Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5067

Cato . Cattho .
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Animadu . in Chron . Eufebii , p . , zz . Allein es haben mich Leute chert , die sich genau »ach der Sache erkundiget haben , daß es weder in Gllienne noch in Span - en dergleichen Eentner giebt .
Dieses hatte ich in meinem Entwarft gesager . Ich würde es in die - fem Artikel nicht wiederholt haben , wenn mir Chauvin , Prediger zu Rotterdam , nicht eine aus London gekommene Nachricht mitgetheilt hätte . »velche einige critiscl ) « Anmerkungen über meinen Entwurf ent - Man hatte ihm dieselben iiberschickt , damit er sie in sein neues zu Rotterdam angefangenes Tagebuch der Gelehrren einrücken sollen .
Ich weis nicht , ob er es thun wird : ich habe ihn gebethen , meine Ant , wort dazu zu fügen . Nachdem er nach Berlin zu einem philosophischen Lehrstuhle berufen worden , so hat er nach dem erste Abdrucke dieser Sei - te . sein Tagebuch fortgesetzt , und in den Monaren März und April 1696 , die Nachricht , davon die Rede ist , nebst meiner Antwort eingerückt .
Die eine von diesen Anmerkungen enthält eine viel wahrscheinlichere Muthmaßung , als die meinige , weaen Sealigerö Irrthum . Ich mache mir ein Vergnügen daraus , daß sich die Weit derselben zu Ruhen ma - chet , und ich rechne eSmir nicht zur Schande , daß ein andrer besser gera - rhen hat , als ich . Hier ist die Stelle derselben Nachricht .
Ich glaube , man könne murhmaßen , wie ftcb der große Sca , liger , be ? Oer Ausrechnung Oes Colossus zu Rhodis , betrogen hat , mit dessen Stücken 900 Rameele beladen worden sind .
Scaliger hat jede Ladung «00 Pfund schwer gcschant , welches , nach ihm , die doppelte . Za'f eines Maulcscls ist , und davon das Ganze auf 720 tausend steigt , welche er , vermittelst eines lichen Irrrhums , auf 144 Tenrner herunter fefiet . Ordentlich schneiden die guten Rechner bey ihren Ml»lriplicationen die Nullen ab , um eine unnüuliche Verdoppelung der Nullen zu vermeiden . Nach diesem sitzen sie dem Producte ihrer Multi , plicationen so viel Nullen wieder 5» , als sie von der zu multipli - renden Zahl , und dem LNultiplicaror abgeschnitten haben , rvenn er auch so viel Nullen gehabt hat . Zum Exempel , ich will
Eatl ) , derCensor . SiehePorriuo ( Marcus ) .
( Angelo ) Erzbischof zu Vienne , im XV Jahrhunderte , war von Tarento . Weil er sich in dem Königreiche Neapoliö zu der Partey von Anjou geschlagen hacre , so hielten ihn die Herzoge Johann und Nicolaus von Calabrien % welche • • • " ' - ' v ' ^ bep
wissen , wie hoch die Summe von 400 Eimern XVein steiget , jeder Eimer 90 Pfund : so multiplicire ich nur 9 durch 4 , wel , che« die geltenden Figuren meiner »wo Zahlen sind , und welche mir das producr zb geben , dem ich nach diesim die dm' Nullen zusene , die in meinen zwoen ineinander multiplicirren Zahlen sind , welche jus ? 36000 Pfund machen ; dieses ist die Sunm , c , die ich wissn will . Also , da Scaliger seine Haß von jedem Ra» meele , auf den , Fuß der doppelten Haß eine» Maulesel» zu 800 Pfunden gcschanr hat , welches >usi acht Cenmer sind , und da er 900 Ramecle gehabt , so Kar er 9 mit 8 multiplicirt , welches 7 - hervorgebracht . Allein wie es denjenigen sehr oft begeqner , welche rechnen , daß sie so stark eingenommen sind , daß sie nicht allein dasjenige manchmal rhun , was sie nicht denken ; sondern auch das Geaemi'eil von demjenigen , was sie tbtm ken : so hat Seliger , welcher die doppelte Haff eines esels für die Ladung eines Rameels im Äopfe gehabt , anstatt , daß er der Zahl 72 , Sie zrvey Nullen zusetzen sollen , die er von der m multiplicirenden Zahl 900 abgeschnürt n , welches 7J00 , als die richtige Summe der Centner gemaclir hatte , das Producr 7 - verdoppelt welches 144 machet : eine so weit entfernte Zahl von 7200 , worauf das richtige Ganze der Cenrner sreigt ; daß es unmöglich zu begreifen ist , wie dieses auf eine andrc^Arl ge , gescb ! >en , sern konnte ; da man nicht die geringste XOabvßieint lickkeit des Verfassers bey der Muthmaßung hat , daß Sca« liger , welcher vergeben , daß ein Centner nur hundert Pfund ist , er denselben nach . dem Fuße von fünf rausenden gerechnet hatte .
