Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
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Cauliac .
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Ebendas » ) Siehe Enfer de Dante , chant . X . f ) Siehe sein Lob auf der z ; > S . de« l Th . der Notizie intorno a gli Huomini illu . ftri dell' Academia Fiorentina de Mr . Rilli . g ) Thuan . Libri XXXIV . p . m . 684 . b ) Ebendas . . ij Er versteht ohne Zweifel den Guido Caoalcante , dieses Artikels .
( A ) ( Bin flovcntintfcbec «öelmann . ] Man liest in einem fe , der den , 4 April , > ; 8' . aus Rom , vom Alfonjo Cecvarelli da Beva - qua geschrieben ist . daß eine vor ungefähr zwey hundert Jahren bene Chronike die Familie der Cavalcanri fthr alt machet . Er steht in dem Bande , welcher betitelt ist : Lettere Storiche , Politiche , ed Erudite , raccolte da Antonio Bulifon , im Jahre 1685 gedruckt . Le dico che le poflb mottrare - - - vna Cronica manofcritta di un Giovanni , Figlivolo del Conte Nicolo de Barbiano , fcritta circa a 200 anni fono , dove fi tratta a pieno delle Fainiglie di Firenze fecondo l'Iftoria fcritta da Piero Canigiano nel 1103 , e della Fami - glia de Cavalcanti dice che hebbe la fua prima origine della nobi - lifhina ftirpe Steelefia de Gotti , da Ariberto Cavalcante Steelefio , e che furono padroni de Pefcia con titolo di Conte . Lettere che , etc . p . >8z . >84 . Eben diese Chronike saget : daß Ansaldo , welcher der Stammvater des Hauses von Medicis ist , sich im 806 Jahre in der Stadt Florenz niedergelassen , und sich mit Jrinien Cavalcante verhei - rathet habe . Der von mir angeführte Brief gebeutet einer andern nike , nämlich des Antonio Manetti , die nur etwas weniges von dieser Familie gesaget hat . vi cafa Cavalcanti dice molto poco , e tocca l'origine di quefta iniperfettamente e con poche parole . Ebendas . 185 S . Man merke , daß Michael Pocciantius , wenn er von unserm Guido Cavalcante redet , denselben aus keinem alten Geschlechts let ; allein er beobachtet eine Sache , welche bezeuget , daß er eine angese - Hene Person gewesen . Die Haupter der Handwerker , saget er , haben ihn verbannt , 'weil er der Partey der Weisen gefolget ist . Er ist wie - der zurückgerufen worden , und im Jahre 1300 gestorben . Ex Michaele Pocciantio de Scriptis Florentini» , pae . 77 . Man merke , daß er ihn Calvacanrhius nennet , und daß er auf der - 6 S . da er vom Bartho - lomäus redet , Cavalcanthius saget .
( » ) Seine tiefsinnigen Setracbtungen . wie man saget , haben ) um Zwecke gehabt , aus ; ufinden , Saß keinGorr sey . ) Ich will treuherzig bekennen . daß ich folgende Stelle nur dem Balzac abaeborgt habe : ? erciocke alcuna volta fpeculando molto aftratto da gli nno - mini deveniva , fi diceva tra la gente volgare , che qiierte lue fpe - culationi erano folo en cercare fe trovar fi potefle che Iddio non fofle . Balz . Lctt . 57 . I - VL p . 256 . Part . I . der Ausgabe in Folio .
( C ) Man wird sie hier unten etwa« wcitlaliftiger finden . ^ Boccaz erzählet , daß in Florenz verschiedene lustige Kränzchen ge - wesen . welche aus wohlhabenden Leuten bestanden , die nach der Reihe ein Gastgeboth gegeben , und daß de« Herrn Bette BruneleSki seines sich bemühet habe / den Guido Cavalcante an sich zu ziehen , und zwar nicht ohne Ursache : „ Denn außer dem , daß er einer von den besten „ Bernunstlehrern , den die Welt gehabt , und ein vollkommener natür - „ licher Philosoph gewesen , ( um welche Dinge die Gesellschaft sich nicht „ viel bekümmerte , ) so war er auch ein sehr manierlicher und ehrlicher „ Edelmann , der wohl geredet , und alle Dinge , die er vornehmen wol - „ len , und die sich für einen Edelmann geschickt , besser , als ein anderer „ zu machen gewußt , und bey diesem allen sehr reich gewesen , und jeden , der , es nach seinem Einsehen verdienet , so viel Ehre zu erweisen gewußt , als inan mit Worten ausdrücken kann ; allein Herr Belke hat eS niemals " so weit bringen können , ihn in ihre Gesellschaft zu ziehen : daher „ er und seine Gefährten gedacht , es komme dieses daher , weil Guido , „ welcher manchmal sehr nachdenkend war . den Umgang der Menschen „ vermiede , und weil er etwas von der Meynung der Epikuraer gehal - „ ten : ( Balzac hatte diese Worte deS Boccaz unterdruckt . E percio che , egli aliquanto teneva della opinione de gli Epicurii . ) so hat das „ gemeine Volk gesaget : es hätten alle seine Betrachtungen keinen an - „ dem Endzweck , als zu untersuchen , ob man finden könne , daß kein . . Gott sey , Boccace , Decameron , N011v . IX . de la VI Jonrnee , fol . in . 20J . Ich bediene mich der Uebersehunq Antons le Mazon . Ei - „ es Tages " da Herr Bette und seine Gesellschaft zu Pferde über den Platz des heil . ReparänS ritten , und den Guido unter den marmorstei - nern Grabmählern sahen , die sich in dieser Gegend befinden , so sagte der - selbe : „ Wir wollen auf ihn zureiten . Hierauf gaben sie den Pferden die Sporen , als wenn sie ihn anfalle» wollten , und waren dicht bey ihm , ehe er sie gewahr wurde . Sie redeten ihn an : Guido , du weigerst " dick in unserer Gesellschaft zu feyn , aber warum ? Wenn du nun ge - " funden hast , daß kein Gott ist . was wirst du denn mehr haben ? Gm - do der sich von ihnen umringet sah , sagte zu ihnen : meine Herren , ihr
