Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-4982

Castilien .
tbe Gottes Key Erschaffung des Menschen beyzewohnet hätte , sich dabe^y gewisse Dinge in viel besserer Vrvnung befinden den , als sie niclit sind . Si a principio creatioms humanae Dei al - tiflimi confilia interfiiiilef , noniiulla melius , ordinatiusque condita fuifle . Der Hofmeister des Infanten Emanuel hat einen Engel im Traume gesehen , der ihm berichtet : es wäre in dem himmlischen Rathebe - schlössen worden , daß Alphonsus dcS Throne« entsetzt werden , ja eines grau - samen Todes sterben sollte , wenn er nicht Buße thäte . Dieser Hostnei - ster ftagte nach der Ursache , und erhielt die Antwort , daß es deswegen geschehen , weil Alphonsus so verwegen gewesen wäre , die Werke Gottes zu tadeln : Blasphemiam Alphonfi vanamque temeritatem diuina opera corrigere inolientis id menii ( Te : und den Defehl , daß er hinge - hm und diesen Prinzen ermahnen sollte , Buße zuthun . Der ster hat gehorchet ; allein der Konig hat ihn ausgelacht und seine GotteS - lästerung wiederhohlet . Damals hat er sich zu Bourges befunden . Ei - nige Tage darauf , da er in Segovien war , hat ein Einsiedler eine der - gleichen Erscheinung gehabt , und dem Könige Bericht davon erstattet , und ihn ermahnet , zu widerrufen ; worüber sich der Konig erzürnet , ihn für einen Narren gescholten , und sein altes Lied von neuem angefan - gen hat . Die folgende Nacht entstund ein so starkes Ungewitter mit ent - schlichen Donnerschlägen und Blitzen , daß man geglaubet , es würde der Himmel einfallen . Das Feuer vom Himmel hat in dem Zimmer des Alvhonsus die Kleider des Königes und der Königinn verbrannt : hier - aufhat dieser aufs äußerste gebrachte Prinz den Einsiedler hohlen lassen , ihm seine Sünde bekannt , dieselbe beweinet , sich gedemüthiget , und sei - ner Gotteslästerung abgesaget : je mehr er weinte , desto mehr verminderte sich das Gewitter , und hörte endlich auf . Roderich Sanctius führet zu Anfange dieser Erzählung die spanischen Jahrbücher an , vt tradunt Hifpanorum Annalia , und hierinnen darf man zum wenigsten nicht zweifeln , daß er sich nicht betrogen hätte : denn wenn die Jahrbücher davon redeten , so würde Mariäna , der nach ihm geschrieben hat , und unendlich geschickter und scharfsinniger , als er , gewesen ist , nicht allein die gemeine Sage angeführet , und noch weniger die Träume , das Ungewit - ter , und seine Reue unterdrücket haben . Es mag seyn , wie es will , so
§hret der französische Sammler dieses Wunderwerk auf eine untreue
rt an . Ein lutherischer Prediger deutet die Gotteslästerung des Al - phonsus ans den Himmelöbau , und setzet dazu , daß die Strafe dieses niges gewesen , in einem fremden Lande im Elende zu sterben . Spizeliu» in Fefice Litterato pag . 218 , 219 . Dieß ist falsch ; denn er ist in Sevl - lien , in einer von denen Städten , die ihm treu geblieben , gestorben . Ma . riana , Libr . XV . c . VII .
( I ) Man g - ebt vor , daß die astrologischen Weissagungen Ursache an dem Unglücke gewesen , das ihn ; u Boden gedrückt . ^ Man saget , er sey , nachdem er aus der Sterndeuterkunst gesehen , daß er seil , es Königreichs entseht werden würde , so argwöhnisch , miscrauisch und grausam geworden , daß er sich unendlich viele Feinde gemacht , wo - durch seine Sachen zu Grunde gerichtet worden . Es ist ganz möglich , daß eine Weissagung , die an sich selbst ein bloßes Hirngespinnste ist , ver - mittelst der Aufführung , dazu sie verleitet , ein sehr wesentliches Uebel , vird . Die Beyspiele , welche man von Weissagungen anführet , die er - füllet worden sind , sind fast alle auf diesen Grund gebauet . Wir len aber den Mariana hören . Id foreaftra memorant portendifTe eiu» artis non ignaro , fi ars eft et non potius inane mortalimn ludibrium quod a prudenfibus femper accufabittir , et femper tarnen patronos habebit . Ex eo ferunt fufpicacem efle reddituro , atque ex metu fufcepta crudelitate niagnam eius odii partem concitafle , quae illi ca= lamitati fuit . Mariana , Libr . XIV . cap . IX .
