Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-5008

Castor . Castricius .
10z
„ Ohnmacht wider zu sich selbst bring«» . „ Joinville Chronique du Roi St . Louis , chap . LXXVI . p . in . «62 . 263 .
( L ) Das Äönifltretd ) mußte um diese Feit von der N ) uth einer großen Anzahl einfältiger Leute viel erleiden , welche gewisse Schrvarmer eingenommen harren . ] Die Königinn Bianca hat anfanglich ihre gefährliche Verblendung nicht gemerkt . E« will ihr ein Schriftsteller ein großes Verdien ! ? aus ihrem Sekennrnisi'e ma , chcn , daß sie sich , in Ansehung der Paftoureaux , ( der - Fitten ) betrogen harre ; nacl ? meinem Verstände , ein sehr mittelmäßige» Hob ! Denn Nosewicbrer für ehrliche Leute zu halten , ist ein bloßer menschlicher Fehler , welcher von der Güre des ^er , 5«ns herkommen kann , und welchen zu bekennen , sich die Eigen , liebe ein Vergnügen machet : allein , wenn ea darauf ankömmt , ehrliche Leure zu lästern , welclie niciirs , als ihre Unschuld zur Srüye gehabt harren / so wäre dieß ein Lall , wo das Bekennt , niß nickt genug zu loben wäre , und in tiefem Lalle darf man dasselbe «neb nicht leicht hoffen , ttitt . ä ? Saint I^oui , , Liv . X . p . 13s . Diese Betrachtung des neuen Gefchichtschreibers , Ludwig« des Heiligen , ist sehr fein und vernünftig .
( ? ) Die Unterdrückung der Unterrhanen , unter dem Joche der Geistlichen , war besammernsrvürdig . tNan unternahm eine beherzte Thar , um einiges - Hülfsmirrel dagegen zu verschaf« fen ] Das Capitel von Paris harre alle Einwohner von Chare , nay und von andern Gertern , wegen gewisser Dinge , gefangen seyen lassen , die man ihnen beimaß , und welche den leibeigenen Rnechcen verbothen waren ; denn dieß war der damalige Zu , stand des Volkes , und vornehmlich der Einwohner auf dem Lande . Ebendas . 122 . 123 Seite . Man verkaufte sie mir den Ae * ckern , als wenn sie cineZubehorung waren , die einen Theil der - - selben ausmachte . ( Dieß nennte man vor Alters feruos glebac , oder glebae adferiptitios . ) Also schmachtete einetNenge von diesen Un , glücklichen in den Gefangnissen des Capitels , wo sie , aus Man , gel der nothigcn Lebensmittel , inGcfahr stunden , vor - Hunger und iLlcnd zu sterben . Vlanca , welche durch Sie deswegen tenen Rlagen , zum Mitleiden beweget wurde , ließ melden , daß man sie , ohne Bürgschaft , in Ansehung ihrer , auf freyen Fuß stellen mochte , unrer der Versicherung , daß sie ihrer Seil« von den Sa , chenjLrkundigung einziehen , und alle Gerechtigkeit errheilen xvutt de . Allein da» Capirel ließ , nach gegebener Antwort , daß niemand sich um ihrellntertkanen zu bekümmern Hätte , und daß sie die , selben , nach ihrem Gefallen hinrichten lassen könnten , auch noch kzie v ? eiber und Rinder gefangen nehmen , die anfanglich waren verschont worden . - Hierauf hielt man sie aus - Hasse , daß man sie mit einem solchen Schutze beehrt sah , dermaßen hart , daß eine Menge davon , cheils vor - Hunger , »Keils vor dem Ungemache stürben , welches sie von der - Hitze in einem Orte ausstehen tmlßlen , welcher kaum vermögend war , sie zu fasicn . Dlanca , voller Zorn über eine That , wobey sich nicht weniger nener Tron , als Unmenschlichkeit befand . , , , , begab sich mir gewaffncrer - Hand nach dem Gefängnisse des Capiruls , davon sie die Thüren aufzuschlagen Befehl gab , und selbst , da , mir man aus Furcht vor denen , damals so gemeinen Rircben , censuren , keine Schwierigkeit machen sollte , den erfien Schlag mir einem Stocke thar . den sie in der - Hai - ) hatte . Diesem wur - de von andern so wohl gefolgt , daß die Thüre in einem Augen , blicke zur Erde lag , und man eine Menge Manner , XVeiber und Rinder , mir abgezehrten Gesichtern , herauskommen sah , die sich zu ihren Füßen warfen , und auf das demüthigste flehten , sie in ihren Schulz zu nehmen , außerdem ihnen die Gnade , die sie ihnen erwies , sehr theuer zu stehen kommen würde . Sie rhat diese» in der Thar , und zwar so nachdrücklich , daß sie die Ein - künfte de» Capirels so lange einziehen ließ , bis dasselbe ihr das - senige geleistet , was es der ihr anvertrauten Gewalt schuldig war , und es überdieß zwang , diese Einwohner , gegen eine ze - wifle jährliche Summe Geldes , frey zu lassen . Fast zu gleicher Zeit haben dergleichen Freilassungen ihren Anfang genommen , oder sind doch rvenigstens sehr gemein geworden . Sollten ge finden , daß ich eine allzu lange Stelle angeführet hätte , so müßten sie sich darüber beklagen , daß ich ihnen , bey Anführung eines schonen Stückes aus der Historie der Bianca , zugleich z>vey bis drey andere sehr besondere Dinge erkläre . Also wird ihre Klage sehr übel gegrün -
Die Roniginn , , , vergoß Thranen darüber ; allein sie war so treuherzig , daß sie die wahre Sewegungsursache ih -
res Weinen» bekannte . IE« würde etwa« Seltsame« seyn . wenn eine Kömgmn , die m ihren Rechten de« Ehstandes so gezwungen leben mulsen , als die Gemahlinn Ludwigs des IX , sich darüber betrübet hätte , zu erfahren : daß sie bey ihrer Zurückkunst in Frankreich , die Ursa . che ihre« Zwange« nicht wieder finden würde . Zoinville hat nicht er - mangelt , sich über die Betrübniß dieser jungen Königinn z» verwun . dern : er hat gewußt , wie sehr und warum sie die Verstorbene gehaßt - allein hier ist die Auflösung seiner Verwunderung : Nachdem ich des Roniges Zimmer verlassen , saget er Lbronique du Roi Saint Louis , chap . LXXVI , p . 262 . ersuchte mich die Frau von Bon , nesvcrms , mich wieder zu der Röniginn zu verfügen , und sie zu trösten , welcbe in einer wundersamen Trauer war . Als ich ihr Zimmer betreten , und sie ss bitterlich weinen gesehen , so konnte ich mich nicht enthalten , zu ihr zu sagen : daß es gewiß wäre , daß man mit Nichten einer weinenden Frau glauben sollte : denn die Trauer , vre sie führte , wäre um die Frau , Vie sie am meisten in der Welt gehaßt hatte . Und hierauf sagte sie zu mir , daß sie nicht ihrenrwegen also weinre , sondern wegen der großen betrübniß , darinnen der Rönig sich befände , und wegen ihrer Tochter , welche unrer der Aufsicht von Mannspersonen geblie - ben wäre : die hernach Röniginn von ttavarra geworden ist . Er setzet die Ursache diese« Hasse« dazu : darum , saget er , weil die Köni - ginn Bianca , so viel , al« ihr möglich gewesen , verhindert hat , daß der König , ihr Sohn , nicht bey seiner Gemahlinn geschlafen : Und die Ursache , warum die Röniginn des Roniges Mutter nicht ae , liebt , ist gewesen , daß sie denselben allzuscharf gehalten : denn sie hat nicht zugeben wollen , daß der Ronia die Röniginn , sei , ne Gemahlinn , besuchen , noch mit ihr in Gesellschaft sevn sollen ; welches sie nach ihrer Gewalt verbothen . Siehe die Folge dieser Stelle in der Anmerkung ( D ) .