„ schaffen , als alle andere Einwohner und Guido . Herr Bette sagte zu „ ihnen , ihr seyd ohne Vernunft , wenn ihr ihn nicht verstanden habet : er „ hat lins auf eine ehrbare Art , und in wenigen Worten , die größte Be - „ schimpfung von der Welt gesaget ; denn wenn ihr wohl Achtung darauf „ gebet , so sind diese Grabmähler die Häuser der Todten , weil man die „ Tobten darein leger , und sie darinnen wohnen , die , wie er saget , „ unser Hau« sind : um uns zu erkennen zu geben , daß wir und andere „ ungelehrte und unwissende Menschen schlimmer , als die Tobten , sind , „ in Vergleichung seiner und anderer gelehrten Leute . Und da wir also „ hier unter diesen Gräbern sind , so sind wir in unserm Hause : hierauf „ verstund ein jeder , was Guido hatte sagen wolle»« , und sie schämten „ sich deswegen , so daß sie ihn niemals mehr vexirten , und künftig hin den „ Herrn Bette für einen scharfsinnigen und verständigen Edelmann hiel - „ ten . „ Ebendas .
Wir ertappen hier den Balzac bey einem Fehler , welcher demjenigen ganz gleich ist , den wir in der Anmerkung ( I , . des Artikels Gontaut ( Carl von ) zu Ende sehen werden . Wenn er das Decameron des Boc - caz , ein bey aller Welt bekanntes Buch , angeführet hätte , so hätte man keinen so großen Begriff von seiner Belesenheit gehabt ; allein da er nicht gesaget , wo er diese Stelle hergenommen hat . so hat er gehoffer : 1 ) daß man urtheilen sollte , er habe sie in einem Stück« von geheimen Nachrichten gefunden ; 2 ) daß man ihn würde anführen muffen ; wenn man dieses Characterö des Cavalcante gedenken wollte : denn unter tau - send Personen , welche das Decameron lesen , finden sich kaum z»vo oder drey , welche dasjenige im Gedächtnisse behalten , was kein Lie - beSabentheuer oder kein kurzweiliger Possen ist . Allein die neue Zej« tung , worinnen von dem Cavalcante geredet wird , ist nicht von die - ser Art .
( D ) Sein Lied von der irrdiscben Liebe ( es fängt sich mit die - ftn Worten an : Donna mi prega perche voglio dire , ) ? von ver< sdncöcnen gelehrten Personen mit Auslegungen versehen . ^ Der berühmte Aegidius von Rom . welcher General der Augustiner und Erz - dischof zu BourqeS , und einer von den vollkommensten Scholastikern seiner ßeit gewesen , ( er ist den 22 des Christmonats , 1316 , im 69 Jahre seines Alter« gestorben , Elfius , in Encomiaftico Auguftin . p . > ; ) hat eine Auslegung über diesen Gesang gemacht . Crescimbeni , Moria della volgar Poeiia , p . 85 et - 96 . Es giebt Leute , welche glauben , daß diese« das erstemal gewesen , daß man auf den Einfall gerathen . Aus - legungen über eine« andern Verse zu machen , die in der Landessprache geschrieben sind . Ebendas . Man findet bey dieser Auslegung , in der Ausgabe von Siena , 1602 , in 8 . einige Noten von dem Celsus Cittadi - ni , über eben diesen Gesang . Ebendas Dino del Garbo , ein Florentiner und großer Philosoph , Leibarzt des Pabstes , Johanns des XXII , ist den Spuren des Aegidius von Rom gefolget , mit dem er fast zu gleicher Zeit gelebel hat : er hat auch eine Auslegung über diesen Gesang des valcante gemacht . Bruder Paol del Rosso , Jacob Mini , PliniusToma - cell , und Endlich Hieronymus Frachetta , ein Philosoph zu Rovigo , der im XVI Jahrhunderte gelebet , haben denselben gleichfalls ausgeleget , ( ebendas . 85 . 296 Seite ) und alles diese« ist gedruckt worden . Ebendas . 29 * S . Der Schriftsteller , der mich diese Sachen belehret , beobachtet , daß die italienische Poesie dem Cavalcante viel Verbindlichkeit schuldig ist , der ihr Stärke und Glanz gegeben hätte : La prole che l'a refo immortale , fono i fuoi nobiliffimi Componimenti , a i quali inolto e tenuta la Volgar Poeiia , per cioche da e£Ii rictvute non poca ro - buftezza , e fplendore . Ebendas . 8 Man merke , daß man in einem Werke des MbrsiliuS Ficinu« ( dieß ist die Auslegung , in conuiuiiim Piatonis , unter den Werken des Pia» to , p . m . 1167 . ) die Erklärung von der Lehre unsers Cavalcante . wegen der Natur der Liebe , findet . Man giebt ihm darinnen großes Lob .
