Dienste verlassen , um se«nem gefaßten Entschlüsse , die Reli !
übersehen werden gemein sowohl . . hatte . Man leu vom französischen II Dand .

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.