Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-4973

ioo Caftilicn .
geschlagen , durch die eigennützigen Kunstgriffe des PabsteS bewegen las - je» , dasselbe anzunehmen . Oblatum ab Ele & oribus imperium lte deprccatus eft , fapientiae fuae vim eo ipfo teftatus . Poftquam vero pcrfuafionibus Pontificis Alexandri aures dedit , qui fui comino - di - - . caufa nun inftigauit , vt oblattim imperii axioma a Ger - manis acciperet , et quem recufaret titulumvfurparet . . . jtnil -
tas moleftias . - - expertus eft . Matth . Theatr . Hift .
pag . 964 . Sie sehen dazu , daß ihn sein Sehn des Königreichs entsetzet , und es ihm hm , ach wiedergegeben habe . Omniaconfdio et aequaniinicate moderatus , priftinos honore« regios tandem recupcrauit . Ebenda ? .
Di« letzte , von diesen zwo Sachen ist höchst falsch .
( ? ) Der pabst verwilligte ilim , u einiger Gchadloshalwng den Zehnten ver Rirche . ^ Der Pabst hat ihm erlaubt , siel ) den ten Theil des Zehnten zuzueignen ; welchm man , nach der Gewohnheit , zur Erbauung oder Ausbesserung heiliger Oerter anwendet . Die Kö - nige von Castilien haben damals angefangen , Hand an die geistlichen Einkünfte zu legen . Dieses belehret m , 6 Mariana , im XIIIBzu Ende .
Mezerai geht viel weiter ; wir müssen ihn hören . Der Ronig Al - phonlüs , saget er , Abre'ge Lhronol . auf« Jahr 1 - 74 , hatöem pabste sein Reckt wegen Erhebung des Zehnten abgetreten , und wieder zurück gegeben , welches er ihm über die Geistlichkeit seines nigreichs , »ur Sekriegung Ver Mohren , verwilliger hatte . Also fallen die Vergütungen , es mag vorgehen , was nur will , allezeit auf das Volk , welches alles bezahlen muß . Für dießmal ist das Volk mit keiner neuen Last beschwöret worden ; hätte es die Zehnten nicht ohnedieß bezahlen müsset ! ? Bloß die Clerssey bat dabey gelitten : allem sie hat gute Schultern : man darf sie nidtf beklagen . Vielleicht hat Mezerai verstandet , , baß eS der Clerifey niemals an Erfindungen fehlet , sich ihres Schadens an dem Volke zu erhohlen : das ist nun wie - der eine andere Sache ?
( C ) Der Fluch , den er ftycrlick , wider den Sancho aussprach , erregte in der Seele dieses Aufruhrers nicht die geringste Ge - wisfensangst . 1 Mich dünkt , es wird meinem Leser nicht verdrießen , die Worte hier zu finden , deren sich Mariana im XI V B . V Cap - bedienet hat . Ab Alphonfo Rege Hifpall in publica conuentu Sanchus furia - li carmine deuotus , et iure paterno diris exeerationibns caput re - uindhis , regnique fucceffione fpoliatus eft , o & auo rnenfoNouembns die . - . . Alphonsus hat nickt« hiermit gewonnen : sein Sohn hat keil« Gewissensbisse davon empfunden , Sanöins neque ea religione ta - öus , und hat auch das Glück« gebabt , als ein guter Fnrst zu regieren ; so daß er des Sallustius Grundsatz in der Vorrede zun , canlinischen Kriege , imperinm fäcile iis artibus retinetur , qxiibii» initio partum eft , zur Lügen gemacht : er hat eine Gewalt wohl verwaltet , die cr sich strafbarer weise erworben gehabt . Spoiiati eieöique patris nota ad pofteritatem infamk : alio qui in bonorum Principmn numero ; perium enim flagitio partum bonis artibus exereuit . Mariana , Libr .
XIV . cap . VIIL Dieß heißt etwas ; ja dieß heißt viel .
( 0 ) iSx hat fein ( Bespotte mit dem Sanne des pabstes gerne / ben . ] Wir wollen die Ausdrückungen des Mariana noch einmal sehen .
