Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
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Castellan .
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verbessert tu werden ; sondern , weil er voraus sah , daß d . e Neulinge , so bald sich> FrannscuS der I nur em wen . a gelinde und aleickaültia aeaen sie bezeiaen würde , sich einer Verwegenheit anmaßen wurden , die reizen mochte , alle Dinge , so wohl in der Kirche als ? n dem Staate , von oberst zu unterst zu kehren . Dieferwegen hielter - eö für gut , gegen die Kcherrichtcr und An - aeber Nachsicht zu aebrauchen ( l . ) , ob es sich gleich öfters zutrug , das ; sie unschuldige Personen anklagten . ^ An der andern nieder , damit er das von Orleans annehmen konnte , welches in der Nachbarschaft derer Oettw war , wo sich He . nr . ch der II am liebsten aufhielt . Da sich dieser Prinz zu dem Kneaszuge , nach Deutschland , fertig machte g . eng er von ÄmbAe nach Orleans , und erlaubte dein Großalmosen , er , zweene Monate vom Hofe abwesend zu seyn . Castellan Hatte um diese Er - taSmSSäSrnl um die Angelegenheiten seines Kirchsprengels in Ordnung zu brmgen . E hatte „ . cht so viel Muße d . e Misbrauche darinnen zu verbessern ; allein er säuberte . hn von unzahugen herumstreichenden Priestern d . e n . chrs verstunden , STZSX führten ( P ) ; er predigte oft ; allein , eines Tages ward er unter der Pred . gt von e . ner Lähmung aerübrt die aar bald in einen Schlag ausartete , der ihn in kurzer Ze . t wegrückte . Er . si ! den z Hornung , 1552 , gestorben x . §5ie Drorestanten haben viel Betrachrungen über diesen Tod gemacht ( Q^ ) . Er . st em sehr erfahrner Mann >n den morgen - £>te Protestantenipooen wci r » aemefen , daß sich Franciscuö derder sich geruhmet , keinen Gelegten ge -
^Mw " ba ? enÄen Wissenschaft er nicht in zwey Jahren erschöpft hatte ( ! < ) , aefager , daß er bey diesem niemalskeinen
nagianen , aus der 289 S . hollandischer Ausgabe .
, ) Sein rechter Name war Du Cbatel . Er hieß Peter Turreau , lateinisch , Turrellus . Siehe dieAnmerkung ® undfC ) . . Fl ' F^bcniocornmcndauit , atque vt honeffo loco et ftipendio hbi in einendandis Graecis Latinisque cxemplaribus effecit . r ÜMndiui in Vita Petri Caftellani , p . 20 . d ) Francifco Regi ad quietem fe cornparanti Latinas Graecasque Hiftorias et Tragoe - diasad verbam pene vertens interpretabatur , et doriniturienti aflidens inter legendum praeclari alicuius loci fententiaeue cxpiica - fione tanauam eniotulata Pythagoreorum mufica , eum ad quietem tranquillam deterfis curis omnibus et perturbationibus com - nonebat Ebendaselbst , 42 Seite . # ) Er besänftigte den König gegen die Waldenser , drey Jahre vor Vollstreckung des Unheils des Ca - Leres und Merindol - - Ebcndas . 60 S . und er hat den Dolet einmal aus dem Gefangnisse geholfen . Ebendas . 6a S , f ) Im Jahre s ? , s , e die lebte Anmerkung , g ) Aus seinem Leben , welches vom Peter GallandiuS , seinem Freunde aufgesetzt , und von i>em Herrn Baluze , 1674 . zu Paris herausgegeben worden , b ) Siehe Colomies GalL Orient , p . 14 . u .
tem incomparabili quadam eloquentia et animi magna incitatione cum audiuilltnt iudices , qni ad faeuitiam inflammati , vt fere fit in rebui , quae ad religionem fpedtant , ad damnandum reum ad tribu - nal venerant , ita ltupentes et attoniti redditi funt , vt vix verbum vllum proloqui pollent . . . Ita eo perorante et vultu et ani - mo immutati funt , vt non modo de abfolutioneTurrclli , fed etiam de adokfcente generofo et diferto laude et praemio ornando cogita - rent , Inter quos cum federet Boudetus , Lingoneiuls amiftes , homo do & us , aduocatis aliquot Theologis adolefcentem non vulgari - ter laudauit , et honorario munere donatum dimilit . Ebendaselbst , 18 , 19 Seite .
