Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-4965

( Eöfhlictt * ^
„ hat einer von'unser» berühmtesten Dichtern gesaget . Allein dieß ist Rune del Petrarca fpofte per Lodovico Caftelvetro ist durch die Vor -
nicht die einzige Kekerey diese« Schriftstellers , welcher weniae Zeilen sorge Jacob« Caftelvetro , des Verfassers Neffen / berausaekommen
„ darauf saget , daß EmpedokleS , Lucrez , Nikander , Hesiodus , Birgiliu« Dieser Neffe bekennet , daß sein Ohcim nicht die lebte Hand daran ae -
«und verschiedene andere , die er nennet , keine Poeten sind , weil sie Wis - legt , avegna che non habbiano ricevuto dal loro antore quella per .
„ senschaften in ihren Werken abgehandelt haben . Man muß also den fettione , che , vivendo egli , et riveggendogli , liaurebbe potuto loro
„ Homer so gut , als die andern , von dieser Wurde absehen , ja noch mehr dare . Er belehret uns in seiner Zuschrift , welche zu Modena den > ßor -
„ alS die andern , weil kaum eine Kunst noch Wissenschast ist , davon die nung „ 8 - unterschrieben ist , daß der verstorbene Johann Maria Castel -
„ Menschen Erkenntniß haben , die man nicht in der Jlias und der vetro , sein Vater , folgendes herausgegeben habe : „ Una operetta di
„ O^fiea findet . t , Scudcri Preface del'Alaricp . 6 . Hogsscher Ausgabe „ Lodovico Caftelvetro luo fratello . - . da lui dettata ne eli
von >685 . Ich übergehe die andern Beobachtungen , die er über diesen „ Ultimi giorni della vita fua , per correggere alcuni falli da altri
Grundsatz des Caftelvetro machet . „ commefli in materia di lettere , et infieme con efia una eiunta fatta
„ dalle ftefl'o fuo fratello ad uno de libri della lingua dl M . Pietro
( E ) Man hat einige Tractale von ihm , Sie nach seinem Tove „ kembo . „ Diese Erklärung des Petrarcha , ist gemeldetes Jahr zu
herausgekommen Das Werk , »velcheS den Titel hat : Le Basel auf Kosten des Buchhändlers , Peter Sadaduoni , gedruckt worden .
Castilien ( Alphonsuö der X . dieses Namens , König von ) welcher wegen seines großen Fleißes in der Sternseherkunst berühmter , als wegen seiner Krone , ist , hat im Jahre 1252 zu regieren angefangen . Die ersten Verwirrungen , darinnen er sich befand , kamen von der ungerechten Phantasie her , die er sich in den Kopf gesetzt , seine Gemahlinn unter demVorwandederUn -
gewahr wurde , da die Prinzeßinn von Dänemark ankamb , die wahrhafte Ursache gewesen , warum die Ehescheidung keine voratt gehabt . Die Königinn gieng von einem äußersten zum andern : sie bekam neun Kinder ; dieß war mehr , als zum Glücke und zur Ruhe ihres Gemahls nöthig war : seiner Sünden wegen hat er eine so fruchtbare Frau gehabt « . Dennoch begnügte er sich nicht mit dieser Fruchtbarkeit ; er zeugte anderwärts noch einige Kinder verstohlner weise . Die Prinzeßinn von mark betreffend , so gieng sie nicht wieder in ihr Vaterland zurück : der Erzbischof von Sevilien , des Königes Bruder , legte aus Liebe gegen sie das kleine Krügelchen ab , und vermählte sich mit ihr ; allein diese Verringerung des Standes vergnügte sie nicht sehr , Verdruß und Empfindlichkeit über die erlittene Beschimpfung brachten sie gar bald uinö Leben . Alphonsuö war weder bey seinen Unterthanen noch den benachbarten Königen beliebt , und gleichwohl war sein Ruhm in entfernten Landen sehr glänzend . Seine Wissenschaften , seine Einsichten , seine Beredsamkeit , seine Staatökunst machten daselbst ein großes Aufsehen , und diese« vermochte einige Churfursten , ihm d die kaiserliche Krone anzutragen ( A ) , mittler weile die andere Partey Richarden , Grasen von Cornvallien , Königs Heinrichs von England Bruder , erwählte . AlphonsuS bewegte sich nicht , ftine Partey durch seine Ge - genwart zu unterstützen , so daß sein Kalsertitel niemals eine recht wirkliche Sache gewesen ist . Man wurde müde , auf ihn zu warten ; und da sich die Stimmen wegen seines