Nouum , saget er ebendas . im VII Cap . ex Itaiia ifuhfUtum fetitum ) religionis abieöa fpecie . Sanftius apud Martinum Pontincem mum per oratorem de impietate atque ingrati animi noxa poftulatur fuperftite patre in omnia regni iura inuafifle , neque prae ambitione regnandi fenis obitum exfpeftare . Ergo in impioriun Joco haberi niandatum eft quiaitnque reli & o Alfonfo , fiüi partes fequerentur : dati etiam iudices a Pontifice in cnuflä : vrbes et oppida Sanöio ad - di ( Sa ex rhu CKriftiano facrificiis interdixerunt . Itaque eodem tempore non eadem de caufTa in Aragonia et CafteHa facrorum ve - ititi inftitium fuit , moefta prouincia , San & ioqueiudicit>us , fieos nan - tifeeretur , extrenu quaeuis comminanti . Dieß war der Fall , der den Bannstra' des Vatieans reg ? macht« : er hat den Abgeordneten des Pabstes mit der allerhartesten Strafe gedrohet , wenn er sie in seine Hände bekommen sollte .
( E ) Dicß ist ver erste Ronig von t£aflilicn gewesen ? welcher «rlanber hm , daß alle öffentliche Acten in der Landessprache acfükret werden dorfren . ] Ich weis nicht , warum Mariana dieser Verordnung die Unwissenheit und Varbarey zuschreibt , die sich in nien ausgebreitet haben : dem , sie sind in Frankreich nicht geringer ge - wesen , ob gleich dergleichen Verordnung erstlich unter der Negierung des Königes FraneiscuS des l , eingefuhrer worden ; und gleichfalls ist es wahr , daß daS Studium de« schönen Lateins in diesem 'Königreiche nie - mals mehr im Schwange gegangen ist , als seit dem man die Verord - tmng gemacht , daß all ? Acten in ftaihosischer Sprache abqefasiel werden sollten . Wir wollen den Mariana hören . Primus Hifpaniae " Regum vendendi atque paeifeendi vulgari Hilpanorum lingua poteftatem concelfit , eam linguam nimirum quae rudior erat excolere locuple - tareque eo decreto cupiebat , facros Bibliorum libros in materr . am linguam vertendos etiam curauit . Ex eo tempore in regiis diplo - matibus ac public» in tabulis Latina Lingua , cuius antea vfus erat , defiit vfuruari , vnde pudenda litterarum ignoratio in noftrani gen - tematquevtrurnque ordinem inuafit . Libr . XIV . cap . VIII . folgen - des stlget er in des XIII B . XII Cap . Pl'lmus Hifpaniae Regum La - tinae Linguae vfu in publicis tabulis antiquato , Hiipanicam linguam fubftituit .
CF ) ( Bt ist weder mit ver Gemahlinn - - - glücklich wesen . ] Ich finde in einer Chronike von Arragonien , welche dem ten Bande der ttitpanis iiluftrata auf der > , z S . eingerückt ist , daß Jolanta , des Alphonsus Gemahlinn , nicht anders , als »lt Verdrusses zu ihrem Gemahle zurück gekehret ist , nachdem sie nebst ihren zweenen En - kein zu dem Könige von Arrag ? nien geflüchtet gewesen : dieß ist nicht das vornehmste . Der Chronikenschreiber setzet dazu , daß sie für unkeusch gehalten worden . Iolans ad vimm ingratis decedit : quae magnoruni Rceum filia , vxor , et parens funiino dedecore impudicitiae famam effugere non potiüt .
