Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-4892

92 Castellan .
habm , daß Castalio Prediger geweftn ; denn ob man dieses gleich nicht fiialione cognitionis earum fcientiarum , et lingiiarumi , quibus
ist , so kann man sich , diesem ungeachtet , wohl anbierhen , die Verpeste - fsope 5olc»t earum üudiofi , plus tribuere quam fpiritui . Caftell
ten zu trösten . Wir sehen aus dem angeführten Zeugnisse , daß er sich Defenf . p . 21 . Er führet diesen Beweis davon an . Als ich zu Livn
bestrebet , ins Predigtamt zu kommen , und er würde dazu gelanget seyu , >var , ehe ich zu euä ) , iach Straßburg gieng , ( er redet den Calvin an , )
wenn er nicht gewisse Meynungen gehabt hätte . Ich glaube mit dem Spon , saget er , so hat mich jemand , aus Versehen , Castalio , anstatt Castellio , ge -
in der Historie von Genf , - 51S . daß er etlichemal gepreviger hat ; iman nennt . Ich war erfreut darüber , weil ich mich des Brunnens Castali6
merke , daß Leti , in der Mor . Genevr . p . 79 . 80 . deutlich saget , daß Castalio erinnerte , der den Musen geweihet ist ; dieses hat mich bewogen , diesen
Prediger gewesen , ) allein dieses beweist nur , daß er sich um das Pastor - falschen Namen zu lieben , ich habe ihn meinem Familiennamen vorge -
flrnt beworben . Ich glaube , daß sich der Jesuit Garasse so oste betro - zogen , und mich auf dem Titel eines Werkes damit geschmücket . Quod
gm , als er ihn Prediger nennet . Er hat es oft gethan , und allezeit mit ego noinen audiens , a Mufarum fönte Caftalio deriuatiim , adamat -
groben Schimpfworren . Hier ist ein Beyspiel davon^ „ Wir haben ui , atque amplexus fum , meque omiflo deineeps Caftellionis no -
„ von dem Seb . Castalio erfahren , welcher , seiium Stande nach , ein Zim - minepatrio , Lattalionenr appellaui . ) Quin etiam hoc idem no -
„ mermann gewesen , ( dieß ist eine Sache , die Mir sehr ungewiß zu sevn nien primis mei Prodromi litteris primorum verfiium confignaui ,
„ scheint , ) daß er lvahrhastig Sie heil . Scbrift gewimmert bat . da seine videlicet , vt esset infignior etiam ad pofteros rnea fuperbia . Eram
„ Töchter sie gesponnen haben ; dieser arme Mann , von einem fthrmecham - enim , fi Mufis placet , Poeta , et Graecae plane leuitatis Mufopata -
„ schen und kliechtischen Geiste , und würdig , ein Prediger zu seyn , wel - gris . quimx4t * yo ( , Recitator clamofus , vel perfonare omnia fa -
„ chetf er auch wirklich gewesen , hat ben der „ werks die h , Schrift dermaßen behobst , und sie in emergroßen Anzahl rtec foliun nunc confitens erubefco , verum etiam antea faepe folus
„ höchstwürdiger Stellen mit so vielen Zusahen verderbet , daß er uns mit cogitans , cum nie maiorem veri eegnitionem adeptum confcientia
„ Recht zu befürchten Anlaß qiebt , es werde die Bibel den Händen der pro mille teftibus accufaret , pudore fuffufus fum . Itaque deineep»
„ Handwerksleute und Unwissenden übergeben , und Preis gelassen «er - oniillä illa gloriola Graeca , na „ den . „ Garafie , Dochine Curicufe , p - 506 . 507 . mutandi , patrio me nomine Caftellionem appellari cupio . Ebend .
Teißier sehet voraus , daß Castalio verbannt worden : d - eß ist dem L t ? ' Stelle zeiget uns , daß
Zeugnisse Calvins zuwider , und man merke , daß Leti erzählet : es habe « beständig dieser kleinen Eitelkett geblieben . st , undse . nen er -
Castalio , dem mit der Verbannung und Absetzung , im Fall seines Rück - fc» Namen « . e^r angenommen hat . Vor seiner französischen B . bel
falls , qedrohet worden . die Wirkungen dieser Drohungen nicht erwar - Wnn€t ^ch Sebaftian Chateillon .
falsch - dem . seineWrred - ^ und seine No -
tenub« dn / rstmBr^ eher znnachtwor - ^ sichre seine Worte darum an . damit sie der Sammlung des Pope
den , als viele 'chre nach LSvÄ " r i ^ Blount zum Zusähe dienen können , der diese Stelle des Ran>us in sei -
«e ich zu Rathe gezogen sagen , > w . e Beza , daß er geades Weg^nach m Cenflira £uthörum , p . 49z , nicht angeführt hat , wo er die Urtheile
Basel gegangen . * ? ch , er 'st^e . nz . ge - den ich welch« über den Castalio gesammlet hat . Vtina^tanti ingenii , . amque Koni«
saget , daß er sich nach Bern begeben , und von da , wegen feiner Jrrthu - artibus ac litteris eniditi , vis illa in hoc vnico Graecae profeflionis
mer , verjagt worden . argumento verläri maluilfct , nihil roea quidem fententia , in ifto
CM ) nmß eine Anmerkung über örn Namcn Castalio gfere la , , dis comparandum habuiflet . Petrus Rarm . ii in rnsen : ] Er bekennet , daß er sich inKner Jugend von der Eitelkeit habe P - w - 5 - . Also redet Ramuö , nachdem er' em . ger Bucher ge - verführen lasset ? . Inlvletcedat aiümu , llulta quadam , et iuucnili per - die Castailo ubersetzt hat .