( E ) Kr ist mir der Tochter des Farinara degli Uberri vcrbei .
" könnet in eurem Hause mit mir machen , was euch beliebet . Hierauf rarhet gewesen . ) Dieß ist ein Mann , welchem Dantes in der Hol - " leate er die Hand auf eines von den Grabmählern . welche groß waren , le eben dieselbe Wohnung anweist , als dem Cavalcante von Cavalcanti , " A * * s mif ki - und weicher sich zum Haupte der aibellmischen Parte» ) aufgeworfen , die
durch seine Rathschläge einen ansehnlichen Sieg über die Gnelfen in Florenz erhalten hat . Siehe den 10 Gesang der Hölle des Dantes und die Noten des Grangiers . Unser Guido hat noch gelebet , da Dantes
" und warf sich , weil er sehr behende war . mit einem Sprunge aus die „ andere Seite , und gieng , da er sich auf diese Art von ihnen loSgewi - ekelt , seinen Weg . Diese'bliebm erstaunend stehen sie sahen einander an , „ und sagten : daß er keinen Verstand hätte , und daß seine Antwort sich „ gar nicht schickte ; denn sie härten da , wo sie waren , nichts mehr zu
seinen 10 Gesang von der Hölle gemacht hat .
Cauliac , ( Veit von ) ein Arzneyverstandlger bey der Universität zu Montpellier - - , und der Urheber c . ner Hellkiinst , die sehr hock geschähet worden ( A ) , hat im XIV Jahrhunderte geblüher Er hat ju Pans unter H^Ä^H^da . Villa , erstemLei^arztePhilipPS des schönen studieret . Er . st Leibarzt des PabsteS Urban d * ^ v»nd d«i^abfag'Clemens des Vi d gewesen . Er hat sich in Montpellier in ziemlichem Alter befunden , als er ft . ne Handlungen von der He . ltunst , im Jahre iz6z , geschrieben Er redet sebr bescheiden davon , und als von einem Buche , wor . nnen er dasjenige nur men getragen , was er in guten Schriftstellern gelesen f ,
a ) Du Verdier Vau - Privas , Bibl . Fran ? . P . 5 , 9 . » ) Riolan Recherch . dcsEfchol " J * jjdicine , p 196 . - , z » ) Siehe Ein . . niim1 renouatum , p . z6» . d ) Riolan . Recherch . desEfcholes de Mediane , p . . 84 - ' ) Und nicht in , Jahre . 499 , wie Äomg in seiner
Bibliothek , auf der 178 S . versichert . / ) S GeSnerS Bibliothek , - 86 S .
„ chen geschöpft ist , mit seinem schönen Lateine vermehret und bereichert , „ welches w reine , als des Cicero seines ist , obgleich die Materien , 'ehr „ unterschieden sind . „ Riolan , Recherches des Efcholes de Mcdici . ne , p . - >z . Man hat zu Lion im 15'v Jahre gedruckt : U Chirurgie de Gui de Cauliac reftitue'e noiivcllernent j fa dignite' par Laiiren» Joubert , lequel outre fa nouvellcTradudHon a niis phifieurs belle» Annotation» cn marge . Du Verdier , Bibl . Fran^oife , p . 785 .
, * \ ( Pt . iß Qcc Urheber einer - Heilkunfk , die sehr bock ge - ™ 1 Man wurde niemals zu Ende kommen , wenn ' ^ nllir derer anführen wollte , die sie iibersebr . oder AuS -
man die Namen alle dern . verschafft haben . Siehe du Ver - gaben davon mir Noten 00 s wollen nur einige davon an -
dier , ftanzosi , ^ B'blwthek , 5^9^ ^lehrter Arzt , hat die Heilkunst
II Dand .
Caurres ,

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