Creator:
Bayle, Pierre Gottsched, Johann Christoph La Croze, Maturin Veyssiere
PURL:
https://dibiki.ub.uni-kiel.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:8:2-4865

Castalio .
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pag . 372 . Oper . Tom . III . Man sehe auch folgendes : Hoc eodem anno per Scbaftianum Caftellionem fi£tae pietatis hominem Satan vos fidemque veftram impellere et leui primum , vt videbatur , iftu fed periculofiflimo quatere voluit : quo tarnen malo et occulto vene - no citiitas veftra anno XLV , homine ipfo tanquam fpi ima expulfo purgata eft . Danaeus , Epift . Dedic . Libr . de Haeref . ad Senatum Ge - neuenfem . Diese Erzählung scheint auszuschweifen , wenn man sie mit einem Zeugnisse vergleicht , welches Calvin diesem Schullehrer von Genf gegeben hat . Es enthalt , daß er fein Schulamr fteywillig nieder geleget ; daß er sich dabei , so betrage» habe , daß man ihn würdig geschabt , Pastor zu seyn ; und daß ihn nichts verhindert habe , zu diesem Amte befördert zu werden , als die besondere Meynung , die er von dem Hoheuliede , und dem Artikel von der Niedersahrt Christi zur Höllen gehabt ; und endlich , daß dieses die einzige Ursache gewesen , warum er Genf verlassen habe . In eo teftimonk ) tu teftaris , also reder Castalio zum Calvin in Defenf . ad Autor . Libelli cui Titulus eft , Calumnia Nebulonis , pag . m . 19 . mihi a vobis difeedendi vnam caufani fiiifle , difcordiam illam de Cantico Canticorum , et de interpretatione tua capitis fidei de Chri - fti defeenfu ad inferos . Tua verba funt haec : Hoc breuiter ttfia - tnur , talem fuijft a nobis habitum , 1>t ntflro omnium confenfu tarn ad munus paft orale deftinatus ejfet . Et in fine verba funt haec : Ne juis ergo aliud quippinm in canja tjfe [ uspicetur , cur a nobis dijcedat Sebaßtanus , hoc quocumqut venerit teftatum ejfe volumus . Schola * numfterio fponte ft abdicauit . . 1 10 ita fe gtjferat , vt facro hoc mtniflerio dignum iudicaremus . Quominus aurer» reeeptus fuerit , non aliqua vitae macula , non impium aliquod in fidei neftrae capi - tibus dogma , fed hatc vntt , quam expojuimus , caufa obftitit . Er saget , daß er dieses Zeugniß vielen Personen , und auch einigen Predigern gezeigt habe . Man ziehe den SponiuS Hift . de Geneve Livr . III . PaS - 257 . zu Narhe , welcher nicht saget , daß man ihn aus der Stadt ge - Yen heißen , sondern nur , daß nian ihn abgesetzet harte . Siehe uncen meine Anmerkungen wider den Teißier .
( E ) ( Sc ist von drev pohlnischen Edelleuten in der großen iRircbc ju Basel begraben worden , , - - die seine Scliüler gewesen . ^ Ich habe diesen besondern Umstand aus der Ueberschrift ei - nes Sinngedichtes erfahren , welche« sich zu Ende seiner heiligen Gesprä - che findet . Aliud ( Epitaphium ) de monumento , quod ei tres Po -
loni . . . locarunt in fummi Templi Bafil . periftylio , in paui -
mento . Man findet in den Scaligeranen einen sehr merkwürdigen Umstand ; Castalio ist in das Grabrnaal der Familie von den Grynäern begraben worden : allein es hat ihn ein Professor von dieser Familie ausgraben lassen . Vielleicht hat dieses die drey pohlnischen Edelleute be - wogen , für Castalions Vcgräbniß zu sorgen . Hier ist SealigerS Unheil . Si non cum affedhi vel ignominia Simon Grynaeus iuflitCaftaJionem ex fuo fepulchro educi et alibi fepeliri , nihil mali . Sunt , qui nolunt alios in fuo fepulchro fepeliri ; fed in noftra religione non deberet fieri . Scaligerana Voce Grynaeus , pag . m . 101 . Er entschuldiget und tadelt zu gleicher Zeit die That des Grynaus . Er entschuldiget ihn , im Falle dieselbe nicht au« einer Feindschaft hergekommen , und im Falle man dabey eine Mäßigung gebraucht hat , die dem Gedächtnisse desVer - storbenen nicht schimpflich gewesen : allein er tadelt sie , weil er will , daß die Reformisten nicht von der Krankheit befallen seyn dörfen , kei - nen andern in ihrem Begräbnisse leiden zu wollen . ES ist schwer , sich einzubilden , daß Grynäus bey dieser Sache von aller Leidenschaft ftey gewesen sey , und daß ihn nicht verschiedene menschliche Absichten verleitet haben , sich so aufzuführen , wie er gethan hat . Wir wollen bald sehen , daß man den Castalio so schwarz , als den Teufel gemacht hat .