( G ) Jedermann weis , was er für Unkosten auf vie astrono - mischen Beobachtungen verwendet bat . ] Er hat vornehmlich die Arbeit etlicher geschickter Juden gebraucht , die er nach Toledo kommen lassen . Der Rabbi Jsaac Ha ? a „ , < taö heißt Vorsanger . Er hat die sin Namen gehabt , weil er in der Synagoge zu Toledo Vorsänger ge - wesen . Votlius de Scient . Mathen , , pag . 180 . ) hat am meisten zur fertigung der astronomisch«» Tabellen bevgetragen , die man Alphonfma»
nennet , und welche im Jahre 1270 herausgekommen sind : die Juden von Sevilien behaupten , daß dieser Rabbi der Urheber davon ist . Auguft . Ricius in Libro de Motu oclauae Sphaerae beym VoßiuS ebendaselbst . Alphonsus hat auf dieses Werk , nach dem Voßiu« , vierzig tausend Du - catcn , quadraginta ducatorum miliia verwendet ; aber vermuthlich hat er quadringenta sagen wollen , oder er hat sich auch wohl eines Buches bedienet , in welchem die Buchdrucker quaci raginta an statt quadringenta gesetzt gehabt . Denn wenn AlphoichiS nicht mehr , als vierzig tausend Ducaten , auf dieses Werk verwendet gehabt , so belohnte dieses nicht die Mühe , davon zu resen , und wir finden in andern Schriftstellern die Summe voi , viermal hundert tausend Dueaten . Expendit m hanc rem ad quater centena miliia aureorum . Seth . Caluif . ad ann . , 252 . Matthias Theatr . Hiftor . p , 964 . Moreri setzet viermal huudert tausend Thaler . Allein dieserweaen sind biefe astronomischen Tabellen dem Köni - ge Alphonsus nicht am theuersten zu stehen gekommen , ihre Tkenrung besteht vornehmlich darinnen , daß er ihrer wegen da« deutsche Reich eingebüsset hat . Hierauf hat Mariana außer Zweifel gezielt , da er ge - - saget , daß Alphviisu« die Erde verlohren , weil er den Himmel allzu stark f>etnid>tft . Erat Alphonfo fublime ingenium , fed incautum , fitperbae aures , lingua petaians , litteris potius quam ciuilibus aciibus inftru . , ats 1 - 5 ? , an weichem er zur Kien ? gelanget war , und er hat die Ueberkommung dieses ersten Tages des Bmckmo - nats nach den andern Denkzeiken solcher gestalt eingerichter , daß er ihn auf den c - , o Tag des 2000 Jahres nach der Denkzeit NadonasiarS , und also b : y andern , fallen lassen , wie man in dem Mor«ri sehen kann .
{ Vi ) , , i und den Tadel der lvcrke Gottes , den man ibm bevmtßt . ] Mariana saget überhaupt , daß sich Alphonsus erkühnet ha - be / die Werke der Vorsehung und den Bau unsere Körpers zu tadeln . Im XIV B . V Cap . Zum ganzen Beweise dieser Sache führte er nicht« als eine gemeine Sage an , die von einem zum andern fortgepflanzt worden . Dieß ist ein Merkmaal , daß die Historie derselben Zeit sich mit diesen sreyen Reden des Königes von Castilien nicht beladen , noch das Siegel darauf gedruckt hat , um dadurch zu verhüten , daß man in den künftigen Zeiten keinen Zweifel daran haben dörfe . Dieser Schrift» steller fetzet dazu , daß Gott die freche Zunge des Alphonsus , durch des SanctiuS Auftlchr , höchst gerecht bestraft habe . Emanuel fane patrimi ( San & ii j fuo et aliornm procerum nomine Alfonfum publica fen - tentia in conuentu pronunciata regno priuauit , eaealamitatedignum , «uod diuinae prouidentiae opera , et humani corporis fabricam in . ligni linguae procacitatc ingeniieue confidentia accufare aufus fucrit , vti vulgo hominum opinio eft , ab antiquo dueta per manus . Voci« ftoliditatem numen iuftiflime vindicauit . Ob gleich das Stillschwei - gen eines so weisen Geschichtschreibers in Ansehung auf den Weltbmi de« PtolcmäuS von einigem Gewichte feyn sollte , st> glaube ich dennoch , daß , wem , Alphonsus seinen verwegenen Tadel über einige Theile des Welt - gebäudeS erstrecket hat , solcher nur die himmlischen Spören betroffen hat . Denn außer , daß er