Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5013

104
Zusätzen des Maren hat man diesen Artikel unter das Wort Castra , tius aesekt . Wir werden in der Anmerkung ( B ) , bey dem folgenden Artikel sagen , daß Carl Stephan eben denselben Fehler gemacht hat .
( B ) ( St gab eben die Antwort , als Solon und einige andere ge - gebend Ich will dasjenige wiederholen , was man von dieser Materie im Cicero findet : Hoc illuä eft , quod Pififtrato tyranno a Solone refponfum eft , cum illi quaerenti qua tandcm fpe firetu» fibi tarn
Castlitius . Cataldus .
audaciter obfifteret , refpondifle dicitur , feneflute . Cicero , in Cato . ne tnaiore , cap . X . siehe auch den Plutarch und den Diogenes Laer - tius in dem Leben Solons . Confidius hat dem Julius Cäsar beym Plutarch , in Caefare , p . 714 . C . und Cesellius den drey Männern in des Valerius Maxinius VI B II Cap . eben dergleichen gegeben . Sie - he die verdrießliche Prosa des la Mothe le Bayer , auf der 337 S . de« IX Bandes seiner Werke .
Castritius ( Titus ) lehrte die Redekunst zu Rom , im II Jahrhunderte , mit mehrerm Ruhme , als einer von allen , die mit ihm zu gleicher Zeit gelebet haben . AuluS GelliuS , der sein Schüler gewesen , bar von ihm , als von einem sehr wichtigen und vernünftigen Manne geredet a , und es ist aus seiner Anmerkung , über einen Absatz einer Rede des C . Gracchus , leicht zu erkennen h , daß er diejenigen falschen Gedanken entwickele , die fast unmerklich sind , wenn sie unter dem harmonischen Klange eines schönen Ausdruckes versteckt werden . Man sieht an einem andern Orte c ein ander Merkmaal von seiner Scharssin - nigkeit ( A ) . Seine Sitten haben nicht weniger , als seine Wissenschaft , dazu beygetragen , ihm die Hochachtung des Kaisers Hadrian zu erwerben d ; und wenn man nur ein wenig untersuchet , wie er einige Rathsherren getadelt , die er unterwiesen e , welche eines Tages vor ihm in solcher Kleidung erschienen , die sich zu ihrem Stande sehr wenig schickte ( 8 ) , ich will sagen , in Nachtkleider» , und wie man gegenwärtig sager , in Pantoffeln und in , Schlafrocke : so wird man leicht begreifen , daß er den ernsthaften Geist des alten Roms erhalten hat . Man kann nicht eigentlich bestimmen , ob er der Sohn , oder ein Anverwand - ter desjenigen Casiritiuo gewesen , welchen Plinius als einen Schriftsteller anführet , dervomGartenwerkeaeschrieben hat f ( C ) ; noch , ob diese , weene von einem Casiritiuo abstammen , welcher dem Augustus die Verschwörung des Murena eröffnet z , und welcyen dieser Prinz nach diesem , durch den bloßen Weg der Fürbitte , aus einem sehr Übeln Handel geholfen hat .
M ) Aulus Sellins , Libr . XI . cap . XIII . Libr . XIII . cap . XX . b ) Ebend . I B . XIII Cap . t ) Ebendas . I XIII B . XX Cap . # ) Ebendas . / ) In Indice , Libr . XIX . g ) Sueton . in Auguft . cap . LVI .