( ? ) Man bar ihn beschuldiget , daß er den Enthusiasten gewo - gen gewesen . ] Dieß will Beza sagen , wenn er ihn tadelt , daß er das Ansehen der heil . Schrift habe entkräften wollen , als wenn sie die erha - bene Gottesgelahrtheit nicht lehre , die der heil . Paulus feinen Schülern erkläret , welche am meisten zugenommen gehabt . Vt qui fua quadara in Sacrorum Bibliorum peruerfionem praefatione , palam verbi di - iiini fatis perfpicuam audVoritatem conucllere ftuduiflet , fuisque in priorein ad Corinth . Epiftolam adnotationibus , vt a verbo feripto tanquam impcrfeöo nos abduceret , diferte feripfiflet : Paul um quan - dam Theologiam , ea , quam feriptis tradidiflet , reconditiorem , perfe - ctos nefcio quos fuos difcipulo» doeuifle . Beza in Vita Calu . ad ann . >55Z pag . 377 . Scaliger saget , Castalio wäre in verschiedenen wider - täuftrischen Lehren ersoffen gewesen . Scaligerana I , p . m . 28 . Nichts hat mehr beygetragm , ihn unter die Schwärmer zu sehen , als seine latei - Nische Uebersetzung derTheologiae Germanicae : dieß ist ein Buch mit lau - ter Schwarmereyen und Eingebungen angefüllet , welches in den Nie - derlanden viele Leute verderbt Hat . Dieß Hat die Heil . Adelgunde an den Theodor Beza im Jahre 1567 geschrieben . Eft genug nouurn LSuei - #twv , qui tum ex lila , quam nofti , Theologia Germanica dudum a Caftellione Latine reddita , tum ex Taulero deliro fane Monacho , tum porro ex alionim quorundam et veterum etrecentioriim haere - ticorum furoribus , eas confuunt rhapfodias , quae non iam fuperfti - tiofaeac rudi plebeculae , fed ipfis etiam viris , et medioeri erudi - tione , et non contemnenda pietatis fpecie praeftantibus , ita ter arrident , vt certatim omnes ad eoriim libros qiiafi ad reconditnm aliquem thefaurum accurrant . Omnia eorum deliramenta percen - fere , nimis foret longum , et ipfe non potes pleraque ignorare , cui fiierit cum huiusmodi monftris ( in quibus Caftellionem ego non in . fimo loco pofuerim ) perfaepe conflidfandum . Philippus Marnixius , Epift . ad Bezam . Es ist der 6 unter des Beza seinen p . m . 206 . T . III . Oper . Beza Hat in der Einbildung gestanden , es wäre dieses Buch vom Castalio ins Lateinische übersetzet worden ; gleichwohl hat er sich nicht getrauet , solches in einem öffentlichen Werke zu bejahen , bis er sich diget , ob man gewisse Beweise davon haben könnte , im Falle Castalio solche« leugnete . Eine weise Vorsicht , welche nicht so oft aus der Acht gelassen werden sollte , als es gedieht . Wir wollen sehen , wa« er an einen Arzt zu Basel geschrieben hat . I - ioc amabo referibe , fi quam fecero in mea refponfione mentionem Beiiii , et Theologiae nicae et ille fe eorum libromm authorem inficietiir , nun , ld poflim ita fecure affirmare , vt , fi necefle fuerit , teftibus etiam aut >doneisar - gumentis conuinci polfit . Nam de re ipfa , id eft , quin reuera libro» illos ac praefertim praefationem Bellianam edider . t , non dubito : fed videndum nobis eft , vt non tantum detegatur ifte verum etiam con - uincatur , vt tandem omne« norint , quae iit lancli . ibu . vmconfcent . a .