Mitwerbers nicht vereinigen konnten , ( denn er war gestorben ) so schritt man zu einer neuen Wahl . Man trug - das Reich , ungeachtet der Widersprechungen von den Abgesandten des AlphonsuS , Rudol . phen , Grafen von Habsburg , auf . Der Pabst erkannte Rudolphen für einen Kaiser ; und da er von dem AlphonsuS , welcher ihn zu Beaucaire an der Rhone in Person besuchte , die Verzicht auf seine Rechte nicht hatte erhalten können , so erhielt er dieselbe end - lich durch die Bedrohung mit dem Banne , und bewilligte ihm , zu einiger Schadloöhalrung , die Zehnren der Kirche ( K ) . Ich have bereits gesaget , daß dieser Prinz bey seinen Unterthanen nicht beliebt gewesen . Er harte zu wiederholten malen die tierungen der großen Herren auf dem Halse , welche mir den benachbarten Prinzen geheime Verständnisse sehr wohl zu unterhal - ten wußten . Endlich mußte er seinen Sohn , Sancho , als das Haupt einer mächtigen Partey sehen , der sich durch das Miöver - gnügen furchtbar machte , worinnen sich das Volk wegen der Munzveränderung und der ungerechten Mittel befand , deren er sich
dung der Unruhen gerhan , die inan von Seiten des Sancho zu befurchten hatte , wenn inan ihm die Rechte von Ferdinands Kindern nicht aufopferte ; dieses Opfer verschob nur die bürgerlichen Kriege etwas weiter hinaus . Sancho war mit der Ver - sicherung , fernem Vater zu folgen , nicht vergnügt ; Alphonsuö starb ihm nicht bald genug : er war es müde , daß er etliche Jahre warten müssen , und ergriff dieserwegeii die Waffen . Er wurde durch den Beystand des Königes von Grenada unterstützet ; erver - sammlere die Stände des Königreichs zu Valladolid , er stund den Abgeordneten alles zu , was man verlangte ; und wenn er den königlichen Titel anzunehmen ausschlug , so geschah es bloß darum , weil ihm die Besitzung des Wesentlichen von der königlichen Gewalt genug war , und er sich die Zuneigung der Unterthanen desto mehr gewinnen wollte . Mit einem Motte , der Prinz Emanuel , sein Obeim , sprach bey voller Versaminlung der Stände das Uttheil der Absetzung wider den König aus ; welcher immittelst eine andere Versammlung , die lange nickt so zahlreich war , zu Toledo hielt , wo man weder Kühnheit . noch Vorsicht genug hatte , weil man die Mittelstraße allzrigenau beobachten wollte . Die Hülfövölker , die er von dem Könige zu Marocco erhielt / halsen ihin sehr wenig : der Fluch , den er feyerlich wider den Sancho aussprach , erregte in der Seele dieses Aufruhrers nicht die geringste Gewiss . 'nSangst ( C ) . Dieser verhärtete Sohn bekümmerte sich weder um den Fluch seines zeitlichen noch geistlichen Vaters ; denn er trieb sein Gespötte mit dem Banne des PabsteS ( D ) . Allein einige Städte verließen ihn we -
Sen des von Rom eingelaufenen Verbothö , ihm anzuhängen . Zweene von seinen Brüdern verließen ihn auch . Der Tod des lphonsus machte diesem bürgerlichen Kriege im Jahre , 284 ein Ende . Er verordnete , daß sein J ? er , z auf dem Calvarienberge b . 'graben werden sollte ; allein man ist dieser Verordnunq nicht nachgekommen . Sein Her« und Eingeweide sind zu Murcia und sein Korper zu Sevilien begraben worden . Dieß ist der erste König von Castilien gewesen^welcher erlaubt hat , daß alle öffentliche Acten in der Landessprache gesühret werden dörften ( E ) . Er ließ die Bibel in diese Sprache übersetzen h . Er ist weder mit seiner Gemahlinn ( 5 ) , noch mit seinen Kindern , noch mit seinen Unterthanen glücklich gewesen . Jedermann weis , was er für arone Unkosten auf die astronomischen Beobachtungen verwendet hat ( 6 ) , und den Tadel der Werke Gottes , den man ihm bey - mißt ( H ) . Man giebt vor , es wären die astrologischen Weissagungen Ursache an dem Unglücke gewesen , das ihn zu Boden
^CbrUCft CO ttm Arft» * / ) SO» * ffUi'fldnfi'K / w / »« ht A«H ( Y\ hot * / r / ir\
tetthanen miti
einen Codex oder eine Sammlung !