Dasjenige , was uns der Verfasser gesaget , scheint mir ungemein glücklich gedacht zu seyn , und ich zweifle im geringsten nicht , daß er nicht die wahre Ursache von dem Irrthume Sealigers errathen haben sollte . Ein Irvthutn , der auf diese Art nicht weniger eine Wirkung der Zer - streuuug ist , als auf die von mir angezeigte Art .
Cattho ,
„ . . upoliö zu der „ . . . . . . . . - - -
einer nach den , andern , un , die einzige Tochter deo Herzogs Carlo von Burgund , Anwerbung thaten der Person dieses besagten Herzogs , um ihrer Seiko dieses Heirachsgeschäffte zuführen . Diese Unterhandlung hatte nicht den geringsten Fortgang , sie lebten nicht lange , und starben kurz auf einander . Nach ihrem Tode , behielt der Herzog von Burgund , welcher den grosien verstand und die Tugend des Angelo Cattbo erkannte , denselben in seinem Dienste , und gab ihm Besoldung . Cattho beurlaubte sich bcp ihm , nach der Schlacht bey Morat , auf eine ehrliche weise , und begab sich an den Hof Ludwigs des XI h . Er wurde daselbst sehr wohl empfangen : man gab ihm das Almosenieramt des Königes , und nach diesem das Erzbischofthum zu Vienne . Einige sagen , et habe dem Könige Ludwig dem XI , als Arzt und Sterndeuter gedient ( A ) . Lr war eine Person von gutem u ? andel , großer Gelehrsamkeit und Bescheidenheit , und ein starker Mathen , atikverstandigec - - - c . Lr ist nach einen , heiligen und strengen Leben verschieden , und liegt in seiner R - rche zu vienne d . Er und Philipp Comines , stifteten eine sehr genaue Freundschaft mir einander , da sie sich an dem Hofe des Herzogs von Burgund befanden , und sie war nicht geringer , da sie in den Diensten Ludwigs des X i stun - den - . Auf Anhalten des Angelo Catrho ist es geschehen , daß Philipp Comines die Nachrichten gemacht , die wir von seiner Ar - beir haben . Er saget es in den ersten Zeilen , und redet ihn an vielen Stellen seines Werkes an . Manchmal geschieht eS , jhn zu loben , daß cr das Zukünftige lange zuvor gesaget hat , ehe sich die Sachen zugetragen haben ( B ) . Man erzählet staunende Umstände von der prophetischen Gabe dieses Mannes ( 0 ) ; und welche Materie zu vielen Betrachtungen darbie« then könnten . Ich werde etwas an dem Moreri ( . D ) , und an dein Doctor Nicolo Toppi ( Ej , und an dem Varillas ( ? ) zu tadeln finden .
« ) Sie waren Erben des Herzogs von Anjou , und hatten ein großes Recht auf das Königreich Neapoli« , I ) Aus einer Rede zu An , fange der Beweise und Erläuterungen , von den Nachrichten des Philipp von Comines . t ) Ebendaselbst 3 Seite . <0 Ebendas . 9 Seite . O Ebendas . 3 S .