5 . VI Cap . ch Ebend .
cken sollen . III . Saget er nicht , daß sie allzu prachtig gekleidet aet wesen ; sondern vielmehr , daß sie Castritius , tunicis et lacernis indu - tos et Galileis calceatos , gesehen . Man hat diese Fehler in der hol - ländischen Ausgabe verbessert : allein man hat das XXI Cap . bc« XIII Buches des Aulus Gellius , anstatt des XX Cap . angeführet , welches Moreri ganz recht anführet ; ( Es giebt Ausgaben , und unter andern Carl Stephans , zu Paris , > ; 85 , in 8 . welche dieses ins XX Cap . setzen ; andere sehen es ins XXI Cap . weil sie aus dem XIV Cap . das XIV und X V Cap . machen . ) und man übersieht ihm , daß sich Castrums meiniglich Castroitius genennt ; denn man hat seinen Castritius , ( u# che Cafkroitius gelassen , ui , d wie er den Artikel dieses Redners , unter dem Worte C«ltrc>inu - > , gegeben . Man merke , daß es kein Fehler ist , wenn er das XXI Cap . angeführet hat : es giebt Ausgaben , welche da« Capitel also bezeichnen , wo vom Castritius gehandelt wird : allein , da es andre giebt , wo dieses das XX Cap . ist ; so hätte er , um eS recht flu verbessern , sagen sollen : Siehe da« XIII Luch des Aulus Gel , lius , im XX Cap . nach einigen Ausgaben , und nach einigen an« dern , im XXI Cap . Carl Stephan giebt den Namen Castritius so wohl diesem Redner , als der obrigkeitlichen Person zu Placenz , zwee» ne Artikel , welche in dem Wörterbuche Lloyds unterdrückt worden sind . Hofmann , welcher sie aus dem Carl Stephan abgeschrieben , meldet »n - ter dem Artikel des Redners , daß man CastriciuS lesen müsse , und er verlängert sein Original , um uns in dem Aulus Gellius den Tadel der zween Zuhörer lesen zu lassen , die allzu wohl gekleidet gewesen : fe - ueritatem eins contra duos auditores nimium ornatos . Hier sieht man , was es zu bedeuten hat , wenn man Übeln Wegweisern folget .
( C ) man kann nickt eigentlich bestimmen , ob er der Sohn , oder nur ein Anverwandter desjenigen Castritius gewesen , wel« cken plinius als einen Sckriftstellcr anführet , der vom Garten , werke gesthrieben bat . ] Der Pater Harduin , in Indice Autorum Pünii , hat einen Schnitzer Simlers entdecket , welcher in dem Auszu« ge von GeSners Bibliothek , p . m . 905 . vorgiebt , daß Titus CastritiuS , dessen Aulus GelliuS gedenket , ein Buch , Cepurica betitelt , geschrieben hätte , ( griechisch «>>»» ? , * a . d . t . de rc hortenfi , ) woraus Plinius schiedene Sachen gezogen . Wenn man die Qvellen zu Rarhe zöge , so würde man nicht in dergleichen Fehler verfallen . Simler hat in diesem Falle sehen können , daß Aulus Gellius von einem Castritius redet , des . sen Schuler er gewesen , . und daß er folglich nicht Bücher gemacht haben könnte , die Plinius anführet .