" ( Peter ) Großalmosenier von Frankreich , im XVI Iahrhundette , ist ein Mann von gwßem Verdienste und vieler Gelehrsamkeit gewesen . Sein Varer , der jüngste Sohn eines wallonischen Edelmanns , ist seine ganze Lebenszeit den Waf - fen gefolgt , und hat sich zu Archi in Burgund niedergelassen ( A ) : er hatte sich daselbst verheirathet und zweene Söhne gezeu - get , davon unser Peter Castellan der jüngste gewesen . Dieses Kind hatte das Unglück , seinem Vater und seine Mutter zu ver - - Itcren , ehe es den Gebrauch der Vernunft erlanget hatte : seine Vormünder verabsäumten sein Vermögen und seinen Geist ; gleichwohl wurde er im eilften Jahre seines Alters nach Dijon geschickt , daselbst unter den berühmtesten Schullebrern zu studierend Seine Zunahme setzte seine Meister in Bewunderung . Er lernte das Griechische ohne Hülse eines einigen Menschen , und er war nur sechs Jahre zu Dijon gewesen , als man eine Classe seiner Aufsicht untergab ( B ) . Er stund diesem Amte sehr wohl vor , und bekam gar bald eine sehr beqvehme Gelegenheit , seinen Verstand bey voller Versammlung zu zeigen ( C ) . Die Begierde , Gelehrte , und vornehmlich den Erasmus , zu sehen , vermochte ihn , zu reisen . Er machte mit Deutschland den Anfang : er besuchte daselbst viele gelehrte Personen , und blieb endlich bey dem Erasmus zu Basel ( D ) , der ihn gar bald für einen jungen Menschen erkannte , der sehr geschickt war , und ihn beym FrobeniuS , als Druckverbcsserer , anbrachte c . mus fand sich wohl dabey ; denn er hat , nac^der Erinnerung Castellans , viele Fehler verbessert , die außer diesem in seinen Werken würden stehen geblieben seyn ( E ) . feie giengen beyde zu gleicher Zeit von Basel weg , da die papistische Religion da - selbst völlig abgeschafft wurde . Erasmus begab sich nach Fribura ; Castellan kain wieder nach Frankreich ; und da er sich fer - tig machte , Italien zu sehen , so bath man ihn zu Dijon , die Führung einiger jungen Schüler über sich zu nehmen , die man nach Bourges zu schicken willens war , um daselbst die Rechrsgelehrsainkeit , unter dem Alciat , zu studieren . Diejenigen , wel - che diese Bitte an ihn thaten , waren die Vornehmsten von den , Parlamente in Burgund . Er nahm diese Bedienung an ; al - - lein in wahrender Zeit , daß dieselbe zu Stande kam , beschafftigte er sich mit zwey Dingen , die sehr unterschieden von einander waren : er hielt nämlich öffentliche Vorlesungen über den griechischen Tert , von dem Briefe des heil . Paulus an die Römer , und der Tochter seines Wirths Privatstunden , von der Liebe . Wir wollen lieber sagen : dieses ungemein schöne Mägdchen versuchte ihn und liebkosete ihm so stark , daß er diesen gefahrlichen Anlockungen nicht widerstehen konnte . Nachdem er gewahr geworden , daß sie schwanger war , so gab er ihrer Mutter Nachricht davon ; er bekannte seinen Fehler , und bath sie auf das demü - . rhigste , ihre Tochter so geheim niederkommen zu lassen , daß kein Mensch etwas davon erführe . Die gute Mutter ließ sich dazu bewegen , und sie führte diese Sache so geschickt aus , daß auch ihr eigner Ehmann kein Wott davon reden hörte . Ein Jahr nach ihrer Niederkunft , ward dieses Magdchen , ihrem Stande aemaß , und als eine sehr keusche Jungfer verheirathet ( F ) . Den Knaben betreffend , den sie zur Welt gebracht , denselben nahm Castellans Bruder zu sich , und erzoa ihn als seinen Sohn . Indessen war die Zeit , diese junge Leute nach Bourges zu führen , gekommen ; also reiste er mit denselben dahin , und brach - te es in der Rechtsgelehrfan , keit sehr weit , auf welche er sich mit solchem Fleiße legte , daß er die schönen Wissenschaften darü - der nnter die Bank steckte . Sein Fleiß beym Studieren war erstaunlich ( ( ? ) . Seine Begierde , Italien zu sehen , wurde gar bald vergnügt ; denn der Bischof von Auxerre , der als Gesandter dahin gehen sollte , wünschte ihn , als einen Gelchrten bey uch zu haben . Castellan hielt sich nicht lange in Rom auf , allwo ihm fast nichts , als die Ueberbleibsel der Alterthülner ae - fielen ( H ) ; er gieng nach Venedig , wo er ein Ann in der Hauptstadt der Insel Cypern zu verwalten fand . Der Bischof und die Einwohner dieser Stadt , suchten einen Mann , der die griechische und larein . Sprache verstund , und die schönen Wissenschaften zu lehren , fähig war , und borhei , ihm zweyhundert Thaler Besoldung an . Castellan machte sich verbindlich , ihnen zu dienen , und lehrte zwey Jahre in ihrer fetadt , mit vielem Fortgänge ; so , daß sie nicht wohl zufrieden waren , da er sie verließ , um Aegypten zu besehen . Er bat dasselbe , als em geschickter Mann , besehen ; denn er sehce sichln den Stand , von allem so wohl verbessert

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