sonst nichts studiert hat , so ist gewiß , daß die dama - ligen Sternseher die Bewegungen des Himmel« durch so verwirrte unk» dunkle Lchrsatze erkläret haben , die Gott keine Ehre brachten , und in kei - nem Stucke mit dem Begriffe eines geschickten Werkmeisters übereilt kamen . Also ist es wahrscheinlich , daß ihm in Betrachtung dieser Men - ge von Kreisen , damit de« PtolomäuS Welrordnung angefuliet ist , so vieler eccentrischcn , epicyklischen , so vieler Schwingui^en , so vieler tragenden Kreise , entfahren ist , zu sagen , daß , wenn ihn Gott um Rath ge - fraget haue , als er die ÜPelt gemacht , er ihm gute Trinnerun - gen gegeben haben wollte . Ich bediene mich der Worte des Urbe - bers von mehr als einer Welt . Di« Verwirrung aller dieser wirket war so groß , ( auf der 26 S der deutschen Ausgabe , ) daß zu einer " Seit , da man das Deste noch nicht erkannt , ei» Ronig vonCasti - lien . der ein großer NTathemarikkundiger , aber vermuthlich nicht - sehr andaci ? tig gewesen , gesager , daß wenn ibn Gort u . s . w . Ehe wir weiter gehen , wollen wir das Verbesserungsmiltel hersetzen , welches uns ein neuerer Schriftsteller anbiethet . NouvelL de la Republ . des Lettres . Monat May 1636 , 488 Seite . Wenn der König von Castiliea dasjenige rnt Bedingung gesager hat , was er , dem Vorgeben nach , uu - bedingt gesaget haben soll , so würde er schr . zu entschuldigen seyn : Man bedielte sich , statt der oben angefuhtten Worte , dieser : „ daß , wenn Gort , . vie Xpeit so gemacht hätte , wie man in der Xvcltocvnung des Pro - „ lomäus vorgiebc , man ihm «if ein andermal gureErinncrunge» „ geben könne ; und alsdann wird sich die argn'liäie Venvegenheit des AU „ phonsus vermindern . LipsiuS erzählet die Sache nicht , al« wennsi« ins besondere die Einrichtung des Himmel« beträfe ; er bleibt bey der Allge - meinl^ir . Mitior , saget er , Monit . et Exempl . Politic . cap . IV . ALPHONSI X , Hifpaniae Regis , fed non melior vox aut fenfus , qui folitus prouidentiam itidem culpare etdicere : fi prtneipto munii ifft Def adfuißit . mult» mtliui ordmatiuiijui ccndenda fuifft Livsni« führet Niemanv a» ; allein der P . Raynaud l'rsÄ . cle EimuebisPraef . et p - x . « , . führet bey Erzählung eben dieser Unbesonnenheit , den Ma - nana , Roderieu« Sanerius Part . IV . Hiftor . cap . V . und ben sus Spina in Fortalitio Fidei Libr . IV . cap . IX . Bello izz an Ein neuerer Sammlungsmacher letzet dazu , daß der Rönict öicsc Gottes - lastcrtmg kaum vorgebracht harre , als der 2>liR in sein Rette geschlagen , wo er gelegen , welcher seine Gemahlin« und «vey von feinen Rindern in Asche verwandelt ; daß er die Flucht dtrrch die Gemacher seines pallastes , von dem 2M , 'rc verfolgt , genom , men , welcher sein - Hemde verbrannt , und allem Ansehen nach e« mit seiner Person eben also gemacht baben würde , wenn er sich nicht , ur Srde geworfen , und Gott um Verzeihung seines Ver - brechen» gedeihen batte . Der P . l'Enfant im Monate Merz . p . Unser Sammler verweist uns auf den Vdariaiu» , den Sanetius Roderich und den BjoviuS . Allein ich bin gewiß versicl>ert , daß Mariana nicht« davon saget , und daß er gewiß davon gerederhabeuwürde^wenn in Tpa« men eine gewisse Sage von dieser wunderbaren Begebenheit gewesen wäre . Er hat ohne Zweifel dasjenige gewußt , was ein anderer Geschicht - schreibe ? davon erzählet ; weil e / min nichts davon angenommen , lö muß man glauben , daß ihm die Saclv sehr verdachtig und untergeschoben zu seyn geschienm hat Dem ley . wie ibm wolle , hier ist der Inhalt von der Erzählung Roberichs SanctiuS Hiftor . Hifpan . P . IV . c . V . Der nig hat sein« Gotteslästerung oft wiederholet , daß , wenn er dem Ra ,
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