Cataldu6 , einer von den Heiligen der römischen Kirche , und der absonderliche Schußheilige der Stadt Tarento . ist in eben derselben Stadt Bischof gewesen « . Man erzählet , daß er sich ungefähr tausend Jahre nach seinem Tode von einem Priester sehen lassen , und demselben befohlen habe , Gehe und grabe ein Buch aus , das ich gemacht , und das ich an einem gewist sen Orte vergraben habe : bringe <0 unverzüglich zu dem Vönige : eo ist ein Ü ? erk , rvelcheo die ( Neheimnisse deo Him - melo enthalt . Dieß ist im Traume geschehen / da er diesem Priester erschienen ist , und da er ihm diesen Befehl gegeben hat : er hat diese Erscheinung etlichemal wiederholer ; denn man hatte diesem Traume nicht viel Glauben gegeben , und seinem Be - fehle nicht gehorchet . Endlich hat er sich auf eine andere Art sehen lassen : der Priester , da er sich in seiner Kirche allein und vollkommen munter befunden , hat den heil . CatalduS mit den bischöflichen Zierden bekleidet gesehen , der ihm befohlen , den dern Tag sein Buch an dem Orte auszugraben , den er ihm im Traume angezeiget hatte , und es eiligst zu dem Könige zu brin - qen . Er hat , im Falle des Ungehorsams , ihn mit einer harten Strafe bedrohet . Der Priester war dießmal gehorsamer ; denn des andern Tages meng er , unter proceßionsmaßiger Begleitung des Volkes , nach dem Orte , wo dieses Werk vergraben
( A ) Man sieht an einem andern ( B ) Kr hat einige Rathsherren getadelt , die er unterwiesen , welcke eines Tages vor ihm in solcker Rleidung ersckienen , die sich , u ihrem Stande sehr wenig sckickte . ^ Man kann unmöglich errathen , woran Moreri gedacht haben muß , wem , er den Aulus Gel - lius sagen läßt : es habe Castritius eine große Scharfe gegen jweene von feinen Zuhörern gebraucket , die sich alljupracktig gekle - der gehabt . I . Schränket Aulus Gellius die bestraften Zuhörer nicht in zweene ein ; er saget : äilcipulos quosdam fuos . II . Setzet er dazu : daß sie Rathöherren gewesen ; und dieß hätte Moreri nicht unterdru -
imeng
war . v - xatt yanu ev ^aselbst Uv . , M vHyHIN , «»»» rv / v , »p w v»v wuyreu , iueiu / e ua» yuujc
nigreich Neapolis ehestens betreffen sollten , und deren Beschreibuna man in dem von mir angeftihtten Schriftsteller findet f . Wie man vorgiebt , so ist dieses im Monate April , 1492 , geschehen l ^ Einige versichern , es . habe dieses alte prophetische Buch
war . Man fand es daselbst in einer bleyernen Kapsel b , und man sah , daß es die Drangsale enthielt , welche das ganze Kö -
m tH^n in SmamC . u tt - T' A . il . . . Cuk . A #
0 , _v . . . . . 92 , ge _ . . . . _ . 1
Hoffnung gemacht , daß das Königreich Neapolis von diesem bevorstehenden Untergange befteyet bleiben sollte , wenn der Kö - nig dasjenige vollstrecken würde , was ihm der Herl . Cataldus vorschriebe ( A ) . Dieser Zusatz , dessen Alexander von Alexandro nicht gedenket , bestätiget den Argwohn derjenigen , die dieses für einen gottseligen Betrug halten ( ß ) . Sie würden nicht bey dem bloßen Argwöhne geblieben seyn , wenn sie die Stelle gelesen hätten , die ich aus einem Schriftsteller anfuhren werde , der zu gleicher Zeit gelebet hat , wo man die Historie von den Bewegungsursachen dieser Betriegerey sieht ( C ) . Man ist weder wegen des Vaterlandes des Cataldus , noch wegen der Zeit einig , darinnen er gelebet hat . Einige sagen : er sey aus Schott - land gewesen , andere machen ihn zum Jrrländer . Einige geben vor : er ' L r ~ ' ' * ' r "
gelebet ; allein Johann der jüngere saget : er hatte die Tarentiner im 160
öder im Jahre 166 , nach der christlichen Zeitrechnung f . Bartholomäus wlv
die sein Leber , gemacht haben , einer in Prosa und der andere in Versen sind bey nahe derselben Zeitrechnung gefolget ; denn sie versichern , daß er unter dem Pabste Anicetus , und unter dem Kaiser Marcus Aurelius , ums Jahr 170 , nach Tarento gekom - — Dempster läßt ihn in der Mitte des I V Jahrhunderts blühen K Alexander von Alexandro machet ihn ungefähr hun>
dett Jahre jünger . Man ziehe dm gelehrten Usserius zu Rathe
, welcher behauptet , Cataldus sey nicht in Schottland , wie
Dempster

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.