( K ) s * t xur Ehre ver Ivissenschasten , damit er so ge - yicct gewesen . ^ Er hat die Sternseherkunst , die Weltweisheit und die Historie verstanden , als wenn er bloß ein studierter Mensch gewesen wäre , und hat Bücher von der Bewegung des Himmels und der schen Historie geschrieben , die sehr schön sind . Quid admirabihus quura in caftris educato armaque a prima aetate traöanti tan tum fuiflc aftrorum , philofbphiae , reruinque geftarum cognitionem , quantam vix otiofi nomine ? in vmbra aflequuntur ? Exftant de aftrorum con - verfionibus , de Hifpanica Hiftoria ab Alphonfo edita volumina , magno ingenio , incredibiJi ftudio . Ebendas . XIII B . IX Cap . derich Sanctius giebt uns zu verstehen , daß AlphonsuS geschickten Leuten nur Befehl gegeben , diese Bücher zu machen . Idem Alphonfus rerum in orbe geftarum librum accommodatiflimiim per fapiente» fcribi fecit , quem generalemHiftoriamHifpaniappellant - - . Hiftor .
Hifp . P . IV . cap . I . Aftrologus appellatus eft . Cuius nomine , nefcio an fapientia , Tabulae Alphonfinae et aliae Aftrologicae confideratio - nesjcompilatae sunt , et fub eius regio nomine luftrantur . Ebendas .
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^' ? eÄWtJ^nrbcn , ficcIau< Antonio in der alten spani - Am Bibliothek zu Rache ziehen können , werden außer Zweifel in diesem Puncte ihrer Neubegierde Genüge thun . Siehe das Taqebuch der Ge . lehrten von - 697 , 46 - S . holländischer Ausgabe . Ich weis nickt , wo ein rsformirter Prediger von Rotterdam ( Riddeius deErudit . cap . III . pag . 147 . beum Saldenus de Libris p . 318 . ) dasjenige gelesen hat , was er von der Rechtsgelehrsamkeit des Alphonsus vorgiebt . Legibus fuit deditiflimus , oinnium fere populorum et gentium de Legibus volu - mina euoluit , et feptem libros pro aequitatis moderatione collegir , vt et hominibus , et diuino cultui neccfläria fingulis innotefcerent ! Dieß hat cht« Zweifel keinen andern Grund , als was oben , zu Ende de« Tcxts , von der Sammlung der Willkuhren und dem Gesetzbuche von Castilien gesaget , und welche unter des Alphonsus Regierung gemacht worden : dieß ist kein Beweis , daß dieser Fürst die Rechtsgelehrsamkeit verstanden hat ; man müßte denn behaupten wollen , daß Justmim , der erfahrenste Rechtsgelehm seiner Zeit gewesen wäre . Man betrachte dasjenige wohl , was ich auö dem Roderich Sanctius anführe , so wird mai ? nicht zweifeln , daß die Worte des Predigers von Rotterdam daher kommen : vielleicht ist dieses von der dreyßigsten Hand . Alphonfus Legibus condendis deditiffimus fuit - . . Leges enim Romana« in regnis Alis legi fecit , licet minime eis fubiiceretur . Vernum ex omnibus fumma moderatione et ratione ac aequitatis vibramine , feptem Libros , quospartitas vocant , inftituit et falubriter compilauit' in quibus facratiüimae Leges non foluin ad caufas hominum deci - dendas , fed ad diuinum cultum dirigendum augendumque continen - tur . Dieß hieß sich gröblich bekriegen , wenn man vorgeben wollte , daß Alphonsus selbst diese Gesetze zusammen getragen hätte . Er hat hier» bey b : e Person vorgestellt , welche TheodosiuS , Justinian und Ludwig der XIV bey den Gesetzbüchern vorgestellet haben , die ihre Namen füh . ren . Mariana erlaubet uns nicht , daran zu zweifeln . Diejenigen , wel - che sagen , daß Alphonsus die Bibel vierzig mal gelesen hat , ( Moreri saget es , und Matthias Theatr . Hiftor . p . m . 694 , wo er ihn deswegen Regem pium et religiofiflimum nennet . ) eignen ihm dasjenige zu , was nur einem andem AlphonsuS , Könige von Arragonien und Neapolis , zukömmt , der im XV Jahrhunderte gelebt hat ; ich rede in seinem Ar - tikel Neapolis ( Alphonsus der I König von ) in der Anmerkung ( C ) zu Ende davon . Dieß ist nicht das einzige , was man von diesen auf jenen überträgt : Hofmann hat außer der vierzigmaligen Durchlest»» - des alten und neuen Testament« dem Könige von Castilien dasjenige zu . geeignet , was Antonius Panormita von der Neigung des Königes von Neapolis gegen die Wissenschaften und der Heilung einer Krankheit durch Lesung des QuintuS CurtiuS erzählet . Hingegen theilet Lloyd dem Kö - nige von Arragonien des Königes von Castilien Arbeit und Aufwand der astronomischen Tabellen zu .