11 Sand .
Beza Epift . ad Gulielmiim Gratarolum . E« ist der 46 Oper . Tom . III . p . 257 . Siehe die 451S . des I Bandes seiner Werke Hoornbek Summ» Lontrou . lübr . VI . p . m . 409 . hat nicht den ganzen Sinn dieser Worte verstanden ; er hat nicht gesehen , daß Theodor Beza darinnen von dem Castalio , und zwar als von dem Urheber der latemiscl , en Uebersetzung , nicht aber als von dem Urheber des Werkes ; Theologia Germanica , selbst reden will . Er setzet dazu , daß dieses Werk auch unter dem Na - men des Johann Theophilus ins Latenusche übersehet , und zu Antweroen im Jahre 1 ; ; » , gedruckt worden . Er hatte bereits gesaget , daß die hol - ländische Uebersetzung von Martin Luther» sehr unverständig gelobet worden . Er bat nicht gewußt , daß die erste Ausgabe der lateinischen Uebersetzung von Basel , >557 , ist . Der Auszug von Gesners Biblioii>ek , der uns diese« berichtet , bemerket , daß e« Castalio gewesen , der dieses Buch unter dem Namen des Johann Theophilus Übersetzechat . Epitome Gefneri , p . m . 745 . Spon , Hift . de Geneve p . - s - , machet ihn auch zum Urheber des Werke« selbst , und bekriegt sich : Er hat , saget er , ein an - der Äucb , Theologia Germanica betitelt , und einen Tractat rvn dem alten und neuen tNensclien gemackt . Jurieu hat sich auf eine andere Art betrogen , die dieser sehr nahe kömmt , weil er saget , daßIo - Hann Theophilus der Urheber eine« Buchs , Theologia Gorma , nica betitelt , ist . Jurieu Apolog . pour les Rel'ormat . Toin . I . p . 106 . Hier ist noch ein anderer Fehler des Sponius . Er hat nicht gewußt , daß der Traetat von dem alten und neuen Menschen nur eine französi - fche Uebersetzung ist , welche Castalio von der Theologia Germanica ge - macht hat . Dieses findet man in des >a Crvix du Maine Bibl . Framj . pag . 453 - welcher außer diesem nicht gewußt hat , daß dieses lateinische Werk nur eine Uebersetzung ist . Man merke , daß Castalio vor den Pre - digern zu Basel geleugnet , daß er an diesem Buche Theil gehabt . Beza ad Defenf . et Repreh . Caftellion . zu Anfange pag . 431 . Oper . Tom . I . siehe auch die 45« S .
( G ) XTDenn man ihn nach der Abschilderung beurtheiler - , « auch für einen Äösewickr halten . ^ Er hat im Jahre 15s« , eine Schuhschrift gemacht , worinnen er sich auf der 2 S . namentlich über zwo Schriften Calvins beklagt : die eine ist betitelt , Refponfes a cer . taines calomnies et blafphemes etc . und im Jahre 1557 erschienen ; die andere hat zum Titel Cakimniae Nebulonis cuiusdam , etc . und ist im folgenden Jahre gedruckt worden . Er versichert , ebendaf . auf der z S . daß er die zwo Schriften niemals gesehen , die ihm Calvin beymißt . Vo - cas ine fubinde , saget er auf der 5S . in Gallico libello , blasphemum , calumniatorem , maiignum , canem latrantem , plenum ignorantiac et beftialitatis , plenum irnpudentiae , impoftorem , lacrarum litteraruin impurum corruptorein , Dei prorfus derilbrem , omnis religionis con - temtorem , impudentem , impurum canem , impium , obfeaenum , tor - ti perueriique ingenii , vagum , balatronem . Nebulonem vero ( fic enim interpretor Broutlicn' ) appellas octies , et haec omnia longe co - piofius , quam a me recenfentur , facis in libello duorum foliorum^ et quidem perparuorum . De latino vero , quid nniitis opus tft ; Titulus eft : Compefcat te Dens , Satan : media funt eiusdem colo - ris . Er stellet ihm nicht allein dasjenige vor , was da« Evangelium wi - der denjenigen ausspricht , der seinen Bruder schimpfet , sonder» auch das - jeniae , was Calvin selbst in dem Leben eine« Christen geschrieben hat . Nihilne te mouet ( vt caetera taceam , ) tui ipfius libellus ille , quem feripfifti de Vita hominis Chriftiani ? Qiii libellus ita fandla , ita pia praeeepta continet , vt nuper praefente ine dixerit quidam , operae pre - ciuin eile , vt tibi feribat aliquis epiftolam , in qua te interroget , vtrum fieri polfit , vt horum duorum libcllorum videlicet , Vita minis Chriftiani , et Calumniae Nebulonis etc , idem fit author . daselbst 7 Seite . Er rechtfertiget sich insonderheit von dem Laster des Diebstahls , wie man hier unten sehen wird , der Untreue , der Grausam , keit und der Gotteslästerung . Haec accufationis tuae fumma eft , saget er auf der 17 S . nachdem er die eignen Worte Calvins angefiihret har . Siehe den 267 Brief der Sammlung Epiftol . Ecclefiaft . et Theol . amsterdamer Ausgabe von 1684 in Folio . In qua me infiinulas fuper - biae , perfidiae , inhumanitatis , ingratitudinis , fraudiilentiae , dentiae , fcurrilitatis , blasphemiae , denique impietatis . Wenn ihr mich für einen solchen erkannt habet , saget er , da ich bey euch gewesen bin , so wird man euch fragen , warum ihr mich fa>Iaezwungen habet , in der Schule zu ©e , if zu lehre« 1 Konnte man die Auferziehung der Kinder einem fol - chem Manne mit gutem Gewissen anvertrauen ? Si iam tum talem cognouifti , quaero ex te , qua confcientia me poftea iftic ludo littera - rio praefeceritis , et multum reeufantem pertraxeritis , tu et vna duo tui fummi amici , et fiimmae in Sabaudia authoritatis viri conciona - tores . Qiiaelo te , qiiorum hominum eft pueris inftituendis praefi - cere hominem , quem tu fceleratiim efle feires , idque in ea vrbe , quam vos fandiam etiam imprelfislibris appellatis ? Caftellio , Defenf . pag . 18 . Warum Haber ihr mir das Zeugniß eine« guten Lebens gege - ben , nachdem ich dieses Schulamt fast drey Jahre verwaltet gehabt ? Hierauf führet er die Worte an , die man in der Anmerkung ( D ) gelesen hat . Ihr könnet nicht sagen , fährt er auf der 19 und - 0 S . fort , daß ihr mich erstlich nach dieser Zeit für einen solchen erkannt ; denn außer , daß ihr gleich da« Gegentheil offenbarlich vorgebet , so mutztet ihr der dümmste unter allen Menschen seyn , wenn ick bey euch und bn , dem ^ehr - amte in der Schule zu Gens , derjenige gewesen wäre , wie ihr mich ab . malet , und ihr solches nicht gewahr geworden wäret £r bekennet auf der - - S . daß er nicht von der Eitelkeit befreyt gewesen , und er erzählet eine Wirkung davon , von welcher ich unren in der Anmerkung ( M ) den werde : er erkennet auch , daß er an kurzweiligen Worten einen Ge - fallen gehabt , aber nicht bey Religionssachen . Ich habe diejenigen zeit getadelt , saget er auf der - 4 S . weiche bey dergleichen Materien Possen treiben ; zweme von euern vejten Munden wissen e« wohl . Ich gieng zu einem davon , welcher ein kurzweilige« Buch unter dem Titel Zoographia herausgegeben , ihm meinen Rath und meine Meynung zu sagen , und als ich ihn nicht zu Hause antraf , ließ ich ihm denselben durch den dritten Mann geben . An statt daß er sich denselben zu Nutze ma - chen sollen , hat er vielmehr eine andere Schrift von dieser Art , Paflä - uantius betitelt , herausgegeben , und Mich seit dieser Zeit tödtlich gehasset . Der andere ist ein Mann , dem ich viele Verbindlichkeit schuldig bin ; er hat mich in seinem Hause erhalten , ich habe ihn sür einen goneSfürchti - gen Mann erkannt : ich habe ihm gelchrieben , daß er wohl rhun würde , keine kurzweiligen Bücher über Eilige Materien mehr herauszugeben ; er . ist über meine Warnung nicht böje geworden , wie der andere . ° Man merke , wie er ebendaselbst beobachtet , daß Calvin eine Vvrrede zu einer M Schrift

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