( v ) Er blieb 5» Äasel bey dem Erasmus . ^ Beza hat diese Reise Castellans wohl gewußt : allein es scheint , daß er sie nicht in die Zeit gesetzet hat , wo sie hingeGret ; er hak geglaub' , Castellan nwc lich nach Basel gereist , nachdem er die Rechtsgelehrsamkeit zu Bourges unter dem Andreas Aleiat studiert gehabt : und er hätte vielmehr stigen sollen , daß er erstlich nach seiner Reise nach Basel die Rechte zu Bour - geö studiert hatte . Von . Vourges iß er nach ^aftl gebommen . um ffndieten , allrvo er in der XVelnveisbcit unv Rellgion zugenommen , unv bey Oem R ector Sebastian Münster gewohnt hat . Beza im II B . der Kirchen Historie 80 S . Man saget nichts der - gleichen in seinem Leben : vielmehr bemerket man daselbst , daß er Basel verlassen . da der katholische Gottesdienst darinnen abgeschafft worden , und daß er öffentlich wider einen auftühnschen Prediger geprediget habe . Secuta Bafileae et aliis in Germaniae locis tragica e templis imagi - num exturbatione , et variis de religione tumultibus exorti» , cum Erasmum , Bafilea relidla , Friburgum proficifcentem animaducrte - ret , ipfe quoque ( poftquam publice concionatorem feditiofum con - futaffet , ) in quietiora pacatioraque loca demigrare ftatuit . Galland , in VitaCafteilan . p . 21 . Wen» man sagen könnte , daß Castellan zwep - mal zu Basel gewesen wäre , so könnte man den Widerspruch »tten , der sich zwischen dem Beza und dem GallandiuS findet ; dieser konnte nur von der ersten , und jener nur von der andern Reil»' geredet haben . Der XIII Br . des Erasmus , im XX VII B . an den Castellan , scheint dm , enigen vorrheilhast zu seyn , welche sagen , daß dieser letzte »weymal zu Basel ge - wesen . Er wäre daselbst vor der völligen Abschaffung des katholischen Gottesdienstes gewesen , die im . 529 Jahre ac , chehm : GallandiuS ver ' ! 5z , Jab^e daselbst gewesen . Dieses könnt .
( A ) Sein Vater , der jüngste Sohn eines wallonischen Edel , Manns , ist seine ganxe L . ebeng ; eir den Xvaffen gefolget , und har sich ? u Archi in Äargund niedergelassen . ^ Wenn GallandiuS sei - »em freunde , in Ansehung seiner Geburt , nicht geschmeichelt hat , so hat man in der Kirchenhistorie der reformirten Kirchen und in dem terbuch ? des Moreri groß Unrecht . Nach dem Galandius ist du Chatel nicht nur ein Edelmann , sondern auch von einem alten Adel und der Sohn eines braven Ritters gewesen . Eqiies auratus magnae fcientiae inilitaris et fortituiinis laude ftipendia fecit . Petr . Gallandius , in Vita Caftelli , p . 1 . 2 . Theodor Beza redet ganz anders von ihm . Dieser gute Äisckof , saget er im II B . der Kirchcnhistorie , 80 S . mit dem Zunamen Chastelain , ist sehr niedrigen - Herkommens . Moreri setzet voran« , daß Castellan^ da er vom Franciscus dem I gefragt worden : ob er ein Edelmann wäre , geantwortet habe : daßer nicht eigentlich wisse , von welchem unter den dreyen er hergekommen , Sie in de» XJoa Rasten gewesen . Dieß kann mit der Erzählung des GallandiuS nicht bestehen . Man merke auch , daß alle diejenigen , die von dem Vaterlande Castellans reden , ihn zu LangreS lassen geboh - ren werden ; und gleichwohl giebt ihm GallandiuS ein ander Vater - land , welches viel unbekannter , als jenes , ist . Dieß ist etwas ches , daß sich die Gelehrten , . die etwan in einem Dorfe qebohrcn sind , von der allernächsten Stadt nennen . Dieser wird Aurclianenfis zuge - namet , der nicht in Orleans , sondern in der Nachbarschaft gebohren , ist . Nach meinem Bedünken , ist Castellan aus einer gleichmäßigen Ursache Lingonenfis genennt worden .