hat nicht die geringste Acht auf seinen ieyren '^viuen geyavr , vermöge oe „ en er sein Königreich seinem ^nkel , AlphonsuS ( l ; , und nach dessen Abgänge Ferdinanden , dem Bruder des AlphonsuS , und zuletzt Philippen , Könige von Frankreich , hinterlassen hatte - . Sancho erhielr sich auf dem Throne , mittlerweile seine Neffen kaum der Freyheit genießen konnten . Jolanta , ihre Großmut - ter war nebst ihnen bey guter Zeit an den Hos des Königes von Arragonien gefluchtet , um dem Meuchelmorde zu entgehen , welchen ihr Oheim vermutlich , auch noch bey des AlphonsuS Lebzeiten , an ihnen verübet haben würde , wenn es in seinem Ver - mögen gestanden hätte . ^>0 gewiß ist eS , dafi die Herrschsucht alle Regungen der Menschlichkeit ersticket , und alle Gerechtig . keit umkehret ! Diese Betrachtung ist vom Mariana ( M ) .
* ) Jolanta , oder Violanta , die Tochter des Königes von Arragonien . * ) Im Jahre 13» . O Einige von seinen Kindern sind nen gleich geweseil , von welchen OvidiuS im I D . der Verwandlungen 148 93 - saget : Filius ante dicm patnos inquirit in annos . d ) Im " «ihre 12S6 , oder wie andere sagen > - ; 3 . i ) Im Jahre f ) Im Jahre 1 - 76 . / ) Er war - - 75 gestorben , und seine Kinder , sollten vermöge der mit Blanken , der Tochter Ludwigs des heil , errichteten Ehverbmdiing . vorstellen , wenn er vor dem Vater verstürbe . ifeS Abrege ChronoL aufsJahr , - 69 . b ) Ex Marianae hiftona . 0 Manana Libr . tflV . c . VII .
rf - hntfüesten trugen ihm die kaiserliche Krone an . ) Kaiserchum , «'cht »wo unterschiedene Würden . Die Wahrheitist - , daß ( A ) Emigc Cv rr «xlche sagen , daß er sie auSgeichlagen habe . AlphonsuS das Kailerthum angenommen , und den wirklichen Vorlay
»ieiemgen betriegen we«weiliae Benacktuna ; gehabt hat , Besitz davon zu nehm ' '
jit nehmen ; weil er aber dasjenige zur ttnzeit
Einige verbinden> Mit vie^rw ^^^^VeliieVa^ndlZ'ndisc^n'KaisnS gewesen , was FabiuS war , wenn es seyn mußte , ( Mariana nemiet ihn
nämlich , daß er sich mtt ^ ^ oblatnm reeufanit , Occiden - seht oft Cunöator ) so hat er alle seine Sachen verderbet . Also hat
beqnügt hatte : Imperium oerm Vniuer ( - Vol L pag Wenn er sich Nicht mit dem Titel begnügen wollen , aber wider seinen Willen
talis titulo contentua . »«m - * £ ' t mn e ( 5 nicht unter seine Titel , weiter Nichts , als denselben , gehabt . Ich sehe nicht den geringsten Grund
man ein Königreich ausschlügt 'p mb baö «bendlaMsche dabev , wenn eunge sagen , er habe sich , nachdem er das Kals^rthum au« -
m»d überdieß . so sind das deutsche N 2 geschlagen

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