( H ) Man erzahlet von ihr viel Dinge , die den Weg zur Hei , ligmachung bahnen . ) Sie hat sich nicht damit begnügt , daß sie sich , nach der Andacht derselben Zeit , in den dritten Orden des h . Fran , ciscus einschreiben lassen ; ( Mezerai Abrege Chronol . aufs Jahr >253 , II Th . 73' S ) sie hat auch wenig Tage vor ihrem Tode das Gelüb , de des
  • ( I ) Der neue Geschichtschreiber Ludwig« de« - Heil , nimmt ihre p Castor , ein alter Schriftsteller . Siehe die Anmerkung ( 0 ) , bey dem Artikel Desocarus .
    Castricius , ( Marcus ) war im 66q Jahre Roms eine obrigkeitliche Person zu Placen ; ( A ) , als der Consttl , Cneju« Carbo , welcher sich bemühte , alle Städte Italiens in die Partey des Marius , wider den Syua zu ziehen , Geisel» von ihnen forderte . Weil Castritius nicht zugeben wollte , daß ihm die Einwohner zu Placenz dergleichen aeben sollten , so venneynte er , , hm eine Furcht einzujagen , wenn er zu ihm sagte : daß er viele Schwerdter hätte : und ich habe viele Jahre , erwiederte ihm Castritius , und hierbey blieb die Sache . Eine gleichmaßiqe Antwort ist vom Solon und einigen andem gegeben worden ( B ) . Dieß sollte bedeuten , daß ein kleiner Ueberrest des Lebens die Mühe nicht belohnte , einen Fehltritt zu chun . Dieser Castrums Pmm nicht derselbe seyn , von welchem Cicero in der Rede für den Lucius Flaccus spricht ; denn es erhellet aus den Eyrenbezei . ! «>nrtrti welche die Einwohner zu Smyrna diesem erwiesen haben , daß er nicht sehr beragt gestorben * . Äuher daß sich Cicew S ? me Art ausdruckt , welche uns überredet , daß sie von - dem Verdienste dieser Person nicht all , , , sehr «bezeuget gewesen sind . ^LnWer Cicero redet an einem andern Otte von einem Marcus Castntiuo der ohne Zweifel von den zweenen andem - den ist ; denn er lobet ihn im Ernste , und ft'ihret an , daß , hm Verres , da er Pratonn Cictlicn gewesen , Geschenke Nun war diese obrigkeitliche Person zu Placenz sehr alt , da Verres nur noch Qvastor , unter dem CnejuS Carbo , im Jahre Roms gewesen .
    , a A raftritium quibus verbi« , vü immortales : decus patriae , ornamentiim pop . Rom . FLOR em ivvent vtiS appel . r - ro L . Flacco , cap . XXXL M . Caftritium fumrao fplcndore , uigemo , gratia praeditum . Cic . in Verr . Orat . II .
    lant . Cicero pröL .
    cap . LXXX .
    Vom " . 66 ? , eine obrigkeitliche Person CA ) Er Variorum , über den Valerius Maxi -
    «p 3 * M« , 5 . K "
    ihre Ursachen : sie folgen den Faftis Confularibus , welche von andern um zwey Jahre abgehen . Ich weis nicht , worauf sich Fayolle gründet , wenn er denjenigm Cn . Castritius nennet , der den Vornamen Marc»« hat in dem von ihm angeführten Valerius MarimuS , auf der 2 * 0 @ des II Th . Diese Historie ist 1675 jm Paris gedruckt worden . In den
    Zusätzen
  • Nutzerhinweis

    Sehr geehrte Benutzer,

    aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

    Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

    Vielen Dank für Ihr Verständnis.