( B ) Er war nur sechs Jahre ; u Sbijon gewesen , als man eine Llasie seiner Aufsicht unrergab . ^ Beza hat bey diesem Artikel kei - ne üble Nachricht gehabt . lLr ist anfanglich , saget er im II B . der Kirchenhistorie , 80 S . Sckulbcdienter 5U 2>i>on , unter dem Re - cror Turreau , gewesen , der für einen von den vornehmsten Wahrsagern , seiner Feit , gehalten worden .
( C ) Er bekam gar bald Gelegenheit , feinen Verstand bey voller Versammlung nx geigen . ] Wir haben so gleich hen , daß Peter Turreau für einen großen Wahrsager gehalten worden . Er ist deswesgen vor Gerichte gefordert worden , und der Gefahr un - terworfen gewesm , als ein Ueb'ertreter der göttlichen und inenschlichen Gesttze , verdammet zu werden . Turrellus praeeeptor impietatis accu - faretiir , q»od contra iura canonica et ciuilia contraque facras litte - ras ex aftris fata hominibu» euentura praedicere diceretur . Galland , in Vita CaftcD . p . IZ . Castellan hat , aus Erkenntlichkeit gegen seinen Lehrmeister , seine Sache vor Gerichte mit solcher Stärke vertheidiget , »aß er frey gesprochen worden . Er hat gelehtt und beredt von der ^rerndeuterkunst , und denen daraus beruhenden Wahrsagungen geurthei -
er hat gezeiget . daß es ganz unschuldige und auch andere höchststraf -
' K - ninter aebe ; allein , daß Turreau mit diesen lebtern nichts zu »fmn «fiabt Man sehe den Inhalt seiner gerichtlichen Rede beym Gai , ^>ie ^uqend Castellans machte seine Rede um so viel bewun -
d ^d ohne Zweifel haben sich die Richter eingebildet , man
S MtoScSn Verdienste eines solchen Sachwalter - v . e musie dem aufiercrdcnruu>c . praedin« . calore iuuemli
mmpnttfutl ciconiae parenti' nutritia per .
efferuefcens , veluti^ egreg " toris plx>feflils ad Iudicum
foluens pullus , defens . onem fm pr - - c p " lta Mtren .
fubfelha Iaureafus accclllt . Ebenv .
sichert e« : und er wäre im 15z , Zahre da>eivit gewesen . Dieses könnte man , wie es scheint , aus einem Briese des Erasmus schließen , den er den - 4 des Herbstmonats , nach dem Druckeseiner Apophthegmalen . an ihn geschrieben hat . Die Zuschrift dieses Werkes , ist den 26 des nung« 1531 unterschrieben , und der Brief , davon ich rede , eiithalt die Danksagungen des Verfasse^ , wegen des Lobes , das Castellan diesen Zlpophtheqmaten in einem Briefe gegeben hatte . Also kann nothwen - dig dieser Brief des Erasmus den . Herbstmonate von > ; z> , nicht vorge - gangen seyn . Nun giebr er zu erkennen , daß Castellan nicht weit von Driburg gewohnt ; er redet vo» etlichen Rebhünern , die Castellan dem Erasmus geschickt gehabt ; De perdieibu« iam itenim miffis habeo gratiam . Erafin . Epift . XIII . Lib . XXVII . pag . 1516 . jeden noch bezeuget er , daß , ivenn Castellan ei» Hühnchen bey dem Erasmus speisen wollte , er allezeit willkommen seyn sollte . Si tantus eft amor in mc tuu» , ornatifllme iuuenis , vt iuuet etiam cuui vmbra colloqui , iftius qui - dem voluptatis feito tibi paratam fore copiam , quotics erit connno - dum . Qiiodfi quando poffis iftam ß non tragicam , certe fplendi - M J drttu

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