( L ) <£v hatte sein Ronigreich seinem Snkel , Alpbonsus , vev° macht . ] Man schließe hieraus , daß der ehrliche ffranciscaner Dom Pe - ter von S . Romuald aus sehr schlammigten Quellen geschöpft habe» muß , wenn er geschrieben hat , „ daß Alphonsus den jüngsten von feinen „ Söhnen zu seinem Nachfolger an der Krone erkläret , und ihn de«w ? - - «gen seinem ältestm , Sanctius , vorgezogen habe : weil er aus seiner „ Sterndeuterkunst gesehen , daß ihm die Gestirne am günstigsten seyn „ würden ; welches die Ursache ihres Umseitigen Hasses , und endlich sei - „ nes eignen , und des Todes seines jüngsten Sohnes gewesen . Denn der „ älteste , der diese Enterbung nicht ertragen konnte , hat sich wider ilm „ empört , und ihn im Gefangnisse sterben lassen , seinen Bruder aber hat „ er getodtet , und sich darauf der Krone bemächtiget . , . Abrege dt» Threfor Chronol . Tom . III . aufS Jahr 1282 . Es ist nicht möglich , mehr Lügen von allen diesen Personen Zuhausen , als er hier gethanhat : und gleichwohl hat diese Stelle dem P . l'Ensant , der sie in den Monat März auf der 14z S . eingerückt , zum Muster gedienet , und wird noch vielen andern Sammlungsmachern darzu dienen .
( M ) Diese Betrachtung ifl vom Marian» . ^ Wir wollen seine Worte anführen . Violantes Caftellae Regina nepotuni aetatem , in quos potiflimum erat propenfa , ludibrio efle dolens , Sanöio praelato , neque fatis ab eius iniuria tutam , vfque adeo omnia iura peniertit exitiabilis imperandi cupido , fugam meditata . . . cum illis in Aragoniam abiit , Alphonfo nequicquam cum res eilet iudicata pro - hibcre conato dolcnteque , adeo vt nulla fui propria regnique clade moueri magis potuiflet - . . Libr . XIV . cap . III . Gallo Regi cur« erat , ne in patrui poteftatem redaöi falutis , libertatis ccrte pe . ricmum adirent , non ianaro naturam mortalium ambitiofam et im . per " cupiditate in crudelitatem pronam efle . Ebendaselbst , Cap . IV . Dieses Gemälde ist sehr gut . 1
. " " nvftium viele Ebrerbietbuna und Sarrucyren gegr . . » . . . - v»uu imm wrcjiu / ttii , daß er sie als^u viel«
iefem lUNgenPrMz besondere Umständedavon - chatten ( O ) : dieunöub - nedm , daß diese Kö -
t über sich nehmen ay ^^^higes Gemüthe mitgebracht hat . Dich war mcht daS Mittel , sie zu bessern , daß - 6 ihrem lande em erwW v ^ ü Schwiegertochter , lebte , wie sie gethan hat : vielmehr mußte diese Mit .
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niainn aus t .
sie in bestandigen Zwistigkeiten
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