( A ) «einige sagen , er habe dem Ronige Ludwig dem XI , als Arzt und Srerndeurer gedient . ) Peter Matthäus , nachdem er ge - schrieben , daß diesem Prinzen , da er in eine Ohnmacht gefallen , durch £>en - Herrn du Äouchage , welcher sein Leibarzt , und nach die , fem LLc ; bisihof zu Vienne gervesen , so geschwind geholfen rvor - - den , daß er , nach angcbracbten , Clysner , wieder zu sich selbst gekommen ; belehret uns in dem Register , daß man den Namen Aouchage ausgestrichen , und dafür Angelo ( Hatto lesen solle . In der Historie Ludwigs des XI , zu Anfange pag . m . 522 . aufs 1480 Jahr . SBenn er von den Sterndeutern redet , die Ludwig der Xl befordert , und hochgehalten , so drucket er sich im Xl B . auf der 729 S also aus : lein insonderheit hat er den Angelo Catto , einen Neapolitaner , sehr hoch geschaht , der mit dem Prinzen von Tarento nach Frankreich gekommen , lind den - Herzogen von Burgund und von Geldern , ihr Unglück zuvor gesaget harre . Der Rönig hat ihn , das Erzbischoftyum Vienne gegebenen welchem cr wegen 0er Xviderwarrigkeiten , die er von denen im Delphinare erlit - tcit , nicht wohnen können , und gezwungen gewesen , sich nach ^om zu retten . Siehe die Anmerkung ( D ) zu Ende . Naude sager , Adäit . a l'Hiftoire de Louis XI , pag . 119 . ebendasselbe , und führet das Leben de« Angelo Cattho an , welches vom Sleidan aufgefehr worden . Er hat es vor seine lateinisä>e Uebersehling Philipps von Comines ge - r , tt Ich werde weiter unten den Claudius Robert anführen , welcher «rsichert , baß unser Cattho Ludwigs des Xl Arzt gewesen . Wir wollen j / . jL für gewiß halten : denn Philipp von Comines bemerket es . ? ur « °nde . saget er im VI B . VII Cav . P . 317 . auf - . 480 Jahr , da . «L einet Krankheit Ludwigs des XI redet , kämet ihr an , me , n ' " ^err von Vienne , der ihr damals sein Ar , t warer . nicht , daß Peter Matthäus vor allem Tadel sicher ist , wenn , s fcn Cattho mit dem Prinzen von Tarento nach Frankreich er jaget . ^ ^hellet offenbarlich aus der Erzählung Philipps
gekommen , orm . ^ ^ m £ ( ) p fluf ber 2Ög @ ^ dieser Prinz den »on t0™' " %inrauntl verlassen , um den König Ludwig den XI den Tag Herzog «nSlä ^ ( u ^suchen , und daß Angelo Cattho , nach der J ÄU bev dem Herwge gnvesen . Redet dem Verluste dieser lmW der Betrübniß des Herzogs von
LMKP fefÄ
gestanden , und ihm den Bart putzen laste» , den er sich wachsen ließ . Ebendaselbst V Cap . - 75 Seite . Icd weis nickt , was von jenigen zu glauben ist , was Don Juan Bitrian versichert , daß sich An , gelo Carcho , mit dem Johann von Anjou , Herzoge von Calabrien , nach Frankreich begeben , lind nach dem Tode dieses Herzogs und seines Sohnes , Nieolaus von Anjou , in die Dienste des Herzogs von Bur - gund getreten . Juan Vitrian , Notcz Prcliminaires für Philippe de Coinines .
( B ) Comines lobet ihn manchmal , daß er das Zukünftige vor , hergesager . ] Er erzählet , daß Dom Friedrich von Arragonien , Prinz von Tarento , der Sohn de« Könige« Ferdinand von Neapolis , der seit einem Jahre bey dem Herzoge von Burgund gewesen , in der . Hoffnung , seine Tochter zur Gemahlinn zu bekomme ! , , des Verzögern« überdrußig geworden , und sich den Tag , vor der Schlacht bev tXlovat , bey besagtem Herzoge beurlaubet habe . > - - iBa fagen auch nige , fahrt cr fort , daß er euern Rath gebraucher , gnädiger - Herr von Vienne ; denn ich habe es ihn sagen und bezeugen ho , ren , als er dem Ronige , und dem Herzoge von Ascol^ , der Graf Iulio genannt , und vielen andern entgegen gekommen war : und daß ihr von der ersten und andere Schlacht in Italien geschrieben , und dasjenige , rvie es geschehen rvürde , etliche Tage zuvor ge , saget , ehe es sich zugetragen hat . Philip - Comines Livr . V . c . III . pag . m . 266 . aufs Jahr 1476 . An einem andern Orte redet er ihn auf diese Art an : Der . Konig Alphonsu« - - - hatte einen Sohn , „ eine manierliche Person , Namens Dom , verrnnb , zwey und zwanzig „ bis drey und zwanzig Jahre alt , der gleichfalls den Harnisch trug , und „ in besagtem Königreiche sehr beliebt war : und einen Bruder , Namens » . Dorn Friedrich , nachherigen König , nach Ferranden , zu unserer Zeit , „ einm sehr weifen Mann , der ihre Seemacht geführet , nackdem er hier - , zu etliche Jahre erzogen worden , und von welchem ihr mir , gnädiger „ Herr von Vienne , oftermai« durch eure Sterndeurerkunst versichert , „ daß er König werden wurde ; und mir alsdann vier tausend Pfund „ Einkünfte in besagtem Königreiche versprochen habet , , ve»n er dazu ge - „ langte : und diese Versprechung ist zwanzig Jahre zuvor geschehen , ehe „ sie erfolget ist . , , Ebendas . VIlB . IVCap . 437S . aufs Jahr 1494 .
( C ) Man erzahlet erstaunende Umstände von der propheti - sthcn Gabe diefts Mannes . ] Man hat den Stücken , wdcke den Nachrichten Philipp« von Comines zu Beweisen und Erläuterungen
£ J dienen ,

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